{"id":2261,"date":"2013-08-04T06:58:00","date_gmt":"2013-08-04T06:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=2261"},"modified":"2013-08-08T21:21:11","modified_gmt":"2013-08-08T09:21:11","slug":"funny-funny","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2013\/08\/04\/funny-funny\/","title":{"rendered":"Funny, funny"},"content":{"rendered":"<p>Ilot Brosse\/Ile des Pins, 4.8.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Funny. Strange. Dr\u00e0\u00b4le, wie man hier sagen w\u00fcrde. Hatten wir k\u00fcrzlich beklagt, dass wir faulen Segels\u00e4cke vom \u00fcber Wochen stehenden S\u00fcdost-Passat an der Weiterreise nach S\u00fcden gehindert w\u00fcrden, h\u00e4lt uns jetzt das eher unstete Wetter fest. Wir wollen ja noch zu den Loyalities und dann weiter nach Vanuatu, aber der Blick heute fr\u00fch auf die Wettervorhersage zeigt zun\u00e4chst mal allerlei lustige Windrichtungen, die nicht unbedingt zum Segeln taugen: zu wenig, zu n\u00f6rdlich, \u00fcberhaupt wechselnd. Also sitzen wir vor der Ilot Brosse (zu deutsch: das &#8222;B\u00fcrsteninselchen&#8220;, nomen est omen &#8211; ein flach bewaldeter &#8222;Stiel&#8220; mit einem B\u00fcrstenkopf aus hohen Araukarien!) und \u00fcberlegen, was uns an Pausenf\u00fcller so einf\u00e4llt. Was nat\u00fcrlich Quatsch ist, weil Pausenf\u00fcller gibt es immer an Bord &#8211; wir haben in den letzten Wochen peu \u00e0\u00a0 peu das Teakdeck gereinigt und aufgehellt, und vor allem der Eigner hat seine Knie geschunden und mit einem kleinen Rasiermesser-Hobelchen die \u00fcberstehenden &#8222;Gummi&#8220;n\u00e4hte heruntergeschnitten. Das Cockpit-Sprayhood braucht eine Reparatur, wir fahren n\u00e4mlich unter dem alten, und das hat einen Riss an einer Naht &#8211; was bedeutet, dass man schon \u00fcber den Neubau der \u00fcbern\u00e4chsten Sprayhood-Version nachdenkt. UV-Dauerbestrahlung bleibt halt nicht ohne Folgen. Beispiel: Besansegelkleid. Als ich im letzten Jahr mal wieder zwecks besserer Sicht im Riff auf den Besan kletterte, sagte es sanft &#8222;rrratsch!&#8220;. Das Ding war absolut f\u00e4llig &#8211; aus den nicht ganz so frontal bestrahlen Seitenteilen lie\u00df sich noch eine H\u00fclle f\u00fcr eine andere Persennig fertigen, aber die kriegt schon vom Angucken Risse. Such is life, und es f\u00e4llt uns immer etwas ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Life ist aber auch auf der menschlichen Ebene manchmal ein bisschen drollig und voller \u00dcberraschungen: zum ersten Mal auf dieser langen Reise f\u00fchlen wir uns so furchtbar willkommen nicht. Als der Wind letzte Woche auf West zu drehen drohte, war klar, dass wir den Ankerplatz wechseln m\u00fcssen, denn die Baie de Kuto ist nach Westen vollkommen offen. Prima &#8211; wir konsultieren den (\u00fcbrigens sehr empfehlenswerten!) Rocket-Guide von Richard Chesher, ein digitales Werk mit in Navigationsprogramme \u00fcbertragbaren Routen und anderem Schnickschnack, und finden &#8222;gleich umme Ecke&#8220; zwei sch\u00f6ne Ankerpl\u00e4tze, die noch dazu als &#8222;schwellfrei&#8220; gepriesen werden. Wir f\u00e4deln unseren Weg dorthin, drehen des Eigners geliebte Schwoikreisrunde (ob nicht vielleicht ein Korallenkopf von unten lauert), und als ich gerade den Anker w\u00e4ssern will, pfeift es durchdringend von Land. Vielleicht eine halbe Meile weg, also nicht gerade vor irgendeiner Haust\u00fcr, und irgendjemand fuchtelt mit den Armen. Hmmm. Hmmm?! Merkw\u00fcrdig. Anker