{"id":3486,"date":"2015-01-29T10:24:40","date_gmt":"2015-01-29T02:24:40","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=3486"},"modified":"2015-01-29T11:25:44","modified_gmt":"2015-01-29T03:25:44","slug":"der-alte-holzmichl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2015\/01\/29\/der-alte-holzmichl\/","title":{"rendered":"Der alte Holzmichl"},"content":{"rendered":"<p>Pangkor, 28.1.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem schon zweimal gefragt wurde, ob denn der alte Holzmichl noch lebt und eben noch ein Weckruf aus Bremerhaven kam (&#8222;&#8230; lange nix geh\u00f6rt&#8230;&#8220;), hier die wichtige Nachricht: Ja, er lebt noch!<br \/>\nUnd er lebt nicht nur, er ruft aus diversen Orten des Schiffes sein freundliches &#8222;tschakk-tschakk-tschakk&#8220;, will sagen: auch wenn wir ihn nicht gesehen haben, gibt es einen Gecko an Bord, der herumlaufen kann. Entweder hat die ambulante Geckopflege ihn mit Hafthaarsocken versorgt, oder die Heilung ist rasch vorangeschritten.\u00a0 Ein klopfendes Ger\u00e4usch von Gekko-Kr\u00fccken haben wir jedenfalls nicht geh\u00f6rt. Wir sind sehr zufrieden mit dem Rekonvaleszenten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonst gibt es nichts Wesentliches zu berichten.\u00a0 Es ist halt Marinaleben angesagt, eher langweilig f\u00fcr Au\u00dfenstehende. Leer wird es hier, die meisten sind Richtung Langkawi und Thailand aufgebrochen. KIRA ist endg\u00fcltig verkauft, Beate und Detlev nach Deutschland ged\u00fcst, die KIRA selbst schon nach Norden aufgebrochen, man bastelt derzeit in Langkawi. W\u00e4hrenddessen w\u00e4chst mein Projekt Dinghycover. Wir werden dieser Tage das Klettband auf die Dinghyw\u00fclste aufbringen, und dann kann man die letzten Anpassungen vornehmen, damit das neue Kleid auch sch\u00f6n k\u00f6rpernah sitzt. Das Projekt nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch als in der Anleitung bei Cruiser&#8217;s Wiki avisiert (&#8222;&#8230; you can do it in one day, I prefer two days, cutting on day 1,\u00a0 sewing the other&#8230;). Ersetze &#8222;Tag&#8220; durch &#8222;Woche&#8220;, dann r\u00fccken wir schon n\u00e4her an die Wahrheit.\u00a0 Jeden Tag ein bisschen schont auch die Nerven der Schneiderin und damit die des Eigners.\u00a0 Insgesamt ging es mit nur einem gr\u00f6\u00dferen Tiefpunkt ab &#8211; die Erkenntnis, dass ich das Schnittmuster, um zu einem faltenarmen Schnitt zu gelangen, in mehr Einzelteile zerlegen muss als geplant, musste wachsen.\u00a0 Bild folgt, sobald die Antifaltenkur am neuen Cover gewirkt hat!\u00a0 Gl\u00fccklicherweise lag f\u00fcr ein paar Tage Claude mit der CARIAD neben uns; eine CoFranzosin nannte sie: La Championne!\u00a0 Das ganze, frisch refittete Boot \u00fcbers\u00e4t mit gro\u00dfen und kleinen, gr\u00fcnen \u00dcberzieherchen, alles selbst gen\u00e4ht, und gekr\u00f6nt vom perfekten Dinghycover. Claude bewahrte mich &#8211; hoffentlich &#8211; vor einer Fehlfunktion, die ich schon anderswo gesehen und gef\u00fcrchtet hatte: nicht haftendes Klettband auf Hypalon.\u00a0 Dabei ist die L\u00f6sung ganz einfach: man kauft sich PVC-Material, schneidet Streifen, n\u00e4ht das Klettband drauf und klebt dann PVC auf Hypalon. Toi, toi, toi. Die Klettstreifen sind fertig, es darf geklebt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00e4chsten Montag gehen wir aus dem Wasser, so haben wir entschieden, besser: so hat die Marinamannschaft entschieden, denn um hier aus dem Wasser zu gehen braucht man &#8222;richtiges&#8220; Hochwasser, also den n\u00e4chsten Vollmond. AKKA bleibt w\u00e4hrend unserer anstehenden Landreise an Land, und Mr. Chong aus Penang wird sich um unsere Fu\u00dfreling k\u00fcmmern &#8211; was mich wiederum etwas bek\u00fcmmert, denn es wird doch eine neue aus Teak geben, aber die alte wird nun zusehends d\u00fcnner, es ist noch die originale aus den 80ern. Materialalternativen gibt es keine &#8211; wie wird das in Europa gemacht, wo Teak ja mittlerweile mehr oder weniger aus dem Handel verbannt ist?<br \/>\nIn Vorbereitung dieser Arbeiten m\u00fcht sich der Eigner \u00fcber&#8217;s Deck und entfernt Beschl\u00e4ge &#8211; da h\u00e4ngt doch eine Menge Zeug dran, nicht zuletzt und im wahren Wortsinn unser Sonnensegel, das hier unabdingbar ist.