{"id":5649,"date":"2018-04-26T19:55:26","date_gmt":"2018-04-26T22:55:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=5649"},"modified":"2018-04-26T21:12:52","modified_gmt":"2018-04-27T00:12:52","slug":"5649","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/5649\/","title":{"rendered":"Dominica"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5657\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/dominica-post-m\/\" rel=\"attachment wp-att-5657\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5657\" data-attachment-id=\"5657\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/dominica-post-m\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?fit=1024%2C1824&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,1824\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;ALE-L21&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1523705879&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.68&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00062073246430788&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Dominica Post M\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?fit=168%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?fit=575%2C1024&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-5657\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?resize=584%2C1040\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"1040\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?resize=168%2C300&amp;ssl=1 168w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?resize=768%2C1368&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Dominica-Post-M.jpg?resize=575%2C1024&amp;ssl=1 575w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5657\" class=\"wp-caption-text\">Durchhalten, lieber Baum! Oder: es wird schon&#8230;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00e0\u017dle \u00e0\u00a0 Goyaves\/Guadeloupe, 22.4.2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlechtes Netz. Aber sowas von&#8230; Hatte ich k\u00fcrzlich \u00fcber das schlechte Netz in Dominica gemeckert?! Rein netzm\u00e4\u00dfig sollte man zur\u00fcckfahren &#8211; da war es zwar mit Geduldsaufschlag, aber man konnte wenigstens das Telefon als Hotspot benutzen und gelegentlich mit dem Laptop surfen. Nix dergleichen in den \u00e0\u017dles des Saintes &#8211; nix da in Guadeloupe&#8230; .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von St. Pierre sind es 55 Meilen nach Portsmouth auf Dominica &#8211; die Insel, die im letzten Jahr so brutal von Hurrikan Maria getroffen wurde, und so sieht sie auch immer noch aus: gerupft. Das sollte Reisende nicht davon abhalten, die Insel zu besuchen, im Gegenteil. Als wir vor 20 Jahren dort waren, galt die Bucht von Portsmouth als ein bisschen fragw\u00fcrdig. Eigentlich hatte die ganze Insel einen &#8222;Ruf&#8220;, und wir erinnern uns heute noch gerne daran, dass dies die Karibikinsel mit Lehrstoff f\u00fcr uns Charterer war: Stra\u00dfenh\u00e4ndler bietet die Lieferung von Fr\u00fcchten an. &#8222;Gib mal 5 EC$!&#8220; Sch\u00f6n doof von uns, die ECs waren nat\u00fcrlich weg&#8230; Heute geht es in Portsmouth anders zu: ein \u00fcberw\u00e4ltigendes, aber nicht aufdringliches Willkommen durch PAYS (Abk\u00fcrzung f\u00fcr so etwas wie die Portsmouth Association for Yacht Services. Oder so \u00e4hnlich). Einige junge M\u00e4nner haben sich zu einer Kooperative zusammengeschlossen, sammeln die Yachten im Norden der Bucht unter dem sch\u00f6nen Fort Shirley und verpassen ihnen Moorings. Hauptgesch\u00e4ft ist allerdings die Vermittlung von Inseltouren, wobei es durchaus eine gewisse Konkurrenz gibt &#8211; man ruft eines der Mitglieder \u00fcber Funk, und kriegt Antwort von einem anderen: &#8222;Albert, Albert for SV AKKA!