{"id":3931,"date":"2015-11-28T21:15:34","date_gmt":"2015-11-28T21:15:34","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=3931"},"modified":"2015-11-30T18:25:20","modified_gmt":"2015-11-30T10:25:20","slug":"donner-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2015\/11\/28\/donner-wetter\/","title":{"rendered":"Donner-Wetter"},"content":{"rendered":"<p>28\u00b030 S und 33\u00b023 E<br \/>\n28.11.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute kriege ich mal keinen Positionsreport raus. Die Australier und Asiaten sind zu weit weg, Maputo &#8222;tut nicht&#8220; und der einzig verbliebene S\u00fcdafrikaner in Reichweite schickt komische Meldungen raus, fragt aber mein Airmailkonto nicht ab. Na, dann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AKKA eilt durch die rabenschwarze Nacht, ich warte sehnlich auf den Mondaufgang. Wir sind noch vielleicht 40 Meilen vom ber\u00fchmten Agulhasstrom entfernt, der 20 Meilen vor der K\u00fcste verl\u00e4uft und angeblich dunkelblau aussieht und hier f\u00fcr allerlei Ordnung sorgt. Ein nat\u00fcrliches Verkehrstrennungsgebiet: im Strom Einbahnverkehr s\u00fcdw\u00e4rts, wer nach Norden will, h\u00e4lt sich bitte an den Randstreifen zwischen 200 m-Tiefenlinie und Land oder f\u00e4hrt gleich weit drau\u00dfen auf See. Wer gegen den Agulhasstrom, bis zu 6 Knoten schnell, anschieben m\u00f6chte, hat entweder viel Geduld (und Sprit) oder einen an der Waffel. F\u00fcr uns heute bleibt es bei moderaten 2 bis 2,5 Knoten, die nach S\u00dcden setzen &#8211; und die haben wir auf dieser Fahrt schon \u00f6fter genossen, auch jetzt schubst es uns in Richtung K\u00fcste. Unglaublich, diese Meeresstr\u00f6mungen &#8211; wir haben eigens von Wetterwelt Stromvorhersagen bestellt; nicht zwingend notwendig, aber, wenn man die erste Verwunderung \u00fcber das Gewirr der Richtungspfeile \u00fcberwunden hat, sehr interessant. Gerade kommt mir wieder ein gro\u00dfer Frachter entgegen, der sich mit 8 Knoten Reisegeschwindigkeit Richtung Colombo m\u00fcht. Wie auf einem Fluss geht es hier zu&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider ist seit heute morgen kein Segelwind mehr, so dass wir motoren, aber diese letzte Nacht bringen wir auch noch zustande. \u000b\u000bGestern haben wir die zweite Tiefdruckfront der Reise bew\u00e4ltigt, das war recht spannend, \u00fcber Tage schon, ich deutete es ja schon an. Das &#8222;Kl\u00f6pschen&#8220; vor der K\u00fcste. Das Kl\u00f6pschen schickte in der Nacht auf Freitag ein vielst\u00fcndiges Gewitter voraus, das wir versuchten, an der Steuerbordseite liegen zu lassen, sofern man so etwas kann (man kann nur bedingt!). In den fr\u00fchen Morgenstunden dann eine kurze Pause von der Daueransicht gruseliger Blitze. Beeindruckend massive Wolkenformationen, aus denen teils ebenso massiv das Wasser goss, dazu ein paar B\u00f6enkragen, so dass man denkt, der erwartete S\u00fcdwest geht schon los, und nach der Pause wieder Gewitter. Ich bin &#8211; Wachrhythmus sei Dank! &#8211; ins Bett gegangen, Schlafbrille auf; das mag man sich nicht anschauen&#8230; Kerstin &#8222;LopTo&#8220; w\u00fcrde jetzt ein Loblied auf Stahlboote singen. In der Tat, neben dem Abklemmen der Antennen tritt dann bei uns auch der Faradaysche K\u00e4fig f\u00fcr arme Leute (also die ohne Metallboot) in Aktion: Elektronikequipment wandert in den Backofen. Bis die Front dann endlich auf uns zu kam, wurde es Mittag, alles ganz p\u00fcnktlich auf die Stunde, wie es die Wetterwelt in Kiel uns prophezeit hatte, und ab da dann Wind im Familienpack. Wir waren dank Bummel- und Zickzackkurstaktik weit genug im Osten des Systems geblieben, so dass wir die avisierten 40 Knoten und mehr (das s\u00fcdafrikanische PeriPeriNet am Vortag zu mir: &#8222;You*ll have 20 to 50, five zero!, tomorrow!&#8220; Wie nett!) nicht zu sp\u00fcren kriegten, aber es war den ganzen Tag extrem b\u00f6ig, und an die 30 Knoten \u00fcber viele Stunden machen eine muntere See. Nicht unsere Lieblingsdisziplin als Am-Wind-Kurs, aber gut zu bew\u00e4ltigen, und wenn man bedenkt, wie das hier zugehen kann, war das System nett zu uns und moderat. Vielleicht nicht so &#8222;brillantes Segeln&#8220;, wie es der Einh\u00e4nder Jim immer wieder in der Funkrunde besingt (&#8222;&#8230; oh, I am sitting here nicely with 35 knots of wind&#8230;&#8220;), f\u00fcr uns mehr von der Sorte &#8222;wat mutt, datt mutt&#8220;. Nix Aufregendes zu berichten! \u000bNur unser Funkrundenmoderator aus Australien, der statt Richards Bay lieber doch direkt nach Durban laufen wollte, der kriegte eine Kostprobe der lokalen Eigenheiten serviert &#8211; wie wir heute morgen von ihm h\u00f6rten, fand er einen der gelegentlich auftretenden Strom-M\u00e4ander, weit weit drau\u00dfen, als an Agulhasstrom noch gar nicht zu denken war. Und Strom gegen Wind ist niemals spa\u00dfig und macht immer Welle, bei 30 Knoten Wind schon gar &#8211; es war die Rede von Panik und den gr\u00f6\u00dften Seen, die sie je erlebt haben. B\u00f6sartig habe das Wasser ausgesehen. Gl\u00fccklicherweise trieb der starke Wind das Boot im beigedrehten Zustand relativ rasch wieder aus diesem Stromwirbel hinaus. Puuh. Ein hinter uns fahrendes Schiff kommentierte das mit &#8222;&#8230; wie sch\u00f6n, wenn man von so einer Passage nichts Aufregendes zu berichten hat!&#8220; Stimmt. Diese Tatsache\u00a0 freut uns auch ungemein.Und ansonsten freuen wir uns jetzt auf eine Nacht, die man durchschlafen kann. Denn wenn diese Passage auch unspektakul\u00e4r war: anstrengend war es schon.<br \/>\nBis demn\u00e4chst dann aus Zululand! &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28\u00b030 S und 33\u00b023 E 28.11.2015 Heute kriege ich mal keinen Positionsreport raus. 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