{"id":2368,"date":"2013-09-15T04:17:00","date_gmt":"2013-09-15T04:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=2368"},"modified":"2013-09-20T19:07:53","modified_gmt":"2013-09-20T07:07:53","slug":"tick-the-box-dugong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2013\/09\/15\/tick-the-box-dugong\/","title":{"rendered":"Tick the Box: Dugong"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Lamen Bay, Epi\/Vanuatu, 15.9.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reinfahren, Ankerdippen &#8211; und schon war er da, der ber\u00fchmte Dugong von Epi. Ganz kurz die Nasenl\u00f6cher gezeigt, und ehe ich den Eigner auf die Stelle aufmerksam machen konnte, war er auch schon wieder abgetaucht. Scheues Gesindel. Das nachfolgende Schwimmen brachte leider keine weitere Sichtung, obwohl es doch hei\u00dft, dass der hier lebende Dugong ein zahmer ist und Dugongs im Allgemeinen auch ganz neugierig sind. Mal gucken, ob wir ihn atmen h\u00f6ren, wenn alle neugierigen Segler unter Deck sind. Pfuu-uu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Woche in Nord-Efate war ruhig und zeigte &#8211; nur ein paar Kilometer abseits von der 40.000-Einwohner-Metropole Vila &#8211; ein l\u00e4ndliches Vanuatu. Zugegeben, &#8222;rural Vanuatu&#8220; sieht man schon, wenn man nur die (beiden) Hauptstra\u00dfen von Vila verl\u00e4sst &#8211; es sind nur wenige Schritte bis in die Gegend, in der man unter dem traditionellen Palmblattdach lebt und sein G\u00e4rtchen pflegt, wo Kinder auf dem unbefestigten Hof die selbst gebastelten Stock-und-Draht-Autokonstruktionen &#8222;fahren&#8220; und man sich seinen Weg um Hunde, H\u00fchner und das eine oder andere Schwein bahnen muss. Aber das Stadtleben brummt im Hintergrund, was in Ulei und den umgebenden D\u00f6rfern, die wir am Montagabend erreichten, g\u00e4nzlich entf\u00e4llt. Man sieht es nach Sonnenuntergang: Beleuchtung? Null. Nur die Yachten, die sind bislang allgegenw\u00e4rtig. Verst\u00e4ndlich, denn es ist attraktiv hier, eine wirklich ansehnliche, vulkanisch-bergige Landschaft, \u00fcppig gr\u00fcn mit grauen Regenwolken um die Berggipfel, mal vor schwarzem Vulkans trand, mal im blauen Korallenwasser. So ist Havannah Harbour.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch der Havannah Harbour ist nicht ausschlie\u00dfliches ni-Vanuatu-Gebiet &#8211; historisch ein ex-US-Marinest\u00fctzpunkt aus Weltkrieg-II-Tagen, sehr eindr\u00fccklich zu erkennen an einer Seekarte, die im Resort &#8222;The Havannah&#8220;, h\u00e4ngt: die ganze, mehrere Meilen lange Bucht war in 600-yard-Mooringkreise aufgeteilt, f\u00fcr die Kriegsschiffe, und diese Verwendung hat Spuren hinterlassen. Zum Beispiel in Form einer niedlichen Strandh\u00fctte, die als &#8222;WWII-Museum&#8220; firmiert und au\u00dfer Geschossschrott, Milit\u00e4rbesteck und anderem Strandgut zahlreiche Coca-Cola-Flaschen zeigt, vornehmlich von den Abf\u00fcllstellen in Oakland und San Francisco. \u00dcbrigens hat hier der John-Frum-Kult* seinen endg\u00fcltigen Schwung bekommen, denn Jon-Frum bedeutet nichts anderes als &#8222;John from (America)&#8220;. Mittlerweile wird die Gegend um &#8222;Port Havannah&#8220; f\u00fcr gehobene Feriendomzile (in Planung) genutzt. Dennoch haben wir im &#8222;The Havannah&#8220; einen Fruchtpunsch geschl\u00fcrft, trotz &#8222;no kids&#8220;-Regel eine sehr nette Umgebung. Netter noch allerdings war der Gang dorthin, denn man kommt immer wieder mit diesen unglaublich freundlichen Leuten ins Gespr\u00e4ch. Die Gem\u00fcseverk\u00e4uferin am Stra\u00dfenrand, den Stand gleich am Rande des G\u00e4rtchens, die ihre mit genauen Preisen ausgezeichneten Gurken, Tomaten und Bohnen ebenso im Auge h\u00e4lt wie den kleinen &#8222;Kindergarten&#8220; zu ihren F\u00fc\u00dfen. Hier drau\u00dfen wird es sprachlich \u00fcbrigens schon ein bisschen