{"id":2910,"date":"2014-06-26T14:26:47","date_gmt":"2014-06-26T04:26:47","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=2910"},"modified":"2014-06-26T14:40:36","modified_gmt":"2014-06-26T04:40:36","slug":"jaa-jaa-jaa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2014\/06\/26\/jaa-jaa-jaa\/","title":{"rendered":"Jaa, jaa, jaa&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Cairns, 26.6.2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jahaa!\u00a0 Es wird Zeit mal wieder was zu bloggen.\u00a0 Gelegenheit dazu ist heute, denn es tr\u00fcbt sich ein, und vor uns hat gerade ein neuer Katamaran geankert, den wir noch im Auge behalten m\u00fcssen: auch unsere Ankerkette hat sich in der ersten Nacht r\u00e4tselhaft &#8222;gestreckt&#8220;.\u00a0 Wir haben es hier mit Wind und Tide zu tun &#8211; und mit dem Fluss, in dem wir ankern.\u00a0 Landausflug verschoben &#8211; w\u00e4hrend ich mir hier M\u00e4rchen ausdenke, plant Andreas den weiteren Verlauf der Reise.\u00a0 Auch dazu wird es Zeit: weiter nach Norden zu r\u00fccken &#8211; allerdings dauert es doch noch den einen oder anderen Tag, morgen reisen n\u00e4mlich die ENOLAner aus Whangarei an, die eine Campingreise vorhaben und sich mit uns zum noch zu definierenden Abendessen verabredet haben. Wer h\u00e4tte gedacht, dass wir uns auf unserer Reise noch einmal treffen&#8230;\u00a0 Es macht mich, mal ganz nebenbei bemerkt, ein bisschen nachdenklich\/melancholisch, dass wir uns aus dem Pazifik zur\u00fcckziehen.\u00a0 Es ist das Syndrom, das ich bei anderen Seglern beobachtet und \u00fcber das ich gern gelacht habe: das &#8222;Oh nein! Noch immer die halbe Welt vor uns!&#8220;-Syndrom, ich bin vom Gegenteil befallen, der &#8222;oh, nein &#8211; wir sind auf dem R\u00fcckweg!&#8220;-Neurose.\u00a0 Von <em>Heim<\/em>weg will ich gar nicht sprechen. Ganz im Gegensatz zur Wigwam \u00fcbrigens, die mit 7-Meilenstiefeln den Atlantik hinauf marschiert. Vor gut einem Jahr haben wir &#8222;tsch\u00fcss&#8220; gewunken, in Noum\u00e9a.\u00a0 Schaut selbst <a href=\"http:\/\/sywigwam.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">wo sie sind<\/a>&#8230;<br \/>\nAber wat mutt, dat mutt, und das gilt auch f\u00fcr AKKA. Von hier aus sind es noch 450 Meilen &#8222;as the crow\/kakadu\/pelican flies&#8220; bis zum Cape York und in den Indischen Ozean hinein; wir werden uns die Strecke in ein paar H\u00e4ppchen aufteilen.\u00a0 Ich las zum Beispiel gerade bei einem anderen Schiff von einem Ankerplatz, den wir auch ins Auge gefasst hatten: &#8222;&#8230; idyllisch, aber nicht zum Anlandgehen. Unser erstes Krokodil. 5 Meter, am Strand&#8220;.\u00a0 Da m\u00fcssen wir hin, auch wenn wir die rote Laterne haben, was den Zug der Yachten Richtung Indonesien betrifft. Ein holl\u00e4ndisches Schwesterschiff, die GIGGLES, ist gestern hier abgereist, aber tr\u00f6stlicherweise liegt hinter uns die MOET, die das gleiche Ziel hat. Dennoch ist der restliche Weg \u00fcberschaubar, ab Cape York sind es noch 800 (+) Meilen nach Darwin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Stippvisitentour entlang der Queenslandk\u00fcste hatten wir zuletzt in Cid Harbour unterbrochen &#8211; da w\u00e4re schon ein Blogbeitrag angesagt gewesen; Arbeitstitel &#8222;Die Niederlage &#8222;.