{"id":5143,"date":"2017-08-14T20:21:36","date_gmt":"2017-08-15T00:21:36","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?page_id=5143"},"modified":"2017-08-14T20:21:36","modified_gmt":"2017-08-15T00:21:36","slug":"strohsackroute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/","title":{"rendered":"Strohsackroute"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5145\" style=\"width: 581px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/atlantic-crossing1\/\" rel=\"attachment wp-att-5145\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5145\" data-attachment-id=\"5145\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/atlantic-crossing1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?fit=571%2C383&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"571,383\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Atlantic Crossing1\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?fit=300%2C201&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?fit=571%2C383&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5145\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?resize=571%2C383\" alt=\"\" width=\"571\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?w=571&amp;ssl=1 571w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Crossing1.jpg?resize=447%2C300&amp;ssl=1 447w\" sizes=\"(max-width: 571px) 100vw, 571px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5145\" class=\"wp-caption-text\">Mitten drauf&#8230;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Atlantik\u00fcberquerung 1991<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich kam immer die gleiche Frage: &#8222;Wow! Atlantik\u00fcberquerung&#8230;wie war das denn?\u20ac\u009d<br \/>\nTja, wie war das,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">damals?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufregend? Schon, vor allem w\u00e4hrend der Vorbereitung.<br \/>\nUnd langweilig? Nicht die Spur!<br \/>\nAnstrengend? Unglaublich anstrengend!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geschworen hatten wir uns schon lange, dass wir irgendwann &#8211; wenigstens einmal! &#8211; \u00fcber einen Ozean segeln wollen, und in La Restinga auf El Hierro in den Kanaren lockte uns die\u00a0 &#8211; &#8222;&#8230; da hinten, in der Karibik!\u20ac\u009d &#8211; untergehende Sonne nach Westen. 3 Jahre sp\u00e4ter war es so weit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hochseeyachtschule\/Swan Charter Deutschland in Bremen war unser Leib- und Magen-Anbieter f\u00fcr Kojencharter, allein zu chartern trauten wir uns damals noch nicht recht. Und die Hochseeyachtschule bot eine Transatlantik\u00fcberf\u00fchrung an. Swan 72, nicht schlecht&#8230; Sch\u00f6n, gro\u00df (f\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse riesig!) schnell und komfortabel. Wir buchen.<br \/>\nIm Sommer 91 beschleichen uns die ersten Zweifel: 14 Tage (rechnen wir!) mit 6 wildfremden Leuten. Wenn das blo\u00df gut geht! Ich tr\u00e4ume von Darmverschluss auf hoher See, Andreas plagt die Frage, was er machen wird, wenn ich meine unwirschen 5 Minuten erwische, und hat auch schon die Antwort zur Hand: einfach \u00fcber Bord gehen lassen. In beiden F\u00e4llen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Oktober kommt ein Brief von der Hochseeyachtschule &#8211; der Eigner der Swan 72 hat Eigenbedarf angemeldet, ein anderes Schiff wird es sein: eine Swan 48. Nur 24 Fu\u00df k\u00fcrzer, hat aber gleich viele G\u00e4ste, es wird also kuschlig. Au\u00dferdem f\u00e4hrt die MORNING SUN nun 1 Woche fr\u00fcher los, wird aber f\u00fcr die Passage l\u00e4nger brauchen&#8230; Leichte Panik. Schon trifft die Liste der Mitsegler ein, was die Bef\u00fcrchtungen noch einmal anheizt. Wer das wohl ist, wie sie wohl sind? Werden wir klarkommen? Aber so richtig viel Zeit bleibt nicht f\u00fcr solche \u00dcberlegungen &#8211; Termine ummodeln, das restliche Berufsjahr in Eile abwickeln &#8211; packen, fertig, los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntag, 3.11. &#8211; Urlaubsreif steigen wir auf die Lufthansa von Frankfurt nach Las Palmas. Ein &#8222;open jaws\u20ac\u009d-Ticket &#8211; Hinflug nach Gran Canaria, R\u00fcckflug ab Antigua. Wir sind voller gespannter Freude. Bis zuletzt hoffe ich, dass &#8211; der langen Beine wegen &#8211; der leere Platz neben mir frei bleibt. Vergebens. Ich habe das Lufthansa-Magazin auf dem Scho\u00df, zeige Andreas die Atlantikkarte: &#8222;&#8230; sieht gar nicht so weit aus, Kapverden bis Antigua!\u20ac\u009d Der neue Nachbar hakt ein: &#8222;&#8230; machen Sie eine Atlantik\u00fcberquerung? Auf der Morning Sun??\u20ac\u009d Genau &#8211; Tag, Wolfgang! Der erste Mitsegler ist schon da; da hat die Bodencrew wohl kombiniert und 3 open jaws nebeneinander setzt. Nett!<\/p>\n<div id=\"attachment_5147\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/p-de-mogan\/\" rel=\"attachment wp-att-5147\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5147\" data-attachment-id=\"5147\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/p-de-mogan\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/P.-de-Mogan.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"250,170\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"P. de Mogan\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/P.-de-Mogan.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/P.-de-Mogan.