{"id":3877,"date":"2015-10-09T10:38:45","date_gmt":"2015-10-09T10:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=3877"},"modified":"2015-10-19T00:28:22","modified_gmt":"2015-10-18T16:28:22","slug":"indischer-ozean","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2015\/10\/09\/indischer-ozean\/","title":{"rendered":"Indischer Ozean"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Lat 15\u00b005.3 S Lon 086\u00b016.7 E<br \/>\n9.10.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 5. Tag unserer \u00dcberquerung des Indik l\u00e4uft. Die Sonne scheint, das Meer ist blau, der Windpilot steuert seinen Eierkurs durch das Gewelle. Die Schipperin hat sich im Cockpit verkeilt und schreibt endlich mal wieder einen Blogbeitrag, derweilen der Eigner ein Nachmittagsschl\u00e4fchen versucht. Zu morgen soll der Wind etwas zunehmen, die Welle auch &#8211; den einen oder anderen Vorgeschmack davon gab es schon. Wie die Gryphon vor einer Weile sagte: &#8222;&#8230; it was moderately uncomfortable&#8230;&#8220; Wir hoffen, dass es so bleibt, jedenfalls rennt AKKA hier ganz gut Richtung Maskarenen-Inseln, und uns geht es gut dabei, nachdem die ersten Tage mit der obligaten Schlafverwirrung vor\u00fcber sind und sich eine satte Grundm\u00fcdigkeit eingestellt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montag sind wir losgefahren, die Wetterweltvorhersagen ermutigten dazu. Schade, das der Cocos Keeling-Aufenthalt so kurz war. Ein putziges Atoll. Den Geburtstag haben wir mit einem Ausflug nach &#8222;West&#8220; versch\u00f6nert, das ist ein richtig verschlafenes Australierd\u00f6rfchen entlang der Landebahn, immerhin mit einem kleinen Caf\u00e9. Hier, bei &#8222;Maxi&#8217;s by the Sea&#8220;, gab es einen feierlichen Tropical Burger. &#8222;Geschenk&#8220; vom Supermarkt: ein kleiner Sack Vollkornbrotmischung, so richtig mit Roggenschrot und pipapo. Ein kleines Tropenwunder. Interessante Fahrten mit der F\u00e4hre waren das! So richtig hat sich uns bis zum Schluss nicht erschlossen, was f\u00fcr untiefe Wasserwege die Betonnung in der Lagune kennzeichnet &#8211; um sich da durchzuwurschteln muss man Lotsenkenntnisse haben &#8211; gut, dass man die Yachten auf Direction Island festnagelt. A propos &#8222;festnageln&#8220; &#8211; wir haben nat\u00fcrlich s\u00e4mtliche Palmen mit Bootsmemorabilia abgeklappert, ein paar Freunde aus &#8222;unserer&#8220; Abfahrergeneration &#8211; Hippopotamus, Mo mo, Atair, Wigwam und noch mehr &#8211; gefunden und ein Schild &#8222;AKKA 2015&#8220; hinzugef\u00fcgt. Und was macht man da sonst so? Driftschnrocheln im \u00e4u\u00dferst schnell str\u00f6menden &#8222;The Rip&#8220; zwischen Direction und Prison Island. Strandschnack mit eine jungen deutschen Biologin, der es die Seev\u00f6gel angetan haben. Eine br\u00fctende Feenseeschwalben-Dame \u00e4rgern (was immer leicht f\u00e4llt, denn die legen ihre Eier auf irgendeinem Ast oder Palmblatt ab und sind dann w\u00fctend \u00fcber vorbeistreifende Segler). Und so weiter &#8211; abh\u00e4ngen kann man dort wirklich gut!