{"id":156,"date":"2008-03-11T14:19:00","date_gmt":"2008-03-11T13:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=156"},"modified":"2012-09-07T11:27:15","modified_gmt":"2012-09-06T23:27:15","slug":"the-gambia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/03\/11\/the-gambia\/","title":{"rendered":"The Gambia"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;. the Smiling Coast!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. M\u00e4rz, Banjul<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie oft haben wir das heute geh\u00f6rt? Besonders von denen, die sich mit uns gern anfreunden wollten. Immigrationbeamte, die gern mal nach Deutschland m\u00f6chten. Der Port Authority-Mitarbeiter im Schweizer Post-Hemd. Oder auch der schlichte Passant, der sich mal schnell als Customs Agent ein paar Dalasi verdienen will&#8230; Welcome to Gambia, the Smiling Coast. Schade, dass wir nicht &#8222;fussball&#8220; sprechen &#8211; das scheint hier immer ein Thema zu sein.<br \/>\nWir sind also ein Land weiter. Auch ein ganz sch\u00f6n schwarzes St\u00fcck Afrika. Soll ich loslegen? Alle Vorurteile belegen, die man so haben kann? Aber so isses nun mal:<br \/>\nDie Seaport Immigration. Kleines K\u00e4mmerchen in einer Lagerhalle. Dunkelwei\u00dfe W\u00e4nde mit braunem Absatz in Hand- bzw. Specknackenh\u00f6he. Zwei Schreibtische, 3 St\u00fchle, auf denen (auch auf den Tischen) sitzen 4 Immigration-Beamte. Und eine Lady in einer anderen Uniform. Die kriegt gerade von einem der Beamten eine Fu\u00dfmassage verabreicht. Ich bin begeistert &#8211; das will ich auch, und es wird mir auch versprochen: &#8222;&#8230; my mother cried last sunday when the effect of the massage set in&#8230;&#8220; Gel\u00e4chter. Wir kriegen unsere Stempel und die Immigrationleute 15 $ pro Nase. Daf\u00fcr machen sie nun eine schicke Tour zu den Yachten &#8211; 3 Mann hoch, abgeholt von meinem Schipper, der wie Caroline an Bord geblieben war. Schlie\u00dflich liegen wir vor &#8222;Half Die&#8220;, einem der schlimmsten Viertel von Banjul, wie der Segelf\u00fchrer zu berichten wei\u00df. Half Die hei\u00dft \u00fcbrigens nicht wegen halbtot geschlagener Yachties so, sondern weil bei einer Choleraepidemie die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung&#8230;<br \/>\nW\u00e4hrend sich &#8211; wir h\u00f6ren es sp\u00e4ter &#8211; die Immigration jeweils an Bord ein paar vergn\u00fcgliche Minuten bei k\u00fchlen Getr\u00e4nken macht, warten Urs und ich an der Mole geduldig auf unserer Dinghy-Umsteigestation, einem Schwimmbagger, und sch\u00e4kern mit dem verbliebenen Beamten und der Besatzung. Siehe oben &#8211; Fu\u00dfball und Smiling Coast. Es geht gegen Mittag, als Andreas die Fuhre zur\u00fcck an Land bringt (eine verd\u00e4chtige schwarze Plastikt\u00fcte wird wohl die Restposten an k\u00fchlen Getr\u00e4nken enthalten ?!). Auf zum Zoll.<br \/>\n10 Minuten Fu?marsch durch Half Die, nicht ohne vorher einmal missgeleitet beim Port Captain gelandet zu sein (kompliziertes Einchecken beim Pf\u00f6rtner inklusive), aber dann ein echt afrikanischer Zoll. Gibt es eigentlich auch Alt-M\u00f6bel-Sammlungen f\u00fcr Afrika? Nicht nur scheint ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung meine abgelegten T-Shirts zu tragen (besonders sexy: der knackige Schlepperfahrer im schwarzen, durchbrochenen H\u00e4kelhemdchen!), nein, man sitzt auch auf einer wilden Mischung von Hockern und Wohnzimmersesseln und 4- bis 5-rolligen B\u00fcrost\u00fchlen. Die eine oder andere Beamtin hat sich schon der Wirkung der Mittagshitze hingegeben und schl\u00e4ft mitten im Gew\u00fchle ein Mittagsschl\u00e4fchen. Kopf nach hinten auf der Lehne, Kopf nach vorn auf dem Schreibtisch &#8211; gerade so, wie die Gebrauchtm\u00f6belsammlung es erlaubt. Wir geraten via Chefb\u00fcro an einen jungen, sehr strengen Z\u00f6llner, der vom Chef mit einem &#8222;pleeeeaaase&#8220; \u00fcberhaupt erst dazu gedr\u00e4ngt werden muss, uns abzufertigen. Nat\u00fcrlich mit Inspektion. Wie, schon wieder?