{"id":158,"date":"2008-03-17T20:41:00","date_gmt":"2008-03-17T19:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=158"},"modified":"2012-09-07T11:45:18","modified_gmt":"2012-09-06T23:45:18","slug":"mangos-und-lila-eier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/03\/17\/mangos-und-lila-eier\/","title":{"rendered":"Mangos und lila Eier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Montag, heute geht der Alltag wieder richtig los &#8211;  gestern bestand das Programm ausschlie\u00dflich aus Grillen in der Fishing Lodge, gleich gegen\u00fcber vom Anleger; fast ausschlie\u00dflich &#8211; ich habe Till Sch\u00fcrmanns beinahe-Gesellenst\u00fcck abgeschliffen, unseren Spruce-Bootshaken. Die UV-Strahlung tut ihre Wirkung auf dem Arnisser Bootslack. Aber von 2 bis 5 sa\u00df der ganze Seglerhaufen beim BBQ, und es gab, au\u00dfer gegrillten H\u00fchnerspie\u00dfchen, Frikadellen, Heilbutt und Grouper, auch all die gef\u00e4hrlichen<br \/>\nSachen wie Krabben und Salate, Eiscreme und Obst. Lecker und v\u00f6llig folgenfrei &#8211; wir sind h\u00f6chstens mal wieder ein bisschen voller als sonst. Heute ist aber wieder Traffic Jam auf der Denton Bridge &#8211; nun ja, was man hier so traffic jam nennt, vielleicht sind wir auch nur zu sp\u00e4t aufgestanden&#8230; . Ich packe gleich den Sack mit der Schmutzw\u00e4sche und dr\u00fccke sie dr\u00fcben am Anleger Fatima in die Hand. Mir ist es mehr als recht, die W\u00e4sche wegzugeben: Wir sparen unser m\u00fchsam erzeugtes Wasser, und ich bin den Druck los, so gar kein Gesch?ft mit den beiden netten Schwestern zu machen. Jedes Mal, wenn wir am &#8222;Shop&#8220; entlanggehen, kommt die Einladung, doch zu schauen und zu kaufen. Interessiere ich mich f\u00fcr einen Batikstoff, kommt unweigerlich die Frage: &#8222;&#8230; how many do you want?&#8220;, nicht etwa ein Preisangebot f\u00fcr ein St\u00fcck. Da habe ich es wirklich schwer mit meiner Kaufhemmung.<br \/>\nIbrahim Ceesay kriegt morgen seinen Auftrag, er wird unsere Propangasflasche nachf\u00fcllen. Ceesay ist so etwas wie der &#8222;Hafenmeister&#8220; hier &#8211; wir wollten kaum glauben, dass er noch hier ist, wird er doch schon in der Reisebeschreibung von vor 18 Jahren erw\u00e4hnt, als ordnendes und wachendes Zentrum dieser kleinen Ansammlung von H\u00fctten und Containern rund um den Pirogenanleger. Aber heute hat er seinen &#8222;freien Tag&#8220;. Verdienterma\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tja, die Mangos &#8211; der Sonnabendausflug f\u00fchrt uns mit Len und Janna nach Serrakunda, wir suchen unter anderem immer noch nach einem Supermarkt, in dem man sich f\u00fcr die Kapverden und dar\u00fcber hinaus verproviantieren kann. Der Taxifahrer wirft uns mitten im Marktgew\u00fchl raus. Es scheint ein bisschen geordneter zuzugehen als in Dakar, alles sehr gesch\u00e4ftig, und entweder ist es sauberer, oder wir nehmen das nun anders wahr&#8230; Je tiefer wir in den Markt eindringen, umso mehr \u00fcberwiegt bei mir der Eindruck, dass Mangob\u00e4ume hier wachsen wie Unkraut, und unser Guide, den wir nicht gerade ermutigen, der sich aber doch beharrlich und letztendlich erfolgreich anh\u00e4ngt, erkl\u00e4rt, dass wir bald f\u00fcr 10 Dalasi so viele Mangos kaufen k\u00f6nnen, wie wir gar nicht essen k\u00f6nnen, im Gegenteil, wenn wir erst einmal weiter oben auf dem Gambia sind, werden uns die Mangos geschenkt werden. Schon jetzt sieht man in den B\u00e4umen, die den ganzen Serrakunda-Markt \u00fcberragen, (au\u00dfer Kuhrreihern) viele dicke, gr\u00fcne Fr\u00fcchte h\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Mango-Chutney&#8220; schie\u00dft mir durch den Kopf und &#8222;Mango-Marmelade&#8220;, &#8222;Mango-Mus&#8220;, vielleicht zu S\u00fc\u00dfkartoffel-Reibekuchen? Derzeit kaufen wir noch &#8222;teure&#8220; Fr\u00fcchte. 