{"id":160,"date":"2008-03-27T16:48:00","date_gmt":"2008-03-27T15:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=160"},"modified":"2012-09-07T12:17:54","modified_gmt":"2012-09-07T00:17:54","slug":"bombale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/03\/27\/bombale\/","title":{"rendered":"Bombale"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gambia River, 26.3.2008<br \/>\n&#8230;. tja, so ist das nun. Wenn schon in Banjul das Internet nicht ausreichte, um die Website upzudaten, dann ist es hier mitten auf dem Gambia River endg\u00fcltig vorbei mit Bildern.  Und die w\u00e4ren nun endg\u00fcltig notwendig, denn heute haben wir einen Landausflug gemacht. Wir liegen n\u00f6rdlich von Elephant Island vor dem Dorf Bombale und lassen uns au\u00dfer von einigen gelegentlich wettstreitenden Moscheen sonst nur von V\u00f6geln und Wasserpl\u00e4tschern beschallen. Alle 6 Stunden drehen die drei Yachten sich um 180\u00b0 um die Ankerkette, wenn der Tidenstrom, der hier noch l\u00e4uft, kentert, aber das Wasser ist schon so brackig, dass wir unser Trinkwasser nur noch mit ganz geringem Druck machen, und demn\u00e4chst ist dann Schicht mit &#8222;Wassermachen&#8220;.<br \/>\nVom Pirogenanleger &#8211; &#8222;&#8230; hello, what is your name?!&#8220; &#8211; spazieren wir ins Dorf. Zun\u00e4chst kommen uns drei freundliche junge M\u00e4nner entgegen, man tauscht die \u00fcblichen H\u00f6flichkeitsformeln (&#8222;&#8230;where are you from&#8220; etc.) aus, Kabira stellt sich bald als der Hilfslehrer heraus. Und dann rollt die Lawine. Aus allen Ecken des Dorfes kommen sie, Mandinkakinder aller Altersklassen, und Caroline wird irgendwann fragen, ob ich vielleicht noch ein paar Finger f\u00fcr weitere klebrige, kleine Afrikanerh\u00e4nde frei h\u00e4tte, aber meine zehn waren alle besetzt, mehrfach. Wir haben den Eindruck, dass jeder mal anfassen und testen will, ob wir abf\u00e4rben oder nicht, zumindest macht es richtig was her, wenn man so einen wei\u00dfen Finger erwischt hat und die anderen nicht, und je klebriger die Pfoten, umso anh\u00e4nglicher sind deren Besitzer. Wie ein Karnevalsumzug ziehen wir durch&#8217;s Dorf, ein Riesen-Gequackel und -Gelache, vorbei an der M\u00fchlstation (Rotary International), der nur monatlich mal besetzten Krankenstation (UNICEF), am gruseligen Dorfbrunnen<br \/>\n(Gambia River pur, grrr&#8230;); unter einem Zelt hat ein Schmied ein Feuer entfacht, das ein Gehilfe mit einem Ziegenleder-Blasebalg in Gang h\u00e4lt, und treibt das gl\u00fchende Ende einer Grabaxt in den Axtstiel. Frauen stampfen Kassava, und der &#8222;Headmaster&#8220; &#8211; heute ist keine Schule &#8211; liegt wie manch anderer Mann im Schatten und d\u00f6st. Nein, es ist keine Afrikaausstellung in einem Museum, und die bestaunten Zootiere sind wir. Das ist das ganz normale Leben in Bombale. Unter viel Geschrei wird fotografiert, haufenweise Kinder, einzeln und gern auch gruppenweise, mit Faxenmachen oder ganz ernsthaft, und dann unter Gekicher und Gekreische  das Ergebnis auf dem Display der Digitalkameras angeguckt &#8211; da muss man dann nat\u00fcrlich mit den Fingern (Zustand siehe oben) drauf tippen&#8230; Ah, je&#8230;<br \/>\nNat\u00fcrlich gucken wir die Schule an, die Kinder schleifen uns durch die Gegend, jeder will uns einen Mangobaum, einen Silk-Cotton-Tree, einen Cashewbaum zeigen. Aus der bereits bekannten Gebraucht-T-Shirtsammlung &#8211; bei M\u00e4dchen sieht man das nicht so, weil sie meist ein Mini-Geschwister im Tuch auf dem R\u00fccken tragen! &#8211; sind bei den Jungs die Fu\u00dfballershirts besonders beliebt, es kommen auch zaghafte Wunsch\u00e4u\u00dferungen nach vielleicht einem Fussball?!&#8230; Etoo gibt es gleich mehrfach und &#8222;Robinho&#8220; und &#8222;Rooney&#8220; (was f\u00fcr ein zarter Rooney ! ) schleppen mich vorab zum Schulgarten, wo ich schon mal \u00fcber den Zaun gucken kann, w\u00e4hrend der Rest der Seglerfamiiie sich noch in das Besucherbuch eintr\u00e4gt. Im Schulzimmer der &#8222;grade3&#8220;, \u00e4u\u00dferst bescheiden, h\u00e4ngt ein gro\u00dfer Gie\u00dfplan, morgens und abends wird reihum gegossen, und was gut gedeiht, geht in den Schulspeisungstopf bzw. wird im Dorf verkauft, so dass bare M\u00fcnze wieder Schulmaterial ergeben kann. Das erkl\u00e4rt uns Kabira, als er mit dem Schl\u00fcssel &#8211; mehr eine psychologische Sperre! &#8211; das Gartentor f\u00fcr uns aufschlie\u00dft. Kassava, Zwiebeln, Tomaten, S\u00fc\u00dfkartoffel, eine Kohlart in einer Abgrenzung ais Agaven &#8211; viel gibt es nicht, aber dass liebevoll gew\u00e4ssert wird, sieht man und es wird auch gleich noch vorgef\u00fchrt. Das Wasser -nat\u00fcrlich aus dem Fluss &#8211; kommt aus einer Pumpe von Pumpen-Boese in Peine. Wir leeren lieber unsere mitgebrachte Flasche mit AKKA-Wasser und kriegen gleich einen Mandinka-Sprachkurs: Jio, Wasser! Sehr wichtig, f\u00fcr alle hier. F\u00fcr<br \/>\nuns besonders, die wir das gerade hineingekippte Wasser gleich wieder durch die Poren nach drau?en schicken.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg wieder vorbei an den Tischen unter gro\u00dfen B\u00e4umen, wo Dorffrauen Tomaten, Zwiebeln und Erdn?sse aus eigener Produktion feilbieten. Die Zwiebeln sind mir hochwillkommen. Urs erwirbt noch ein gro\u00dfes B\u00fcndel Blattgem\u00fcse &#8211; in Serakunda wurde uns das als &#8222;S\u00fc\u00dfkartoffelbl\u00e4tter&#8220; beschrieben, und nach einer Probesuppe auf der Petite Fleur werden die Restbest\u00e4nde br\u00fcderlich auf den anderen Schiffen verteilt. Und da der Fischer, den Len uns nachmittags mit einem Grouper vorbeischicken will, unser Schiff irgendwie verpasst, gibt es zum Abendbrot R\u00fchrei mit Blattgem\u00fcse mit Erdnuss, Chili, Zwiebeln und Knoblauch zubereitet &#8211; S\u00fc\u00dfkartoffelspinat &#8222;Bombale&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gambia River, 26.3.2008 &#8230;. tja, so ist das nun. Wenn schon in Banjul das Internet nicht ausreichte, um die Website upzudaten, dann ist es hier mitten auf dem Gambia River endg\u00fcltig vorbei mit Bildern. 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