{"id":173,"date":"2008-04-30T09:08:00","date_gmt":"2008-04-30T07:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=173"},"modified":"2012-09-07T13:40:38","modified_gmt":"2012-09-07T01:40:38","slug":"zustandsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2008\/04\/30\/zustandsbericht\/","title":{"rendered":"Zustandsbericht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">09?54,8 N 021?36.4 W, auf dem Weg nach Brasilien &#8211; 30.4.2008<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zust\u00e4nde sind das hier&#8230;<br \/>\nMitternacht, Bordzeit, nach UTC ist es 01:00. Drau\u00dfen ist es stockduster, ich sitze leicht gesch\u00fcrzt im Cockpit und beobachte, wie Herr Windpilot mit dem bisschen Wind umgeht, das uns vorantreibt. Wenn man bei 2 Knoten Fahrt von &#8222;treiben&#8220; sprechen kann. Und er macht es einwandfrei, sehr gut, kleiner Apparat! Das Schiff rollt ein bisschen vor sich hin, die Genua ist ausgebaumt und wir hoffen, dass wir das Konstrukt nicht w\u00e4hrend der Nacht wegnehmen m?ssen, weil etwa der Wind gedreht hat &#8211; der Spibaum ist n\u00e4mlich zwischen den Wanten durchgesteckt, das ist immer ein sch\u00f6nes Vorschiffskunstst\u00fcck &#8211; je Welle, umso lustig.<br \/>\nSo weit zum aktuellen Bootszustand, an dem wir eigentlich \u00fcberhaupt nichts meckern k\u00f6nnen. Das Wetter ist so, wie es ist, und leichtwindig l\u00e4uft es auf eine lange Reise hinaus, die wir \u00fcbrigens, nicht beabsichtigt, aber doch willkommen, wieder im P\u00e4ckchen unternehmen, dieses Mal mit der PRESENT. Muss nicht, kann aber, wie R\u00fcdiger Hoffmann sagen w\u00fcrde, aber uns macht es Spa\u00df, miteinander zu funken, Taktiken abzusprechen und den K\u00fcchenzettel abzugleichen, und es gibt dazu ein Gef\u00fchl der R\u00fcckversicherung, sehr angenehm. Bis zum Waypoint bei 6\u00b0 N und 26\u00b0 W, von dem aus wir \u00fcber den \u00c4quator hoppeln wollen, sind es noch ein paar hundert Meilen bzw. mindestens 3 oder 4 Tage, und  beim gerade herrschenden Wind darf es noch f\u00fcr f\u00fcnf Pfennig mehr Zeit sein, die wir uns aufpacken werden. Allerdings h\u00f6rten wir von Petite Fleur, die ja zwei Tage voraus sind und mit der wir morgens und abends auf der Kurzwelle funken, dass sie heute abend wieder Wind gefunden haben, das berechtigt zu den sch\u00f6nsten Hoffnungen.<br \/>\nWir sind sehr gespannt auf den \u00c4quator, nicht nur ob es nun hoppelt oder nicht, sondern vor allem, wie sich die Konvergenzzone gestaltet. Mit oder ohne Blitz, mit oder ohne Wind &#8211; nur eines wird es bestimmt geben: Regen, und das freut uns, wird er doch die Reste der Sahelzone von der AKKA absp\u00fclen. Wir horchen flei\u00dfig Intermar nach Wetterinfos aus, nachmittags um 16:30 UTC, das ist 18:30 MESZ! Kann man im Internet mith\u00f6ren &#8211; wir sind so ab 16:50 dran&#8230; Eben habe ich ein Wetterfax von New Orleans aufgenommen, das die Kalmen anzeigt und Gewitterzellen, aus der Kurzwelle quellen die Wettervorhersagen und -analysen. Meteorologischer Zustand: unter Kontrolle, sofern das \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist.<br \/>\nDer pers\u00f6nliche Zustand ist auch meckerfrei, obwohl man ja auch mal Szenen einer Bordehe beschreiben k\u00f6nnte&#8230; Zum Beipiel die letzten 24 Stunden: Der Eigner kickt w\u00e4hrend meiner Wache nachts um 1 Uhr ein Forschungsprogramm &#8222;Segeltrimm&#8220; los. Als er von mir energisch in die Koje verwiesen wird &#8211; je l\u00e4nger er in seiner Freiwache (hyper)aktiv ist, umso mehr f\u00fchle ich mich ebenfalls zu schlafraubenden \u00dcberstunden verpflichtet &#8211;  mault er, dass er dann eben zum Wachwechsel um 2 weiterspielen m\u00fcsse. Gut gespielt &#8211; heute fr\u00fch lagen wir feine 5 Meilen hinter der PRESENT zur\u00fcck. Dann die Schipperin, die ein bissschen verpennt das Fr\u00fchst\u00fcck bereitet &#8211; Kaffee, Eier, Toast &#8211; bis sie den Eigner im Cockpit ein fr\u00f6hliches &#8222;Schwarzbrot ist das sch\u00f6nste Brot!&#8220; anstimmen h\u00f6rt. Wie kann es sein, dass man neben dem Campingtoaster steht und nicht merkt, dass man das sch\u00f6ne, selbst gebackene Brot abfackelt?! Wir schwanken also zwischen Spa\u00df und M\u00fcdigkeit und suchen die Balance zwischen Reibung und Harmonie.<br \/>\nUnd wenn es denn mal nicht so harmonisch l\u00e4uft, kommt ein Tagesabschluss wie der heutige: Der Chef hat gerade den Kopf abgelegt um ein versp\u00e4tetes Mittagsschl\u00e4fchen zu halten, ich sitze auf der Ducht und lese und halte Wache, da rattert die Angel. Unser erster Fisch \u00fcberhaupt k\u00fcndigt sich an! Andreas f\u00e4hrt etwas verwirrt aus dem Nickerchen auf, und dann folgen 25 Minuten harter Arbeit. Vor allem f\u00fcr den Bonito, der da angebissen hat: Abtauchen, springen und irgendwann gibt er auf. Jetzt liegt er filettiert im K\u00fchlkasten (und wird auch teilweise schon verdaut! Lecker!) &#8211; 4 kg frischester Fisch, das reicht erst einmal. Dennoch: so ganz haben wir beide noch nicht verstanden, wo der Sport-Spa\u00df an der Angelei sein soll. Irgendwie tat er uns leid, der sch\u00f6ne Fisch.<br \/>\nDas war zum Abschluss der Seelenzustandsbericht. Man k\u00f6nnte auch sagen: es geht uns gut!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09?54,8 N 021?36.4 W, auf dem Weg nach Brasilien &#8211; 30.4.2008 Zust\u00e4nde sind das hier&#8230; Mitternacht, Bordzeit, nach UTC ist es 01:00. 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