{"id":1479,"date":"2011-10-15T03:42:00","date_gmt":"2011-10-15T03:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=1479"},"modified":"2011-10-21T09:33:10","modified_gmt":"2011-10-21T09:33:10","slug":"niautoputapu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2011\/10\/15\/niautoputapu\/","title":{"rendered":"Niuatoputapu"},"content":{"rendered":"<p>Falehau, Niuatoputapu\/Tonga, 15.10.2011<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wat is&#8216; dat hei\u00df inne Tropen!  Wir hatten ganz vergessen, wie es auf 15 \u00b0 S\u00fcd ist, und man fragt sich r\u00fcckblickend, wie wir das immer ausgehalten haben in den vergangenen Jahren, eigentlich seit Gambia?!  Als wir gestern etwas platt in Niuatoputapu ankamen &#8211; es ist v\u00f6llig egal, ob man 3.000, 800 oder nur 180 Meilen l\u00e4uft, ob man 20, 6 oder nur eine Nacht &#8222;durchwacht&#8220;, man ist platt! &#8211; war &#8222;was trinken!&#8220;, &#8222;Sonnensegel aufspannen!&#8220; und &#8222;in die Ecke plumpsen!&#8220; angesagt.   Wir liegen vor Falehau, den beeindruckend regelm\u00e4\u00dfigen Vulkankegel des Tafahi, mit Wolkenh\u00fctchen, im Hintergrund. Nicht allzu lange konnten wir gestern &#8222;plumpsen&#8220;, denn da das Wochenende droht, mussten wir noch schnell einchecken, national zwar nur, aber es ist ja gleich, welches B\u00fcro am Freitagnachmittag schlie\u00dft, und dazu galt es 4 km Landstra\u00dfe von Falehau zum Verwaltungszentrum nach nach Vaipoa zu laufen.  Siehe oben &#8211; ist das hei\u00df in den Tropen&#8230;  Recht lange mussten wir allerdings nicht gehen, an einer der ersten Kreuzungen hielt ein Toyota Double Cab, eine fr\u00f6hliche Frau winkt: &#8220; &#8230; you want a lift?!&#8220;  Oh, gern!  Paea Fifuta nimmt uns mit, wir werden sp\u00e4ter noch mehr \u00fcber sie erfahren und der Leser dann auch &#8211; Paea ist die &#8222;nurse practitioner&#8220; auf Niuatoputapu, sie leitet die Gesundheitsstation, in Ermangelung eines Arztes. Viel zu schnell f\u00fcr l\u00e4ngere Schw\u00e4tzchen sind wir an den bescheidenen Verwaltungsr\u00e4umen, die sich in Behelfsgeb\u00e4uden nahe der High School in Vaipoa befinden. Paea l\u00e4dt uns aus und k\u00fcndigt an, dass sie uns auch zur\u00fcckfahren werde &#8211; was wir aber ablehnen (malo pe, hei\u00dft das hier), wir m\u00fcssen schlie\u00dflich auch mal was gegen Segler-St\u00f6ckchenbeine tun.  Einklarieren geht in unserem Fall extrem einfach, wir geben unser Papier aus Neiafu ab, erkl\u00e4ren woher, wohin und wann und sind entlassen. Nach ein paar Schritten Richtung Hauptort Hihifo* machen wir kehrt. Wir haben noch eine Frage zu stellen&#8230;  Wer ist Muli?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesen Inseln ist &#8211; au\u00dfer, dass Niuatoputapu &#8222;besonders heilige Kokos(insel)&#8220; hei\u00dft &#8211; n\u00e4mlich etwas Besonderes; darum hatten wir aus Neiafu einen Auftrag mitbekommen: ein \u00f6sterreichisches Boot bat uns, besagtem Muli eine kleine Fotodokumentation zukommen zu lassen, eine Dokumentation mit gruseligen Bildern.  30. September 2009, 06:45 &#8211; wie so oft hier in der Gegend, am Rande des Tongagrabens, &#8222;wackelt die Wand&#8220;. Man denkt sich nichts dabei. Eines von vielen Erdbeben&#8230; In Neiafu hatten wir vor ein paar Tagen ein Funkgespr\u00e4ch aufgenommen, wo eine Frau sich beklagte, sie habe kein Wasser mehr in der Zisterne habe, die Leitungen seien wohl defekt, und der Ehemann fragte lakonisch: &#8222;&#8230; did we have any little quakies lately?!&#8220;  Little quakies. Das klingt richtig niedlich: ein Erdbebchen. Aber hier in Niautoputapu denken sich an jenem Morgen doch einige etwas, dieses Beben war mit 10 Minuten ziemlich lang. Wir lesen sp\u00e4ter in einem B\u00fcchlein \u00fcber die Geschehnisse, dass unsere freundliche Fahrerin Paea ihre Kinder rausschickt, sie sollen doch mal das Wasser beobachten; es soll ja schon mal zu Tsunamis gekommen sein. Es dauert nicht lang, bis Kaleni schreiend zur\u00fcckkommt: &#8222;&#8230; es sieht ganz komisch aus, es kocht!&#8220; Und kurz drauf ist die erste Welle da &#8211; so um die 2 Meter, schon ziemlich viel f\u00fcr diese Lagune, sie schwappt in die G\u00e4rten und die H\u00e4user am Strand und \u00fcber die Stra\u00dfe.  