{"id":1687,"date":"2012-06-19T01:55:00","date_gmt":"2012-06-18T13:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=1687"},"modified":"2012-09-14T14:19:53","modified_gmt":"2012-09-14T02:19:53","slug":"eine-kokosnuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2012\/06\/19\/eine-kokosnuss\/","title":{"rendered":"Eine Kokosnuss!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ha&#8217;afeva, 19.6.2012<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir betrachten gerade etwas, was wir in Ha&#8217;afeva noch nicht gesehen habe: die &#8218;Otaunga&#8217;ofa wird entladen. &#8218;Otaunga&#8217;ofa ist das Schiff, das nach der F\u00e4hrkatastrophe von 2009 in Dienst gestellt wurde *, und kommt w\u00f6chentlich einmal hierher, \u00fcblicherweise in der Nacht, so um 1 oder 2 Uhr &#8211; nur heute hatte sie ein bisschen Versp\u00e4tung, und so konnten wir das Schauspiel beim Fr\u00fchst\u00fcck genie\u00dfen. Schon putzig, wenn man sieht, dass auf See (nun gut, ruhiger See, denn wir liegen ja im Windschutz der Insel und innerhalb des Riffes&#8230;) die gro\u00dfe Roll-on-Roll-Off-Rampe abgelassen wird, um den l\u00e4ngsseits gehenden Kleinstbooten Gelegenheit zu geben, Kinder, Omas, ein Sofa, Gem\u00fcses\u00e4cke und allerlei anderes zu laden und zu entladen. Und nochmals spannend zu sehen, wie die nun abenteuerlichst beladenen Kleinstboote an Land tuckern: weil sie so buglastig sind, m\u00fcssen dann auch noch vorn zwei Leute stehen, damit die Ladung nicht \u00fcber Bord geht. Was wiederum die Buglastigkeit nicht gerade veringert.   Heil angekommen, freut sich die an Land stehende D\u00f6rflermenge: &#8222;&#8230; die Schw\u00e4gerin aus Vava&#8217;u hat uns eine Kokosnuss geschickt!&#8220;  oder so \u00e4hnlich. Zu den &#8222;Schw\u00e4gerinnen aus Vava&#8217;u&#8220; geh\u00f6rt, wie wir gestern zu unserem Bedauern schon h\u00f6ren mussten, auch unsere Freundin Linda, die nach der Geburt ihres Kindes dort geblieben ist.  Aber immerhin ist sie f\u00fcr uns in Reichweite, nur ein paar Inseln weiter, w\u00e4hrend die Tatsache, dass Bruder Auka nicht ans Telefon geht, einen anderen Grund hat:  neue Rufnummer, neue Vorwahl +1. USA. Wir hatten es im letzten Jahr schon geahnt, dass der Exodus aus Ha&#8217;afeva bei den Mataeles im vollen Gange ist und sind jetzt gespannt, was heute nachmittag Afa und Mary zu erz\u00e4hlen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Sonnabend hatten wir noch einmal Nuku&#8217;alofa genossen, das sich zum Wochenende hin kaum vom Samstagsbesuch bei Real-Kauf Altwarmb\u00fcchen unterscheidet: voll und laut, viele Autos, die durcheinander kurven, hier allerdings auf dem ziemlich bunten Fisch- und Melonen\/Taro\/Maniok-Markt am Anleger. In der Stadt(?!) pl\u00e4rrt es marktschreierisch und polynesisch aus den Lautsprechern vor der neuen Filiale des MOLISI-Supermarktes; mehr Markt als super, aber f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse und f\u00fcr uns ganz prima. Wie viele der modernen Geb\u00e4ude war auch der Supermarkt den Unruhen 2006 zum Opfer gefallen, und obschon die Zeitung dieser Tage gerade &#8222;Tonga in Crisis&#8220; schreit, werden doch viele Geb\u00e4ude nach und nach neu errichtet. Das neue &#8222;Caf\u00e9&#8220;, das zu diesem Supermarkt geh\u00f6rt, ist eigentlich eine dem Eiskrem-Tresen (&#8222;TipTop New Zealand&#8220;) angeschlossene Espressomaschine. Und zu beobachten, wie man versucht, dieser Mschine nun die von uns bestellten &#8222;Flat White&#8220;-Kaffees zu entlocken, war allein schon einen Ausflug in die Stadt wert. Ich war, w\u00e4hrend Andreas die Bestellung aufgibt, beim B\u00e4cker UND auf dem Markt, um noch ein paar \u00c4pfel und M\u00f6hren zu ergattern, und als ich zur\u00fcckkomme, steht er noch immer diskutierend da.  Schlie\u00dflich wird aus dem Hintergrund die Frau herangerufen, die ich vom &#8222;alten&#8220; Molisi als die kenne, die mir Gem\u00fcse abwiegt und au\u00dferdem im K\u00e4mmerlien das Fleisch verpackt &#8211; die auch gleich mit der Milch wieder nach achtern verschwindet &#8211; wer wei\u00df, wie diese Milch erhitzt wird?! Mit der gro\u00dfen, gl\u00e4nzenden und fauchenden Maschine jedenfalls nicht.  