{"id":1323,"date":"2011-06-18T23:22:13","date_gmt":"2011-06-18T23:22:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=1323"},"modified":"2023-10-03T08:18:57","modified_gmt":"2023-10-03T12:18:57","slug":"vom-warten-und-von-pisin-tok-tok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2011\/06\/18\/vom-warten-und-von-pisin-tok-tok\/","title":{"rendered":"Vom Warten und von &#8222;pisin tok&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Opua, 17.6.2011<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; frisch aus dem Marina Caf\u00e9: AKKA liegt seit 3 Tagen an der Mooring 13, das kann nur eine &#8222;lucky number&#8220; sein. Am Donnerstag fr\u00fch kam der Travellift gefahren, ein bisschen fr\u00fcher als verabredet, wegen der Springzeit und dem M\u00f6rder-Strom, der dann hier setzt. Und in der Nacht um 2 ging der Wind los, seitdem pustete und regnete es.\u00a0 Und dann die zweite Nacht&#8230;\u00a0 das auf dem Vorschiff abgelegte Dinghy hob ab und musste mitten im Sturm gelascht werden.\u00a0 Nach so langer Zeit an Land vergisst man schon mal seine Prinzipien: wenn Du an xyz denkst\u00a0 &#8211; xyz wie: Reffen, Laschen etc. &#8211;\u00a0 dann tu&#8217;s.\u00a0 Wenn nicht &#8211; dann geistere mit Kopflampe durch den waagerechten Regen und nimm eine Intensivdusche. Die kleine AKKA hat sich jedenfalls ganz sch\u00f6n weggelegt in den B\u00f6en &#8211; inklusive Kochbuch-Flugvorf\u00fchrung und prophylaktischem N\u00e4hmaschinen-Wegstauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das sind nur Stunden und insgesamt macht es nix; es ist nicht mal so ganz wahnsinnig kalt, das Thermometer am Niedergang behauptet sogar kuschelige 20\u00b0, ohne Heizung, nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann es nun weitergeht, m\u00fcssen wir sehen. Diverse Schiffe &#8211;\u00a0 wir sind bei Weitem nicht die Letzten, wie wir vermutet hatten! Lop To ist hier, die Kestrel, Cinderella, Tramp, Kira, um nur die deutschsprachigen zu nennen&#8230; &#8211; reisen morgen, ein kleines Wetterfenster vor dem Durchgang der n\u00e4chsten Front, dann sind sie schon 2, 3 Tage weg und erwischen die nur den Nordrand , aber ganz so weit sind wir noch nicht. <em>Vielleicht, vielleicht<\/em> stellt sich ja das gegen Ende der Woche nahende Hoch als ausreichend freundlich heraus.\u00a0 Spannend.<br \/>\nSieht nach einer Neumondreise aus, macht auch nix, obwohl so ein Glitzermond des nachts immer sch\u00f6n ist, und die Reise ist ja lang genug um wenigstens noch ein paar Mondstunden zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es abflaut und auch nicht mehr so regnet, wird die Genua aus dem Sack geholt, denn wir mussten zum Kranen ja das Vorstag wegbauen. Einkaufen nicht vergessen. Der teure MOLISI-Supermarkt in Nuku\u20ac\u2122alofa ist dann die letzte Joghurtstation vor dem Shopping-Off in Ha\u20ac\u2122apai und Va\u20ac\u2122vau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, der Titel&#8230; Pisin tok. <em>Das<\/em> war ja mal wieder was f\u00fcr die Schipperin gestern. Wo fange ich an?! Mit den Haufen von Kiwis an Bord der AKKA?! Oder wieso ich <em>da <\/em>\u00fcberhaupt gelandet bin?! Also, ich war in Vanuatu, quasi, Vanuatu in Neuseeland. Walter musste vor Abreise sein Auto abstellen und wollte das bei einem Kumpel in Kawakawa tun, 12 km von hier, sozusagen unter Ehe-Kumpels, M\u00e4nnern, die Frauen aus Vanuatu geheiratet haben. Derweil der Eigner am Rigg bastelt,\u00a0 schippere ich mit dem Dinghy (neue Schraube &#8211; es setzt der Geschwindigkeitsrausch ein!) an Land und fahre ich hinter dem Walter her.