{"id":1682,"date":"2012-06-03T11:17:10","date_gmt":"2012-06-02T23:17:10","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=1682"},"modified":"2012-06-03T11:58:49","modified_gmt":"2012-06-02T23:58:49","slug":"killick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2012\/06\/03\/killick\/","title":{"rendered":"Killick!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Panga&#8217;imotu, 1.6.2012<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Home, sweet tropical home&#8230; Genau, recht heimelig f\u00fchlt es sich an, wenn man in Nuku&#8217;alofa an die Tankstellenpier f\u00e4hrt und allerseits ein freundliches: &#8222;&#8230; malo e lelei!\u00a0 Welcome back!&#8220; entgegenschallt.\u00a0 Die Leinen werden angenommen und ratz-fatz hat der Tankwart &#8211; dem nun endg\u00fcltig mal ein selbstgebackener Kuchen geb\u00fchrt! &#8211; die Einklarierungsbeh\u00f6rden angerufen. Und, Donnerwetter, nach 40 Minuten stehen sie auf der Matte, 4 Mann hoch, 1 mal ein neuer Immigrationbeamter, in Tupenu und Ta&#8217;ovala samt dickem Wollschal (eine tropische Variante der bekannten Bakterienschleuder, ist ja auch Winter hier, nur 27 Grad!), Zoll (dito Tupenu, aber mit Uniformhemd), Herr MAF (Ministry of Agriculture and Forestry) und Mr. Gesundheitsbeh\u00f6rde, der uns auch wiedererkennt.\u00a0 Dieses Mal fragt MAF nicht mal mehr nach mitgebrachtem Gem\u00fcse (und dabei hatte ich mir soo sch\u00f6ne Kartoffel- \/ Zwiebel- \/ Apfelverstecke gesucht) und Mr. Health scheinen wir so gesund und sch\u00e4dlingsfrei, dass wir unser Pratique sofort kriegen. Zoll sitzt ein bisschen rum, plaudert und fragt dann bl\u00f6d: &#8222;&#8230; und keine Sachen f\u00fcr die Besuche auf den Inseln?!&#8220;\u00a0 N\u00f6\u00f6\u00f6, wir doch nicht&#8230; Schlecht l\u00fcgen kann ich gut, aber der Z\u00f6llner insistiert auch gar nicht. Niemand will das Schiff anschauen und fragt sich, wof\u00fcr die 20 Schubladen-Rollvorrichtungen sind, die in unserem Vorschiff umherfliegen und noch Schlimmeres; wir sitzen im Cockpit herum und small-talken, irgendwie will doch Valu, der Z\u00f6llner. noch was?!??\u00a0 Und dann kommt&#8217;s:\u00a0 er hat einen BBQ-Stand auf dem Samstagsmarkt. Ob wir da nicht Interesse h\u00e4tten, morgen mal vorbei&#8230; Na, sicher. Tausche gegrilltes H\u00fchnchen gegen gute Stimmung.<br \/>\nIch lauf&#8216; noch schnell ums Eck, neben der Fischhalle ist der n\u00e4chstgelegene Geldautomat &#8211; ja, Pustekuchen, weg ist der ANZ-Automat.\u00a0 Dies beschert mir einen l\u00e4ngeren Spaziergang in die Nachbarschaft der Hafenbeh\u00f6rde; siehe da, die ANZ-Filiale ist ebenfalls geschlossen. Ups?! Aber der Geldautomat ist noch da. Die gobale Bankpersonalverschlankung macht auch vor Tonga nicht halt.\u00a0 Irgendwie scheinen es mir auch wenige Gem\u00fcseh\u00e4ndler an der Stra\u00dfe zu sein, aber zur gew\u00fcnschten Melone und einer (der letzten) Ananas reicht es noch. Auff\u00e4llig die dunkel-violettfarbenen Stoffbahnen mit schwarzen Schleifen, die von allen S\u00e4ulen und Fensterst\u00fcrzen fallen: Tribut an den toten K\u00f6nig.\u00a0 Der war nat\u00fcrlich auch gleich nach unserer Ankunft Thema, mit Nau, dem Taxifahrer, der &#8211; wir waren noch nicht richtig fest &#8211; schon angerollt kam und uns anstrahlte; so ein bisschen schmei\u00dft er immer die Schiffe durcheinander, aber dass wir schon manche City-Tour miteinander bestritten haben, da erinnert er sich richtig, und er ist ein bisschen entt\u00e4uscht, dass wir uns fix nach Panga&#8217;imotu verziehen &#8211; das erschwert nat\u00fcrlich die Gesch\u00e4ftsgelegenheiten. W\u00e4schewaschen und so&#8230; Aber morgen holt er uns f\u00fcr&#8217;s H\u00fchnchenessen auf dem Markt ab! Wie, n\u00f6?! Sind nur 200 m zu laufen?! Aber man k\u00f6nnte doch bei Valu, dem Z\u00f6llner und Grillmeister, mit dem Taxi vorfahren?!\u00a0 Ja, ja, klar. Wir vergessen Dich nicht, Nau!<br \/>\nEhe es nun ganz tropisch-lustig wird, verholen wir uns, ans Irrational-Tonganische muss man sich erst mal wieder gew\u00f6hnen. Der Anker f\u00e4llt wie immer bei Big Mama, und wir fallen auch, und zwar um &#8211; wir sind n\u00e4mlich m\u00fcde. Die zwei Tage von Minerva waren anstrengender, als die 20 Knoten Wind von achtern es vermuten lassen. 