{"id":2907,"date":"2014-06-17T09:08:23","date_gmt":"2014-06-16T23:08:23","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=2907"},"modified":"2014-06-17T09:10:18","modified_gmt":"2014-06-16T23:10:18","slug":"von-null-auf-kaffee-in-60-minuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2014\/06\/17\/von-null-auf-kaffee-in-60-minuten\/","title":{"rendered":"Von Null auf Kaffee in 60 Minuten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Cid Harbour, 16.6.2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nett war es in der Keppel Bay Marina; wir konnten &#8211; dank kostenfreiem Marina-Auto &#8211; in Yeppoon einkaufen, wir haben uns zweimal von der besonders guten K\u00fcche des Marinarestaurants verw\u00f6hnen lassen, und Freundschaft mit einem Wegelagerer geschlossen, der auf einer benachbarten Motoryacht lebt (auch diese Marina ist \u00fcberwiegend von Australiern bev\u00f6lkert, die auf Dauer an Bord wohnen!) . Dem Wegelagerer haben wir den Namen &#8222;General Patt&#8217;n&#8220; gegeben, ein Sch\u00e4ferhund-Bullterrier-Mischling, der sich immer &#8222;patten&#8220; lie\u00df, wann immer man vorbei kam.\u00a0 Es sei denn, er hatte gerade mal mit M\u00f6wenerschrecken zu tun, sein zweitliebstes Ding.\u00a0 Alles sehr heimelig, aber am Freitag stellte sich Reisewetter ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fche Abreise &#8211; 32 Stunden sp\u00e4ter liefen wir am Sonnabend bei gemischtem Wetter in Scawfell ein, einer kleinen Insel mit einem tiefen Einschnitt, der einem Vulkankrater nicht un\u00e4hnlich ist. Hier sollte man gut \u00fcbernachten k\u00f6nnen. Denkt man so. War aber nicht so!\u00a0 Der hohe Kraterrand bietet wieder einmal einen perfekten Fallb\u00f6enverst\u00e4rker.\u00a0 Um 20 Uhr fragt der von der Passage etwas \u00fcbern\u00e4chtigte Eigner: &#8222;&#8230; Ankerwache?! &#8220; Ankerwache.\u00a0 Drau\u00dfen bl\u00e4st es in B\u00f6en bis zu 30 Knoten und das an einem Ankerplatz, den wir nicht kennen und der einen Tidenhub von 5 m hat&#8230; Der Segelf\u00fchrer sagt &#8222;&#8230; good holding&#8220;, und dennoch brauchten wir zwei Versuche bis der Anker hielt &#8211; da reicht uns der Ankeralarm vom Plotter nicht wirklich.\u00a0 Richtige &#8222;Wache&#8220; ist es nicht, aber w\u00e4hrend einer schl\u00e4ft, liest und d\u00f6st der\/die andere, und darum darf der Schl\u00e4fer sich die Mickeym\u00e4use aufsetzen, die das Geheule der Fallb\u00f6en zuverl\u00e4ssig ausschalten.\u00a0 Gegen Mitternacht wird es etwas weniger &#8211; ab und zu guckt man mal aus dem Luk und checkt die eigene Position gegen\u00fcber den anderen Ankerliegern, denn es haben sich noch 2 Motoryachten, ein kleiner Wharram-Katamaran und eine ebenso kleine Sloop eingefunden, alle diverse 100 m von einander entfernt; eigentlich sollte man bei Vollmond gute Sicht haben, aber gegen die dicke Wolkendecke kommt er nicht an, der Mond.\u00a0 Um 1 geht der Ankeralarm los, das erzeugt immer einen kurzen Adrenalinschub, bis der Blick auf den Plotter best\u00e4tigt, dass sich AKKA nicht vom Ankerpunkt entfernt, sondern sich in einer Winddrehung aus der Warndistanz hinaus bewegt hat.\u00a0 Gut, das l\u00e4sst sich schnell nachregeln &#8211; aber trotzdem ist es eine &#8222;mit halbem Ohr drau\u00dfen&#8220;-Nacht, die man auf dem Salonsofa verbringt, und als es hell wird, sieht noch immer alles grau und wenig verlockend aus. Aufbruch. Fr\u00fchst\u00fcck auf See. Wir fahren weiter!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und siehe da, es klart ein bisschen auf, es wird ein sch\u00f6ner Segeltag zum Kennedy-Sound.\u00a0 Zum Nachmittagsritual-Kaffee sind wir vor Shaw Island.\u00a0 DIe Bucht meilenweit, die Berge nicht so steil, und au\u00dfer zwei Motoryachten trudelt abends nur noch die kleine Sloop vom Vortag ein und legt sich &#8211; wie gestern &#8211; ziemlich dicht unter Land.