{"id":4464,"date":"2016-06-25T19:18:49","date_gmt":"2016-06-25T19:18:49","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=4464"},"modified":"2019-03-19T10:49:10","modified_gmt":"2019-03-19T14:49:10","slug":"wir-haben-den-salat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2016\/06\/25\/wir-haben-den-salat\/","title":{"rendered":"Wir haben den Salat!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">St. Helena, 25.6.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausland ist das hier. Britannia rule the waves!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sagt mal&#8230; wir sind wirklich ein bisschen schockiert. Entgeistert. Beunruhigt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte man sich ausmalen k\u00f6nnen, dass das Brexit-Referendum so ausgeht, aber ich hatte etwas anderes erhofft. &#8211; allerdings wissen wir aus Diskussionen, dass nationalistische Tendenzen oder auch nur Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr Populistisches mittlerweile Kreise von Personen erreicht, mit denen wir sonst deutliche Schnittmengen hatten.<br \/>\nUmso dringender fragt man sich: wohin? Wohin geht die EU? Und: wohin sollen wir? Vielleicht eine Greencard in den USA beantragen, wo man seit vielen Jahren in 50 unterschiedlich strukturierten Staaten zusammenlebt. Oder in Kanada, wo es sogar die Anglo- mit den Frankophonen aushalten. Leider zu kalt. Also doch nach Florida, zu Jeb Bush und Spa\u00df mit Donald genie\u00dfen. Kleiner Scherz.<br \/>\nEine Frage m\u00f6chte ich anf\u00fcgen : was ist in Deutschland los? Wir lernten hier eben, dass man &#8222;in Deutschland nicht unbegleitet in den Supermarkt gehen k\u00f6nne&#8220;, weil der Immigrantenmob in 10er-Gruppen dort auflaufe, die Einkaufswagen f\u00fclle, um dann ohne zu zahlen von dannen zu ziehen, denn &#8222;wir sind Asylanten, Bezahlung ist an Euch! &#8230;das passiert sogar in Sportm\u00e4rkten!&#8220; Toller Akut-Bericht auf St. Helena, nat\u00fcrlich von einer Saint, wir sind ja au\u00dfer einem s\u00fcdafrikanischen Katamaran die einzigen Inselg\u00e4ste. Ich frage jetzt mal im Ernst, ob das tats\u00e4chlich so vorf\u00e4llt und wo? &#8222;Die gro\u00dfen St\u00e4dte, da wo die alle sind&#8220; wurden genannt. Den dank der sp\u00e4rlichen Internetversorgung selten abgefragten Medien konnten wir das in dieser Form nicht entnehmen. Meine vorsichtige Theorie ist, dass die (urspr\u00fcnglich s\u00fcdafrikanische) Berichterstatterin, die zur Zeit f\u00fcr 3 Monate aus Botswana in Deutschland ist, einen kleinen S\u00fcdafrikaschaden mit sich herumtr\u00e4gt und gern auf soziale Unterschiede hackt. Und dass sie so etwas erz\u00e4hlt, weil einfach nicht sein darf, was nicht sein kann, Empathie zwischen Reichen und Armen im Allgemeinen vielleicht, und der Versuch einer entsprechenden Fl\u00fcchtlingspolitik, zum Beispiel. M\u00f6glicherweise ist die Dame auf diesem Auge so blind wie ich es auf dem anderen, dem &#8222;(wei\u00dfes) S\u00fcdafrika ist einfach nur wunderbar&#8220;-Auge. Ich bin gespannt von Euch zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen werden wir Eure Antworten nicht so bald, demn\u00e4chst geht es wieder hinaus auf See, 3 Wochen k\u00f6nnen es bei den herrschenden F\u00e4chelwinden bis Brasilien werden. Darum&nbsp; &#8211; und weil wir das Schauspiel als solches gern sehen m\u00f6chten &#8211; &nbsp;warten wir auch mit der Abfahrt auf Mittwoch der kommenden Woche, wenn die &#8222;allerletzte RMS aus England&#8220; (siehe Bericht zuvor!) hier eintrifft und hoffentlich ein paar Zwiebeln und \u00c4pfel und zwei Kartoffeln f\u00fcr uns mitbringt; auf Wiener W\u00fcrstchen, Parmaschinken und Comt\u00e9k\u00e4se (um mal ein paar EU-L\u00e4nder zu bedienen) m\u00f6gen wir aus Brexitland nicht hoffen. Was uns in der Nach-Brexit-Berichterstattung gut gefallen hat, war 1. der