{"id":4439,"date":"2016-05-31T09:33:41","date_gmt":"2016-05-31T07:33:41","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=4439"},"modified":"2016-05-31T10:02:45","modified_gmt":"2016-05-31T08:02:45","slug":"jooo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/05\/31\/jooo\/","title":{"rendered":"Jooo."},"content":{"rendered":"<p>L\u00fcderitz\/Namibia. Am Anker&#8230;<br \/>\n31.5.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich arbeite mal meine Blogschulden ab &#8211; wir diskutieren, wann unsere Reise nach St. Helena weitergeht, es ist Gewurschtelwetter, und darum &#8211; genauer gesagt wegen akuter Windschw\u00e4che &#8211; sind wir nach 4 Tagen sch\u00f6ner Leichtwindsegelei nach Namibia abgedreht.<br \/>\nDarum hier jetzt ein gut durchgeschmorter Eintrag noch aus Kapstadt. Damit alles sch\u00f6n chronologisch bleibt!\u00a0 Joo&#8230;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Cape Town, 21.5.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Happy birthday an meinen Vater, der heute 106 geworden w\u00e4re und an den Neffen nachtr\u00e4glich!\u00a0 Jooo&#8230;<br \/>\nDieses &#8222;joo&#8220; ist so ziemlich das wichtiges Wort auf Afrikaans. Abgesehen vom zu kaufenden Esel, baia dankie, gesprochen &#8222;buy a donkey&#8220;, was so viel wie &#8222;vielen Dank&#8220; hei\u00dft. Joo geht immer. Zum Beispiel als kurzes, best\u00e4tigendes &#8222;jo&#8230;&#8220;. Der\u00a0 Ton sinkt dabei leicht ab. &#8222;Oder als General-Fragewort &#8222;joo-o?, in der Tonlage ansteigend. In jedem Fall wird das Wort durch ein leicht gezischtes &#8222;j&#8220; eingeleitet, Google sagt dazu &#8222;palataler Frikativ&#8220;. Toll.\u00a0 Ich sage das, weil wir in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Taxifahrern bem\u00fcht haben, und Spitzenreiter im Unterhaltungswert war gestern Ivan.\u00a0 So ein &#8222;Jooo!\u00a0 Joooo! Joooooo!&#8220;, Tonlage steil ansteigend, hatten wir noch nicht geh\u00f6rt. Das kam so: &#8222;We go to Edgemead!&#8220;. &#8222;Do you live in Edgemead?&#8220; &#8222;No, we live at the yacht club!&#8220;\u00a0 Gel\u00e4chter und dann &#8222;No, I mean your HOME!&#8220;\u00a0 &#8222;Yeah, the home is our boat, and that&#8217;s at the RCYC&#8230;&#8220; Pause. &#8222;Joo.&#8220;\u00a0 Wieder Pause. &#8222;&#8230;and how many days have you been sailing?&#8220;\u00a0 Wieviele Tage wir gesegelt sind?\u00a0 Jahre!\u00a0 &#8222;?? 9 years?\u00a0 Joo. Joooo &#8211; joooo &#8211; noo &#8211; jooooo!&#8220; Ansteigender Tonfall!\u00a0 Ivan quietscht vor Bewunderung und kriegt sich gar nicht mehr ein. Es folgt ein l\u00e4ngeres Interview zum Leben an Bord im Allgemeinen und im Besonderen, und weil Taxifahrer es hier gerne haben, wenn man sie f\u00fcr die R\u00fcckfahrt warten l\u00e4sst, war auch Zeit f\u00fcr einen informativen Nachschlag.\u00a0 Ivan ist coloured und gibt uns an der Ampel, wo wieder einmal ein Vertreter der Berufsgruppe Stra\u00dfenh\u00e4ndler\/Bettler\/Fensterw\u00e4scher steht, Tipps, wie man damit umzugehen habe, und kommentiert auch die Gefahr, die damit einhergeht, in ruhige, ansehnliche Wohnviertel wie Edgemead zu ziehen. Ganz gef\u00e4hrlich, denn &#8222;die Drogenbarone bzw. ihre Dealer zieht es dort hin&#8220;. Und dann zieht die Kriminalit\u00e4t ein.\u00a0 Nein, ein Leben an Bord kann er sich nicht vorstellen &#8211; schlie\u00dflich ist er in einem kriminellen Land aufgewachsen, da wei\u00df man, was Gefahr ist, und dann zeigt er uns seine Elektroschockpistole. Man kann doch nicht einfach irgendwo ankern?! Allein?\u00a0 Wie furchtbar!\u00a0 Genau, furchtbar, wenn man solche \u00c4ngste mit der Muttermilch aufsaugt.\u00a0 Joo.<br \/>\nDann hatten wir neulich George. &#8222;George, wo lebst Du denn?&#8220;\u00a0 Na, hier in Maitland. Schlichtes Viertel, aber in Ordnung. Die Kinder sind gut in der Schule, da achten wir drauf und da bezahlen wir auch f\u00fcr. Aha..