{"id":163,"date":"2008-04-07T20:29:00","date_gmt":"2008-04-07T18:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=163"},"modified":"2012-09-07T12:41:39","modified_gmt":"2012-09-07T00:41:39","slug":"downriver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/04\/07\/downriver\/","title":{"rendered":"Downriver"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach &#8222;upriver&#8220; kommt unweigerlich &#8222;downriver&#8220;, und das sogar jetzt relativ schnell. Zwar haben wir uns unsere 1-monatige Aufenthaltsgenehmigung f\u00fcr Gambia in Janjanbureh &#8211; auf der bemerkenswert afrikanischen Polizeistation ;)- noch bis zum 30. Juni, also hart an den Rand der Regenzeit verl\u00e4ngern lassen, aber mittlerweile st\u00f6hnen wir doch alle rechtschaffen unter der Hitze. Zwischen 7 und 10 ist es ertr\u00e4glich, danach erfasst uns die gro\u00dfe Mattigkeit, nachts schalfen wir drau\u00dfen im Cockpit unter dem<br \/>\nMoskitonetz und hoffen, dass sich ein thermischer Wind auf den Weg macht, uns zu k\u00fchlen. Wir sind also angekommen in Afrika und ahnen langsam, was die Leistungsf\u00e4higkeit der Leute hier bestimmt. Nicht einmal die steten &#8222;hello&#8220;- oder &#8222;Toubab, Toubab!&#8220;-Rufer vom Ufer in Janjanbureh bringen ab der Mittagszeit noch die Energie f\u00fcr ihr Konzert auf. Erst am Abend ruft und pfeift es dann wieder durchdringend. Es nervt. Womit wir uns wieder dem Thema n\u00e4hern: Downriver. Im \u00fcbertragenen Sinne k\u00f6nnte man auch sagen &#8222;den Bach runter&#8220;, so ist Janjanbureh zu charakterisieren. Und vor allem die jugendliche Einwohnerschaft tut ein \u00dcbriges: eindringliche, aufdringliche bis r\u00fcde Forderungen nach Schulmaterial und Fussb\u00e4llen begleiten einen auf dem Weg durch ein \u00d6rtchen, das einmal Verwaltungszentrum der britischen Kolonie war. Die Geb\u00e4ude erinnern an diese wie auch an Sklavenhalterzeiten. Aber gerade der Kontrast zwischen der Gr\u00f6\u00dfe der urspr\u00fcnglichen Anlage und dem Erhaltungszustand l\u00e4sst uns &#8222;run down&#8220; empfinden.<br \/>\nAuch vom Forstprojekt der GTZ ist nichts mehr \u00fcbrig au\u00dfer dem aufgelassenen Verwaltungs- und Schulungszentrum &#8211; die beiden Eco-Trails und Forst-Parks in Dobo und Kunkilling, die das Projekt f\u00fcr den Tourismus schaffen wollte, sind zwar erstellt, aber in Windeseile schon nach einem Drittel der geplanten Zeit den umgebenden D\u00f6rfern \u00fcbergeben worden, die nun ihre liebe M\u00fch&#8216; damit haben. Leider sind wir zum Anschauen dieser Trails doch zu weit in die Trockenzeit geraten, sagt die einzig verbliebene deutsche Mitarbeiterin, die sich nun f\u00fcr weniger als einen Sack Reis im Monat beim Gambischen Staat verdingt hat und versucht, die Reste des Projektes zu erhalten, denn das gro\u00dfe Gel\u00e4nde bietet nicht nur Schlulungsr\u00e4ume, sondern auch Unterkunft; Geld f\u00fcr Strom gibt es allerdings nur, wenn G\u00e4ste da sind, und die G\u00e4steh\u00e4user scheinen \u00fcberwiegend leer zu stehen. Sehr schade drum, denn es ist sch\u00f6n in diesem parkartigen Garten unten am Fluss. Ein idealer Ausgangspunkt f\u00fcr zoologische oder botanische Exkursionen, k\u00f6nnte ich mir vorstellen.<br \/>\nStatt also die eigentlich geplanten Ausfl\u00fcge in die Natur zu machen, entziehen wir uns f\u00fcr einen Abend dem Gefl\u00f6te vom Ufer und gehen statt dessen auf &#8222;birdwatching&#8220; in die Jangjangbureh-Lodge. Der Guide &#8211; genauer gesagt: der Petroleumlampenbeauftragte der Lodge\u00a0 &#8211; dr\u00fcckt uns ein Bestimmungsbuch in die Hand, bzw. den zerfledderten Rest davon, grobe Sch\u00e4tzung: 15% des Buches!  Die meisten gesehenen V\u00f6gel sind aus der Gattung &#8222;that one&#8220;, es gibt auch einige &#8222;big one&#8220;. Warum blo\u00df war ich in Banjul zu geizig, um mir ein ad\u00e4quates Bestimmungsbuch zuzulegen? Das muss f\u00fcr Brasilien definitiv anders werden&#8230; Ich habe trotzdem meinen Spa\u00df und werde entsch\u00e4digt, entdecke Herrn Scarlet Breasted Sunbird nebst unscheinbarer Gemahlin und fresse mich bis zum Senegal Coucal durch den Rest des Field Guides, dessen verbliebene Seiten auch noch teilweise zusammengeklebt sind. Das erh\u00f6ht den Wiedererkennungswert der V\u00f6gel ungemein. Ein Hammerkop in der Ferne, ein blau-schillernder Roller und eben die &#8222;blue one&#8220; und &#8222;small one&#8220;- sehr nett. Zum Abschluss des Abends nimmt die Gruppe der exstischen Langfahrt- im Kreise von zwei Handvoll europ\u00e4ischer Normaltouristen auf &#8222;upriver&#8220;-Tour (deren H\u00e4ufigkeit \u00fcbrigens die Ursache f\u00fcr die Zudringlichkeit der Toubab-Rufer ist!) ein leckeres Abendessen ein. Bush-Pig, H\u00e4hnchen, Couscous, viele Kerzen zur Beleuchtung und keine Moskitos. Perfekt. Aber irgendwie kommen selbst unsere ambitionierten Present-Segler ins Gr\u00fcbeln, ob es vielleicht nicht doch zu anstrengend ist, auch noch die Regenzeit hier in Westafrika zu verbringen. Wir finden die 40 Grad im Salon schon sehr hei\u00df, aber 40 Grad bei 90% Luftfeuchtigkeit, das wird uns jedenfalls zuviel. Am n\u00e4chsten Abend schon werden die Monatskarten f\u00fcr den Nord- und S\u00fcdatlantik auf der Petite Fleur ausgebreitet und Pl\u00e4ne f\u00fcr eine baldige Atlantik\u00fcberquerung geschmiedet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verabschieden uns ein bisschen wehm\u00fctig von der sch\u00f6nen, anstrengenden Umgebung und treten den R\u00fcckzug an. Ein paar Tage und ein paar Hippos bleiben uns ja noch hier oben auf dem Gambia River. Aber dann warten auch zivilisatorische Errungenschaften wie Internet, eMail-Zugang und (fast) unbegrenzte Einkaufsm\u00f6glichkeiten: es wird wieder mal frische Tomaten geben! Downriver nat\u00fcrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach &#8222;upriver&#8220; kommt unweigerlich &#8222;downriver&#8220;, und das sogar jetzt relativ schnell. Zwar haben wir uns unsere 1-monatige Aufenthaltsgenehmigung f\u00fcr Gambia in Janjanbureh &#8211; auf der bemerkenswert afrikanischen Polizeistation ;)- noch bis zum 30. 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