&#8220; Antwort: &#8222;Station calling Providence, come again!&#8220; Ein Schelm, der &#8222;Kundenfang&#8220; dabei denkt. Dennoch ist die Stimmung wirklich kooperativ, denn Interessenten\u00fcberschuss schiebt man sich gegenseitig zu &#8211; gemeinsames Anliegen: die Yachties zum Bleiben zu bewegen. Gut. Man kann zwar auch ankern, aber in diesem Fall geben wir das Geld wirklich gern: was nun, 7 Monate nach &#8222;Maria&#8220; auf der Insel fehlt, sind nicht Altkleider oder Schulhefte, sondern &#8222;Business&#8220;, und die Ank\u00fcndigung, dass wir mindestens eine Woche bleiben wollen, erzeugt ein zufriedenes Grinsen bei Eddison, der zum Kassieren kommt: &#8222;&#8230; und denk&#8216; an mich, wenn Ihr eine Tour machen wollt!&#8220; Machen wir. Zwei Tage sp\u00e4ter ist es so weit. Guide Paul karrt uns \u00fcber die geschundene Insel, erz\u00e4hlt uns Geschichten vom alten Zauberer, von Mangoernte und von Marie-Galante, dessen pfannkuchenflache Kontour man am Horizont erkennen kann und von wo franz\u00f6sischen Wochenendtouristen her\u00fcberkommen. Geschichten von den letzten Cariben, die hier leben, in einem &#8222;Reservat&#8220;, aber immerhin mit zwei Parlamentssitzen ausgestattet. Oder von den reichen Familien, die noch immer das Sagen &#8211; und Verdienen! &#8211; haben auf der Insel, die aber auch der treibende Faktor sind, wenn es darum geht, sich nach Maria um Wiederaufbau zu bem\u00fchen. An vielen Ecken stehen kleine Snackbuden &#8211; und Paul kennt sie alle, gr\u00fc\u00dft und plaudert ein bisschen in die Runde, und wo er gerade nicht anhalten kann, winkt er papstm\u00e4\u00dfig aus dem Fenster; wir merken: der Mann ist eine Institution! &#8222;We&#8217;ve got to get this island running again!&#8220; meint er und bezieht sich auf die 20.000 Menschen, die nach Maria das Weite gesucht haben, auf andere Karibikinseln (vermeintlich sicherere?!), England, Kanada. Dominica \u00e4hnelt in der Struktur St. Vincent &#8211; rauhe, wilde Natur, schroffe Berge, dabei wenig zusammenh\u00e4ngende, landwirtschaftliche Fl\u00e4che. &#8222;Mangos? Mangos kauft man nicht &#8211; im Mai\/Juni ist alles voll davon, man muss sie nur auflesen!&#8220; Nicht ganz so in diesem Jahr &#8211; die Mangolese wird ein bisschen knapper ausfallen, aber sie wird stattfinden: was f\u00fcr das Gros des Gr\u00fcns in den Bergen sorgt, sind die Mangob\u00e4ume. Nicht mehr so ausladend und \u00fcppig wie sonst, aber sie treiben schneller als all die Harth\u00f6lzer, die dazwischen stehen. Wenn man genau hinschaut, stehen bei den Laubb\u00e4umen fast ausschlie\u00dflich die St\u00e4mme, alle \u00c4ste hat Maria abrasiert, das macht den b\u00fcrstenartigen Anblick der Berge aus. &#8222;Maria took it!&#8220; ist Standardsatz auf dieser Tour. Die D\u00e4cher, die Palmwedel. Die Vanillepflanzungen, die Kakaob\u00e4ume &#8211; Chocolatier Alan verkauft uns Produktionsreste &#8222;pre Maria&#8220;, und w\u00e4hrend er auf neue Kakaokapseln an den B\u00e4umen wartet, renoviert er sein Schoko-Haus. Pausenf\u00fcller, und, da er seinen Kakao selbst und &#8222;im eigenen Saft&#8220; fermentiert, wird es bis zur n\u00e4chsten, frischen Schokoladentafel noch etwas dauern. Wir m\u00f6gen die Sorten Spice und Lemongrass und Mint. Alles &#8211; inklusive der Kr\u00e4uter und Gew\u00fcrze aus dem eigenen Garten, und der ist auch noch sch\u00f6n anzusehen.