3-4 m See sorgten f\u00fcr ein ordentliches Gerolle, aber nicht die Segelei machte uns Schwierigkeiten, sondern das Wachehalten bzw. das Finden einer entspannten Schlafhaltung; die neu entwickelte Steuerbordkoje als Schlafplatz brauchte einige Nachtwachenl\u00e4ngen um richtig zu funktionieren; das in Opuy montierte Leesegel gab zu viel Raum, so dass man entweder haltsuchend, d.h. v\u00f6llig verkrampft den Einstieg in den Schlummer suchte, oder, wenn nicht, dann unverkrampft aber hellwach auf der Koje hin und her rollte. Ui.<br \/>\nAber dann sitzt man in der Sonne, kleines Ankerfeld von 5 Yachten, vor uns &#8222;ICE&#8220; aus Hobart, ein tolles Gef\u00e4hrt.\u00a0 Sieht aus wie es hei\u00dft: Eisfahrtgeeignet.\u00a0 Kann, muss aber nicht, so ein bisschen tropische W\u00c4rme tut auch ganz gut&#8230;<br \/>\nAber wir gucken ja nicht nur nach fremden Schiffen, sondern wir haben auch ein Kulturprgramm. Filmabend zum Beispiel. Das Programm schon in Minerva zeigte eine Wiederholung eine Rallye-Dokumentation: Wilfried hatte uns ein Exemplar des sch\u00f6nen Deimel-Filmes &#8222;R\u00f6hrls Katze&#8220; \u00fcberlassen, bei dem wir gar nicht wissen, ob wir die tollen Rallyeaufnahmen am liebsten m\u00f6gen, R\u00f6hrls trockene Kommentare (&#8222;&#8230; schnoi Di o, Christian!&#8220;) oder die ganze Bande altbekannter Gesichter aus unseren Arbeitszeiten. Das spricht nicht nur den Eigner an &#8211; auch die Schipperin f\u00fchlt sich zur\u00fcckversetzt in die &#8222;gute alte Zeit&#8220;.<br \/>\nAuf&#8217;s Programm muss jetzt aber auch mal &#8222;Master and Commander&#8220;, und das nicht ohne Grund, denn wir verschlingen seit ein paar Wochen die Patrick O&#8217;Brian-Romane*\u00a0 um &#8222;Lucky&#8220; Jack Aubrey und die Britische Navy. Neuerdings rufen wir gern mal: &#8222;Killick!&#8220;\u00a0 Richtig, Aubreys muffiger Steward (&#8222;&#8230; was is&#8217;n jetzt schon wieder!&#8220;)\u00a0 Genau der richtige Ton hier an Bord, das \u00fcbernehmen wir 1:1 &#8211; ich werde dem Eigner allerdings nicht vorwerfen k\u00f6nnen, dass er keine saubere Ausgehuniform hat &#8222;alles voll Dreck und Blut von Ihrem Gezappel auf der V\u00e9nus!&#8220;\u00a0 Ist ja auch ekelhaft &#8211; dieses Hauen und Schie\u00dfen, diese ewigen Seeschlachten sorgen nur f\u00fcr Unruhe im Alltag eines Stewards, das k\u00f6nnen wir nachf\u00fchlen, Killick!<br \/>\nWomit klar sein sollte: wir haben ein neues Idol gefunden. Oder gleich mehrere: Jack Aubrey selbst, der ja auch &#8217;ne ziemliche Nummer darstellt, ein genialer Seemann mit eindeutigen &#8222;Land&#8220;-Schwierigkeiten. Und was w\u00e4re der ohne Dr. Maturin, der zwischen Geschlechtskrankheiten, Geheimdienstt\u00e4tigkeit und einer flinken Amputation immer noch Zeit hat, Natur zu beobachten und zum Dinner Fundsachen anzuschleppen, einen Erdferkel-F\u00f6tus oder \u00c4hnliches. Um dann nahtlos zu philosophischen Tischgespr\u00e4chen \u00fcberzugehen. Tolle Kandidaten f\u00fcr AKKA-Leitfiguren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ah! Es ruft gerade&#8230; &#8222;Killick!&#8220;\u00a0 &#8222;&#8230; was&#8217;n jetzt schon wieder?!&#8220; Essenszeit&#8230;\u00a0 Na dann. Bis bald mal wieder aus Nuku&#8217;alofa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Literaturempfehlung:\u00a0 Patrick O&#8217;Brians marinehistorische Romanserie um Jack Aubrey und die British Royal Navy.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panga&#8217;imotu, 1.6.2012 Home, sweet tropical home&#8230; Genau, recht heimelig f\u00fchlt es sich an, wenn man in Nuku&#8217;alofa an die Tankstellenpier f\u00e4hrt und allerseits ein freundliches: &#8222;&#8230; malo e lelei!\u00a0 Welcome back!&#8220; entgegenschallt.\u00a0 Die Leinen werden angenommen und ratz-fatz hat der &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2012\/06\/03\/killick\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/s9lYZL-killick","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1682"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1682"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1683,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1682\/revisions\/1683"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}