<br \/>\nDie R\u00fcckfrage f\u00fchrt zu einer ansatzweise angestrengten Diskussion, aber ich habe mittlerweile gelernt, wo die Grenze zwischen &#8222;klein beigeben&#8220; und &#8222;Sachverhalt kl\u00e4ren&#8220; verl\u00e4uft. Den Grund f\u00fcr den Unmut erfahren wir auch gleich: Mittagspause und Gebetszeit&#8230; Das wird KOSTEN!! Also zur\u00fcck zur Mole, dem jungen Mann ist nicht recht wohl, dass es nun eine Seereise gibt, noch dazu in unserem wackeligen Dinghy. &#8222;That&#8217;s too far!&#8220; Das wird erst recht kosten!! Egal, wir ziehen das jetzt durch. Nach ein bisschen Geplauder und mal kurz durch&#8217;s Schiff gucken &#8211; ich pr\u00e4sentiere unser achteres Klo als unsere &#8222;Scheune&#8220;, das muntert auf! &#8211; wechselt viel zu viel Geld den Besitzer, aber irgendwie m\u00fcssen wir ja weiterkommen. Und gemessen an den 50 US-Dollar, die neulich Heather und Marc hier gelassen haben sind wir mit umgerechnet 25 $ noch gut dabei. Aber: nix zu machen bei den Schweizern. Ganz steinhart wird sich Urs kurze Zeit sp\u00e4ter nicht erweisen, aber da gibt es einfach nicht mehr als 5 Euro. Geht doch &#8211; wieder was gelernt&#8230;<br \/>\nLandpartie, die dritte. Letzte Station &#8222;Port Authority&#8220;, da wo wir vorhin schon mal waren (Einchecken beim Pf\u00f6rtner, Passvorlage, Abmalen der Namen&#8230;). Mittlerweile r\u00fcckt die Uhr auf 14, und mit ihr r\u00fcckt die Weiterreise nach Oyster Creek an den Rand des Unwahrscheinlichen und wird auf morgen verschoben. Auch hier wieder ein bisschen hin und her, Urs muss mit einem sehr netten Mitarbeiter raus auf den Schwarzmarkt (Auschecken\/Einchecken&#8230;), Dalasi eintauschen. Wir haben keine Euro dabei, und CFA nimmt man nicht.  Ich warte derweilen, lese die Wochenschrift Foroyaa (Die Freiheit). Regierungskritisch, \u00fcberraschenderweise. Im Regierungsb\u00fcro. Wo die Journalisten wohl sitzen? Die Zeitung verzeichnet n\u00e4mlich einen Aufruf, eine seit einem Jahr inhaftierte kritische Journalistin freizulassen.<br \/>\nDann geht alles ganz fix &#8211; wir kriegen unser Permit, den Gambia aufw\u00e4rts zu fahren bis Jan Jan Bureh, dem alten Georgetown, und werden mit einem Handzettel, dass wir bei der Vorbeifahrt an Baboon Island die Schimpansen nicht \u00e4rgern sollen, entlassen &#8211; die regen sich n\u00e4mlich auf \u00fcber gestikulierende und schreiende Gaffer und springen dann vor Wut ins Wasser. Ohne Affen-Schwimmweste ganz schlecht. Wir werden jedenfalls keinen Chimp zum Ersaufen bringen, dazu freuen wir uns zu sehr auf den oberen Gambia.<br \/>\nEs soll ja nicht nur die K\u00fcste l\u00e4cheln &#8211; die Schimpansen am Flussufer auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;. the Smiling Coast! 10. M\u00e4rz, Banjul Wie oft haben wir das heute geh\u00f6rt? Besonders von denen, die sich mit uns gern anfreunden wollten. Immigrationbeamte, die gern mal nach Deutschland m\u00f6chten. Der Port Authority-Mitarbeiter im Schweizer Post-Hemd. 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