{"id":5653,"date":"2018-04-26T20:13:07","date_gmt":"2018-04-26T23:13:07","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=5653"},"modified":"2018-05-10T19:58:41","modified_gmt":"2018-05-10T23:58:41","slug":"zwei-ausfluege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/","title":{"rendered":"Zwei Ausfl\u00fcge"},"content":{"rendered":"<div class=\"moz-text-html\" lang=\"x-unicode\">\n<p style=\"text-align: justify;\">English Harbour, 26.4.2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie verdient man sich ein franz\u00f6sisches Mittagessen?! Indem man versucht, ankerauf zu gehen und bemerkt, dass der Anker h\u00e4ngt. So geschehen im Norden von Guadeloupe. Alle suchen in der Bucht von Deshaies eine Mooring &#8211; wir auch, denn wir wollen AKKA f\u00fcr einen Landausflug allein lassen, und bei so viel Ankerei ringsum ist das Liegen an einer Mooring etwas \u00fcbersichtlicher. Da kommt kein Vollpfosten gefahren und l\u00e4sst seinen auf unseren Anker fallen oder \u00c4hnliches. Am Montagmorgen sind\u00a0 zwei Bojen frei. Wir d\u00f6deln\u00a0 rum, da ist es nur noch eine &#8211; andere hatten die gleiche Idee. Schnell! Schnell! Was allerdings nicht schnell hochkommt, ist unser Anker. Nun gut &#8211; Rennen verloren, erst mal schauen. Badekleid, Schnorchelbrille. Herrje. Wir haben eine Uraltkette eingefangen &#8211; alle suchen eine Mooring, wir finden eine versteckte. Mittlerweile ist auch das zweite Objekt unserer Begierde schon besetzt, wir haben also Zeit. Man\u00f6vrier\u00fcbungen, Theoretisieren, Hilfsleine scheren, den Nachbarn beruhigen, dass wir gar nicht n\u00e4her kommen <em>k\u00f6nnen<\/em>&#8230; Es hilft nix &#8211; &#8222;hol mal den Tiefschnorchler aus dem Vorschiff!&#8220; Wassertiefe ca. 7 m, das hei\u00dft, mit 13 m Atemschlauchl\u00e4nge wird es etwas knapp, denn der Kompressor steht maximal mittschiffs &#8211; der muss ja auch noch Elektroanschluss an die Batterien haben, und der ist im Achterschiff. Ein Riesengewurstel!\u00a0 Runtertauchen, Druckausgleich und die Lage sondieren. Wieder rauf: &#8222;&#8230; ich brauche mehr L\u00e4nge!&#8220;\u00a0 Der Eigner tut, was er kann. Runter. Mittlerweile war AKKA flei\u00dfig, hat sich im Strom gedreht und schon 3 Lagen von der dicken, rostigen Kette aufgesammelt. Und &#8222;blubb!&#8220; bleibt mir die Luft weg. Aufstieg. &#8222;&#8230; was war das denn jetzt?&#8220; Manchmal schaltet der Eigner mir kurz die Luft ab, wenn er ein Zeichen geben will (\u00e0\u00a0 la &#8222;es reicht, mach&#8216; Schluss&#8220;), aber heute war die Kabell\u00e4nge so ausgereizt, dass die Kabelschuhe nachgaben. Auf ein Neues. Im dritten Versuch gelingt es mir, die dicke Kette von der Ankerfluke zu schaufeln. Ein bisschen Fluchen (unten)\u00a0 und Geschrei (an der Wasseroberfl\u00e4che) war dabei. Wir hatten im Internet k\u00fcrzlich eine sch\u00f6ne Diskussion \u00fcber Bordgeschrei und &#8222;&#8230;ein gutes Team wei\u00df, was es zu tun hat&#8230;&#8220; Gilt offensichtlich nicht f\u00fcr alle Situationen, obwohl wir ein gutes &gt;Team sind, aber es hat daf\u00fcr Unterhaltungswert f\u00fcr die umgebenden Boote, insbesondere wenn Deutsche in der N\u00e4he sind\u00a0 (bei dieser Gelegenheit hallo an die diskrete Alisea und danke, dass Ihr &#8222;nix geh\u00f6rt&#8220; habt!).\u00a0\u00a0 Unterm Strich: AKKA lag wieder sicher vor Anker, ich war mit der Leistung\u00a0 und meinem Ausflug nach &#8222;deep blue&#8220; sehr zufrieden. Man\u00f6verkritik: n\u00e4chstes Mal mit Bleig\u00fcrtel, ohne treibt der Hintern auf und man arbeitet \u00fcber Kopf! Der Eigner nicht minder zufrieden und das Belohnungsessen in Deshaies &#8222;AMER&#8220; k\u00f6stlich: Accras de Morue als Vorspeise, dann Magret de Canard und ein Duet von Thon \u00e0\u00a0 la Polynesienne und Tartare de Thon. \u00dcberaus lecker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach diesem Ausflug in Unterwasserwelten