<br \/>\nAlan \u00fcbt sich in Geduld. Und Paul, und die anderen, aber zum Jammern w\u00e4re keine Zeit &#8211; die n\u00e4chste Sturmsaison steht vor der T\u00fcr, bis dahin sind noch einige D\u00e4cher zu decken, und nicht zuletzt einiges an Infrastruktur wieder herzustellen: als Maria kam, war man mit dem Aufr\u00e4umen hinter Erica &#8211; &#8222;nur&#8220; ein Tropensturm in 2015, aber einer, der verheerende \u00dcberschwemmungen brachte &#8211; noch nicht fertig, und so liegen diverse Br\u00fccken unbefahrbar in den Bachbetten. &#8222;Erica started and Maria did the rest&#8230;&#8220; Zur Gelassenheit, die immer durchschimmert, kommt bei allen Erz\u00e4hlungen, dass es so etwas wie Maria noch nicht gegeben hat. Sehr plastisch berichtet uns das Anthony, der uns den Indian River hinaufschippert &#8211; vor 20 Jahren war dies eine Kanutour durch einen Tunnel aus Baumwipfeln, gerade breit genug, um zwei Kanus im Gegenverkehr aneinander vorbei hangeln zu lassen. In diesem Jahr &#8211; und f\u00fcr einige weitere &#8211; ein breiter Fluss, mal flach, mal mit tiefen Auswaschungen. Die Vogeldichte ist gering, ein paar Reiher suchen nach Krabben und ein paar Kolibris nach noch wenigen Bl\u00fcten. Dass wir keine tropisches Dickicht mehr erwarten konnten, war uns klar &#8211; umso interessierter folgen wir Anthonys Maria-Bericht: wie um 2 Uhr am Nachmittag die Meldung kam, dass in der Nacht ein Hurrikan der Kategorie 1 die Insel treffen werde, und um 5 war es ein Kategorie 2. &#8222;Nothing special!&#8220; Das gibt es fast jedes Jahr. Ein paar Latten gehen dabei drauf. Dann f\u00e4llt die Dunkelheit, um 7 ist Maria zum Kategorie5-Monster angewachsen, und es ist ein direkter Hit. Noch eine Weile funktionieren Strom und Telefonnetz, dann sind alle auf sich gestellt. Anthony bekommt es mit der Angst zu tun, allein in seinem Haus mit dem kleinen Sohn &#8211; er traut sich hinaus und bringt das Kind zu einem Nachbarn mit einem sichereren Geb\u00e4ude, gerade rechtzeitig. Dann fliegt alles durch die Luft, was man vorher f\u00fcr sturmfest gehalten hat. Als es hell wird, ist nichts mehr wie zuvor &#8211; aber, sagt Anthony, es war gut, dass es in der Nacht passierte. Alle Leute waren zu Hause, niemand hat mehr versucht, in der Dunkelheit um sein Leben zu rennen &#8211; am Tage w\u00e4ren viele Menschen von umherfliegenden Teilen erschlagen worden. Die meisten der Opfer sind in Wasser- und Schlammlawinen umgekommen, und es waren insgesamt &#8222;nur&#8220; 36. F\u00fcr ihn steht fest: Maria tags\u00fcber &#8211; dann w\u00e4ren wir kein Tropenparadies mehr. Dann schenkt er mir zwei Gingerlilys und eine Heliconenbl\u00fcte (die bl\u00fchen heute noch!) und kehrt zur Zeit danach zur\u00fcck: wie sie mit Hilfe von gestifteten Kettens\u00e4gen &#8211; eine hatten wir in Trididad auf eine Yacht mit Hilfsg\u00fctern geladen &#8211; den Indian River freigemacht haben. Eine Mordsarbeit, wir sehen die Berge an \u00c4sten und St\u00e4mmen, die sich zu beiden Seiten des Flusses t\u00fcrmen. Leute wie unser Busfahrer Paul oder der Arch\u00e4ologe Dr. Honychurch hatten sofort daf\u00fcr geworben, die Mitmenschen auf &#8222;bleiben, wiederaufbauen&#8220; auszurichten. Es scheint zu gelingen.<br \/>\nWenn es mir gelingt, andere Segler auf &#8222;hinfahren&#8220; auszurichten, w\u00e4re noch mehr gewonnen. Was soll man mitbringen?! Geld. Zeit. Energie, um mit in den Wald zu gehen und Wanderwege aufzur\u00e4umen. Lust auf Touren mit den Einheimischen. Und ein offenes Ohr f\u00fcr ihre Geschichten. Nicht z\u00f6gern! Unbedingt hinfahren. Es ist nicht alles kaputt, es ist nicht unsicher, und allein wenn ich an unsere kleinen Wanderungen auf die Cabrits und das Fort Shirley denke, macht es sogar ausgesprochenen Spa\u00df. Und die Dominicans brauchen uns.<br \/>\n&#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00e0\u017dle \u00e0\u00a0 Goyaves\/Guadeloupe, 22.4.2018 Schlechtes Netz. Aber sowas von&#8230; Hatte ich k\u00fcrzlich \u00fcber das schlechte Netz in Dominica gemeckert?! 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