{"id":145,"date":"2008-02-20T15:40:38","date_gmt":"2008-02-20T13:40:38","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=145"},"modified":"2012-09-07T10:50:30","modified_gmt":"2012-09-06T22:50:30","slug":"afrika-ist-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/02\/20\/afrika-ist-anders\/","title":{"rendered":"Afrika ist anders"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Afrika. Dakar. Ist es die Stadt, sind die Bedingungen auf dem Schiff  oder bin nur ich es, die Afrika so viel  anstrengender finden l\u00e4sst als  vor Jahren? Nairobi. Wie war das damals? Unser afrikanisches B\u00fcro, der   Nachtw\u00e4chter, der sich in der Nacht ein w\u00e4rmendes M\u00fcllfeuerchen vor dem  Tor machte, die Tee(bruch)buden am  Graben zur Bahntrasse. Die  Menschenmengen. Ich habe das doch alles schon gesehen. Aber damals  wohnten wir im  Hotel, waren an eine gro\u00dfe Firma angegliedert und in  einen Arbeitsprozess eingebunden, oder aber sa\u00dfen auf  unseren  Ferienreise in einem Leihwagen und wohnten bei indischen oder  europ\u00e4ischen Freunden in den  Villenvororten. Hier ist das alles ein  bisschen anders: AKKA schwimmt in Seewasser, das zum Baden nicht  empfohlen wird &#8211; der  Grund, warum wir am Sonnabend 7 Stunden vor der  K\u00fcste gekreuzt sind, um Wasser zu machen. Hygienisch gesehen  w\u00e4re das  Produktwasser auch am Ankerplatz einwandfrei gewesen, aber das kostet  Vorfilter und bald dann auch  Reinigungsmittel f\u00fcr die Membrane. Es wird  zwar auch in Ufern\u00e4he gefischt, aber wer einen Au\u00dfenborder hat,  f\u00e4hrt  weiter hinaus.<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/20080220-144037-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none;\" title=\"Dakar 1 Fischmarkt_1_1.JPG\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/thumb.20080220-144037-1.jpg?w=584\" alt=\"Dakar 1 Fischmarkt_1_1.JPG\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div>\n<p>Je n\u00e4her der Passeur einen dem Land bringt, desto fragw\u00fcrdiger wird  die Qualit\u00e4t &#8211; obwohl ich gestern M\u00e4dchen  sah, die sich zwischen toten  Fischen und rottenden Algen die Haare wuschen. Urrgs. An Land erreicht  man nach  ein paar hundert Metern den Fischmarkt (die Quelle f\u00fcr die  toten Fische, so schlecht ist das Wasser nun auch  nicht <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif?w=584\" alt=\";)\" data-recalc-dims=\"1\" \/> ) &#8211; um 8 Uhr morgens jetzt ein riesiges, schwarzes Gewimmel am Strand &#8211;  und sp\u00e4testens da werden die  Eindr\u00fccke atemberaubend, und nicht nur  das; schlie\u00dflich l\u00e4uft die Kanalisation ungekl\u00e4rt ins Meer. Caroline   wird heute abend jedenfalls ein Curry zubereiten und keinen Fisch. No  way. sagt sie\u20ac\u00a6 Zu allem \u00dcbel sammelt  sich M\u00fcll, \u00fcberall, und  erschreckend viel Plastikm\u00fcll, nat\u00fcrlich. Und dazu liegt \u00fcberall die  Sahara herum &#8211; in  der Luft, auf der m\u00fchsam frisch gewaschenen W\u00e4sche,  auf den Stra\u00dfen, auf der AKKA. Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Aber wir gew\u00f6hnen  uns schon! Ganz wie Janna sagt: &#8222;\u20ac\u00a6after 10 days it starts to feel o.k.  \u20ac\u00a6\u20ac\u009d und so setzt  sich gestern am Vormittag eine kleine Seglerkarawane in  Gang, Caroline und Urs, Len und Janna, Barbara,  Reinhard und die  AKKAnauten, Richtung HLM-Viertel, zum Markt. Vorbei an der sehenswerten   LKW-Getriebebaustelle &#8211; f\u00fcr uns ja ein gewohnter Anblick, aber es  sammelt sich dann doch eine kleine  Europ\u00e4ertraube um die schmutzige  Plastikplane, auf die die beiden sehr jungen Fahrer\/Reparateure ihr  Corpus  delicti ausgebreitet haben und mit Mei\u00dfel und einem  Ringschl\u00fcssel darauf herumh\u00e4mmern. Unn\u00f6tig zu sagen, dass  der LKW auch  am Abend, als wir auf der R\u00fcckfahrt daran vorbeifahren, noch dort stehen  wird. Durch das  nahegelegene Industrieviertel geht\u20ac\u2122s, entlang einem  weiteren Kanalisations- und M\u00fcllkanal, dann \u00fcber eine  Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke  \u00fcber Bahntrasse und Einfallstra\u00dfe<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/20080220-144037-2.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none;\" title=\"Dakar 2 Bahn_2_1.JPG\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/thumb.20080220-144037-2.jpg?w=584\" alt=\"Dakar 2 Bahn_2_1.JPG\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div>\n<p>Unter der Br\u00fccke sitzen vielleicht 50 Kinder, eine improvisierte (?!)  Schule. Da mag nicht mal mehr mein  Eigner &#8222;aus der H\u00fcfte\u20ac\u009d  fotografieren. Recht so. Dies ist mehr als \u00e4rmlich, dies ist ein Slum.  