{"id":1514,"date":"2011-11-25T03:03:00","date_gmt":"2011-11-25T03:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2011\/11\/25\/und-ein-seltsames-erbschen-hirn\/"},"modified":"2011-11-25T03:03:00","modified_gmt":"2011-11-25T03:03:00","slug":"und-ein-seltsames-erbschen-hirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2011\/11\/25\/und-ein-seltsames-erbschen-hirn\/","title":{"rendered":"&#8230; und ein seltsames Erbschen Hirn"},"content":{"rendered":"<p>Minerva Nord, 25.11.2011<\/p>\n<p>Hie\u00df es beim letztem Mal noch, dass Minerva ein merkw\u00fcrdiges Fleckechen Erde sei (bemerkenswert ist es allemal!), so muss ich heute zugeben, dass mein Gehirn ein bemerkenswert kleines Erbschen sein muss.<br \/>\nDie Funkerei&#8230; ich habe kaum den Funken einer Idee. Die VELA verhalf uns zwar zum Download der Wetterdateien &#8211; Holger schmiss f\u00fcr uns sein Satellitentelefon an, aber das war ja keine Dauerl\u00f6sung, und die Schwierigkeit &#8222;Mailausgang ja &#8211; Maildownload vielleicht\/eher nicht\/manchmal&#8220; bestand weiter.<\/p>\n<p>Die Aussage, dass die Ausbreitungsbedingungen f\u00fcr die hiesige Gegend offensichtlich schlecht sind, bleibt zwar bestehen, aber die L\u00f6sung war doch recht einfach. Auf dem Weg von Opua nach Tonga hatte ich mich im August an einige Leute um Hilfe gewandt, an die Winlinkbetreiber (h\u00e4ufig Amateurfunkpuristen mit einer latenten Antwortschw\u00e4che und einem Hang zu &#8222;Du Dussel&#8220;-Tiraden), an Len von der PRESENT, der wiederum Andr\u00e9 einschaltete, der das gleiche Problem von einem Funker aus der Arktis berichtete; MAHUINI und wir waren also nicht die einzigen. Aber eine L\u00f6sung  brachte damals erst die geografische \u00c4nderung Richtung Tonga. Jetzt hatte ich &#8222;Funkfreund&#8220; Martin vom Pactor-Hersteller SCS angeschrieben, nicht weil ich dachte, dass etwas mit dem Modem falsch sei, sondern ich mir von den Winlinkern nicht wieder ein &#8222;if something went wrong YOU made a mistake&#8220; einholen wollte und die Reihe der \u00fcbrigen Ansprechpartner nicht allzu gro\u00df ist. Zur Erkl\u00e4rung: die Zahl der &#8222;Sailmail&#8220;-Funker ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als die der Winlink-Nutzer. Sailmail ist ein kommerzieller Funkmail-Dienst mit wenigen, aber starken Stationen, das Winlinknetz wird von den Amateurfunkern betrieben, auf der gleichen technischen Basis, aber nur wenn der Amateurfunker gen\u00fcgend Energie, Zeit und Geld in den Betrieb steckt, sind die Stationen wirklich gut. Meine Helden im Pazifik betreiben Stationen wie Atwater (Kalifornien, 4900 Meilen von hier!), Hawaii, Melbourne. Sydney, Wellington etc. fallen schon deutlich ab, da ist Geduld gefragt, und der Wecker, der einen fr\u00fch oder auch in der Nacht erinnert, dass es &#8222;propagation time&#8220; ist, man kann nur hoffen, dass nicht allzu viele andere sich zum gleichen Zeitpunkt wecken lie\u00dfen.  Einsamer K\u00f6nig in der Winlinkstationenrunde war Andr\u00e9 in Belgien, mit einer gigantischen Richtantenne  und gleich 4 Pactormodems, die gleich 4 Funkern gleichzeitig Zugang bieten (ein f\u00fcnftes Modem hat vor einiger Zeit ein Blitzschlag erwischt&#8230;), aber Andr\u00e9 ist leider hier nicht mehr zu erreichen. Da aber meine Geduld nicht die l\u00e4ngste ist und die Sailmailer ihr System so loben, hatten wir auch schon mal daran gedacht, 250 US$ im Jahr bei Sailmail einzuzahlen, f\u00fcr den Seelenfrieden. Andererseits gab es &#8211; bis auf den selten aufglimmenden Neid auf gleichbleibend starke Sailmail-Funksignale &#8211; bislang keine wirklichen Schwierigkeiten, bis eben auf die Minerva-Gegend.