Bis wir endlich im Besitz unseres Kaffees sind, haben wir reichlich Zeit, in tonganische Rhythmen geh\u00fcllt, das vorbeiblubbernde Leben zu begutachten. Ein paar Touristen in Bergstiefeln, jede Menge Dorf- und Landbev\u00f6lkerung, tonganische Nobles, die Kinderm\u00e4dchen und ihren noblem Nachwuchs im Schlepptau haben, Trauermatten aller Art (was mich ja doch immer wieder fasziniert), dicke Damen, die mit uns an den Tischen sitzen, ihre dicken Sitzpolster im Takt \u00fcber die R\u00e4nder ihrer (tonganertauglichen) Plastikst\u00fchle wippen lassen und zur hawaiianisch angehauchten Musike ein TipTop-Eiskrem schlecken.  Sch\u00f6n! Ach, was die dicken Sitzpolster betrifft&#8230; Das liebe ich so an Tonga &#8211; man f\u00e4llt als \u00dcbergewichtige kaum auf. Als ich im Kramladen anstehe und warten, dass Caroline Schneider (!! &#8222;I am half German!&#8220; erz\u00e4hlt mir die junge Frau sp\u00e4ter&#8230;) mir Stoffe zuschneidet, die ich den diversen Damen auf den Inseln zugedacht habe, lasse ich mich nebenbei von einer anderen Kundin beraten, wie viel Stoff man denn f\u00fcr einen &#8222;wrap-around&#8220;, einen Rockwickel, braucht.  1 Meter 80 ist die Auskunft, und dann: &#8222;&#8230; or is it for you?!  Then 1.50 m&#8230; You are not fat!&#8220;  Ich habe es im Kalender vermerkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abends ein letztes Bier mit Fish and Chips bei Ana &#8222;Big Mama&#8220; und Earle &#8211; wir hatten viel l\u00e4nger in Nuku&#8217;alofa gesessen als gedacht, aber das Wetter war einfach zu bescheiden. Landesgerecht werden wir verabschiedet mit einer Tonganer-Einladung: &#8222;&#8230; wenn Ihr nach Niuatoputapu kommt: die Insel im Norden vom Ankerplatz ist meine &#8211; Ihr k\u00f6nnt sie benutzen&#8230;&#8220;, sagt Ana.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntagmorgen bei bester Laune in Nuku&#8217;alofa ausgelaufen, erreichten wir unser Tagesziel gegen 15 Uhr und freuten uns schon auf m\u00f6glicherweise ein Ferkelessen am Strand&#8230; aber was wir sehen sind lediglich Brecher vor der Insel. S\u00fcdschwell und &#8211; wie wir jetzt im Nachhinein denken &#8211; Hochwasser lassen uns nicht mal die kleinste M\u00f6glichkeit, die Riffdurchfahrt auch nur zu erkennen. Ein bisschen z\u00f6gerlich laufen wir drauf zu um dann, etwas ged\u00e4mpfter Stimmung, abzudrehen. Keine Chance, durch diese Roller durch den Pass zu laufen. Und da dieses ein ekelhaftes Seegebiet ist, mit reichlich Riffen gespickt und nicht unbedingt 100%igem Verlass auf die Seekarten, laufen wir ein St\u00fcck ab Richtung Westen, drehen, als die Distanz uns sicher erscheint, f\u00fcr die n\u00e4chsten Stunden bei und laufen in der Nacht langsam nach Norden, Ziel Ha&#8217;afeva. Und da sind wir nun.  Lange werden wir dieses Mal nicht in Ha&#8217;apai bleiben. Samoa ruft &#8211; heute fr\u00fch kam schon die erste Vorschau via Kurzwelle von der CUL8R: &#8222;&#8230; hei\u00df ist es! Das Wetter in Tonga fanden wir besser!&#8220;   Alles klar: hier regnet es&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* ein Mahnmal f\u00fcr dieses F\u00e4hrungl\u00fcck zwischen Tongatapu und den Ha&#8217;apais kann man auf dem kleinen Friedhof gegen\u00fcber dem Anleger in Nuku&#8217;alofa ansehen. Die Geschichten, die man sich erz\u00e4hlt sind gruselig: Gieriger Noble schickt eine F\u00e4hre auf die\u00a0 Reise, deren Reparatur noch nicht abgeschlossen war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ha&#8217;afeva, 19.6.2012 Wir betrachten gerade etwas, was wir in Ha&#8217;afeva noch nicht gesehen habe: die &#8218;Otaunga&#8217;ofa wird entladen. &#8218;Otaunga&#8217;ofa ist das Schiff, das nach der F\u00e4hrkatastrophe von 2009 in Dienst gestellt wurde *, und kommt w\u00f6chentlich einmal hierher, \u00fcblicherweise in &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2012\/06\/19\/eine-kokosnuss\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-rd","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1687"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1687"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1811,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1687\/revisions\/1811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}