Das HLM-Viertel empf\u00e4ngt uns aufger\u00e4umt und ziemlich neu. Man gr\u00fc\u00dft  freundlich hin und her, ab und zu bietet  jemand von seinem Stand aus  Obst oder Gem\u00fcse an. Ein lebendiges, afrikanisches Wohnviertel, mit  Friseur und  Elektroladen, mit &#8222;Supermarkt\u20ac\u009d und Kindergarten &#8211; und jeder  Menge &#8222;Telecentre\u20ac\u009d mit seinen  (Mobil)telefonkarten, Cyber-Caf\u00ef\u00bf\u00bds.  Niemand h\u00e4ngt wie in der Innenstadt klettenartig an uns, keine selbst  ernannter Guide, der abgewehrt werden muss, im Gegenteil, es dauert ein  Weilchen, ehe ich vor dem Korb mit dem  &#8222;Bissap\u20ac\u009d, den getrockneten  Hibiskusbl\u00fcten, die ich berieche und betaste, \u00fcberhaupt angesprochen  werde und  Auskunft bekomme, eine sehr freundliche \u00fcbrigens. An einem  zweist\u00f6ckigen Geb\u00e4ude l\u00fcftet sich das Geheimnis,  woher die Frauen hier  ihre wundersch\u00f6nen Kleider haben: in unz\u00e4hligen 3 qm-Abteilungen rattern  die  N\u00e4hmaschinen und fertigen Ma\u00dfkleider oder solche &#8222;von der Stange\u20ac\u009d.<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/20080220-144037-3.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none;\" title=\"Dakar 5 Markt2_7_1.jpg\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/thumb.20080220-144037-3.jpg?w=584\" alt=\"Dakar 5 Markt2_7_1.jpg\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div>\n<p>Samt Kopfschmuck, nat\u00fcrlich. Drau\u00dfen werden Batiken getrocknet, Schals gewebt<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/20080220-144037-4.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none;\" title=\"Dakar 4 Schal_5_1.JPG\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/thumb.20080220-144037-4.jpg?w=584\" alt=\"Dakar 4 Schal_5_1.JPG\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div>\n<p>&#8211; oder im Schatten eines Baumes ein P\u00e4uschen gemacht; an anderer  Stelle ziehen Frauen feine Batistb\u00e4nder  in Lochstickereistoffe ein.  Fasergewinnung gibt es auch: junge Burschen sitzen sich gegen\u00fcber und  schlagen auf  einem dicken Stamm die Faserarmierung aus alten  Plastikplanen. So jedenfalls interpretiert Len den Vorgang &#8211;  eigentlich  ein Grund, noch einmal dorthin zu laufen und nachzufragen. \u00dcber den  Markt w\u00e4lzen sich die Massen und kaufen Stoffe, Haushaltwaren.  F\u00e4rbemittel gef\u00e4llig? Weihrauch??  Zwischen den St\u00e4nden dr\u00e4ngen sich  Taxis und Lieferwagen hindurch. Verschnaufpause. Wir landen in einer   Europa-Oase. An der Tankstelle gibt es ein klimatisiertes Fast Food, mit  Pizza (lecker, gut, g\u00fcnstig!),  gek\u00fchltem Wasser und S\u00e4ften. Kleine  Flucht ins Gewohnte &#8211; mit ausreichend Mu\u00dfe, das Ungewohnte zu bedenken  und  zu beschnacken. Die &#8222;Wanderer\u20ac\u009d treten den R\u00fcckzug an, der Rest  marschiert weiter Richtung Innenstadt. Wer hat schon  gro\u00dfst\u00e4dtische  Ziegenb\u00f6cke angepflockt unter einem Sonnenbaldachin gesehen? Die  zugeh\u00f6rigen Ziegen-Damen  d\u00fcrfen derweil durch die Stra\u00dfen flanieren,  wenn sie nicht einen kleinen Stall haben.<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/20080220-144037-5.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none;\" title=\"Dakar 6 Gei?enpeter_9_1.JPG\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-photos\/thumb.20080220-144037-5.jpg?w=584\" alt=\"Dakar 6 Gei?enpeter_9_1.JPG\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div>\n<p>Gei\u00dfenpeter Urs ist begeistert!<\/p>\n<p>Boucherie &#8211; viel Fliegen gab\u20ac\u2122s aber  noch mehr Fleisch\u20ac\u00a6 Vergn\u00fcgte Frauen  versuchen uns in ihr Restaurant zu  locken. Das w\u00e4re der richtige Lunch-Ort gewesen. Neben dem mit einem   verhei\u00dfungsvollen &#8222;PEUGEOT\u20ac\u009d beschrifteten Schrottverwertungsladen &#8211; Urs  sucht Ersatzteile f\u00fcr seinen alten  Volvo=Peugeotmotor! &#8211; dann der  Weggucker des Tages: Caroline, ein paar Schritte hinter mir, sieht nur  noch das  Blut, ich sehe es noch spritzen. Ein Unfall?! Eine Sch\u00e4chtung?  Und dann sind wir in der Europa-Oase Nummer zwei. Der  Sahm-CASINO-Supermarkt.  Petite Fleur kauft Amora Senf  und auf AKKA  kann wieder Roggenbrot gebacken werden! Zu Europapreisen mit  Afrikaaufschlag. Dennoch gibt es zum  Abend frisches Baguette mit  Camembert und einen bedenkenlos genie\u00dfbaren eingeflogenen Salat. Wer  wei\u00df wann  wieder? Nochmals eine kleine Flucht. Manchmal ist Afrika  einfach zu anders, aber darum sind wir ja hier.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Afrika. Dakar. Ist es die Stadt, sind die Bedingungen auf dem Schiff oder bin nur ich es, die Afrika so viel anstrengender finden l\u00e4sst als vor Jahren? Nairobi. Wie war das damals? 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