Namensvorschlag f\u00fcr ein mit einem unabh\u00e4ngigen Schottland zu vereinendes unabh\u00e4ngiges London, n\u00e4mlich SCOTLOND, und 2. eine Statistik, die die Altersgruppierung der W\u00e4hler und die mittlere Lebenszeit zeigt, die der jeweilige W\u00e4hler mit der Brexitentscheidung zu leben hat &#8211; im Extrem \u00fcberlebt demnach der jugendliche &#8222;Stay&#8220;-Sager den \u00e4lteren, aber leider tonangebenden &#8222;Nein&#8220;-Schreihals um 50 Jahre. Hier sind die Leute eher skeptisch, ich denke, man f\u00fcrchtet um die EU-Finanzhilfen. Aber das Wiedererstehen des Empires wird den Engl\u00e4ndern bestimmt &#8211; ganz bestimmt! &#8211; einiges aus der Schatulle wert sein, auch f\u00fcr St. Helena\/Ascension\/Tristan da Cunha. Viel Geld f\u00fcr das Nichts?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier auf St. Helena jedenfalls k\u00f6nnte man trefflich siedeln, wenn man mit der Versorgungslage ein bisschen Geduld und nun auch Nachsicht mit den Briten h\u00e4tte. Ein tolles Beispiel (wirklich!) liefern Milla und Stefan. Heute haben wir wegen eines Wanderausfluges leider ihre Gesch\u00e4ftszeiten verpasst, und so muss ich gleich noch Brot backen. An 5 Tagen in der Woche &#8211; au\u00dfer Mittwoch und Sonntag &#8211; stehen die beiden Finnen vor dem Consulate Hotel und verkaufen DIE Alternative zum englischen Toastbrot-Schwamm. Gutes, krustiges Wei\u00df- und Weizenvollkornbrot, demn\u00e4chst (wenn die n\u00e4chste RMS aus S\u00fcdafrika da war, siehe Stichwort &#8222;Versorgungslage&#8220;) auch Roggenbrot. Mohnbagel, Zimtkringel, Apfelrosen. Zwei Jahre d\u00fcrfen die beiden hier leben und arbeiten, und wer unter 7.000 Pfund verdient, tut dies steuerfrei &#8211; zum Leben reiche das. Na, also. Noch Gesch\u00e4ftsideen? Wobei uns angesichts der Supermarktpreise 7.000 Pfund pro Jahr schon recht knapp erscheinen, das Preisniveau soll allerdings das finnische insgesamt nicht \u00fcberschreiten. Da wir ja den &#8222;Independant&#8220; (der gleich gestern Morgen das Referendumsergebnis herausschrie!) lesen, wissen wir, dass die Mehrzahl der Jobs auf dieser Insel unter der 7.000-Pfund-Grenze liegen. Behausungsm\u00e4\u00dfig sieht alles ganz moderat aus, oben in den Bergen ein bisschen bescheidener (an Kiwi-Schlichtbehausungen erinnernd), und das Government vergibt H\u00e4user und G\u00e4rten, die als ehemalige Regierungswohnungen frei geworden sind, zu Minimalpreisen. Irgendwie geht es. Aber wenn man zu den 7.000 Pfund ein G\u00e4rtchen bewirtschaftet? Letzteres etwas, was viele \u00e4ltere &#8222;Saints&#8220; vermissen &#8211; man gibt sich sehr wohl dem Fischfang hin aber landwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten sind eher unbeliebt, obwohl sie die Versorgungsengp\u00e4sse doch deutlich entlasten k\u00f6nnten, und die Inseltopografie w\u00fcrde das nach wie vor hergeben. Kelly aus der Touristeninformation erz\u00e4hlte mir, dass &#8222;moderne&#8220; Anbaumethoden, z.B. unter Poly-Zelten, wegen des leichten Technologie-Touches neuerdings Interesse bei j\u00fcngeren Insulanern finden (mein Vorschlag: man m\u00fcsste Gem\u00fcse virtuell aus dem Computer zaubern k\u00f6nnen!) Und vielleicht Wei\u00dfkohl nur in der Wei\u00dfkohlsaison essen, denn &#8222;wir sind einfach gezwungen, Gem\u00fcse au\u00dferhalb der Saison zu importieren&#8220;. Klar. Zwingend. Aber es gibt die erw\u00e4hnten Anbaumethoden tats\u00e4chlich, und darum gibt es auch mittwochs Salat. Hydrokultursalat und der ist bestimmt ganzj\u00e4hrig in diesem Klima. Bei den Zwiebeln muss allerdings nochmal nachgelegt werden! &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St. Helena, 25.6.2016 Ausland ist das hier. Britannia rule the waves! Sagt mal&#8230; wir sind wirklich ein bisschen schockiert. Entgeistert. Beunruhigt. 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