<br \/>\nUnsere Taxifahrer waren sonst alle wei\u00df oder coloured&#8230; &#8222;George &#8211; habt Ihr Taxifahrer, die zum Beispiel in einem Township wie Kayalitsha wohnen?&#8220;\u00a0 &#8222;WHAAT?&#8220; Also, so was Unvorstellbares, da wohnen die Leute, die nur von der Wohlfahrt leben.\u00a0 &#8222;Sag mal, bist Du aus Cape Town?!&#8220;\u00a0 &#8222;Iiich?! Ich bin aus Zim, ist doch klar. Schwarze Taxifahrer bei den professionellen Taxifirmen sind oft aus Zim. Und Leute, die hart arbeiten sind sowieso \u00fcberwiegend aus Zimbabwe&#8230; wir kommen mit nix, arbeiten, und nach einer Weile geh\u00f6rt uns ein Auto. Ganz einfach!&#8220; Tja.<br \/>\nOder Rodney. Coloured as coloured can be. Wir stehen an der Hafenwache zur Stadtmitte. Mit dem Wachpersonal hatte ich auf meinem Fahrrad immer Spa\u00df &#8211; Richtung Paarden Eiland macht die Dame den Schlagbaum nicht auf. Geht nicht, nur f\u00fcr Autos &#8211; quetsch Dich einfach an der Seite durch! Das Personal Richtung Waterfront, also zu meinem steten Einkaufsplatz und damit hoher Passierfrequenz, winkt immer freundlich, schwatzt auch mal und w\u00fcnscht einen sch\u00f6nen Tag\/Abend.\u00a0 Das Tor in der Mitte ist der Hammer, mit stets wechselnden Regeln. Manchmal muss man das Fahrrad durch die Wachbude tragen, 3 Stufen rauf, und sofort drei Stufen wieder runter. Es sitzt aber niemad dort drin, und wenn, dann ist er \/ sie nicht an diesem Durchgangsverkehr interessiert. Und jetzt also mit dem Taxi und Rodney. Zun\u00e4chst mal ist man als Autofahrer generell scheixxend freundlich, &#8222;brother&#8220; und &#8222;sister&#8220; ist das Mindeste. Heute haben wir einen schwierigen Fall erwischt, denn in Paarden Eiland rein und zur Stadtmitte raus, das geht gar nicht. Kofferraumkontrolle. Diskussion.\u00a0 Was sagt Rodney anschlie\u00dfend zu mir \u00fcber den &#8222;brother&#8220;?\u00a0 &#8222;&#8230; die stellen uns jeden Tag neue baboons hier her!&#8220;\u00a0 Baboons. Paviane. Ich schlucke kurz. &#8222;&#8230; die kommen aus Kwa Zulu Natal oder direkt aus dem Wald&#8230;&#8220;\u00a0 Und dann geht die Tirade los. Ich kriege zum Abschluss unseres S\u00fcdafrikaaufenthaltes noch einmal eine massive Lektion zu den politischen Verh\u00e4ltnissen. &#8222;Apartheidregierung? Die waren saudumm!\u00a0 Aber die jetzige, die schl\u00e4gt alles&#8230;\u00a0 Diktatoren sind das hier&#8220;\u00a0 Rodney ger\u00e4t ins Kreischen: &#8222;&#8230; all das Gute schaffen sie ab, rei\u00dfen sie ein, und nichts d\u00fcrfen wir mehr tun&#8230;\u00a0 Die holen uns noch den Mugabe ins Land!&#8220;\u00a0 Er streckt mir seinen dunkelbraunen Arm hin &#8211; es folgt eine Bewegung, die ich schon aus den ersten Tagen in Richards Bay kenne &#8211; man streicht sich \u00fcber die Unterarmhaut und sagt bedeutungsvoll: &#8222;Wrong colour!&#8220;\u00a0 &#8211; die falsche Farbe. Im Funk krackelt es, Rodney wird gerufen. &#8222;oh, yeah, sweetie! I am here, we go to V&amp;A&#8220; s\u00e4uselt er. Und sagt zu mir: &#8222;New baboon on the radio&#8220;. TISA. That is South Africa.<\/p>\n<p>Jooo!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcderitz\/Namibia. Am Anker&#8230; 31.5.2016 Ich arbeite mal meine Blogschulden ab &#8211; wir diskutieren, wann unsere Reise nach St. Helena weitergeht, es ist Gewurschtelwetter, und darum &#8211; genauer gesagt wegen akuter Windschw\u00e4che &#8211; sind wir nach 4 Tagen sch\u00f6ner Leichtwindsegelei nach &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/05\/31\/jooo\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/s9lYZL-jooo","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4439"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4439"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4445,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4439\/revisions\/4445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}