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5147\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/P.-de-Mogan.jpg?resize=250%2C170\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"170\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5147\" class=\"wp-caption-text\">Puerto de Mogan. Verwirrend voll.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">In Puerto de Mogan angekommen finden wir &#8211; nachdem wir zun\u00e4chst an einer Swan 65 ausgeladen haben &#8211; die Morning Sun; und die hat die Bodenbretter an Deck liegen, aus gutem Grund. Eddy, s\u00fcdafrikanischer Allesk\u00f6nner, taucht gerade nach maroden Elektrikleitungen. Als Supervisor agiert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Hochseeyachtschule. Der geplante Skipper ist verletzt und musste ersetzt werden. Das f\u00e4ngt ja gut an! Aber das abendliche Plauschen im El Cafetin l\u00e4sst uns schon entspannen. Auf den ersten Blick alles &#8222;Nette\u20ac\u009d: Insa, Wolfgang und Arne, der Skipper. Der letzte Mitsegler tourt noch \u00fcber die Insel. Nach der verdienten Portion Wein ist auch das Erklimmen des Bugkorbes schon ein leichte \u00dcbung &#8211; ich gestehe, beim ersten Mal bin ich unter der Reling durch gekrochen..<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Montag, 4.11.\u00a0 Kleines Reinemachen &#8211; das Schiff ist ja gerade erst auf den Kanaren eingetroffen, die Pantry muss von den Biscayaspuren befreit werden. Zum vorderen Klo leitet einen die Nase. Wir tippen darauf, dass hier mal ein Kater gewohnt haben muss. Bordklos, das ewige Thema&#8230; Geld tauschen, denn wir m\u00fcssen Proviant kaufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Erhard trifft ein und hat auch ein Leihauto dabei. Gut &#8211; ein bisschen planen und dann gleich zum Supermarkt in Arguineguin. Wir haben gerechnet: 6 Personen mal 21 Tage mal 1,5 l Wasser. 200 l! Wer jetzt seine pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse nicht anmeldet, wird auf See Pech haben &#8211; Insa wird ohne Cola morgens nicht wach, also Cola. So geht das eine ganze Weile. 5 kg Nudeln, 5 kg Reis, Mehl f\u00fcr\u20ac\u2122s Brotbacken, Hefe. Backpulver! Kakao. M\u00fcsli. Hartwurst. K\u00e4se!! Wir wissen halt noch nicht, was wir alles 3 Wochen sp\u00e4ter unter Gel\u00e4chter \u00fcber die Reling gehen lassen. Die Rechnung im Supermarkt ist hoch, der Suzuki Jeep in jedem Fall zu klein f\u00fcr die Ladung. Also eine Vorausfuhre zum Schiff und dann die sp\u00e4te Einsicht: wir brauchen ein Taxi f\u00fcr die ganzen Massen an Lebensmitteln. Abends ziehen dann zu uns ins Vorschiff die Speckseiten ein, 6 gro\u00dfe und 6 kleine Salamis, alle Ecken und L\u00fccken werden mit Wasserflaschen und Getr\u00e4nkedosen gestopft. Erhard bebr\u00fctet unter seiner Koje 120 Eier. Riesenr\u00fcffel vom Skipper: Ihr seid wahnsinnig &#8211; so viele Plastikflaschen, und dabei doch zu wenig Wasser, also mindestens 50 l nachkaufen und Flaschen in Karaffen umtauschen. Die \u00dcberf\u00fchrungscrew berichtet beil\u00e4ufig, dass ihnen schon in der Biscaya die Milch ausgegangen ist. Nat\u00fcrlich machen wir rasch einen Panikkauf, 12 zus\u00e4tzliche Liter Vollmilch. Irgendwann ist alles gestaut, ein Wegweiser durch die Schapps erstellt. Morgen kommen noch Obst und Gem\u00fcse aus der Cooperativa de Mogan, und dann, ja dann geht es los&#8230; Bis dahin soll auch die Elektrik fertig sein. Letztes Abendessen im Restaurant..<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_5150\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/provisioning\/\" rel=\"attachment wp-att-5150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5150\" data-attachment-id=\"5150\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/provisioning\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Provisioning.jpg?fit=209%2C300&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"209,300\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Provisioning\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Provisioning.jpg?fit=209%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Provisioning.jpg?fit=209%2C300&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5150\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Provisioning.jpg?resize=209%2C300\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5150\" class=\"wp-caption-text\">Provisioning<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Das ist so viel nicht! Der Ausflug zur Cooperativa ist wunderbar &#8211; 12,5 kg Kartoffeln, 8 kg Zwiebeln, reichlich Knoblauch, gr\u00fcne und nicht ganz so gr\u00fcne Tomaten, Auberginen, Paprika, Zitronen, Orangen. Alles von Apfel bis Zucchino. Und ein Rad holl\u00e4ndischer K\u00e4se geht noch mit. W\u00e4hrend Erhard Netze f\u00fcr das Gem\u00fcse und das Obst kn\u00fcpft, erledigen wir weitere Angstk\u00e4ufe. Mehr M\u00fcsli, mehr Parmesan, mehr Speck. Und Sahne.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Als wir zur\u00fcckkommen sehen wir eine buglastige Morning Sun am Steg liegen. Umpacken ist angesagt, und inzwischen ist auch klar, dass Eddy mit der Elektrik heute nicht mehr fertig wird, wir bleiben eine weitere Nacht in Mogan. Das gibt Gelegenheit, weitere W\u00fcrstchen, einen Nachschlag Nudeln und Reis und auch noch T\u00fctensuppen f\u00fcr die Nachtwachen zu besorgen. Und Geld zu tauschen. Neuerliches &#8222;letztes Abendessen\u20ac\u009d!