\u00a0 Also gut:<br \/>\nWhitsunday Island. Vom Ankerplatz sind es nur wenige Minuten bis an einen kleinen Strand, wo zwei Wanderwege durch den nationalpark-gesch\u00fctzen Wald starten: zur Dugong Bay (&#8222;&#8230;nehmen Sie sich eine Stunde, leicht!&#8220;) und zum Whitsunday Peak (&#8222;Schwierig!\u00a0 4 Stunden&#8230;&#8220;)\u00a0 Also, soo schwierig kann ein Waldspaziergang nicht sein, sagt der Eigner, und nach einer Weile, die ich hinter ihm her keuche, sprintet er los. Ich marschiere gem\u00e4chlich weiter, vertreibe mir die Zeit, indem ich mein Smartphone anschmei\u00dfe, schlie\u00dflich erwartet frau bessere Empfangsbedingungen, je h\u00f6her sie steigt, und es gilt, vorsichtigen Kontakt mit der Australischen Einwanderungsbeh\u00f6rde aufzunehmen: unsere Visa laufen aus, und wir m\u00f6chten wissen, ob, wie und wo wir die verl\u00e4ngern k\u00f6nnen.\u00a0 Das Verfahren &#8222;Beh\u00f6rdenanrufe&#8220; scheint global gleich zu sein: &#8222;&#8230;f\u00fcr xy dr\u00fccken Sie die 1&#8230;&#8220;\u00a0 W\u00e4hrend ich 1, 4 ,5 , 1 und nochmals die 1 dr\u00fccke, stapfe ich den Erdpfad hinauf und umsteige &#8211; Nationalparkgel\u00e4nde! Naturbelassen&#8230; &#8211; das eine oder andere Holzbruchhindernis.\u00a0 Gut, dass ich mittlerweile wei\u00df, wie man den Lautsprecher des neuen Telefones aktiviert, so kann ich balancieren und es geht mit jazzigen Kl\u00e4ngen durch&#8217;s Geh\u00f6lz. Zwei \u00e4ltere M\u00e4nner kommen mir entgegen: &#8222;oh, not too far, not difficult!\u00a0 30 minutes or so&#8220;.\u00a0 Der zweite raunt mir im vorbeisteigen zu: &#8222;&#8230; von wegen.\u00a0 Glitschig und steil!&#8220; und hechelt demonstrativ. Das ist der mit dem Schmerbauch, nat\u00fcrlich.\u00a0 Das Telefon macht &#8222;t\u00fcdel\u00fc, schwa-bap-di-duu&#8220; &#8211; immer unterbrochen von interessanten Ansagen wie &#8222;&#8230; wenn sie weitere Informationen ben\u00f6tigen, gehen Sie auf unsere Website!&#8220; (nicht unter diesen Umst\u00e4nden!). &#8222;Sie ben\u00f6tigen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch mit uns dringend die Referenznummer und ihre Passdaten!&#8220; (alles an der Frau, auch im Walde); &#8222;&#8230;f\u00fcr Familienzusammenf\u00fchrung&#8230;&#8220; (n\u00f6.),\u00a0 &#8222;&#8230; wollen Sie studieren?!&#8220; (neienn!).\u00a0 Als ich &#8222;&#8230;checken Sie Ihre Visadaten auf unser vevo-Seite&#8220; das vierte Mal h\u00f6re, wird die Stimme kratzig. 30 Minuten sind mindestens verstrichen, ich habe keine Ahnung, wie weit ich bergauf vorgedrungen bin, aber hier oben kann der Empfang eigentlich ja nur besser werden&#8230; &#8222;beeeep&#8220; sagt das Telefon.\u00a0 Keine Netzabdeckung.\u00a0 Aha, ich bin auf der felsigen Abseite des Gipfels angekommen, wahrscheinlich genau \u00fcber der AKKA, die auch schlechten Telefonempfang bietet. Jetzt kommt wohl der glitschig-steile Teil.\u00a0 Muss ich das?! Muss ich nicht.\u00a0 Ich lasse mich nieder, lasse mir vom Telefon den GPS-Standort anzeigen (richtig geraten, knapp unter dem Gipfel), da knackt es im Unterholz: &#8222;&#8230; oh, Du bist ja weit gekommen! Von hier sind es nur noch 10 Minuten!&#8220;.\u00a0 Der fr\u00f6hlich-sportliche Pension\u00e4r von der AKKA auf dem Abstieg. Und stolz ist er auch noch: &#8222;&#8230; ich bin da richtig rauf gerannt!