Archiv für September 24th, 2007

Aa-haaa!

Standort: Cascais

…. so ist das also, wenn man vergisst, WP-Cron wieder zu aktivieren: Man kann noch so sch?ne Blogbeitr?ge verfassen, nur erscheinen die nicht… Dieses Hin- und Her ergibt sich schlicht aus der Unvertr?glichkeit von “Postie”, das f?r die Ver?ffentlichung von Bildern zust?ndig ist, und “WP Cron”, das Abfrage und Ver?ffentlichung von Beitr?gen automatisiert. Ich stelle mir gerade vor, wie es ist, dieses kleine Defizit einen halben Tag nach Abfahrt von den Kanaren zu bemerken. Keine Blogbeitr?ge vom
sch?nen Atlantik, auf Wochen hinaus…

Noch ist es aber nicht so weit und nun funktioniert auch Blog by eMail wieder.
Die Geschichte mit dem Starkwind ist nun unser t?glich Brot und ein Schlafst?rer par excellence. L?stig, l?stig, aber man gew?hnt sich wohl dran – Portugiesen sagen dazu: “…when you see the clouds over Sintra, then there is wind. If no clouds – no wind!” Wolken? Mal gucken. Positiv! Dass t?chtig Wind ist, wusste ich vorher schon ;)
Diese Erkl?rung ist ?brigens ein Zitat vom heutigen “Aha”-Verursacher, und dazu werde ich schleunigst ein paar Bilder in die Schnappschuss-Ecke stellen. Das war n?mlich wirklich sch?n:
Angefangen hatte es damit, dass seit ein paar Tagen die K?hlwasserpumpe Seewasser tr?pfelte, nat?rlich auf den Keilriemen, und der schmei?t das dann fr?hlich durch den Motorraum. Aha! Detlev/Kira von Celle hatte vor unserer Abfahrt geschrieben, dass wir dann f?r die Reparatur noch Zeit h?tten, aber die Ferkelei kann man nun hier leicht beheben. Zumal wir hier ja wirklich Zeit haben. Gesagt, getan. Der erste Reparaturversuch war schon mal nur ein halber Erfolg, der Schiffer, entsprechend niedergeschlagen,
baut also die K?hlwasserpumpe ganz aus und gr?belt, ob man die denn nun bei Fachmann oder selbst instandsetzen soll. Wir entscheiden uns daf?r, einem Fachmann ?ber die Schulter zu blicken, und da wir dann sowieso bei Volvo auflaufen, k?nnen wir uns geschwind auch noch den Dieselvorfilter angucken… Ach, ja, es sollte ja ein freier Sonntag werden. Weit gefehlt. Die Filtersache zieht Kreise, weil wir erstens erstmalig wirklich Dreck finden und zweitens der frisch wieder eingesetzte Filter Luft zieht.
Also ausbauen, neu abdichten, einbauen, dabei geht dann auch noch ein Gewinde fast drauf. Wat ‘n ?rger. Wie sagt Inka – und all die anderen rundum auch: “Irgendwas ist doch immer”. Heiner fasst das in einem sarkastischen: “… der Zweck Eurer Reise scheint das Bauen und Basteln zu sein…” zusammen.

Egal. Durch eine halbe Nachtruhe gest?rkt (siehe oben!) machen wir uns auf den Weg nach Bel?m, mit der Bahn. Mit dem Timing haben wir’s ja, die Bahn ist fix, noch fixer haben wir die Adresse gefunden, und so treffen wir p?nktlich zur Mittagspause bei Tecniyates ein. Und richten uns auf einen ausgedehnten Kaffee in der Doca de Bel?m ein – aber nix da. Ein freundlicher Mensch im Volvohemd vor der T?r begr??t uns mit “How can I help you?” und bevor wir ?berhaupt sch?chtern fragen k?nnen, ob wir zusehen
d?rfen: “… come in, it will be extremely expensive, but you’ll learn something about water pumps…”. Innerhalb einer Stunde ist unsere Pumpe – mit dem von uns mitgebrachten Reparatursatz – auf neuesten Stand gebracht, und wir sind gestopft mit Tipps und Tricks zum Thema Wasserpumpe. Eine echte Lehrstunde – und der Chef des Unternehmens, Joao Figuereiros, ist auch in der Tat Ausbilder. Zum Dreck im Kraftstoff fragt er uns, ob wir vielleicht in Spanien getankt haben, und dass dies ein behandlungsw?rdiger
Bakterienbefall sei. Er zeigt unser Muster-T?tchen mit der teerigen Dieselgelatine herum und alles grient; da m?ssen wir jetzt was tun.
Fazit des Besuches: Ein echter Spa? (naja, bis auf die Dieseldreckdiagnose), 35 Euro teuer… Zum Abschluss laden wir Joao und seinen Kollegen auf einen Kaffee ein – wir erz?hlen noch ein bisschen, er gibt uns Tipps f?r die Reise nach Madeira, kl?rt uns ?ber die Fallwinde in der Bucht von Cascais auf, dann zahlt ER UNSERE Kaffees und verabschiedet sich. Muito obrigado – muito obrigada!