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Mittwoch, 6.11. &#8211; der Abreisetag, endlich! Die Elektrik ist fertig, nur das K\u00fchlschapp in der Pantry wird es nicht richtig tun &#8211; wir nehmen es in Kauf, wir wollen, wir m\u00fcssen los!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Der Tag qu\u00e4lt sich mit Kleinigkeiten \u00fcber die Runden, und Eddie erz\u00e4hlt den Bl\u00f6dsinn vom &#8222;&#8230; es ist eh\u20ac\u2122 besser erst abends abzulegen&#8230;\u20ac\u009d, nicht unbedingt, was wir wollen. Immerhin f\u00e4hrt schon mal die THAIR los, eine sch\u00f6ne Swan 65. Allerdings nur bis zur Bunkerstation, wo auch wir noch Diesel \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Und da ist jetzt erst einmal Siesta &#8211; f\u00fcr uns auch. Aber, kaum zu glauben, kurz nach vier legen wir wirklich ab, jemand schie\u00dft ein Abschiedsphoto vom Faro, die anderen hupen, tr\u00f6ten und pfeifen &#8211; wir fahren los! G\u00e4nsehaut&#8230;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,Geneva,sans-serif,sans-serif;\">Zun\u00e4chst kein Wind, es wird motort, aber nach 4 Stunden finden wir Wind, es f\u00fchlt sich sogar an, als sei das &#8222;unser\u20ac\u009d Nordostpassat, der uns bis in die Karibik tragen soll. Tja, das w\u00e4re er gewesen, wenn uns im Dunklen beim Setzen des Gro\u00df nicht eine Segellatte weggeflogen w\u00e4re. Die Frage ist, ob das Gro\u00df 3.000 Meilen ohne diese Latte durchh\u00e4lt. Wir drehen um.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Donnerstag 07.11. &#8211; Um 05:00 sind wir fest, l\u00e4ngsseits an der Capitanerie von Mogan. Uns war redlich schlecht auf dem Schaukelkurs zur\u00fcck. Und nach Sonnenaufgang lassen die dummen Schnacks nicht lange auf sich warten &#8211; &#8222;&#8230;was, Ihr hier?\u20ac\u009d . Aber schon um 09:00 h soll eine neue Segellatte kommen &#8211; stimmt, allerdings sind es zwei, aus denen nun Eddie eine 3,60 m lange machen soll. So k\u00f6nnen wir die Sicherheitseinweisung mal richtig gr\u00fcndlich \u00fcber uns ergehen lassen und allerlei Pausenf\u00fcller mehr, und da die Latte doch l\u00e4nger aush\u00e4rten muss, tauschen wir Geld und bleiben noch eine Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag, 08.11. &#8211; um 10:00 geht es endg\u00fcltig los, wir schleichen uns davon und hoffen, dass Eddy\u20ac\u2122s Abschiedsgru\u00df &#8222;3rd time lucky\u20ac\u009d nicht wahr wird. Ich starte dieses Mal ohne Eiskaffee im Bauch, aber daf\u00fcr mit Scopodermpflaster hinter dem Ohr, was die anderen bald kopieren, nachdem der eine oder andere den Fr\u00fchst\u00fcckskaffee abgeliefert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nach ein paar Stunden kommt, wird bald Routine: Raumer Wind aus Nordost, so um die 5 Beaufort, vielleicht ein bisschen mehr. Keine aufregende See, immer gute Fahrt, so zwischen 7 und 8 Knoten. Die Genua 1\/3 weggerefft, das Gro\u00df im Reff 1.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wacheinteilung besteht aus 2 x 2 Wachg\u00e4ngern, die Wachen 2 x 6 Stunden tags\u00fcber und 3 x 4 Stunden in der Nacht, 1 Crewmitglied hat Backschaft f\u00fcr 2 Tage und der Skipper steht auf standby. Es wird von Hand gesteuert &#8211; f\u00fcr den Autopiloten wird der Strom nicht reichen, und eine Windsteueranlage gibt es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Etmal betr\u00e4gt 170 Meilen, und Erhard beginnt, von 200 zu tr\u00e4umen. Die Meilen laufen so unter uns durch, es wir die Mittagsbreite genommen und eine zweite Sonne am Nachmittag geschossen. Die ermittelte Ort soll den Satnav best\u00e4tigen, der sich tapfer h\u00e4lt &#8211; wir befinden uns schlie\u00dflich in vor-GPS-Zeiten. Astronavigation, das macht mit wissenschaftlicher Akribie und Leidenschaft unser Bordingenieur Wolfgang, der selten mehr als ein, zwei Meilen daneben liegen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kompliment vom Skipper &#8211; alles solide Steuerleute, und das habe ihm eine erste Nacht mit 4 Stunden Schlaf beschert. Danke, Arne! Das macht Mut! Die m\u00fchsam laminierte Segellatte hat einen verd\u00e4chtige Knick &#8211; sie wird doch nicht &#8230;.?? Aber sie h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntag, 10.11. &#8211;\u00a0 Wachwechsel um 06:00 h, Erhard und Wolfgang gehen in die Kojen, Andreas am Ruder. Ich balanciere in der Pantry mit Eiern und Tee. Pl\u00f6tzlich kracht es &#8211; eine See von Steuerbord legt die Morning Sun kr\u00e4ftig auf die Seite und l\u00e4sst sie ins Wellental fallen. Nicht nur Tee und Eier verlassen ruckartig die Beh\u00e4ltnisse &#8211; w\u00e4hrend ich nach Lappen fische, sitzen zwei Mitsegler vor der Koje. Was allerdings Erhard mit einem verdutzten Blick und Lachen quittiert, l\u00e4sst Insa aufschreien: Der Kontrollblick in die Achterkammer verhei\u00dft nichts Gutes:\u00a0 Insa kommt nicht wieder hoch. Nach eine Weile haben wir sie auf die Koje bugsiert, b\u00e4uchlings liegt sie da, aber bewegen kann sie sich nicht. Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbels\u00e4ule. Hmmh. Bedenklich. Neue Wacheinteilung: Wachen durch 4, Freiwache hat Backschaft, 1 Krankmeldung. Lasst es uns abwarten, aber wir planen schon mal den Schlag zu den nahen Kapverden. Und ab sofort sind Leesegel vor den Kojen Pflicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Etmal ist nahe an Erhards Traum &#8211; 197 Seemeilen. Wir gehen davon aus, dass er die 3 Meilen selbst &#8222;versenkt\u20ac\u009d hat&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montag, 11.11. &#8211; keine Besserung bei Insas R\u00fcckseite, die mit Schmerzmitteln und gutem Zuspruch behandelt wird. Und gef\u00fcttert, sogar Rauchen ist ausnahmsweise in der Koje erlaubt, was sie weidlich ausnutzt. Aber da niemand f\u00fcr die Harmlosigkeit der\u00a0 Verletzung garantieren kann, setzen wir abends den Kurs endg\u00fcltig auf die Kapverden ab. Ein bisschen entt\u00e4uscht sind wir, schlie\u00dflich hatten wir gehofft, dass\u00a0 wir bei einer guten Reisezeit noch ein bisschen in der Karibik segeln k\u00f6nnen. Und au\u00dferdem sind ja noch andere Swans unterwegs, denen wir &#8222;kleinen\u20ac\u009d ein St\u00fcck Schneid abkaufen wollten. Andererseits &#8211; wer kommt schon auf die Kapverden?! Wir!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwoch, 13.11. &#8211; Zum Mittagswachwechsel ahnen wir die ersten Schemen Land. Wir wissen wohl, dass sowohl der SatNav wie auch Wolfgang alles richtig machen, aber so ein Landfall auf den Punkt ist immer was Feines.<br \/>\nEs wird d\u00e4mmrig, bis wir die Hafeneinfahrt von Sao Vicente erreichen, und in Landn\u00e4he pfeift es ordentlich um die Ecken. Wir nehmen die Segel runter und versuchen, die Lichterviefalt zu deuten. Ausgerechnet das Feuer auf dem Molenkopf ist aus, da kann man lange starren. Nur ein einsamer Angler hat ein W\u00e4rmefeuerchen entfacht. Per Funk melden wir dem Hafenmeister, dass wir kranke Crew haben und nicht auf Reede liegen, sondern an der Mole l\u00e4ngsseits gehen m\u00f6chten. Und dass wir einen Arzt brauchen. Insa trifft derweil m\u00fchselige Vorbereitungen auf ein Treffen mit Leuten, die sich in den letzten Tagen wohl \u00f6fter gewaschen haben als wir. Als wir l\u00e4ngsseits gehen, sind die Schnacker da: ein &#8222;Einweiser\u20ac\u009d will uns wortreich zur\u00fcck in die Bucht zum Ankern schicken will. Der &#8222;Gesundheitsminister\u20ac\u009d bedeutet uns, dass wir die Quarant\u00e4neflagge jetzt runternehmen k\u00f6nnen, und fragt nach Bier. Arne: &#8222;Lasst Euch nicht volllabern!\u20ac\u009d Im Nu ist der Kai schwarz von Menschen &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes, dies ist Westafrika.\u00a0 Zum Einklarieren kommt niemand mehr und auch der Gesundheitsminister entschwindet, ohne Bier. Kein Arzt, kein Zoll. Na, dann: gute, schaukelfreie Nacht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Donnerstag, 14.11. &#8211; Am Morgen Einklarieren mit gro\u00dfen Mengen Crewlisten, ansonsten unkompliziert. Und dann beginnt Insas Adventure Tour, es kommt der Krankenwagen, oder etwas \u00e4hnliches. Hilfreiche Geister stehen wieder zuhauf am Kai, aber eine mit der Gro\u00dfschot aus dem Luk gewinschte Insa hat Sao Vicente noch nicht gesehen. Mit &#8222;oh\u20ac\u009d und &#8222;ah\u20ac\u009d vom Kai und Ach und Weh von Insa kriegen wir das geregelt, und schon rumpeln wir in einem leerger\u00e4umten Minibus durch die Stadt. Ali, der Insa und mich begleitet, erz\u00e4hlt uns \u00fcber seine Heimat, wof\u00fcr Insa \u00fcberhaupt kein Interesse zeigt. Jedes Schlagloch ein &#8222;au\u20ac\u009d! Immerhin erfahren wir, dass es Alis Traum ist, als Profifussballer nach Griechenland zu gehen. Am Krankenhaus staunen wieder zig Patienten lautstark \u00fcber die Einlieferung. Die Personalien werden aufgenommen, Anamnese auf Pidgin: &#8222;She piss nice?\u20ac\u009d Wie bitte? Ach, so, nein, mit dem Wasserlassen ist alles in Ordnung. Irgendwann gehen wir auf Franz\u00f6sisch als Sprache der Wahl \u00fcber, schon besser. Insa wird vorsichtig untersucht und zum R\u00f6ntgen weggerollt. Waidwunder Blick: &#8222;&#8230; lass mich blo\u00df nicht hier!\u20ac\u009d Es ist halt alles etwas afrikanisch hier. Langes Warten, dann kommt sie zur\u00fcck und die nette Doktora Ramos guckt sich das R\u00f6ntgenbild an: &#8222;&#8230;alles klar! Kein Bruch, nur eine Riesenprellung!\u20ac\u009d und schon ist es mit der Vorsicht vorbei: &#8222;&#8230; stellen Sie sich mal hin, da geht schon nichts kaputt!\u20ac\u009d Es folgt die Entlassung mit der Ma\u00dfgabe, dass Insa nur dann weiter mitsegeln darf, wenn sie es schafft, den Krankenwagen selbst zu besteigen. Das klappt! Nat\u00fcrlich. Es gibt noch reichlich Ibuprofen auf Rezept und eine geradezu l\u00e4cherliche Rechnung: 10$ US. Wir spenden den netten \u00c4rzten noch ein paar Dollars mehr f\u00fcr ihr Krankenhaus, und dann ist Insa dem Schreckgespenst &#8222;R\u00fcckreise nach Deutschland\u20ac\u009d entronnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile hat Wolfgang, the engineer, die geknickte Segellatte geschient und dann besorgen wir uns noch rasch 4 Kohlk\u00f6pfe (Kostenpunkt: 20 US$. also so viel wie zweimal r\u00f6ntgen)! und eine Staude Bananen. Und bevor wir um 16:00 ablegen, entert Insa das Schiff fast ohne Unterst\u00fctzung, quasi als Fahrkarte in die Karibik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist wieder alles im Plan!