fand der richtige dann doch noch statt, wir hatten uns eine Busfahrt nach Pointe a Pitre ausgedacht. Morgens um 06:30 macht der B\u00e4cker auf, also Caf\u00e9 au lait und Croissant auf der Stra\u00dfe, danach &#8222;Bus ohne<\/p>\n<div id=\"attachment_5656\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/croissants\/\" rel=\"attachment wp-att-5656\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5656\" data-attachment-id=\"5656\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/croissants\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?fit=1024%2C1535&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,1535\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.3&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DSC-WX220&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1524557543&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.45&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;500&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.016666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Croissants\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?fit=200%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?fit=584%2C876&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-5656\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants-200x300.jpg?resize=200%2C300\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?resize=768%2C1151&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?resize=683%2C1024&amp;ssl=1 683w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Croissants.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5656\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fcck &#8222;auf der Stra\u00dfe&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fahrplan&#8220;. Wir nehmen die erstbeste Navette nach Ste. Rose (auf Cr\u00e9ole: Sin Wooz!), die kommt, der Fahrer findet uns doof, dass wir nicht auf den direkten Bus warten wollen. &#8222;Wann kommt der denn?&#8220; &#8230; &#8222;&#8230;wei\u00df ich nicht!&#8220; Na, dann eben durch die Bergd\u00f6rfer mit der Navette, ist ja auch interessant. Eltern mit Winzlingen auf dem Weg zur Impfung, B\u00fcrotanten, Sch\u00fcler &#8211; der AKKAnaut als solcher hat immer was zu gucken, und der Anschluss in Ste. Rose passiert in k\u00fcrzester Zeit. Ab hier wird&#8217;s flach und zuckrig &#8211; Zuckerrohr ist immer noch landwirtschaftliches Erzeugnis Nummer 1.\u00a0 Bis zum Busbahnhof Bergevin dauert es 2 Stunden, so dass wir berechtigterweise zum 2. Fr\u00fchst\u00fcck in einer Metropolenb\u00e4ckerei einfallen k\u00f6nnen (Obstsalat, gut, und Pain au Chocolat f\u00fcr den Eigner, Urteil: &#8222;&#8230; lieber nicht!&#8220;). Ziel f\u00fcr heute: Lokalkolorit &#8211; gutes Stichwort mit Betonung auf &#8222;Kolorit&#8220;, denn Pointe \u00e0\u00a0 Pitre ist eine eindeutig kreolisch bestimmte Stadt, viel afrikanischer als Fort de France, finden wir. Viele Stra\u00dfenh\u00e4ndlerInnen verkaufen Obst und Gem\u00fcse. Klamotten, Kosmetikartikel. Die Schuhmacher reihen sich mit Miniaturwerkst\u00e4tten &#8211; 2 Orangenkisten, 1 Hocker &#8211; aneinander.\u00a0 Vielleicht ist es auch nur das Viertel, dieser Fu\u00dfweg von Bergevin zum Hafen, aber es kommt uns sehr afrikanisch vor.<\/p>\n<div id=\"attachment_5658\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/memorial-acte\/\" rel=\"attachment wp-att-5658\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5658\" data-attachment-id=\"5658\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/04\/26\/zwei-ausfluege\/memorial-acte\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?fit=1024%2C768&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,768\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DSC-WX220&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1524571267&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.45&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.004&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Memorial ACTe\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?fit=584%2C438&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-5658\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe-300x225.