\u00a0 Mir schwant schon Hei\u00dfes, wenn nicht B\u00f6ses, f\u00fcr die Zeit &#8222;ohne&#8220;, denn \u00fcber mangelnde W\u00e4rme k\u00f6nnen wir nicht klagen. Ich radele regelm\u00e4\u00dfig &#8222;in die Stadt&#8220; und kann ein Lied davon singen. Besonders lustig ist diese Fahrt &#8211; f\u00fcr die Grundversorgung reicht das Rad wirklich aus! &#8211; wenn einem auf der Motorradspur der 4-spurigen Schnellstra\u00dfe der Vorderreifen platt geht und keine Luftpumpe zur Hand ist. Nach einem Moment des Zweifels &#8211; wat nu&#8216;, wohin, soll ich die Kiste zusammenklappen und ein Taxi anhalten?! &#8211; habe ich mich f\u00fcr &#8222;einfach weiter&#8220; entschieden. Station 1: sehr sch\u00f6ne, indische Auto&#8220;werkstatt&#8220;, mehr ein offener Werkschuppen im Garten unter B\u00e4umen, der \u00e4ltere Mechaniker, der mir Luft f\u00fcr den n\u00e4chsten Kilometer spendete, hatte ein schmieriges Binti auf der Stirn und rechts und links neben dem Reparaturobjekt, einem marode aussehenden Altauto, schm\u00f6kten die R\u00e4ucherst\u00e4bchen. Trotz erster Hilfe aus dem Kompressor muss man bis zur rettenden Tanke doch ein St\u00fcck schieben, aber danach stellt sich heraus, dass der Besuch der indischen Wunderwerkstatt schon wirkt: die zweite Luftf\u00fcllung h\u00e4lt, und zwar bis heute. Also, liebe Leute &#8211; im Zweifelsfall Werkstatt mit Schrein und Weihrauch, wir schw\u00f6ren jetzt drauf. (Eine eher weltliche L\u00f6sung des R\u00e4tsels scheint zu sein, dass Andreas am Vortag einen Defekt am Schlauch geflickt hatte, mit diesen modernen, selbstvulkanisierenden Gummipflastern, die ohne Klebstofft\u00fcbchen auskommen, und der Luftdruck aus der F\u00fcllanlage hat nun f\u00fcr den richtigen Andruck gesorgt&#8230;).\u00a0 Leicht verunsichert suchte ich nun nach einem Fahrradladen; Mopedl\u00e4den gibt es wie Sand am Meer, nur einer, der eine ad\u00e4quate Luftpumpe bietet, das war schwer&#8230; jedoch ist der Tauchgang in die Tiefen der L\u00e4den und L\u00e4dchen von Sitiawan schon Selbstzweck genug. Was frau da alles zu sehen kriegt: M\u00f6bel scheu\u00dflichster Art, Fu\u00dfreflexzonenmassagebuden, Friseure, P\u00fctt un&#8216; Pann.\u00a0 Ein Genuss.\u00a0 Nat\u00fcrlich gab es irgendwo eine Fu\u00dfluftpumpe aus allerneuester, chinesischer Produktion, Andreas hat sp\u00e4ter daheim gleich den Handgriff lose in der Hand.\u00a0 Der H\u00e4ndler meinte: &#8222;Flickzeug?\u00a0 Nein, das haben wir nicht mehr &#8211; hier: neuer Schlauch!&#8220;.<br \/>\nDas Gegenprogramm zu diesem wirklich endlos erscheinenden Konglomerat von eher \u00e4rmlichen Shops sind die Superm\u00e4rkte von Aeon, Giant und Tesco. Da gibt es so ziemlich alles, was das Herz begehrt, mit leicht s\u00fcdostasiatischem Touch, will sagen: es ist alles s\u00fc\u00df! Auch das Milchpulver ist, wenn man nicht aufpasst, ges\u00fc\u00dft, igitt! Ein Kaffee &#8222;no sugar&#8220; hei\u00dft hier: es wird kein L\u00f6ffel zus\u00e4tzlich zur \u00fcbers\u00fc\u00dfen Grundmischung zugef\u00fcgt.\u00a0 In der Fleischabteilung kauft man so lange H\u00fchnchen und B\u00fcffel, bis man die non-halal-Abteilung entdeckt&#8230; Mit Salamis und &#8222;Bratwurst Munich&#8220;, hergestellt aus &#8222;special meat&#8220; oder auch &#8222;German Lamb&#8220; genannt, oink, oink!, bewaffnet geht es die 10 km zur\u00fcck. Zwingender Stopp: Stra\u00dfenverkaufsstelle f\u00fcr Bananen, Papaya, Pomelo, Melonen. Ein Paradies, und ein nettes dazu, der junge Mann freut sich schon, wenn ich mein Rad auf der gegen\u00fcberliegenden Seite abstelle.\u00a0 Kurz vor der Einfahrt nach Pangkor Marina Island noch der Gem\u00fcseh\u00e4ndler mit dem frischen Salat, und eine Bogenbr\u00fccke sp\u00e4ter ist die Einkaufsradeltour beendet.\u00a0 Hilfe!\u00a0 Bitte was zu trinken!\u00a0 Das n\u00e4chste Mal nehme ich eine Trinkflasche mit &#8211; es gibt n\u00e4mlich Wasserautomaten an der Stra\u00dfe. Sehr praktisch. Und das Wasser ist unges\u00fc\u00dft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pangkor, 28.1.2015 Nachdem schon zweimal gefragt wurde, ob denn der alte Holzmichl noch lebt und eben noch ein Weckruf aus Bremerhaven kam (&#8222;&#8230; lange nix geh\u00f6rt&#8230;&#8220;), hier die wichtige Nachricht: Ja, er lebt noch! 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