<br \/>\n\u00dcbrigens rappelte es nur so vor zu\u00e4tzlichen Informationen zur EMDEN-Geschichte. Heiner schrieb, dass wir ein Buch &#8222;SMS Emden&#8220; gehabt h\u00e4tten. Das muss zumindest an mir vorbeigegangen sein, obwohl das Buch offensichtlich viel gelesen war &#8211; der leukoplastverst\u00e4rkte Buchr\u00fccken h\u00e4tte davon gezeugt. Eine Freudin schrieb, es habe vor kurzem einen nicht sehr lohnenden Fernsehfilm zur Emden bzw. eher zur Fluchtaktion der AYESHA-Crew gegeben. Und die VENUS f\u00fcgte an, dass ein Freund xyz-Emden hie\u00dfe &#8211; der Namenszusatz &#8222;Emden&#8220; als Privileg f\u00fcr die &#8222;Helden&#8220;dieses St\u00fcckes Seegeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cocos war wirklich noch einmal alles, was man so nett finden kann, Australien und Malay und Atoll, t\u00fcrkisfarbenes Wasser, Abgeschiedenheit, Reminiszenzen an den S\u00fcdapazifik. Tsch\u00fcss dann&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind nicht ganz allein hier drau\u00dfen, ab und zu taucht auf dem Radar oder im AIS einer der Frachter auf, die sich auf dem Weg vom oder zum Kap der Guten Hoffnung befinden, vielleicht 1 oder 2 k\u00f6nnen wir &#8222;sehen&#8220; &#8211; wirklich sehen tun wir au\u00dfer den elektronischen Anzeigen nix davon, dazu sind 15 Meilen zu weit weg. Aber auch yachtm\u00e4\u00dfig sind wir nicht allein, parallel zu uns, jetzt leicht voraus f\u00e4hrt die Uhambo aus Frankreich, deren Licht man in der letzten Nacht sogar sehen konnte, und 60 Meilen hat uns schon der &#8222;R Sea Cat&#8220; aus den USA abgenommen, der vor uns her galoppiert. Aus diesen drei Booten haben wir das &#8222;Indian Ocean Net&#8220; auf Kurzwelle gebildet und so ist abends und morgens jeweils um 7 Uhr Funkzeit mit Positions- und Problemabgleich. Die einen haben Sorge um ihr Rigg, das sich aber tapfer h\u00e4lt, die anderen \u00fcberraschten gelich am ersten Morgen mit der Nachricht, sie h\u00e4tte einen Wassereinbruch durch ein defektes Seeventil reparieren m\u00fcssen. &#8222;Yikes&#8220;, wie man im Am erikanischen sagen w\u00fcrde. Das wollen wir nicht.<br \/>\nNicht aber, dass AKKA nicht auch kurzweilige Scherzchen bereithielte: vorgestern Nacht ging der Pinnenpilot, mit dem wir manchmal die Windfahne steuern, fest, gestern wollten wir mal den Motor laufen lassen und stellten fest, dass kein Seewasser im K\u00fchlkreis vorhanden war &#8211; da ist der findige Technikus gefragt, der auch immer eine Antwort bereit hat; Pinnenpilot l\u00e4uft und Motor auch &#8211; wir fragen uns im letzteren Fall nur, wie das Seewasser verschwinden kann; das hatten wir noch nie, und wir sind ja nicht gerade erst seit ein paar Wochen unterwegs. Ob vielleicht im Moment des Anlassens das Schiff gerade so weit \u00fcbergeholt hat, dass am K\u00fchlwassereintritt nur noch Luft bzw. Schaum gezogen wurde? Kann der Sog in den Wellen alles Wasser abziehen? Wenn der Impeller erst einmal Luft f\u00f6rdert, kommt jedenfalls kein Wasser mehr nach. Im Motorbereich geht kein Wasser verloren, die Feststellung ist schon mal gut. Mal gucken, ob das nochmal passiert &#8211; nat\u00fcrlich schossen uns beiden s\u00e4mtliche bekannten Szenarien durch den Kopf, vom massiven Stromsparen \u00e0\u00a0 la K\u00fchlschrank aus, sinniger Umgang mit den Rechnern, Licht aus! Leider ist es hier alternierend so bedeckt, dass die Batterien vor allem nachts gut entladen werden. Gelegentlich ein halbes St\u00fcndchen Ladefahrt mit funktionierndem Motor ist ein sch\u00f6nes Backup f\u00fcr arbeitslose Solarpaneele und den Windgenerator, der auf Vorwindfahrt mehr rumlungert als dass er l\u00e4dt. Au\u00dferdem \u00fcberlegt man f\u00fcr den Fall des (Motoraus-)Falles schon &#8222;wohin und wir komme ich da ohne Motor rein&#8220; (Antwort: Port Louis auf Mauritius, hat uns Wolfram mit der ATAIR und seinem Wasserschlagmotor voriges Jahr vorgemacht). Aber wir haben uns schon SEHR gefreut, als wir kurz nach dem Scherz den Auspuff wieder K\u00fchlwsser speien sahen. Alles gut.<br \/>\nWir haben aber auch schon die AKKA Crew n\u00e4chtens auf dem Deck rumspringen und ins Rigg leuchten sehen &#8211; hm, woher kam dieses h\u00e4ssliche, metallische Knallger\u00e4usch? Ich hatte auf Wache oben gesessen, Andreas auf Koje &#8211; und zu sehen war oben nur &#8222;alles paletti&#8220;. Wir hatten zuvor die ausgebaumte, zweite Genua weggenommen und einigen uns darauf, dass sich der leere Ausbaumer irgendwie entspannt haben musste. Gr\u00fcbel, gr\u00fcbel &#8211; Richtung Neumond ist es ja pechschwarz drau\u00dfen und nicht wirklich gut zu sehen&#8230; Bis ich runtergehe, um meine Wasserflasche zu f\u00fcllen, und die Bescherung sehe: hat doch unser sch\u00f6ner, 2010 erworbener Herd in 5-j\u00e4hrigem kardanischem Dauergeschwinge seine eigenen Aufh\u00e4ngungsbolzen durchges\u00e4gt. Z\u00e4ng! Da hing er schief in nur noch einer Halterung, und jetzt steht er sch\u00f6n gerade, denn die andere Seite knackte bei der Diagnosesitzung am n\u00e4chsten Morgen auch gleich durch. Was direkt zu einem Loblied auf das gedruckte Buch f\u00fchrt &#8211; unsere zwei eBookReader k\u00f6nnten nicht, was jetzt Helmut Schmidt (2x), James Belich, John Irving, William Shakespeare et al. (empfehlenswert, nicht nur als &#8222;Buch-St\u00fctze&#8220;, auch zu lesen! JK Rowling, The Casual Vacancy!) gemeinschaftlich erledigen: den Herd in Position halten. Brot backen kann man mit dem Konstrukt leider nicht, oder man m\u00fcsste sich noch einen Hitzeschutz f\u00fcr die tapferen Autoren ausdenken. Mal gucken wie weit der Cruskits- und Kn\u00e4ckevorrat uns bringt, man k\u00f6nnte auch wieder ein Wok-Brot backen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt mal raus mit dem Ding &#8211; ich schicke es \u00fcber Satellitenmail, weil ich hoffe, dass dann der Beitrag nicht als ein langer Absatz erscheint, wie es die Funkmail gern tut. Vielleicht kann mir jemand auf der Funkadresse mitteilen ob der Beitrag \u00fcberhaupt erschienen ist?!\u000b\u000bDanke &#8211; und bis demn\u00e4chst mal wieder vom Indischen Ozean &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lat 15\u00b005.3 S Lon 086\u00b016.7 E 9.10.2015 Der 5. Tag unserer \u00dcberquerung des Indik l\u00e4uft. Die Sonne scheint, das Meer ist blau, der Windpilot steuert seinen Eierkurs durch das Gewelle. 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