{"id":3773,"date":"2015-08-19T11:01:56","date_gmt":"2015-08-19T03:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=3773"},"modified":"2015-08-19T11:49:53","modified_gmt":"2015-08-19T03:49:53","slug":"sg-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2015\/08\/19\/sg-50\/","title":{"rendered":"SG 50"},"content":{"rendered":"<p>Singapur, 19.8.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Woche voll Luxus. Kleiner Luxus. Wiener W\u00fcrstchen, franz\u00f6sischer K\u00e4se, norwegischer Lachs und so. Wir liegen im RSYC, wie gehabt, dieses Mal ungef\u00e4hr an SANUKs Platz, weiter drinnen. Wegen des allgemeinen Hafenschwells und insbesondere dem durch die Taxiboote erzeugten hatte uns der freundlcihe Bootsmann der benachbarten ADAMO (erinnert sich jemand?\u00a0 Salvatore Adamo! Italo-Belgian Schmalz \u00e0\u00a0 la Inshallah! Aber der isses nicht&#8230;) angeboten, doch eine direkte Leine von unserer Mittschiffsklampe zu ihm zu legen. Nun sind wir ja Besserwisser und haben lieber eine Spring an Land gelegt &#8211; und das w\u00e4re auch sch\u00f6n was geworden mit ADAMO: so ein Motorochse macht unglaubliche Bewegungen, der h\u00e4tte uns glatt die Klampe aus der neuen Fu\u00dfreling gerissen. AKKA dagegen liegt stoisch im Gewackel, wie immer. Es geht doch nichts \u00fcber Bauchgef\u00fchl und Besserwisserei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Montag kamen wir zur Lunch- (und Gewitter-)zeit am Western Quarantinepoint an den Sisters Islands an, ich hatte noch schnell eine &#8222;5&#8220; gebaut, dazu eignet sich das &#8222;K&#8220; aus dem Flaggenalphabet. Wei\u00df jemand. wohin ich die originale 5 verlegt habe?\u00a0 Nein?\u00a0 Die braucht man hier: 2 \u00fcber 5 hei\u00dft &#8222;crew only&#8220; und 3 \u00fcber 4 &#8222;Passagiere an Bord&#8220;. Eigentlich das erste Mal, dass wir \u00fcberhaupt etwas signalisieren m\u00fcssen, mal abgesehen vom blauen Peter und der Flagge Q, und Flaggensignale mit Zahlen sind wirklich sehr selten&#8230;<br \/>\nSonntags in der Fr\u00fch waren wir in Port Dickson losmotort, ja, leider motort, es herrschte, wenn \u00fcberhaupt, nur Wind von vorn. In der Nacht hatte ich einen sch\u00fcchternen Versuch gestartet, das Gro\u00df zu setzen, aber noch w\u00e4hrend ich auf dem Besandeck sa\u00df und \u00fcberlegte, ob auch ein St\u00fcck Genua not t\u00e4te, war der Windanfall schon wieder vor\u00fcber. Na denn. Es war auch so genug zu tun, denn auf der Backbordseite zum malaysischen Festland hin tummeln sich die Fischer, eine knappe Meile nach Steuerbord zieht die Kette der Tanker und Frachter von und nach Singapur. Irgendein ein frecher Fischer wagt sich weit raus, bis an die Grenze des Verkehrstrennungsgebietes und kommt uns so nahe, dass ich seinen Motor tuckern h\u00f6re. Ich bin sicher, der hat sich in seinem Fisch-Wahn \u00fcberhaupt nicht um den anderen Verkehr gesorgt.\u00a0 Muss er ja auch rein rechtlich nicht, aber manchmal w\u00fcnscht man sich schon, dass die Jungs (M\u00e4dels gibt es eindeutig nicht!)