{"id":3879,"date":"2015-10-12T10:06:58","date_gmt":"2015-10-12T10:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=3879"},"modified":"2015-10-19T00:18:01","modified_gmt":"2015-10-18T16:18:01","slug":"passagealltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2015\/10\/12\/passagealltag\/","title":{"rendered":"Passagealltag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Indischer Ozean, 16\u00b057 S und 078\u00b023 E<br \/>\n12.10.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montag! Ein fast blauer Montag, blau mit wei\u00dfer Passatbew\u00f6lkung am Himmel und mit wei\u00dfen Wellenk\u00e4mmen hier unten. Ich sitze im Cockpit &#8211; ein Lob, Lob, Lob an EMW in Rieseby, das ich nun seit Jahren nicht mehr ausgesprochen habe, das sich aber immer zu wiederholen lohnt: was w\u00e4ren wir ohne das tolle Sprayhood und die Anschlusspersenning, die unser Cockpit zum kuscheligen H\u00fcttchen macht. Es schaut halt doch die eine oder andere Welle neugierig bei uns vorbei &#8211; die dicksten sind die neugierigsten! Vorgestern zum Beispiel meinte eine, mich von ganz Nahem betrachten zu m\u00fcssen, gerade als wir den Besan reffen wollten. Ganzk\u00f6rperguss\/-kuss. Menno!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten gibt sich unsere Reise eher ruhig. Gestern war Halbzeit. Mal ein Tag mit mehr Wind, aber alles zwischen 15 und 25 Knoten, ab morgen erwarten wir f\u00fcr 24 Stunden Wellenh\u00f6hen bis 4 m, aber das findet die AKKA eher lustig und schiebt gutm\u00fctig vor sich hin. Als ich heute fr\u00fch in die Funkrunde (wir sind die mit der roten Laterne!) horchte, waren die Klagen \u00fcber die unruhige Nacht gro\u00df &#8211; seither frage ich mich, ob wir so stoisch oder ahnungslos sind, oder ob andere sich einfach beklagen m\u00fcssen. Ich jedenfalls freue mich \u00fcber gereffte Segel, einen relativ aufrechten Gang der AKKA (das eigene Gehampel innenbords bleibt davon ausgenommen) und ich kann mit einem etwas moderateren Tempo leben; dabei haben wir noch selten \u00fcber so lange Zeit Etmale um die 155 Seemeilen und mehr gefahren, AKKA ist also f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse gut unterwegs. Uns geht es nach wie vor gut, der Eigner, der beneidenswerte, schl\u00e4ft ausdauernd und tief, ich tu&#8216; mich dieses Mal eher schwer mit dem Pennen. Wir sind dazu \u00fcbergegangen, feste Wachen einzuhalten ohne &#8211; immer freundlich gemeinte! &#8211; Schlafzeitgeschenke. Das entspricht dann eher einer Art festem Rhythmus und der Beschenkte muss sich keine Gedanken machen, wie er\/sie das wieder ausgleichen kann. Ist aber sehr h\u00fcbsch, so einen Eigner um 00:00 Uhr aus dem Tiefschlaf zu holen: da wird schon mal die freundlich-liebkosende Hand energisch weggeschoben, und es dauert ein Weilchen, bis die Wachwechselnachricht ins Bewusstsein durchsickert; ich \u00fcbe mich mehr im Hochschrecken, sagt man(n). Sch\u00fctteln muss man aber keinen von uns beiden.<br \/>\nTrotz der M\u00fcdigkeit werden wir eine finale Nacht an unsere Passage anh\u00e4ngen &#8211; bei der Streckenl\u00e4nge spielt eine mehr oder weniger kaum eine Rolle. W\u00e4hrend die anderen versuchen, am Freitag noch bis 18 Uhr in den Zufahrtskanal von Port Mathurin zu schl\u00fcpfen &#8211; danach ist Nachtpause! &#8211; werden wir ganz leicht auf die Bremse treten und am Sonntag morgens nach 6 hineinfahren. Das im letzten Beitrag erw\u00e4hnte Funkloch ist m\u00f6glicherweise ein selbst induziertes &#8211; ich habe eine schlechte Verbindung zur R Sea Kat, mit Uhambo kann ich mich gut verst\u00e4ndigen, das mag auch an dem Katamaran liegen; beide sind schon weit voraus. Aber woher die Schwierigkeiten im Pactor-Verkehr kommen, wissen wir nicht zu sagen &#8211; es fragt sich, wie gut gepflegt unsere Anlage ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gestern war schon mal Bastelstunde angesagt; das muss erw\u00e4hnt werden, weil \u00dcberkopfarbeit bei Seegang kein Geschenk ist: der Chefelektriker hat es sich nicht nehmen lassen, den Deckel vom Antennentuner abzubauen und mal Spannungsmessungen durchzuf\u00fchren. Ohne aha-Erlebnis.<br \/>\nIn der vergangenen Nacht dann das Funkloch-Gl\u00fcck: die WL2K-Station in Phuket ist erreichbar und schubst die Wettermeldungen der letzten beiden Tage r\u00fcber, dazu eine unaufgeforderte Nachricht von einer neuen Station in Kapstadt, die sich mit Antennenausrichtungen speziell f\u00fcr uns vorstellt. Ihr seht, wir sind \u00fcberall auf dem Schirm, dank Positionsmeldungen. Als kleine Fachlekt\u00fcre zur Mitternacht noch Bob McDavitts Weathergram und <a href=\"http:\/\/weathergram.blogspot.co.nz\" target=\"_blank\">seine wirklich interessanten Anmerkungen zum Super-Nino-Jahr<\/a>. So viel Post! Da hat sie gestrahlt, die Schifferin: das Funkloch hat L\u00f6cher! Trotzdem verdient unsere Funkanlage sicher ein bisschen TLC, tender loving care. So richtige Funkfetischisten lassen Kontakte und Kabel ja nie aus dem Auge. Wir schon, Motto: Never touch a working connection &#8211; scheint hier allerdings nicht unbedingt zu gelten. Und da die World ARC vor uns her d\u00f6delt, erst in Mauritius und dann in R\u00e9union alle Liegepl\u00e4tze belegt, gibt es bestimmt Gelegenheit, mal ein bisschen Kontakte zu putzen. Und sonst? Gerade kommt der Eigner aus dem Motorraum gekrochen, denn vor den 4 m Welle von morgen wollte er doch gern mal gucken, wie es unserem Impeller nach dem K\u00fchlwassermangel geht. Es geht so! Er scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst aus, der Impeller mit den leichten Knabbersch\u00e4den. Regel: wenn so ein Gedanke am Eigner nagt, dann lohnt es sich nachzuschauen. Ich werde zur Feier des Tages gleich Joghurt ansetzen und einen Teig f\u00fcr ein Wok-Brot. Ich hoffe, ich kann den Wok zum Verharren auf der Flamme \u00fcberreden, irgendwie. Ach ja, und dann muss ich noch den roten, gelben, gr\u00fcnen und blauen Stoff hervorkramen. Vielleicht gibt es dieses Mal ein Meisterwerk der Gastlandflaggenkunst. Handgen\u00e4ht. Mit N\u00e4hmaschinen-geeigneter Flaute ist nicht zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">PS: Happy birthday, Kay Gerlach! &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indischer Ozean, 16\u00b057 S und 078\u00b023 E 12.10.2015 Montag! Ein fast blauer Montag, blau mit wei\u00dfer Passatbew\u00f6lkung am Himmel und mit wei\u00dfen Wellenk\u00e4mmen hier unten. 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