{"id":4447,"date":"2016-06-14T15:23:00","date_gmt":"2016-06-14T15:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=4447"},"modified":"2016-07-26T20:29:37","modified_gmt":"2016-07-26T18:29:37","slug":"going-west","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/06\/14\/going-west\/","title":{"rendered":"Going west"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">17\u00b02S &#8211; 002\u00b010 W 14.6.2016<br \/>\nTag xy unserer Passage nach St. Helena. Tag 9? Tag 9! Irgendwann verliert die Zahl ihre Bedeutung.\u00a0 Es sind noch gen\u00fcgend Zwiebeln, \u00c4pfel, Kartoffeln an Bord, und die K\u00fchlbox ist auch noch ausreichend beschickt. Wir haben noch ungef\u00e4hr 220 nm zu bestreiten.<br \/>\nNoch eine kurze Bemerkung zu L\u00fcderitz: vielleicht habe ich das Schwergewicht meiner Schilderungen zu sehr auf die Deutscht\u00fcmelei gelegt. Nein, L\u00fcderitz ist kein &#8222;deutsches Nest&#8220; in Namibia, das ist Swakopmund schon eher. Es gibt vielleicht noch 100 deutschsprechende Einwohner, und es gibt zwar einen &#8222;deutschen Club&#8220;, aber der wird fast ausschlie\u00dflich von nicht-deutschen Namibiern frequentiert; eine zusammenhaltende &#8222;deutsche Gemeinde&#8220; gibt es weniger. Beate, die Wirtin der Alten Loge, meinte, dass das Clubinteresse haupts\u00e4chlich im Knobeln und J\u00e4germeistertrinken l\u00e4ge, und das geht auch ohne deutsche Zunge. Auff\u00e4llig im Stadtbild ist lediglich, dass deutsche Geb\u00e4ude, deutsche Beschriftung liebevoll gepflegt wird &#8211; das ist halt Ortsgeschichte, und Geschichte zu bewahren ist l\u00f6bliches Tun, denn sonst w\u00e4re es ein ziemlich gesichtsloser W\u00fcstenplatz.<br \/>\nGestern haben wir zum zweiten Mal auf unserer langen Reise &#8222;nach dem Westen gemacht&#8220;. L\u00e4ngengradm\u00e4\u00dfig sind wir also definitiv &#8222;rum&#8220;, ein seltsames Gef\u00fchl &#8211; ich muss mal schauen, wann wir das erste Mal \u00fcber den Nullmeridian geholpert sind. Klar, im Kanal, aber wo war das? OpenCPN sagt: auf dem Weg von Dieppe nach Cherbourg; mei, war mir da schlecht! Bei solchen Wegmarken drehen die Gedanken gern Ehrenrunden: \u00c4quator. Datumslinie. Die Wendekreise. Und diese Ehrenrunden werden immer nostalgischer &#8211; und meine Spannung, was kommt, kriegt leicht skeptische Z\u00fcge. Ein anderer Segler schrieb neulich aus der Karibik, dass es schwierig sei, an solchen (\u00fcberf\u00fcllten) Pl\u00e4tzen wie in der Karibik die Erlebnisse einer Weltumsegelung zu toppen. Muss man vielleicht auch nicht &#8211; wenn wir uns weiter in der Kunst des &#8222;auch ganz sch\u00f6n hier&#8220; \u00fcben, sollte eigentlich nichts schief gehen. Trotzdem frage ich mich, ob man wohl besuchte Pl\u00e4tze gern noch einmal sehen w\u00fcrde (Bonaire f\u00e4llt mir ein, Blanquilla, die Roques), aber vielleicht sollten wir lieber die unglaubliche Menge an nicht besuchten Pl\u00e4tzen ansteuern; wir haben ja noch gar nichts gesehen. Die gro\u00dfen Antillen, allen voran Kuba, auch wenn die alten Buena-Vista-Knacker wahrscheinlich nun alle dahin sind. Mittelamerika! Die Bahamas? Kommt L\u00e4ngengrad, kommt Idee. Jetzt erst einmal kommt etwas, wovon Helmut &#8222;Lop To&#8220; heute fr\u00fch auf dem Funk sagte: &#8222;&#8230; super Ziel&#8230;&#8220;. Wir freuen uns auf St. Helena. Wir freuen uns auch auf die Queen, die muss dort sein, denn gestern wurde ihr Geburtstag gefeiert, ebendort, da wird sie ja wohl anwesend gewesen sein, oder? Und sie muss dort definitiv feststecken, denn Her Majesty&#8217;s Ship, The Royal Mail Service &#8222;St. Helena&#8220;, ist in London, und sowieso ausgebucht f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate. Und, \u00dcberraschung: eigentlich sollte &#8211; BER l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen! &#8211; der Flugplatz schon letztes Jahr fertig sein, dann im Januar, nun im Mai, aber Helmut meinte: &#8222;Airport is&#8216; nich&#8216;!&#8220; Wie nett f\u00fcr uns. Ich h\u00e4tte zwar nicht erwartet, dass sich mit einsetzendem Flugverkehr das Inselflair am gleichen Tag um 180\u00b0 dreht, aber so werden wir St. Helena noch im Urzustand betrachten k\u00f6nnen. Irgendwas ist mit der Landebahn. Uns wurde auch schon heute Crew nach Brasilien angedient &#8211; ein Kanadier ist als Gast mit einer Yacht auf der Insel &#8222;gestrandet&#8220;, will sagen: im Unfrieden ausgestiegen, und versucht seit Wochen, egal wie zu irgendeinem Festland zu kommen. So ist das auf St. Helena. Ich lese gerade mit Vergn\u00fcgen das Buch &#8222;Outposts &#8211; Journeys To The Surviving Relics Of The British Empire&#8220; von Simon Winchester. Die &#8222;Journeys&#8220; sind zwar auch schon ein paar Tage her, aber es macht gro\u00dfen Spa\u00df, \u00fcber Ascension (ein Kurzfrist-AKKA-Ziel?!), Diego Garcia oder Tristan da Cunha zu lesen, und besonders Letzteres hat mich in seiner Abgeschiedenheit schwer beeindruckt, ein Ziel, das man in jedem Fall einen Traum bleiben lassen sollte. So h\u00e4tten es damals wohl auch gern die Einwohner gehabt &#8211; ob das heute noch ist? Aber St. Helena ist ja auch ausreichend abgeschieden &#8211; drum hat man Herrn Bonaparte dort ja auch untergebracht. So abgeschieden, dass Lop Tos heute mahnten, wir m\u00f6gen doch bitte mit unserem Frischproviant sehr sorgsam umgehen, die Inselregale seien weitgehend leer. Siehe oben &#8211; HMS St. Helena auf Abwegen, da kommt nichts nach. Insofern ist es nicht so ganz unwesentlich, dass wir noch gen\u00fcgend Zwiebeln an Bord haben. Die Karotten muss man leider von der schwarzen Pilzschicht befreien, und von den Tomaten haben nur die s\u00fcdafrikanischen, nicht die gr\u00fcnen aus Namibia \u00fcberlebt. Die K\u00fcrbisse m\u00fcssen auf die Brasilienpassage warten, und die Kohlk\u00f6pfe muss ich mal pflegen. Ansonsten gibt es halt mal wieder Dosengem\u00fcse mit Zwiebel. Kennen wir ja schon. Damals. In San Blas&#8230; Oder in der Lau-Gruppe. Sch\u00f6ne Zeiten, also f\u00fcgen wir ein weiteres Kapitel an. Es soll in St. Helena g\u00fcnstigen, frischen Tunfisch geben! Wenn das nichts ist &#8211; we are going west!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>17\u00b02S &#8211; 002\u00b010 W 14.6.2016 Tag xy unserer Passage nach St. Helena. Tag 9? Tag 9! Irgendwann verliert die Zahl ihre Bedeutung.\u00a0 Es sind noch gen\u00fcgend Zwiebeln, \u00c4pfel, Kartoffeln an Bord, und die K\u00fchlbox ist auch noch ausreichend beschickt. 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