{"id":4193,"date":"2016-03-03T19:04:37","date_gmt":"2016-03-03T17:04:37","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=4193"},"modified":"2016-03-07T11:45:02","modified_gmt":"2016-03-07T09:45:02","slug":"nach-zimbabwe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/03\/03\/nach-zimbabwe\/","title":{"rendered":"Nach Zimbabwe"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4227\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/03\/03\/nach-zimbabwe\/zimzam-blue-station\/\" rel=\"attachment wp-att-4227\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4227\" data-attachment-id=\"4227\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/03\/03\/nach-zimbabwe\/zimzam-blue-station\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?fit=800%2C580&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"800,580\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DSC-HX50V&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1456504703&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;20.72&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;800&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.02&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Kapstadt Hauptbahnhof\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?fit=300%2C218&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?fit=584%2C423&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-4227\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station-300x218.jpg?resize=300%2C218\" alt=\"... nicht alles was blau ist ist &quot;Blue Train&quot;\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?resize=300%2C218&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?resize=768%2C557&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?resize=414%2C300&amp;ssl=1 414w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/ZImZam-Blue-Station.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4227\" class=\"wp-caption-text\">&#8230; nicht alles was blau ist ist &#8222;Blue Train&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.3.2016, Victoria Falls, Zimbabwe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind unterwegs, und auch wenn wir eben beim &#8222;aged Zimbabwean fillet steak&#8220; schon wieder \u00fcber s\u00fcdafrikanische Politik r\u00e4sonnierten, sind wir doch schon ganz im afrikanischen Hier und Jetzt gelandet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitagmorgen ging es los. Rucks\u00e4ckchen geschultert (\u00a0 ich beneide diesen Mann mit seinem Minimalgep\u00e4ck, mein Rucksack ist immer prall gef\u00fcllt&#8230;), Fu\u00dfmarsch zum Kapst\u00e4dter Bahnhof. Der Zug hat ein bisschen Versp\u00e4tung, daf\u00fcr sehen wir noch den ber\u00fchmten Blue Train davonfahren; gern h\u00e4tten wir die G\u00e4ste angeschaut, von denen wir vermuten, dass sie \u00fcber den ausgelegten royalblauen Teppich in S\u00e4nften an Bord getragen wurden. Mit irgendetwas muss es ja zu rechtfertigen sein, f\u00fcr die Strecke den 20fachen Preis gegen\u00fcber unserem Normalzugticket zu verlangen, und dabei hatten wir schon das Doppelte des Normalen entrichtet: ein Viererabteil f\u00fcr uns zwei, die Zweier waren ausgebucht. Das Publikum in unserem Sleeper ist gemischt. Afrikanische Familien bzw. Gesch\u00e4ftsreisende und ein paar europ\u00e4ische Rucksackreisende. Einziger Ausrei\u00dfer in dieser Hautfarbenverteilung ist der schwergewichtige Ex-Eisenbahner im Nachbarabteil ( falls es interessiert: 2004 nach Tod der Ehefrau zum zweiten Mal verehelicht &#8211; 3-fach-Infarkt, xy Byp\u00e4sse &#8211; guck mal hier: meine Narben &#8211; ich war 12 Jahre lang als Reservist an der angolanischen Grenze&#8230; Sp\u00e4testens hier begann ich das Trapsen der Nachtigall wahrzunehmen. Die undisziplinierte Jugend von heute lie\u00df nicht lange auf sich warten, den Rest habe ich mir geschenkt&#8230;)\u00a0 Zuggespr\u00e4che. Immer (?) ein Genuss. Jugendliche Deutsche,\u00a0 die ihre Freiwilligenarbeit\u00a0 (Theaterprojekte mit Schulkindern) in den gl\u00fchendsten Farben und positiv schildern und erst auf ein bisschen Nachbohren damit herausr\u00fccken, dass nicht alles Friede, Freude, boerewors ist. Eine Studentin, die wiederum mit deren Schilderungen gar nichts anfangen kann: &#8222;&#8230; das sind doch hier zwei Staaten in einem!