&#8220; Tja, wo ist meine Kondition geblieben?!\u00a0 Wir steigen gemeinsam ab und r\u00e4sonnieren &#8211; wieder einmal! &#8211; dar\u00fcber, wie man sich k\u00f6rperliche Fitness an Bord einer Segelyacht erh\u00e4lt.\u00a0 Nicht mal das seit kurzem in Mode gekommene Dauer-Anrei\u00dfen des kleinen Dinghymotors ist dazu geeignet: wir haben unsere Startpilotflasche wiedergefunden.\u00a0 Spr\u00fchen, rei\u00dfen, fertig.<br \/>\nDas war sie, meine Niederlage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Abend verbringen wir in freundlicher Runde auf einem Nachbarschiff, freuen uns auf unseren Muskelkater (dazu ist es gleich, wie weit man gekommen ist!) und beeindrucken Australier mit den vielen Dingen, die wir schon in ihrem Heimatland gesehen und erlebt haben; &#8222;richtige&#8220; Australier, wohlgemerkt, die lange im Outback gelebt haben, &#8222;da wo nichts selbstverst\u00e4ndlich ist&#8220;.\u00a0 Na, also.\u00a0 Das baut die niedergeschlagene Psyche wieder auf.<br \/>\nUnd macht stark f\u00fcr &#8222;Dugong Bay, allow 1 hour, easy&#8220;.\u00a0 Na gut &#8211; das war wirklich easy, wenn man erst mal die Abbruchkante \u00fcber dem Wasser erklommen hat.\u00a0 Lohn f\u00fcr diesen Trainingsgang ist ein Gespr\u00e4ch mit den Rangern, die den abgelegenen Campingplatz an der Bay versorgen. \u00dcber Naturschutz, Dugongs und Krokodile.\u00a0 Ja, genau, auch hier. &#8222;&#8230; aber der tut nichts!\u00a0 der bleibt in den Mangroven und hat es nur auf Fische abgesehen&#8230;&#8220;\u00a0 &#8211; und will wahrscheinlich nur spielen, oder?! Wir wissen Bescheid.\u00a0 Vorsicht walten lassen.\u00a0 Wir k\u00fcrzen den abschlie\u00dfenden Strandspaziergang deutlich ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Folgetag sieht uns an einer Mooring vor Black Island, in Sichtweite zum Hayman Island Resort. Solch eine Position wird strategisch immer wichtiger:\u00a0 Resort = Mobilfunkmast = Internetempfang; und das ist gut so, denn so k\u00f6nnen wir das Wetter der n\u00e4chsten Tage aus allen Perspektiven be\u00e4ugen &#8211; und entscheiden uns am fr\u00fchen Morgen f\u00fcr &#8222;Fr\u00fchst\u00fcck auf See&#8220;. Spontane Abreise nach Cairns. 54 Stunden sp\u00e4ter f\u00e4llt der Anker ins Flussbett. Und eine Premiere war zu verzeichnen. Wir hatten in erstaunlich-erschreckendem Abstand zu K\u00fcste&#8230; na, was wohl? Internetzugang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cairns, 26.6.2014 Jahaa!\u00a0 Es wird Zeit mal wieder was zu bloggen.\u00a0 Gelegenheit dazu ist heute, denn es tr\u00fcbt sich ein, und vor uns hat gerade ein neuer Katamaran geankert, den wir noch im Auge behalten m\u00fcssen: auch unsere Ankerkette hat &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2014\/06\/26\/jaa-jaa-jaa\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-KW","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2910"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2910"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2910\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2915,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2910\/revisions\/2915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}