\u00a0 Ziel: Ein schlichtes, t\u00fcrkisfarbenes H\u00e4uschen am Rande von Kawakawa. Auf&#8217;s Klopfen wird die T\u00fcr ge\u00f6ffnet, der Blick f\u00e4llt durch den Gang auf einen K\u00fcchentisch, auf dem Kiwi-Mus- und -marmeladengl\u00e4ser geh\u00e4uft stehen. Marilyn winkt mich rein: &#8222;Benesta tok on the phone!&#8220;\u00a0 Ich h\u00f6re es: Benesta telefoniert mit der Heimatinsel, ein ununterbrochener Pidgin-Schwall (Gel\u00e4chter nicht zu vergessen) dringt uns entgegen. Marilyn, vanuatische Besucherin\u00a0 in Neuseeland-Bekleidung (Wollsocken, Flanellnachthemd, dicke Wollm\u00fctze! ) n\u00f6tigt mich auf einen Stuhl und deutet stolz auf den \u00e4lteren Europ\u00e4er im Eck: &#8222;Husband blong me!&#8220; &#8211; das ist mein Mann. Auch wenn wir \u00fcberwiegend Verst\u00e4ndigungsschwierigkeiten \u00fcberlachen, ab und zu verstehe ich was (wer Tania Aebis Reisebericht gelesen hat, erinnert sich vielleicht auch&#8230; ). Tok, tok &#8211; sprechen. Blong &#8211; geh\u00f6ren. Plis &#8211; bitte.\u00a0 Das wird lustig werden, wenn wir erst in den &#8222;Neuen Hebriden&#8220; sind, wenn ich jetzt mal von diesem H\u00e4uschen auf die Wirklichkeit schlie\u00dfen darf &#8211; eine raue, l(ebensl)ustige Inselwelt in den Tropen. Und dann beendet Benesta das Telefongespr\u00e4ch &#8211; ich stelle mich vor: &#8220; Andrea, I am the taxi driver!&#8220;\u00a0 Benesta strahlt, ein wundersch\u00f6nes melanesisches Gesicht mit ein bisschen Asien drin und mit einem bewunderungsw\u00fcrdig bunten Tuch-Wust auf dem Kopf, und die kleine Person begr\u00e4bt mich in einer Riesenumarmung, als ob wir uns schon tausend Mal gesehen h\u00e4tten. &#8222;&#8230; ich bin ja so froh, dass ich Walter nicht zur\u00fcckfahren muss!&#8220; -. Walter hatte gesagt &#8222;&#8230; ein Goldst\u00fcck. Vielleicht ein bisschen &#8211; hm &#8211; laut?!&#8220;.\u00a0 Versteh&#8216;, versteh&#8216;. Man k\u00f6nnte sich unter den Tisch werfen! Wir h\u00f6ren von den M\u00e4nnern und Frauen in Port Vila (ui, ui, kava and sex&#8230;), von Heimatinseln, Kindern, Kleiderspenden und dem ganzen Segen, den die Yachties bringen. N\u00e4mlich Kleider und Schulgeld, und daf\u00fcr sind sie gesegnet, und die, die die Kleider spenden &#8211; also Benesta und die Neuseel\u00e4nder &#8211; sind auch gesegnet, und die Empf\u00e4nger sowieso! Manches davon gibt es in Pisin f\u00fcr Marilyn, die wieder viel belachte Einw\u00fcrfe macht.\u00a0 Kinder f\u00fcttern, technische Hilfe &#8211; wird alles auf uns zukommen&#8230; Ich scheide mit weiteren &#8222;big hugs&#8220; und mit Bitten ums Wiederkommen, mit einer Essenseinladung und, weil der Sohn in der Kiwi-Ernte arbeitet, mit einem Riesenbeutel Kiwis, dessen Volumen ich energisch begrenzen muss. That&#8217;s Vanuatu. Oder so k\u00f6nnte es sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich wollte doch nur den Walter aus Kawakawa abholen&#8230;\u00a0 Man \u00fcberlegt sich tats\u00e4chlich, ob man nicht in die &#8222;Neuen Hebriden&#8220; fahren sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quatsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fertigwerden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AKKA-Ziel 2011:\u00a0 das \u00fcberaus dezente Tonga.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Opua, 17.6.2011 &#8230; frisch aus dem Marina Caf\u00e9: AKKA liegt seit 3 Tagen an der Mooring 13, das kann nur eine &#8222;lucky number&#8220; sein. 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