So ist das Leben in Portugal! Aa-haa! Wir m?gen’s!

Erstellt am Montag 24. September 2007
Unter: AKKA Online | Keine Kommentare »

Starkwind, Tour d’Europe und schwimmende Boten

Standort: Cascais Am Freitag gab es eine fette Wolkenwalze über den Bergen von Sintra, und der Starkwind ließ nicht lange auf sich warten. Ein Höllenspaß für die Surfer, aber dann war es doch so, dass gegen Abend allenthalben mit den (Anker-)Ketten gerasselt wurde – “… ach, lass uns mal noch ein bisschen Kette stecken…” Merkwürdiges Gefühl ist das – es waren ja doch nur 7 Windstärken in den Drückern, unterwegs sicher kein Thema, aber vor Anker merkt man doch auf, denn so ‘ne AKKA schwojt dann zur einen Seite, kriegt die nächste Böe von der anderen, legt sich weg und fährt hurtig in die Gegenrichtung. “Knaatsch” sagt der Ruckdämpfer. Und dann auf ein Neues… Beim Weglegen kommt – ein Schiff vor Anker ja doch nicht ganz so seefest gemacht wie eines auf See, das mal vorausgeschickt! – also, beim Weglegen kommt dann schon mal aus dem fahrlässig offen gelassenen Pantryschapp der stählerne Mixbecher von oben, und da dieser Mixbecher auch noch die Metalleinsätze für die Zitruspresse enthält und noch dazu quasi “über die Bande” fliegt, nämlich über den Herd, kann man sich das Geschepper vorstellen. Aber das gibt nur Abzüge in der B-Note. Der neue Bügelanker macht sich wirklich gut, unsere Peilungen stehen wie die berühmte “1″. Und die Aphrodite-Crew guckt lässig aus ihrem Luk, peilt unseren Ankerball und schließt haarscharf, dass entweder AKKA und Aphrodite stets in gleicher Geschwindigkeit auf die Reise gehen oder eben wie angenagelt in der Bucht sitzen. Letzeres, natürlich. Im Gegensatz zu unserem Hintermann, kleines Holzboot aus dem Unterfränkischen. Da hatten wir schon am Nachmittag den Eindruck, dass der sich unmerklich von uns entfernt. Aber immerhin steht hier Tidenstrom, die Boote ändern ständig die Konstellation zueinander, mal hintereinander, mal nebeneinander, schwierig zu sagen… Nächtens war es dann wohl so weit, da muss dann Kettenrasseln der etwas dringenderen Sorte angesagt gewesen sein – als der Wind sich um 1 Uhr in der Nacht legte, sah ich in der Richtung kein Ankerlicht mehr, und am frühen Morgen lag der kleine Franke ein paar Kabellängen weiter nach innen. Macht sich beim Rudern auch besser – schönes Dinghy hat er nämlich! Ferryman, klappbar, ein Ruderboot wie aus dem Bilderbuch. Das weckt diesen “haben-wollen”-Reflex, wenn wir mit unserem Schlauchboot vorbeigeeiert kommen… Immerhin befleißigen wir uns auch des Riemenschwingens, das hält fit. Wie auch die Schwimmerei, mein tägliches Vergnügen – atlantisch kühl ist es ja, und noch dazu gibt es verdächtig viele Schwebstoffe hier… Aber man muss die Bucht ja nicht austrinken. Praktisch ist, dass man sich mit den Eignern an Bord der umrundeten Schiffe unterhalten kann, und wenn das länger dauert, verfällt man einfach ins Aquajogging. Hatten wir gestern noch in Begleitung von Eva eine kleine Tour d’Europe veranstaltet – Wetterabfrage bei den Norwegern (es schneit schon auf den Lofoten!), Schwedenschnack (kennen wir schon aus Povoa), Dänengeplauder (woher? wohin?) und kurzes Bon jour in Frankreich, (die Niederlande und Großbritannien waren leider schon ankerauf) gegangen, so wurde ich heute als schwimmende Botin eingesetzt… “wenn Du bei Goyave vorbeikommst, kannst Du ihn zum Kaffee einladen…”. Which he gladly accepted. Und ich hatte ein Ziel mehr zum Abklappern – hier gibt es einfach keine Kacheln zu zählen, man muss sich seine Schwimmstrecken schon anders zusammenfrickeln. Hatte ich schon gesagt, dass über allem die Sonne strahlt?! Tut sie! Es geht uns gut …

Erstellt am Montag 24. September 2007
Unter: AKKA Online | Keine Kommentare »