<\/p>\n<p>Der \u00e4u\u00dferst freundliche und zug\u00e4ngliche Martin von SCS maulte ein bisschen, weil mein Problem kein eigentliches Pactormodemproblem sei, aber er ging dennoch auf die Frage ein &#8211; und schloss mit dem Hinweis, dass es vielleicht doch Einstrahlungen sind. Hmh. Das kenne ich wohl &#8211; wenn ich nach SPRECHverkehr die Ausgangsleistung nicht zur\u00fcck regele, &#8222;kackt&#8220; auf manchen Frequenzen die Verbindung ab; die Versuchsanordnung ist ja: ein Computer ist via USB-Kabel mit dem Pactormodem verbunden, dieses wiederum auf kurzem Weg mit dem Funkger\u00e4t. Der Rechner schickt seine Befehle ans Modem und das Funkger\u00e4t bl\u00e4st sie dann gewandelt in den \u00c4ther, nur dass volle Leistung teilweise in die Bordkabelage zur\u00fcckflie\u00dft. Kurz, mit meiner eigenen Funkerei st\u00f6re ich u.U. den Verkehr zwischen meinem Computer und dem Modem; aber das war nur selten ein Problem &#8211; unter 30% Leistung tun&#8217;s auch und sind eine Wohltat f\u00fcr Nachbarn, deren Radio anderenfalls ein fr\u00f6hliches &#8222;krrchhh-krrchhh-krrchhh&#8220; von sich gibt (\u00fcber Minuten und Minuten, ich liebe die &#8222;full blast&#8220; Kollegen&#8230;), gut auch f\u00fcr die eigenen Leuchtdioden an unserer Schalttafel oder f\u00fcr rhythmisch aufglimmende Gl\u00fchbirnen. Viele Funker kennen diese Art Diskobeleuchtung, die man dann in der Nacht gern beobachten kann.<\/p>\n<p>Peinlich,  was Martin mir nun anriet: In Neuseeland das Modem auf Bluetooth umzur\u00fcsten. Kein Kabel, keine St\u00f6rung. In Neuseeland?! Nun ja. Seit Bonaire ist das Pactormodem Bluetooth-geeignet, seit Cartagena bin ich im Besitz eines Bluetoothadapters f\u00fcr die Rechner &#8211; aber die vorsichtige Amateurfunk-Hausfrau befolgt halt gern die alte Weisheit: &#8222;&#8230; never touch a running system!&#8220;  Gestern war es dann so weit &#8211; mitten im Minerva-Riff. Ran an den Feind. Das (Ver)Sicherungssystem sieht auf AKKA vor: einen Ersatzrechner, einen Ersatz-Ersatzrechner und einen in Funkdingen funktionst\u00fcchtigen Altrechner. Das nennt man auf fein-deutsch &#8222;Redundanz&#8220;!<br \/>\nR\u00fcdiger Hirches (&#8222;Amateurfunk an Bord&#8220;) Anleitung zur BT-Installation, erst k\u00fcrzlich nochmals hervorgew\u00fchlt, funktionierte auch nach Jahren noch und das Suchen der Treiber-CD war die schwierigste der Aufgaben (wer h\u00e4tte es gedacht, im Ordner f\u00fcr Programm-CDs). Installation, Neustart, ein bisschen Spannung und Rumspielen &#8211; fertig.<br \/>\nUnn\u00f6tig zu sagen, dass wir wieder uneingeschr\u00e4nkt empfangsbereit sind. Erst ratlos, nun drahtlos. Kleine Hirne finden (unter Anleitung) auch manchmal eine L\u00f6sung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die technisch nicht Interessierten: Heute genie\u00dfen wir noch einmal das Blau &#8211; der Ebbe-Riffspaziergang gestern war unglaublich: Der erste Eindruck ist &#8222;W\u00fcste&#8220;.  Mitnichten! So viele Nacktschnecken! Kammmuscheln, die in Panik die Schalen zuklappen und die Kinder von der benachbarten PEGASUS vollspritzen. Alle m\u00f6glichen Fische flitzen in den flachen T\u00fcmpeln umher und warten auf die Flut. Und dann die 3 Papageienfische riesigen Ausma\u00dfes, die am Au\u00dfenriff in einem tiefen Koralleneinschnitt in der Brandung schwappten: strahlend t\u00fcrkise Brocken im Tiefblau, vor glasig-gr\u00fcnen Wellenk\u00e4mmen und blau-blau-blauem Grund.  Und morgen geht es weiter. Neuseeland ruft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minerva Nord, 25.11.2011 Hie\u00df es beim letztem Mal noch, dass Minerva ein merkw\u00fcrdiges Fleckechen Erde sei (bemerkenswert ist es allemal!), so muss ich heute zugeben, dass mein Gehirn ein bemerkenswert kleines Erbschen sein muss. 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