\u00a0 Ausguck halten. Bis auf einen kr\u00e4ftigen Gewitterschauer am fr\u00fchen Abend, der uns f\u00fcr den Rest der Nacht unsere &#8222;Deckshaus&#8220;-Konfiguration beschert, haben wir schon wieder Gl\u00fcck mit dem Wetter. Es ist zwar bedeckt, das Wetterleuchten \u00fcber Sumatra rei\u00dft erst um Mitternacht ab, aber au\u00dfer Verkehr rechts und links keine weiteren Sorgen. Na, doch&#8230; Die Schipperin wieder mal. In der Ann\u00e4herung an die Bananeninsel, Pulau Pisang, schreckt sie hoch. Das kann doch nicht sein?! Das ist gar nicht die Bananeninsel, diese Silhouette, das ist schon wieder so eine Kack-Barge mit Holzladung. D\u00e9j\u00e0\u00a0 vu, vor Borneo, letztes Jahr. Wie lang doch solche Schocks und Navigationsr\u00e4tsel nachwirken. Nat\u00fcrlich ist es die Bananeninsel, und das kleine Licht, das ich kurzfristig f\u00fcr einen Schlepper halte, ein unschuldiger Fischer, der halt fischt und nicht die Insel im Schlepp hat. Einen Haken habe ich trotzdem geschlagen. Um 3 Uhr morgens eben. Leicht benebelt.<br \/>\nWer sich fragt, was ich mit Deckshauskonfiguration meine: eine recht heimelige Sache! Wir fahren ja immer noch unser Bimini-Tuch zwischen Hinterkante Sprayhood und Besan, und an das kann man nicht nur am Anker, sondern auch unterwegs die Seitenscheiben anzippen, die ich aus Plastipane gen\u00e4ht habe.\u00a0 Ich \u00fcberlege w\u00e4hrend meiner Wache, ob das auch Indian-Ocean-g\u00e4ngig sein wird, das w\u00e4re nicht schlecht. Ein Schiff mit Deckshaus!\u00a0 Man lese den <a href=\"http:\/\/ornette.de\/wordpress\/\" target=\"_blank\">VENGA-Blog<\/a> zu dem Thema. Hat was.\u00a0 Aber wir wollen nicht meckern &#8211; eigentlich hat AKKA alles, was man braucht&#8230; Von Biminituch \u00fcber\u00a0 Deckshaus-Fake bis Gecko. Alles an Bord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte Woche hatte einen besonderen Moment beschert: wir waren noch einmal in Kuala Lumpur, und endlich waren wir mal die Gr\u00f6\u00dften! Jedenfalls in der Schlange der Indonesienvisa-Aspiranten, ganz wortw\u00f6rtlich. \u00dcberhaupt sehr interessant, was man alles zu sehen kriegt. Die unterschiedlichen Arten muslimischer Kleidung zum Beispiel, vom schwarzen Tschador mit Niqab (im AKKA-Jargon &#8222;Huh!&#8220; genannt&#8230;) und auch \u00e4u\u00dferst gesittet gekleideten M\u00e4nnern\u00a0 (gern die Pakistanis) bis zu einem schrillen Fall von Jilbab: Acryl-Plateausohlen, hautenge Seidenr\u00f6hrenhosen, knappes Oberteil, f\u00fcr die Schulter-Arm-Bedeckung sorgt ein knackiges Lederj\u00e4ckchen, gekr\u00f6nt von einem knallig gelben Schleiergebilde um ein intensives Makeupgesicht drapiert &#8211; schon beim Anblick der engen Klamottenschichten wird mir warm und manchem m\u00e4nnlichen Betrachter hei\u00df!\u00a0 Wie sagte gestern Zeina, die Marinamanagerin, zu mir: &#8222;&#8230; this does not help at all.\u00a0 Das ist einfach unbescheiden&#8230;&#8220;<br \/>\nInsgesamt hatten aber noch mehr zu gucken. Zum Beispiel die &#8222;Huh!&#8220;-Dichte\u00a0 im Verh\u00e4ltnis zur N\u00e4he zu den gro\u00dfen Malls zu bestimmen. Ganz klar: je luxuri\u00f6ser die Mall umso mehr &#8222;Huh!&#8220;. Oder zu schauen, wie man mit Niqab gesittet speist. Auch interessant. Darf man dann von der Seite die Wange blitzen sehen?