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachtwache ist wunderbar &#8211; wir sind ja auch alle erleichtert. Bei Neumond waren wir in Gran Canaria gestartet und es war nachts stockduster, aber jetzt ziehen wir stundenlang auf der Mondbahn entlang. Der Sternenhimmel regt selbst die n\u00fcchternsten Naturen zum Philosophieren an. Und nebenbei gibt es Grund zum W\u00fcnschen &#8211; Sternschnuppen en masse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber, ab jetzt laufen wir auch ziemlich platt vor den Laken, also kriegt Arne seine nerv\u00f6sen Stunden &#8211; jedes Killen des Segels l\u00e4sst ihn aufschrecken. Devise: &#8222;Ganz genau steuern, Kurs halten! Aber immer sch\u00f6n voll die Segel\u20ac\u009d. Leichter gesagt als getan, und irgendwann gibt es dann &#8211; ich habe vor Anstrengung Muskelkater in den Beinen, im Po &#8211; Geschrei: &#8222;nee, das geht nicht! 7\u00b0 daneben! Was zum Teufel steuert Ihr denn?\u20ac\u009d Stellt sich aber gl\u00fccklicherweise als Rechenfehler des Skippers heraus. Erleichterung. Also weiter wie gehabt. Die Etmale sind so l\u00e0\u00a0l\u00e0\u00a0, zwischen 160 und 180. Immerhin. Und irgendwie rollen die Meilen so durch, so dass man beginnt, auf die Restmeilen zu schielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bordroutine hat sich eingespielt. 06:00 &#8211; Wachwechsel, Fr\u00fchst\u00fcck an Deck mit viel M\u00fcsli, oft Eiern, Tee, Kn\u00e4cke, Marmelade. Merke: wenn man zum R\u00fchreibraten Licht in der Pantry braucht, wird es Zeit, die Bodrzeit mal wieder zur\u00fcckzustelllen. Morgenwache bis 12:00, Mittagswache bis 18:00 und dann die drei Nachtwachen \u00e0\u00a0 4 Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist \u00fcberraschend anstrengend. Jede Welle will nicht nur ausgesteuert sein, sondern auch ausgetreten. An den Autopiloten ist nicht zu denken &#8211; die 2 Stunden motoren am Tag laden uns kaum nach, was wir an K\u00fchlung und Licht verbrauchen. Also treten wir uns am Steuer die F\u00fc\u00dfe platt. Gegen Ende der Wache h\u00f6re ich sch\u00f6n immer meine Koje johlen, auch tags\u00fcber. Die B\u00fccherberge bleiben erst einmal ungelesen. Leider bin ich auch zum Antritt der Nachtwachen meist die Letzte. Andreas steht zuverl\u00e4ssig auf und rumort mich damit wach &#8211; gut dass ins Bad nur eine Person passt: Macht drei Minuten l\u00e4ngeres Liegen. Ab und zu wache ich in der Freiwache auf &#8211; Lifebelt-Sch\u00e4kel klappern am Niedergang. Ich schrecke auf, Blick zur Uhr: Noch eine Stunde bis zur eigenen Wache. Und wieder weg. Das man \u00fcberhaupt im Vorschiff schlafen kann &#8211; das Wasser am Rumpf pl\u00e4tschert, rauscht und dann &#8211; klatsch. Die Welle rauscht unter uns durch, das Schiff rollt, man rollt in der Koje mit, Pl\u00e4tschern, Rauschen, rums. Das Spiel von vorn. Dazu macht der Mast seine Klappermusik, es knarrt und knatscht, der Genuabaum taucht ein, das Segel schl\u00e4gt kurz, der Gro\u00dfbaum ruckt in die Bullentalje. Und dennoch: Tiefschlaf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Dann kommt die eigene Wache: Leicht verpennt picke ich mich am Achterstag ein und \u00fcbernehme das Ruder. Manchmal scheint noch eine Weile sp\u00e4rliches Licht vom Kartentisch herauf. Das ist Arne, der schreibt oder liest. Dann steckt er vielleicht seinen Kopf raus, f\u00fcr eine Zigarette oder einen kleinen Plausch, und verschwindet wieder. Andreas liegt derweil unter der Sprayhood und d\u00f6st. Ich f\u00fchle mich allein &#8211; wunderbar allein. Nur Windger\u00e4usch, Gurgeln des Kielwassers, Gekl\u00f6ter aus dem Rigg. Meeresleuchten. Fliegende Fische landen platschend und zappelnd an Deck. Von achtern rauscht es, die Morning Sun hebt sich und l\u00e4uft rauschend eine Welle hinunter. Ausguck halten &#8211; irgendwo Lichter? Wie oft t\u00e4usche ich mich in diesem N\u00e4chten &#8211; da war doch was? Nichts! Man h\u00f6rt auch Stimmen&#8230; Wie Einhandsegler das aushalten? Die r\u00f6tliche Kompassbeleuchtung macht das Ablesen der Uhr schwer, auf das kurze Aufblitzen der Taschenlampe brummelt Andreas ein verpenntes &#8222;..abl\u00f6sen?\u20ac\u009d. Gern, nur zu gern. Dann guckt man noch eine Weile in diesem irrsinnigen Sternenhimmel und verd\u00f6st die Zeit. Klettert mal zum Kartentisch runter, um Satnav und Logge abzulesen, Positionseintrag und dann wieder raus. Sternenhimmel oder nach innen gucken, bis man wieder dran ist.<br \/>\nIrgendwann kommt dann aus der Dunkelheit Kaj\u00fctbeleuchtung, wenn Wolfgang aus der Lotsenkoje im Salon plumpst. N\u00e4chtliches Wasserkochen in der Pantry, Nylonrascheln, ein Lifebelt klickt. Ged\u00e4mpftes Murmeln &#8222;Na Ihr? Alles klar? Irgendwas Besonderes?\u20ac\u009d &#8222;No, der n\u00e4chste Satellitendurchgang ist um x Uhr&#8230;\u20ac\u009d Die neue Wache &#8211; Erhard st\u00fclpt sich seinen Walkman-Kopfh\u00f6rer\u00a0 \u00fcber, und wir verdr\u00fccken uns eiligst in die Kojen. Jede Minute z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sonne plagt uns nicht so wie bef\u00fcrchtet. Zwischendurch wird mal ein bisschen gespinakert und auch der Spinaker zerfetzt, gelegentlich wird geschiftet, Reff rein, Reff raus, kleine Spielchen mit der Genua. Nichts Besonderes. Eines nachts muss ich Andreas befreien, der mit der Genuaschot auch seinen Lifebelt und damit sich selbst &#8222;dichtgeholt\u20ac\u009d hatte. Freizeitbesch\u00e4ftigungen sind ein bisschen Lesen, D\u00f6sen, Kochen, Essen. Peepshow auf dem Vordeck &#8211; sp\u00e4rliche K\u00f6rperpflege mit Salzwasser, 1\/2 P\u00fctz S\u00fc\u00dfwasser zum Nachspulen. Und dann noch: Schlafen. Schlafen. Schlafen. Arne setzt mit Genuss Erhards Schachcomputer matt. Wolfgang liest Aristoteles und macht in Navigation. Wir reden auch miteinander, dummes Zeug und nicht so dummes. Wir gleichen die jeweiligen Akzente ab &#8211; eine alemannische Br\u00f6tchent\u00fcte ist eine Gugg\u20ac\u2122 voll Weckle, was gro\u00dfes norddeutsches Vergn\u00fcgen hervorruft &#8211; und m\u00fcssen so manche Werner-Parodie \u00fcber uns ergehen lassen. Assrein, n\u00f6ch\u20ac\u2122?