30-40 Dalasi das Kilo, Toubab-Preis. Das ist +\/- ein Euro, f\u00fcr drei fr\u00fchst\u00fccksfertige Mangos &#8211; wir wollen nicht meckern. Wir meckern \u00fcberhaupt nicht \u00fcber den Markt: ziemlich bunt, mit einem endlosen Gewirr kleiner, tief beschatteter St\u00e4nde, gerade so weit auseinander, dass sich zwei Leute aneinander vorbeischieben k\u00f6nnen. G\u00e4ngiges Transportmittel ist die Schubkarre, und die wird reichlich durch die engen Wege geschoben, geh\u00e4uft mit ger\u00e4uchertem oder frischem Fisch, Gem\u00fcse, Broten oder gar Windeln &#8211; alles geht&#8230; Wir kaufen Pfefferschoten, die bekannten kleinen roten und gr\u00fcnen, und dann welche, vor denen gewarnt wird, geformt wie kleine, kugelige Paprikaschoten mit tiefen Einkerbungen. Unsere Premiere daf\u00fcr kommt noch, aber Caroline sagt dazu, dass die nicht essbar seien, und Janna berichtet, dass sie eine geschmort hat und den ganzen Abend die Feuerwehr rufen wollte; sie hatte sich beim Kochen mit der Hand \u00fcber den Mund gewischt&#8230; Lebende H\u00fchner sitzen in K\u00e4figen, sicher die hygienischste Methode frisches Fleisch zu erwerben, aber schlecht sieht das Fleisch von Rind, Schaf oder Ziege auch nicht aus, wir haben schon viel mehr Fliegen gesehen &#8211; ich bin nahe daran, einen Fleischwolf zu kaufen und einen kleinen Vorrat an Hackfleisch zu bereiten. Der Fisch macht auch keinen wirklich schlechten Eindruck, man m\u00fcsste halt hingucken, aber im Creek sitzen wir ja an der Quelle. Trotzdem ist nicht alles &#8222;Deutschboot&#8220;-f\u00e4hig: Die vorgefertigte Erdnussso\u00dfe aus dem Plastiks\u00e4ckchen zum Beispiel.  Gesch\u00f6pft wird sie aus einem mehr als obskuren Eimer, und das Produkt selbst hat eine ebenso merkw\u00fcrdige Farbe wie Konsistenz. Diarrh\u00f6e??\u00a0 Dann lieber zum Leckeren: gibt Kartoffeln, Yams, S\u00fc\u00dfkartoffeln, Berge von Reis, gro\u00dfe Blechteller mit Couscous. Dicke B\u00fcndel S\u00fc\u00dfkartoffelbl\u00e4tter, die wie Gem\u00fcse geschmort werden &#8211;  all das verr\u00e4t uns unser freundlicherGuide. Wir kaufen Okras, die gibt es ganz oder k\u00fcchenfertig geschnippelt, Auberginen. Endlich wei\u00df ich, warum letztere &#8222;eggplant&#8220; genannt werden: In der bei uns \u00fcblichen Gr\u00f6\u00dfe m\u00f6gen das merkw\u00fcrdige V\u00f6gel sein, die solche Eier legen &#8211; aber hier liegen ausser den bekannten l\u00e4nglichen &#8211; und echten Riesenbiestern &#8211; auch kleine, perfekt violett gef\u00e4rbte &#8222;Eier&#8220; auf den Tischen.<br \/>\nWas es nicht gibt, ist das, was wir die ganze Zeit erwarten &#8211; dass wir nun endlich zur Batikfabrikation, dem Schuh-, Stoff- oder Schmuckladen unseres F\u00fchrers geschleust werden. Mitnichten. Stattdessen bietet er uns an, uns in seinem Auto nach Bakau zu fahren. F\u00fcr einen &#8222;good price&#8220;&#8230; &#8211; und der f\u00e4llt dann so aus, dass wir uns fragen, was das wohl f\u00fcr eine Karre sein wird. Kurze Zeit sp\u00e4ter steigen wir besch\u00e4mt in einen \u00e4lteren, aber sehr gepflegten, silberfarbenen Mercedes 200. &#8222;In style&#8220; in die<br \/>\nTouristenenklave. Zum Einkaufen im Supermarkt (den wir dann doch nicht finden). Ostereinkauf dann demn\u00e4chst wieder in Serrakunda &#8211; Mangos und lila Eier&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Montag, heute geht der Alltag wieder richtig los &#8211; gestern bestand das Programm ausschlie\u00dflich aus Grillen in der Fishing Lodge, gleich gegen\u00fcber vom Anleger; fast ausschlie\u00dflich &#8211; ich habe Till Sch\u00fcrmanns beinahe-Gesellenst\u00fcck abgeschliffen, unseren Spruce-Bootshaken. 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