&#8220;. Ist was dran. Nach anf\u00e4nglich merkw\u00fcrdig vielen Stopps zuckelt unser Shosholoza Meyl kontinuierlich durch die Landschaft und schlie\u00dflich hinein in die Nacht. Im Halbschlaf nehme ich wahr, dass wir irgendwo verdammt lange halten. Hm. Unser Bus nach Zim &#8211; zwischen Johannesburg und Bulawayo gibt es seit ein paar Jahren keinen durchgehende Zugvekehr mehr! &#8211; geht um 18 Uhr. Na, wird schon&#8230; Mit Sonnenaufgang rollen wir wieder,\u00a0 mittlerweile sind die dramatischen Berge des Western Cape abgel\u00f6st.\u00a0 Fasziniert betrachte ich die Licht- und Schattenspiele, die Sonne und Zug auf die flache, braun-d\u00fcrre Savannenlandschaft zauber. Zur Fr\u00fchst\u00fcckszeit erscheint die pfiffige &#8222;Zugmanagerin&#8220;: &#8222;&#8230;wir haben mittlerweile 6 1\/2 Stunden Versp\u00e4tung! Wollt Ihr vor Johannesburg in einen Bus umsteigen, der f\u00fcr den Rest der Strecke nur 2 statt der verbleibenden 4 ( oder 5!)\u00a0 braucht?&#8220; Tja. Den INTERCAPE Bus sausen lassen? Es gibt um 20 Uhr noch einen Greyhound nach Bulawayo, w\u00fcrden wir den erwischen? Oder morgen Nachmittag einen, der w\u00e4re gerade soeben vor Ablauf unserer Visa an der Grenze&#8230; Oder doch lieber auf Nummer Sicher? Nummer Sicher. Um 3 sitzen wir in Kerksdorp im Bus, p\u00fcnktlich zur Eincheckzeit dr\u00e4ngen wir uns durch&#8217;s ber\u00fcchtigte Gew\u00fchl des Johannesburger Hauptbahnhof und kurz vor 18 Uhr kommen wir in den Genuss, beobachten zu k\u00f6nnen, wie zwei Kingsizematratzen den eigentlich doch gro\u00dfen Gep\u00e4ckanh\u00e4nger unseres Busses verstopfen; Johannesburg, eine Nachtfahrt entfernt, ist das Einkaufsziel f\u00fcr Zimbabweans.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Matratze rein, raus, erst die anderen Gep\u00e4ckst\u00fccke (von ebenfalls betr\u00e4chtlicher Gr\u00f6\u00dfe), dann nochmal anders herum. Wir steigen einfach ein und lassen die Packer wurschteln. Platz 1, 1+2. Das hei\u00dft Oberdeck,\u00a0 vorn am Fenster. Wir schaukeln los. Auf der Internetseite steht: &#8222;&#8230; we promote the christian faith on our busses&#8230;&#8220;, und richtig, der Zweitfahrer kommt zu uns heraufgestiegen und fragt, wer denn ein Gebet sprechen will. Kandidaten gibt es genug, wir geraten nicht in Gefahr und schlafen einen unruhigen Schlaf, der Grenze in Beit Bridge entgegen. Allersp\u00e4testens dort sind wir in &#8222;Afrika&#8220; angekommen. Der Andrang ist gewaltig, die Reihe der LKWs und Busse schier endlos. Ausreise aus S\u00fcdafrika.\u00a0 Unsere Mitfahrg\u00e4ste eilen routiniert voran, zumal uns der Zweitfahrer zur Eile antreibt. Immigration, &#8222;Departure&#8220; steht \u00fcber der T\u00fcr eines Geb\u00e4udes, aber unsere Gruppe wird abgewiesen &#8211; um die Ecke geht es, durch ein Loch zwischen zwei Z\u00e4unen, zum Anstehen vor ein paar Containern. Na, gut. Ist zwar 2 Uhr morgens, aber was hilft es. Von achtern kommt ein Beamter und lotst uns zur\u00fcck zum ersten Geb\u00e4ude. Vier Schlangen von Geduldigen bilden sich dort vor 2 offenen Schaltern. Hinterm Gitter h\u00e4ngen ein paar m\u00fcde Uniformtr\u00e4ger in ihren Sesseln. Wir haben Gl\u00fcck und werden aus unserer Schlange herausgewunken und abgefertigt. Punkt 1 geschafft. Der Bus holpert durch&#8217;s Finstere \u00fcber die Limpopobr\u00fccke (&#8222;Crime Zone, do not stop&#8220;- w\u00e4ren