schwieriger, mit &#8222;nur-Englisch&#8220;, wahlweise &#8222;nur-Franz\u00f6sisch&#8220;. Etwas Bislama w\u00e4re nicht schlecht &#8211; an die lokalen Sprachen wollen wir uns ja gar nicht erst wagen, das bekommt Vagabunden hier schlecht: alle paar Kilometer etwas Neues. Wir treffen Sch\u00fcler auf dem Weg von der Schule (klar, Englisch!). In Elony und Betty auf dem Heimweg vom Resort vereinigen sich zwei Welten &#8211; die dezent gebl\u00fcmte Dienstbluse mit &#8222;The Havannah&#8220;-Schildchen und dazu ein Protestgeschrei aus Bettys linker Hand: entweder ist dem an den Fl\u00fcgeln gehaltenen, frisch eingefangenen Hahn die Schwatzpause mit uns langweilig, oder, wie der Eigner eher meint, ihm schwant, dass er noch heute &#8222;Mittelpunkt der Party&#8220; sein wird. Bettys Tochter hat n\u00e4mlich 12. Geburtstag, und da soll es etwas Gutes zum Dinner geben&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stapfen wir ein paar Tage durch&#8217;s Geb\u00fcsch, l\u00f6sen das R\u00e4tsel der immer wieder beobachteten Feuer &#8211; kleine Rodungsfeuer, nichts Schweinebedrohliches, stattdessen machen die Ascheflocken eine Schweinerei an Deck der AKKA (also hei\u00dft es: verholen&#8230;). Wir nehmen die Parade der Nakamals ab, der Kava-Buden, an denen sich abends die M\u00e4nner die n\u00f6tige Bettschwere holen &#8211; Petroleumlampen leuchten einem den Weg zur n\u00e4chsten Kava-Tr\u00e4nke. Ich las gerade noch einmal \u00fcber die Kava-Herstellung auf Tanna, und ich bin mir sicher, dass ich kein Getr\u00e4nk probieren muss, das schon mal jemand vor mir im Mund gehabt hat. Selbst wenn vielleicht die Kavawurzel nicht \u00fcberall gekaut und der Brei dann zur Weiterverarbeitung in die Schale gespien wird: unsere Abenteuerlust wird an dieser durch den endlichen Antibiotikavorrat in unserer Medizinkiste begrenzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den t\u00fcrkisfarbenen Paradiesankerplatz im Westen von Lelepa-Island verlassen wir sehr rasch wieder: zu schwierig, hier den Anker zu platzieren, ohne mit heilen Korallen in Konflikt zu geraten; mehr ein Ziel f\u00fcr das Dinghy als f\u00fcr das ganze Schiff. Und so weiter, und so weiter. Eine ganz normale Ruhewoche im Westpazifik. Und nun der Dugong. Ich werde mal das Kayak aufpusten. Wir m\u00fcssen doch schauen, ob der Dugong, falls es ein M\u00e4nnchen ist, Paarungsverhalten zeigt. Das muss toll anzuschauen sein: die dicken T\u00f6nnchen (400-900 kg!) machen Unterwasser-Situps, wenn sie die M\u00e4dels beeindrucken m\u00f6chten&#8230;&#8220;sixpacks&#8220; gelten ja auch in Menschenkreisen etwas, d\u00fcrften hier aber schwerlich zustande kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; *Jon Frum. Dazu h\u00e4tte ich aus Tanna etwas sagen sollen. L\u00e4sst sich ergoogeln, aber ganz grob ist es ein &#8222;Cargo&#8220;-Kult, der zwar christlich beeinflusst ist, sich aber gleichzeitig auf die traditionelle Lebensweise beruft. Die Amerikaner hatten Tannaesen f\u00fcr die Arbeiten auf Efate besch\u00e4ftigt und wurden wegen der vielen technischen Segnungen, die sie mitbrachten, als Gesandte von &#8222;Jon Frum&#8220;, dem Messias, begriffen, der im Vulkan lebe. Als nach dem Krieg weiterer &#8222;Cargo&#8220;, sprich: Konsumneuerungen, ausblieben, versuchte man Kontakt mit Jon Frum aufzunehmen, indem man &#8222;Funkanlagen&#8220; , Kopfh\u00f6rer und andere &#8222;Lockmittel&#8220; aus Konservendosen fertigte. Der Jon-Frum-Kult ist mittlerweile eine annerkannte Religion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lamen Bay, Epi\/Vanuatu, 15.9.2013 Reinfahren, Ankerdippen &#8211; und schon war er da, der ber\u00fchmte Dugong von Epi. Ganz kurz die Nasenl\u00f6cher gezeigt, und ehe ich den Eigner auf die Stelle aufmerksam machen konnte, war er auch schon wieder abgetaucht. 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