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insa erholt sich und nimmt uns ab und zu ein St\u00fcndchen Steuern ab, Arne nimmt die Eckstunden der Nachtwachen und erm\u00f6glicht uns damit 6 Stunden Schlaf. Eine Wohltat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor der ersten Nachtwache gibt es die Hauptmahlzeit, t\u00e4glich neu erfunden, t\u00e4glich neu belachte Frage: &#8220; &#8230; was haben wir eigentlich an Bord!\u20ac\u009d Irgendwie ist es immer schmackhaft. Fr\u00fchst\u00fcck und Mittagessen besteht aus Brot, M\u00fcsli und Obst. Ein Bundersverdienstkreuz f\u00fcr Herrn Bircher! Richtig gro\u00df ist die Abwechslung nicht. Es gibt merkw\u00fcrdige Gerichte mit Dosenschinken, Corned Beef oder Thunfisch. Wolfgang biegt jede Sauce mit einem Schuss Sherry hin. Lecker! Und den Geburtstag seiner Frau begehen wir in deren Abwesenheit mit einem selbst gefertigten Nusskuchen. Von Wolfgang ganz ohne den sonst unentbehrlichen Taschenrechner und Sextanten zubereitet &#8211; ein echter, kulinarischer H\u00f6hepunkt. Nur die Sahne taucht nicht auf, weder auf den Staulisten noch irgendwo in den Schapps. Also krame ich aus meinem Gehirn das Rezept f\u00fcr Bechamelsauce hervor. Geht doch! Wir tr\u00e4umen von frischem Fisch, aber wir fangen nichts, also m\u00fcssen Fisch- wie alle anderen Gel\u00fcste auf frische Speisen auf die Karibik vertagt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten 6 Tage der Reise gibt es mit Arne und Insa eine neue Wachmannschaft Und wir haben reihum richtige Freiwache. Wunderbar. An Deck liegen und Jamaica Kincaids &#8222;Nur eine kleine Insel\u20ac\u009d lesen, ein Buch f\u00fcr den Karibik-Besucher, der sich nicht abschrecken lassen will&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt nicht nur Genuss &#8211; das defekte K\u00fchlschapp in der Pantry stinkt seit Tagen. Diverse &#8222;Arbeitsunf\u00e4lle\u20ac\u009d, bedingt durch die Schiffsbewegungen haben ihre Spuren hinterlassen. R\u00fchrei, Milch &#8211; was immer sch\u00f6n gammelt, wir haben es in der K\u00fchlbox aufgefangen. Es fliegen W\u00fcrste, K\u00e4se, Schokolade \u00fcber Bord, alles irgendwo zwischen iiiih und b\u00e4\u00e4\u00e4h. Wir haben uns, das geht uns auf, verproviantiert wie f\u00fcr eine Nordatlantikreise, aber bei diesem Wetter isst man einfach nicht so viel.<\/p>\n<div id=\"attachment_5146\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/atlantic-squall\/\" rel=\"attachment wp-att-5146\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5146\" data-attachment-id=\"5146\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/atlantic-squall\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Squall.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"250,170\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Atlantic Squall\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Squall.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Squall.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5146\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Atlantic-Squall.jpg?resize=250%2C170\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"170\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5146\" class=\"wp-caption-text\">Ein Squall k\u00fcndigt sich an<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, Wetter &#8230; Diese komische Wolke dort hinten ist schon achtern an uns durch oder? Arne &#8211; ist das ein Squall? Nee, das hat mit uns nichts zu tun&#8230; Andreas am Ruder &#8211; \u00f6\u00f6h, ich glaube, wir kriegen anderen Wind, es bl\u00e4st mir ins Gesicht&#8230; Ein eiliges Segelman\u00f6ver und schon gie\u00dft es wie aus Badewannen. Seit Sao Vicente hatten wir keine Schuhe, keine lang\u00e4rmeligen Sachen getragen &#8211; jetzt ist pl\u00f6tzlich &#8222;nichts mit einer Regenjacke dr\u00fcber\u20ac\u009d modern. Ein bisschen<\/p>\n<div id=\"attachment_5148\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/squall2\/\" rel=\"attachment wp-att-5148\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5148\" data-attachment-id=\"5148\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/squall2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Squall2.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"250,170\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Squall2\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Squall2.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Squall2.jpg?fit=250%2C170&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5148\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Squall2.jpg?resize=250%2C170\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"170\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5148\" class=\"wp-caption-text\">Da ist er, der Squall<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4me, als Insa das \u00dcberlebenspack mit den Camels in einer Nacht gleich zweimal volll\u00e4uft&#8230; Jetzt werden die Fluppen knapp.