wir mit dem Zug gekommen, h\u00e4tten wir die paar Kilometer zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt, da gilt das mit der Kriminalit\u00e4t wohl nicht&#8230;). Neue Fahrzeugschlangen vor der Zimbabwe-Abfertigung. Aussteigen, Passkontrolle. Wir sind nat\u00fcrlich die einzigen, die Visa ben\u00f6tigen, das gibt Erschwerniszulage. Die junge Beamtin, die sich unseres Falles annimmt, macht das sehr penibel, fragt allerlei Fragen, die wir nicht beantworten k\u00f6nnen ( zum Beispiel wo wir wohnen werden in &#8222;Zim&#8220;), sie nimmt unsere Auskunft, dass wir vorzugsweise den Zug nehmen wollen, gelassen, aber auch staunend hin und unsere 60 Dollar Visageb\u00fchr in Empfang\u00a0 &#8211; und schickt uns dann zum Shift Leader. Jetzt geht die Show los! Der Leader hebt schwach den Kopf &#8211; sein Schreibtisch ist etwas von den Schaltern zur\u00fcckgesetzt, so dass wir vollen Einblick in die Szene haben. Ah, Dollars. Schublade auf, im Blaupapier w\u00fchlen, Schubladeninhalt umw\u00e4lzen und teils auf den Schreibtisch umlagern. Es geht um den Tresorschl\u00fcssel, der dann auch nach eine Weile des W\u00fchlens gefunden ist. Nicht dass damit dann der Tresor z\u00fcgig aufginge, die Schl\u00fcssel m\u00fcssen erst einmal durchprobiert werden. Sodann die Suche nach dem Quittungsblock, der, gefunden, erst einmal f\u00fcr ein paar Seiten vorgestempelt werden muss. Ach, ja, da war doch was?! Richtig, Quittung ausstellen! Verflixt, wo ist das Blaupapier? Man m\u00f6chte ausrufen: &#8222;&#8230;auf dem Tisch, Sweetheart! Und gekn\u00fcllt in Deiner Schublade!&#8220;, aber wir rei\u00dfen uns zusammen. Ich sehe Andreas&#8216; Hand mehrfach zur Kamera zucken. Filmreif&#8230; Aber das Ganze dauert, und da war doch was mit &#8222;Eile&#8220;?! Unsere gesamte Busladung\u00a0 ist schon wieder verschwunden, ich verschwinde auch, marschiere die paar Hundert Meter lange Busschlange zur\u00fcck durch&#8217;s Nass, um die kleine Verz\u00f6gerung kundzutun. Ach, sagt der Fahrer, das macht nichts, das kann hier noch Stunden dauern. Zur\u00fcck zum Immigrationgeb\u00e4ude, wo ich nun zum dritten Mal die Parade der schlafenden Fu\u00dfg\u00e4nger abnehme, die vor dem Geb\u00e4ude im Nieselregen lagern. Im Augenwinkel sehe ich, dass an der Gep\u00e4ckkontrolle immer noch der gleiche Greyhound untersucht wird. Hochrechnung?! Hoffentlich sind wir zur Abfahrt des Zuges um 19:30 in Bulawayo.\u00a0 Geht das hier jeden Tag so? Ich frage einen der Fu\u00dfg\u00e4nger. Jeden Tag bzw. jede Nacht! Drinnen steht der Eigner wieder bei der netten Beamtin und verkneift sich das Lachen&#8230; Der Shift Leader hat inzwischen unseren Quittungen s\u00e4uberlich ausgef\u00fcllt. S\u00e4uberlich? Naja, zeitweise lief ihm vor Konzentration auf diese fr\u00fchmorgendliche Arbeit ein langer Speichelfaden aus dem Mund.&#8220;&#8230;hoffentlich haben wir das jetzt nicht in dsn P\u00e4ssen kleben&#8230;&#8220; Ich lach mich schlapp. Bis die P\u00e4sse fertig sind, dauert es noch ein Weilchen. Und als wir beim Shift Leader vorbeikommen, ist er weit, weit weg, er sitzt leicht nach links gekippt und schnarcht. Wunderbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann: \u00dcberraschung! Um halb acht rollt der Bus nach Zimbabwe hinein,\u00a0 die gestopften Matratzen waren vielleicht so bedrohlich, dass auf eingehende Kontrolle verzichtet wurde. Gegen 12 ein abschlie\u00dfendes Gebet und wir sind in Bulawayo. Geschafft!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.3.2016, Victoria Falls, Zimbabwe Wir sind unterwegs, und auch wenn wir eben beim &#8222;aged Zimbabwean fillet steak&#8220; schon wieder \u00fcber s\u00fcdafrikanische Politik r\u00e4sonnierten, sind wir doch schon ganz im afrikanischen Hier und Jetzt gelandet. Am Freitagmorgen ging es los. 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