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Memorial-ACTe.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5658\" class=\"wp-caption-text\">Das Sklavereimuseum in Pointe \u00e0\u00a0 Pitre<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Hafen selbst unser eigentliches Ziel: das M\u00e9morial ACTe. Von Weitem sieht man eine\u00a0 beeindruckende, moderne Aluminiumfassade, in deren Richtung wir uns durch Fisch- und Gem\u00fcsem\u00e4rkte schl\u00e4ngeln. Nach einiger Wartezeit &#8211; trop des el\u00e0\u00a8ves, zu viele Sch\u00fcler! &#8211; d\u00fcrfen wir rein, und was gezeigt wird, macht ein mulmiges Gef\u00fchl: die Geschichte der Sklaverei und des modernen Rassismus. Es beginnt mit den Anf\u00e4ngen der Menschheit, weltweit, mit allen &#8222;Hochkulturen&#8220;, Babylon, China, die Griechen&#8230; und bewegt sich von dort in Richtung der Kolonien. Plantagenstrukturen &#8211; der anf\u00e4ngliche Tabakanbau lief noch mit bezahlten, wei\u00dfen Arbeitern! &#8211; Wirtschaftsschwergewicht Zuckerrohranbau, der Beginn des Imports von afrikanischen Sklaven. Die nat\u00fcrlich &#8211; wie sollte es anders sein?! &#8211; unterst\u00fctzende Rolle der Kirche, die auch noch einen widerlichen Unterschied zwischen den &#8222;edlen Wilden&#8220;, n\u00e4mlich den Einwohnern der Inseln, und den Afrikanern macht. Sklavenhandel als Wirtschaftsfaktor, afrikanische Geschichte und der nachfolgende Rassismus. Es ist sehr eindr\u00fccklich gemacht, den Audioguide um den Hals geh\u00e4ngt werden wir durch die Geschichte gef\u00fchrt, von Videokasten zu Videokasten, von Exponat zu Exponat. Stellenweise wirklich grauenhaft, und so wie ich mich in Dunkerque im WW2-Museum als Mitverursacherin gef\u00fchlt haben, kann ich hier die zentrale Rolle der &#8222;herrlichen&#8220; Europ\u00e4er nicht abweisen, ich f\u00fchle mich pl\u00f6tzlich ziemlich &#8222;wei\u00df&#8220; inmitten von vielen schwarzen Sch\u00fclern. Ein kleines geschichtliches Detail f\u00e4llt mir gerade ein: der Wiener Kongress beschloss die Abschaffung des Sklavenhandels, nicht aber die der Sklavenhaltung. Ui. Die Ausstellung bewegt sich \u00fcber Abschaffungsbewegungen, die schon Mitte des 16. Jahrhunderts mit den Maroons begann &#8211; und \u00fcber eine besonders gr\u00e4sslichen Schleife von Abschaffung durch die Franz\u00f6sische Revolution zur Wiedereinrichtung der Sklavenhaltung durch Napoleon &#8211; zu Freiheitsk\u00e4mpfern und zum Rassismus des 20. und 21. Jahrhunderts.\u00a0 Im letzten Raum ein Videoinstallation zur Sklavenhaltung im Jahr 2014 &#8211; Zehntausende (in Deutschland) bis vielen Millionen in Afrika, Asien, Russland. Haarstr\u00e4ubend. Aber der Trost ist nahe: die beiden Ausstellungsteile sind getrennt durch einen langen Gang. Betritt man ihn, beginnt im Kopfh\u00f6rer Miriam Makeba &#8222;Pata Pata&#8220; zu singen, von der Decke h\u00e4ngen gro\u00dfformatige Portraits von Widerstandsk\u00e4mpfern und Abolitionisten. Abraham Lincoln, Victor Schoelcher. Lumumba, Nelson &#8222;Tata&#8220; Mandela. MalcolmX, und nicht zu vergessen Rosa Parks. Harriet Tubman und Malala Yousafzai. Es r\u00fchrt mich, und es r\u00fchrt mich besonders zu sehen, wie die franz\u00f6sischen Lehrer ihre Sch\u00fcler zum Abschluss durch diese Parade f\u00fchren. Das macht Hoffnung! Unbedingt einen Wiederholungsbesuch wert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English Harbour, 26.4.2018 Wie verdient man sich ein franz\u00f6sisches Mittagessen?! Indem man versucht, ankerauf zu gehen und bemerkt, dass der Anker h\u00e4ngt. So geschehen im Norden von Guadeloupe. 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