f\u00e4llt, gr\u00e4bt ein, wird von mir abgetaucht, alles prima, Westwind kann kommen. Nun war dieser Tag der P&amp;O-Tag, und nach einer Weile kommt ein Motorb\u00f6tchen mit einer Handvoll Cruiselinertouristen vorbei &#8211; und der hiesige Bootsf\u00fchrer bedeutet uns mit einer herrischen Armbewegung, dass wir hier zu verschwinden h\u00e4tten, und hinterl\u00e4sst eine AKKA-Crew voller Zweifel. Warum? Oberfl\u00e4chlich betrachtet st\u00f6ren wir hier &#8222;keine Sau&#8220;, h\u00f6chstens andere Viecher, zum Beispiel die dicke &#8222;Tricot Ray\u00e9&#8220;-Seeschlange vorhin beim Ankern. Na gut. Verholen wir uns in die n\u00e4chste Bucht, genau so gut oder sogar noch besser, da weiter unter Land. Wir f\u00e4deln uns zur\u00fcck und &#8230; siehe oben, das volle Programm, einf\u00e4deln ins Riff, Schwoikreisrunde, Anker dippen &#8211; und schon fuchtelt es vom Strand, dieses Mal Mann, Frau, Kind, Hund &#8211; der Hund wedelt nur, aber der Mann, der schwingt die Faust und zu allem \u00dcbel auch noch die Machete. O.k., o.k. Wir hauen ab. Langsam wird der Ankerplatzvorrat etwas d\u00fcnn, und wir verholen uns in die n\u00e4chste Bucht, die von den Cruiselinern als Schnorchel&#8220;paradies&#8220; genutzt wird, und verbringen zwei ruhige Tage im Windschatten der Halbinsel. Nicht ohne die Leute zu befragen, was es mit diesen Drohgeb\u00e4rden auf sich hat. Die nette Frau vom Langustengrill (es ist, wie gesagt, P&amp;O-Tag!) meint, dass die Segler die Str\u00e4nde verschmutzen, und dass man zur Chefferie in Vao gehen muss, um bei der traditionellen Stammesverwaltung eine Erlaubnis zu erlangen; aber die Ilot Brosse sei in Ordnung. Der Taxibootfahrer vom Hotel sagt , dass niemand das Recht habe, ankernde Segler zu verscheuchen. Die Polizei vermutet, dass wir zu dicht am Siedlungsgebiet der &#8222;tribu&#8220;, der St\u00e4mme, gewesen seien, man m\u00fcsse mal die lokalen Detailkarten konsultieren &#8211; aber die Ilot Brosse, die sei&#8230; (siehe oben). Und nun sind wir an der Ilot Brosse, denn der Westwind ist weg. Es ist ruhig, blaues Wasser trotz grauen Himmels, der Anker liegt tief eingegraben im Sand. Samstagnachmittag vor einer unbewohnten Insel, weit ab vom Ufer. Unbewohnt, aber nicht ganz unbelebt, denn ein paar Wochenendausfl\u00fcgler aus Noumea haben sich hier von zwei Taxibooten absetzen lassen. Kommt eines der Boote dicht bei uns vorbei&#8230; Das war ja zu erwarten: eine ostentative Armbewegung: &#8222;Verschwindet!&#8220; F\u00fcr heute Nacht haben wir uns dar\u00fcber hinweggesetzt, wir h\u00e4tten auch gar nicht mehr bei gutem Licht hier heraus gefunden. Aber so richtig verstanden haben wir noch nicht, was Stammesgebiet ist und was nicht. Irgendwas ist komisch hier. Ob das eine Art &#8222;Sport&#8220; ist? Hat das was mit den Franzosen zu tun? Im direkten Umgang sind die Insulaner, sagen wir mal: zur\u00fcckhaltend. Auf unseren Radtouren dagegen winken alle fr\u00f6hlich und freundlich, so wie wir es von den anderen Inseln kennen. Ankern wir hier innerhalb (ziemlich weitr\u00e4umiger) Territorialgrenzen und das sollen wir nicht? Der Segelf\u00fchrer schweigt sich dazu aus. Immerhin, wir haben noch einen Pausenf\u00fcller. Und auf den Loyalities soll es strikter zu gehen. Mal gucken!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ilot Brosse\/Ile des Pins, 4.8.2013 Funny. Strange. Dr\u00e0\u00b4le, wie man hier sagen w\u00fcrde. 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