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgerechnet meine Wache ist eine siebenst\u00fcndige &#8211; wir haben mal wieder die Bordzeit nachgestellt &#8211; als wir durch einen neuen Squall fahren. Es gie\u00dft und es bl\u00e4st wie verr\u00fcckt &#8211; man sieht die Hand vor Augen nicht, Gl\u00fccklicherweise haben wir rechtzeitig gerefft. Wolfgang kommt zum Wachwechsel raus und meint, noch rasch aufs Vorschiff turnen zu m\u00fcssen &#8211; &#8222;&#8230;mal nach der Genua schau\u20ac\u2122n\u20ac\u009d. Strenger Verweis von mir &#8211; ich habe echt Schiss, hier jemand \u00fcber Bord gehen zu sehen. Irgendwann dann Flaute, D\u00fcnung von kreuz und quer, Regenschauer. Letztere dauern leider nicht lang genug, um die frisch eingeseifte Insa, die sich ein bisschen sp\u00e4t f\u00fcr eine Freiluftdusche entschieden hatte, wieder klar zu sp\u00fclen. So sorgt jeder t\u00e4glich irgendwie f\u00fcr einen Lacher &#8211; Flugnummern im Salon, frei in der Luft stehender Kaffee, der doch eigentlich in den Mund sollte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und mit den Squalls kommen die Stunden der Segelman\u00f6ver &#8211; reffen, ausreffen, Gro\u00df weg, Gro\u00df setzen &#8211; nur um sich kurz danach f\u00fcr\u20ac\u2122s Motoren zu entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dienstag, 26.11. &#8211; Wir geben uns noch der Hoffnung hin, am Mittwoch in Antigua einzulaufen &#8211; aber nach der St\u00f6rung stellt sich der Passat erst mal nicht wieder ein und da wir so den Kurs nicht halten k\u00f6nnen, w\u00fcrden wir erst am sp\u00e4ten Mittwochabend in English Harbour sein, aber eine Nachtansteuerung wollen wir nicht. Aber selbst die Alternative f\u00fcr Lustsegler &#8211; schnorcheln und baden in der Nonesuch Bay ist nicht erreichbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwoch, 27.11. &#8211; Wir halten auf Barbuda zu und verbringen einen letzten, &#8222;richtigen\u20ac\u009d Segeltag bei Karibikwetter und frischem Wind. Immer zwischen den dicken Squallwolken hindurch &#8211; himmlisch! Der Abend kommt und die letzte Nachtwache. Noch einmal die Arie: Schnell, meine Regenjacke! &#8211; zum Ausziehen der Bermudas reicht die Zeit schon nicht mehr, ich triefe. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter herrlicher Sternenhimmel \u00fcber uns. Dicht neben uns hatte es ohnehin nicht gegossen &#8211; das war exklusiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die See ist unruhig, unter Deck ist es stickig. Zur Labung der im Salon Schlafenden \u00f6ffne ich das Decksluk &#8211; und mit der \u00fcbern\u00e4chsten Welle ergie\u00dft sich ein Schwall besten blauen Atlantikwassers \u00fcber uns. &#8222;Schei\u00dfe\u20ac\u009d kommt es vernehmlich aus Erhards Schlafsack, der ziemlich was abgekriegt hat. Gut, dass das Ende der Reise abzusehen ist.<br \/>\nW\u00e4hrend meiner Wache konnte ich nur die Lichtglocke \u00fcber Pointe a Pitre ausmachen, die erste &#8222;sky pollution\u20ac\u009d auf dieser Reise, nach 18 Tagen. Die Lichter von Antigua auszumachen bleibt Wolfgang und Erhard vorbehalten. Wolfgang guckt sich die Augen aus und beim Ruderg\u00e4ngerwechsel sagt Erhard ganz undramatisch: &#8222;&#8230; da isch es doch!\u20ac\u009d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Donnerstag, 28.11. &#8211; &#8230; da isch es. Tats\u00e4chlich. Wir sind da. Noch ein bisschen Landmarkenknobeln im Morgengrauen, \u00fcber den ersten anderen Segler seit den Kapverden staunen. Drei Frachter haben wir getroffen &#8211; einen haben wir angefunkt und um seine Position gebeten, und der sagt. &#8222;&#8230; two miles east of you!\u20ac\u009d. Es ist halt alles relativ. Auch Fische oder gar Wale &#8211; alles Fehlanzeige, abgesehen von einer Schule Delfine noch unter der afrikanischen K\u00fcste. Und der endlosen Parade der fliegenden Fische, die auch gern bei uns an Deck gelandet sind. Und die, w\u00e4hrend sie noch lebten, schon nach totem Fisch stanken. Und daraus soll man flying fish pizza bereiten&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_5151\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/english-harbour\/\" rel=\"attachment wp-att-5151\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5151\" data-attachment-id=\"5151\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/english-harbour\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?fit=580%2C374&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"580,374\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"English Harbour\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?fit=300%2C193&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?fit=580%2C374&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5151\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?resize=580%2C374\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?w=580&amp;ssl=1 580w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?resize=300%2C193&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/English-Harbour.jpg?resize=465%2C300&amp;ssl=1 465w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5151\" class=\"wp-caption-text\">English Harbour. Geschafft!