\u00a0 Wir fallen fr\u00fch um, denn wie allseits bekannt spielt es \u00fcberhaupt keine Rolle, ob man 1, 3 oder 10 N\u00e4chte durchsegelt, denn &#8222;durch den Wind&#8220; ist man so oder so; oder nein, vielleicht geht&#8217;s ab 3 N\u00e4chten dann doch besser, man gew\u00f6hnt sich an die Wachrhythmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann bricht der Montag im Kennedy Sound an.\u00a0 Die AKKAnauten w\u00e4lzen sich aus dem Bett &#8211; nach einem herrlich erholsamen, langen Nachtschlaf &#8211; das\u00a0 musste jetzt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fchst\u00fcckszeit. Kaffeewasser aufsetzen &#8211; dabei f\u00e4llt der Blick aus dem Fenster: &#8222;&#8230; der kleine Segler ist schon weg!&#8220;.\u00a0 Nein, sagt Andreas, der hat sich nur nach achtern verholt&#8230;\u00a0 Hat er das?!\u00a0 Hat er nicht!\u00a0 In einem merkw\u00fcrdigen Winkel zum Wind treibt das Boot buchtausw\u00e4rts.\u00a0 Was tun? Erst mal funken, der Eigner meint allerdings:\u00a0 &#8222;&#8230; wenn er schlafen wollte, ist die Funke aus!&#8220;, aber man kann&#8217;s ja mal versuchen.\u00a0 Erfolglos, nat\u00fcrlich.\u00a0 Da bleibt nur eines: &#8222;Operation Fr\u00fchst\u00fcck&#8220; unterbrechen, ankerauf gehen, Segler wecken.\u00a0 Hm&#8230; Es bl\u00e4st so betr\u00e4chtlich wie es str\u00f6mt &#8211; will sagen: die AKKAnase zum Aufholen in Linie mit der Ankerkette zu halten ist ein m\u00fchsames Spiel.\u00a0 Nat\u00fcrlich springt in dieser Situation erstmalig in meiner Karriere als anchorwoman die Kette aus dem Bugbeschlag. Ausrichten gegen Wind und Strom, Kette heben und auf die Rolle hieven&#8230; gut Ding will Weile haben!\u00a0 Zwischendurch immer mal Blicke nach achtern, zum Segelfreund &#8211; keine Crew in Sicht. Dann kommt unser Haken hoch, schwer beladen mit Schlick. Auf Richtung Lindeman Island, die Sloop wird zusehends kleiner und da wartet ein Flach&#8230;\u00a0 Wir sind vielleicht auf 200 m ran, da bewegt sich was an Deck &#8211; das war wohl ein Fall von Tiefschlaf. Der \u00e4ltere Herr Einhandsegler beginnt gerade, im Schneckentempo seinen slipenden Anker hochzuholen.\u00a0 Wir drehen eine Ehrenrunde um ihn herum. Alles klar?! Alles Klar!\u00a0 Danke.<br \/>\nWir laufen zur\u00fcck zum alten Ankerplatz und machen es uns noch f\u00fcr ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck gem\u00fctlich.<br \/>\nVon Null auf Kaffee\u00a0 in 60 Minuten &#8211; das h\u00e4lt frisch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Theorie:\u00a0 der Einhandsegler ist bei Ebbe eingelaufen, hat geankert und nur so viel Kette gegeben, wie es der relativ niederige Wasserstand erfordert. Und dann ist er schlafen gegangen, wahrscheinlich ebenso \u00fcbernachtigt wie wir &#8211; bei 4m (und mehr)\u00a0 Tidenhub kann das, wie man sieht, ins Auge gehen.\u00a0 Rein rechnerisch: Ebb-Wasserstand 4 Meter . Gerade kleine Boote geizen gern mit der&#8220;Mindestkettenl\u00e4nge&#8220; , das macht in diesem Fall 12 m&#8230; Steigt der Wasserstand bei Flut auf 8 oder 9 Meter, dann sind die 12 m Kettel\u00e4nge so gut wie nichts.\u00a0 Dumm gelaufen, aber gut gegangen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen 10 ist unsere Fr\u00fchst\u00fccksitzung beendet, und wir brechen Richtung Drent Channel auf, ab 13 Uhr soll der Tidenstrom in unserer Richtung setzen. Was er dann auch tut.<br \/>\nWir liegen im &#8222;Cid Harbour&#8220; im Whitsunday Archipel &#8211; viele Australier hier! Morgen ist Landausflug in den Nationalpark angesagt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cid Harbour, 16.6.2014 Nett war es in der Keppel Bay Marina; wir konnten &#8211; dank kostenfreiem Marina-Auto &#8211; in Yeppoon einkaufen, wir haben uns zweimal von der besonders guten K\u00fcche des Marinarestaurants verw\u00f6hnen lassen, und Freundschaft mit einem Wegelagerer geschlossen, &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2014\/06\/17\/von-null-auf-kaffee-in-60-minuten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-KT","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2907"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2909,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions\/2909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}