Kalenis und anderer Zuschauer Geschrei schreckt die anderen Bewohner auf, aber bis eine wirkliche Fluchtreaktion erfolgt, ist die zweite Welle da, gesch\u00e4tzte 5 m hoch. Um 07:10, also eine Viertel Stunde nach dem Beben, kommt es dann ganz dicke, die letzte Welle wird mit bis zu 15 m H\u00f6he angegeben, fatal f\u00fcr 9 Menschen, die es in diesem kurzen Zeitraum nicht in die Sicherheit schaffen, die meisten davon auf einem Truck, der Fl\u00fcchtende aufsammeln will und und genau deshhalb nochmals umkehrt. Zerst\u00f6rerisch f\u00fcr Falehau, Vaiapo und Hihifo. Besonders von Letzterem ist kaum noch urspr\u00fcngliche Bebauung zu sehen, wenn, dann mit deutlichen Sch\u00e4den &#8211; und der Rest sind neue Geb\u00e4ude, Behelfsheime, Zelte unter Mangob\u00e4umen. Nicht, dass Hihifo und Vaiapo besonders pr\u00e4chtige Orte gewesen w\u00e4ren, aber nun gibt es dort kaum noch etwas. Keine Bank, kein Supermarkt, keine Verwaltungsgeb\u00e4ude, aber es hatte doch sogar ein &#8222;New Millenium-Building&#8220; gegeben. Alles dahin Paeas Krankenstation ist ins Hinterland gezogen und die nette Kinderg\u00e4rtnerin, die uns ihr &#8222;Tsunami-Heftchen&#8220; in die Hand dr\u00fcckt, sagt so gelassen wie sehns\u00fcchtig: &#8222;Wir warten!  Wir warten darauf, dass das Dorf umzieht &#8211; wir sollen an den Bergrand&#8230;&#8220;   Aber bis dahin ist alles &#8222;Tonga&#8220;, wir merken es.  Die Kinderg\u00e4rtnerin betreibt nebenbei einen kleinen Laden, wir kaufen Zwiebeln aus ihrem Garten, aber &#8211; Tonga! &#8211; wir bekommen besagtes Heft geschenkt, und als wir unvorsichtigerweise nach Mangos fragen, schreiten wir mit 6 ebenfalls geschenkten Mangos von dannen: Tonga eben &#8211; was man hat, wird geteilt. Und, wie unser (empfehlenswertes!) B\u00fcchlein &#8222;Making Sense of Tonga&#8220; beschreibt: wer Gefallen an etwas \u00e4u\u00dfert, muss sich nicht wundern, wenn er mit dem Gegenstand oder eben mit den gelobten Mangos in der Hand weiterzieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden noch mehr erfahren, zu Inselgeschichte und Tsunami, zum Leben hier allgemein. Sia war die junge Frau, die uns unsere Frage nach besagtem Muli beantwortete, und Sia lud uns spontan zum Essen am Sonntag ein. Umu &#8230;  Da hatte der Eigner doch von getr\u00e4umt.  Vorhin kamen Sias Schwestern und Schw\u00e4ger im Boot vorbei &#8211; Sia hatte gefragt, ob wir vielleicht ein bisschen Benzin f\u00fcr den Au\u00dfenborder beisteuern k\u00f6nnten, f\u00fcr den Erdofen muss noch gefischt werden.  Tonga &#8211; was man hat, wird geteilt! Also los &#8211; die einen fischen, die anderen kochen. &#8222;&#8230; und wenn Du Kuchen backen kannst, dann mach doch bitte einen Schokoladenkuchen&#8230;&#8220;  Klar doch. Ich wollte den Salon sowieso mit etwas Brotdunst anheizen, da spielt die um einen Schokoladenkuchen verl\u00e4ngerte Backofenzeit keine Rolle.<\/p>\n<p>Puh, ist das hei\u00df in den Tropen&#8230;<\/p>\n<p>Bis bald!<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>* Danke Brigitte, jetzt macht Dein Mailbetreff &#8222;Unterwegs nach Hihifo?&#8220; Sinn. Was bin ich f\u00fcr eine Pennerin; das war ergoogelt, oder?? Klar, unser Hauptort hei\u00dft &#8222;Hihifo&#8220;! West&#8230;  Aber vom Standort Vava&#8217;u aus war das &#8222;tokelau&#8220;. Nord.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falehau, Niuatoputapu\/Tonga, 15.10.2011 Wat is&#8216; dat hei\u00df inne Tropen! Wir hatten ganz vergessen, wie es auf 15 \u00b0 S\u00fcd ist, und man fragt sich r\u00fcckblickend, wie wir das immer ausgehalten haben in den vergangenen Jahren, eigentlich seit Gambia?! Als wir &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2011\/10\/15\/niautoputapu\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-nR","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1479"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1479"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1488,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1479\/revisions\/1488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}