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Wir laufen ein, English Harbour schl\u00e4ft noch. Kein Hurragef\u00fchl, wir freuen uns eher still, dass alles so toll geklappt hat. Ich hatte mich oft gefragt wie es wohl sein werde, &#8222;anzukommen\u20ac\u009d, aber ich empfinde nur ein leichtes Bedauern, weil ein wunderbarer, weil DER T\u00f6rn zu Ende geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anlegen, Fr\u00fchst\u00fccken mit Sekt. Wir warten auf\u20ac\u2122s Einklarieren. Waschfrauen kommen vorbei und bieten ihre Dienste an, ein paar nette Rastafari wollen das Boot schrubben. Da die Immigration sich Zeit l\u00e4sst, Notw\u00e4sche mit dem letzten Trinkwasser. Wir waren sehr brav beim Wasserverbrauch und k\u00f6nnen &#8211; und sollten! &#8211; uns den Luxus einer ausgiebigen W\u00e4sche leisten. Ehe allerdings die Immigration nur einen Gedanken an uns verschwendet, geht schon das erste Kaufangebot f\u00fcr die sch\u00f6ne Morning Sun ein. Eine Sparkman &amp; Stevens Swan halt\u00a0 es schwillt des Kojencharterers Brust vor Stolz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann: Landgang. Landgang! Unsere popeligen 48 Fu\u00df, der Stolz der Ostsee, sind nichts gegen die Mega- und Gigayachten, die hier auf die Antigua Boat Show warten. Und \u00fcberhaupt: Nelsons Dockyard &#8211; dies hier ist historischer Boden. Es riecht nach Land, Fregattv\u00f6gel und Pelikane segeln durch die Luft. Im Windschatten flirrt die Hitze. Zikaden zirpen. In Nelson\u20ac\u2122s Pitch and Tar Store, dem heutigen &#8222;Admirals Inn\u20ac\u009d nehmen wir eine erste Pi\u00e0\u00b1a Colada, Erhard hatte uns tagelang davon vorgeschw\u00e4rmt. Es werden mehrere&#8230;<br \/>\nNoch mehr H\u00f6hepunkte am Abend: Zun\u00e4chst eine unfassbar wohltuende Dusche mit S\u00fc\u00dfwasser-Haarw\u00e4sche und grenzenlosem Plantschen. In der Umkleide eine Gruppe M\u00fcnchnerinnen, die ziemlich angeschlagen mit einer Charteryacht aus Guadeloupe her\u00fcbergekommen sind und neugierig nach meinem &#8222;woher\u20ac\u009d fragen. Ich sch\u00e4me mich ein bisschen &#8211; ein auf den Kapverden in den Atlantik gekippter Strohsack w\u00e4re auch angekommen, denke ich, aber .sie erstarren vor Ehrfurcht, als ich beil\u00e4lufig &#8222;Gran Canaria\u20ac\u009d murmele. Strohsackroute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfrischt und gereinigt gehen wir essen &#8211; wir lassen kochen, im &#8222;Copper and Lumber Store\u20ac\u009d Es wird kein rauschendes Fest, der Schlafmangel fordert seinen Tribut &#8211; von Arne f\u00e4llt die Spannung der Verantwortung f\u00fcr Schiff und Crew ab, und er schl\u00e4ft am Tisch ein. Aber, doch, es ist eine Riesenfreude, es ist schierer Genuss &#8211; wir baden in einer Orgie aus Hummer und Fisch, frischem Gem\u00fcse, Wein und Antiguan Lime Pie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann l\u00f6st sich unsere Crew auf &#8211; Erhard fliegt umgehend, Wolfgang am Folgetag. Wir genie\u00dfen noch ein paar Tage Reggae im Hafen, Steelband auf Shirley Heights, die zu meiner Freude Brahms\u20ac\u2122 Ungarische T\u00e4nze spielen. Und &#8222;Who shot the Sheriff\u20ac\u009d. Zum Umfallen. Wir kurven mit dem Dinghi durch die Freeman Bay, wo die Langzeitsegler liegen. Und wo wir &#8211; man ahnt es &#8211; schon im darauffolgenden Dezember ankern werden. Auf eigenem Kiel, aus St. Martin kommend. Allein, unsere erste Bareboat Charterreise &#8211; aber die Transatlantikcrew war so wenig kritisch, so vertr\u00e4glich, dass sowohl Erhard wie Wolfgang in den kommenden Jahren ab und zu mal ein paar Tage zusteigen. Insa sowieso &#8211; die lebt n\u00e4mlich noch immer in der Karibik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">The End? Nein: Der Anfang der ultimativen Langfahrtleidenschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_5149\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/the-end\/\" rel=\"attachment wp-att-5149\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5149\" data-attachment-id=\"5149\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/the-end\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?fit=580%2C395&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"580,395\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"The End\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?fit=300%2C204&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?fit=580%2C395&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5149\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?resize=580%2C395\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?w=580&amp;ssl=1 580w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?resize=300%2C204&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/The-End.jpg?resize=441%2C300&amp;ssl=1 441w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5149\" class=\"wp-caption-text\">The end. F\u00fcr manche. F\u00fcr uns nicht.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atlantik\u00fcberquerung 1991 Eigentlich kam immer die gleiche Frage: &#8222;Wow! Atlantik\u00fcberquerung&#8230;wie war das denn?\u20ac\u009d Tja, wie war das, damals? Aufregend? Schon, vor allem w\u00e4hrend der Vorbereitung. Und langweilig? Nicht die Spur! Anstrengend? Unglaublich anstrengend! Geschworen hatten wir uns schon lange, dass &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/geschichten\/strohsackroute\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":5141,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P9lYZL-1kX","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5143"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5143"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5143\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5160,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5143\/revisions\/5160"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}