\u00a0 Wir f\u00fcrchten, das war un-&#8222;Huh!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber unser Sonntagsausflug galt einem ganz besonderen Ort.\u00a0 Endlich! IKEA Kuala Lumpur. Sind die Ausstellungen auch global immer gleich, die Kunden machen den Unterschied. Sitzm\u00f6bel-Lungern ist sehr beliebt bei den Malayen, Matratzenhopsen bei der chinesischen Bev\u00f6lkerung, aber unerm\u00fcdliches Schubladenziehen scheint Kinder weltweit gleich zu begeistern. Und dann die Expats!\u00a0 Der europ\u00e4ische Vater mit chinesischer Frau und Kinderschar beim M\u00f6belkauf; \u00fcber die Nationalit\u00e4t will ich nicht befinden, aber er hatte ein Schreibbrett mit Planskizzen und Listen in der Hand. Vielleicht mitteleurop\u00e4isch? Die makellos braun gebrannte Holl\u00e4nderin (bestimmt ein 24h-Freizeit-Tennis-Teint!) sammelt mit der Familie Berge von neuem Geschirr ein. Und so fort.<br \/>\nEin Blick in den Restaurantbereich h\u00e4tte gleich B\u00f6ses ahnen lassen, es war knallvoll. Von dort, der IKEA-bewanderte Leser wird es wissen, geht es abw\u00e4rts in die Markthalle, wo sich an diesem Sonntagnachmittag die Massen die Einkaufswagen in die Hacken schoben. Wir nahmen die ber\u00fchmte gelbe T\u00fcte, f\u00fcllten sie &#8211; noch hoffnungsfroh &#8211; mit Bett- und Handt\u00fcchern, Pfefferm\u00fchlen und Ersatz-Trinkgl\u00e4sern (keine Duftkerzen!) und strebtem dem Ausgang zu. Das Ende vom Lied?! Da blieb doch letztens bei IKEA Kuala Lumpur in der Selbstbedienungshalle ein gef\u00fcllter gelber Einkaufssack stehen&#8230; Nicht sehr nett. Aber das Lied hatte dann doch noch eine Strophe. Dienstags ist es dort nicht so voll, daf\u00fcr unterlag der gelbe Beutel dem IKEA-Syndrom, oder\u00a0 wir fielen ihm zum Opfer: ein bisschen mehr als geplant wurde es dann schon. Salatschleuder (ohne Loch und kleiner als die alte), Vorhangstoff&#8230; Kn\u00e4ckebrot und Vollkornbrotmischung.\u00a0 Dill-SIld scheint allerdings schlecht zu gehen. Ob das non-halal ist? Die Chinesen jedenfalls lieben die Pepparkakor-Proben, die verschleierten Damen das Softeis! Ein sch\u00f6ner Ausflug! @Kerstin LOP TO &#8211; da kannst Du berechtigterweise neidisch werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt l\u00e4uft der Singapur-Proviant-Run. Und Sim Lim-Tower-Besuch. Und Singapura Plaza zum Aufstocken von Nadel- und Fadenvorr\u00e4ten. Und \u00fcberall ist SG 50 &#8211; Singapur wird 50, ein Stadtstadt in den besten Jahren. Wenn es hier einen Facebook-Like-Daumen g\u00e4be: Singapur kriegt ein Like von mir!<br \/>\nDemn\u00e4chst geht es weiter. Wie gehabt: irgendwann, wenn das Wetter einigerma\u00dfen passt, was es gerade nicht tut. Siehe oben: Wind von vorn bitte nur in moderaten Windst\u00e4rken.<br \/>\nIch gehe jetzt Schwimmen. Mein pers\u00f6nlicher Luxus in SG 50.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Singapur, 19.8.2015 Eine Woche voll Luxus. Kleiner Luxus. Wiener W\u00fcrstchen, franz\u00f6sischer K\u00e4se, norwegischer Lachs und so. Wir liegen im RSYC, wie gehabt, dieses Mal ungef\u00e4hr an SANUKs Platz, weiter drinnen. 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