{"id":161,"date":"2008-04-01T11:13:00","date_gmt":"2008-04-01T09:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=161"},"modified":"2012-09-07T12:22:49","modified_gmt":"2012-09-07T00:22:49","slug":"still-und-leer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/04\/01\/still-und-leer\/","title":{"rendered":"Still und leer&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bird Island \/ Gambia River, 30.3.2008<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht m\u00fchsam, aber langsam bewegen wir uns den Gambia River hinauf. Hatten wir in Bombale auf einem engen Seitenarm des Gambia geankert, erweiterte sich der Fluss gleich hinter Elephant Island auf &#8222;friesische&#8220; Weiten, es fehlten lediglich die Schwarzbunten. Nun gut, es waren auch keine Weiden hinter den etwas sp\u00e4rlicher werdenden Mangroven,, sondern Reisfelder, aber die Fliegen \u00e4hneln sich verbl\u00fcffend: dort Bremsen, hier Tsetse&#8230; Das Wetter ist zunehmend windstill und diesig, das Licht entsprechend gebrochen, die gro\u00dfen Wasserfl\u00e4chen liegen spiegelglatt im hei\u00dfen Dunst. In den Morgenstunden fahren wir jeweils ein St\u00fcckchen weiter, bis zum Kentern der Tide, und ankern dann. Dinghytour an den Mangroven entlang, Flussadler und Kingfisher bestaunen, und ab und zu mal in einen kleinen Seitencreek hineinsteuern. Es ist gespenstisch still, nicht nur in den hei\u00dfen Stunden, sondern den ganzen Tag \u00fcber. Und es ist leer &#8211; nur ab und zu quert mal eine Piroge mit einem Fischer unseren Weg und l\u00e4sst ein Treibnetz stromabw\u00e4rts driften. Schall tr\u00e4gt meilenweit &#8211; wenn es denn Schallquellen gibt. Die Stille ist ohrenbet\u00e4ubend und man mag gar nicht seinen Au\u00dfenborder anwerfen. So staken wir denn mit den Paddeln durchs knietiefe Wasser oder lassen uns mit der Str\u00f6mung um Bird Island treiben. Auf dem Nordufer erheben sich schon den ganzen Tag Rauchschwaden hinter der Uferb\u00f6schung &#8211; Bauern brennen den Unterwuchs ab, um ein neues Reisfeld anzulegen.<br \/>\nZur\u00fcck an Bord lassen wir uns ermattet im Cockpit nieder und \u00fcben &#8222;Schwitzen&#8220;&#8230; Sehr erfolgreich! Dann ein leiser Funkspruch, Urs: &#8222;PETITE FLEUR hat gerade ein Hippo gesichtet!&#8220; Tats\u00e4chlich &#8211; alle paar Minuten taucht 200 m vor den Schweizern ein Kopf aus dem Wasser, ein Flusspferd auf dem Weg vom S\u00fcdufer zur Insel. Das h\u00e4tten wir nicht gedacht, dass die solche Strecken zur\u00fccklegen&#8230; Wenn wir hier baden, dann paddeln wir im Bereich der Heckplattform gegen den Strom. Richtiges Schwimmen f\u00e4llt aus &#8211; man k\u00fchlt zwar ein bisschen ab im 30 Grad warmen Fluss, aber der Strom ist stark und jede Anstrengung l\u00e4sst einen nachher umso mehr schwitzen. Also starren wir vom Vorschiff in den Dunst und schauen dem Hippo zu, dass auch zu &#8222;baden&#8220; scheint: mal hin, mal her. Dann geht die Sonne unter, wir ziehen uns zur\u00fcck und das Moskitonetz \u00fcber das Cockpit. Ein paar M\u00fccken sirren, in der Ferne ein paar Zikaden, und ab und zu pl\u00e4tschert es&#8230; Ein Fisch? Ein Hippo, das mit dem Schwanz wirbelt? Es schnauft. Ganz klar &#8211; ganz kurz f\u00fcllt dieses laute, heisere abgehackte Hippoger\u00e4usch &#8211; so eine Art Schnarch-Bellen &#8211; die Luft. Gleich ist es wieder still, aber leer ist es gewiss nicht. Irgendwo da drau\u00dfen im Dunkeln ist ein Flusspferd&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bird Island \/ Gambia River, 30.3.2008 Nicht m\u00fchsam, aber langsam bewegen wir uns den Gambia River hinauf. 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