{"id":57,"date":"2007-07-23T22:55:19","date_gmt":"2007-07-23T20:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=57"},"modified":"2008-07-23T20:41:44","modified_gmt":"2008-07-23T18:41:44","slug":"dunkerque-boulogne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2007\/07\/23\/dunkerque-boulogne\/","title":{"rendered":"Dunkerque-Boulogne"},"content":{"rendered":"<p>Boulogne &#8211; weiter hat uns der Wind nicht getragen. Theroretisch schon, aber es w\u00e4re in die falsche Richtung gegangen. \u00dcberraschung am Ende: Einfahrt Boulogne gesperrt, die Fischer bestreiken den Hafen und bereiten der monstr\u00f6sen Katamaranf\u00e4hre von Dover ein h\u00fcbsche Versp\u00e4tung. Die ankert n\u00e4mlich drau\u00dfen, genau wie wir. Und wir hatten schon &#8222;Weichei&#8220; gerufen, als der Katamaran direkt hinter uns die Fahrt rausnimmt \ud83d\ude09<br \/>\nEs wird schon besser mit den Tiden. Und dann haben wir ja noch den  Shell Channel Pilot, der einem doch immer wieder Vergn\u00fcgen bereitet. Zitat aus dem Vorwort: &#8222;&#8230; recommend .. to make maximum use of a sharp eyed mate. My own pilotage ist still frequently rendered free of impending drama by the presence of my wife, Ros, whose father flew WWII fighters in combat for the RAF, and who has inherited his gimlet vision.&#8220; Gut zu wissen ;)&#8230;<br \/>\nTja, und Dunkerque?! Am Sonntag gab es einen Radelausflug zum M\u00e9morial des Alli\u00e9s. Das fing schon mal sch\u00f6n franz\u00f6sisch an, weil wir mit dem Aufbruch bis 14:00 Uhr, Ende der offiziellen Mittagspause, gewartet hatten. Als wir ankommen, winkt uns ein fr\u00f6hlicher \u00e4lterer Herr zu, eher s\u00fcd- als nordeurop\u00e4ische Gestik, und bedeutet uns, dass er nur kurz etwas essen m\u00f6chte &#8211; &#8222;cinq minutes!&#8220; Wir radeln zum Strand und betrachten das betr\u00fcbliche Touristengewusel, die Reihe mittelm\u00e4\u00dfiger Restaurants und Unterk\u00fcnfte. Andreas sabbert ein bisschen vor einer Friture, Belgien ist nicht weit, und wir haben Frittenland ja ausgelassen. Der &#8222;Kursaal&#8220; wirbt f\u00fcr ein Konzert von Michel Polnareff im August. Hmh &#8211; da war doch was in unserer Jugend?! Dass der noch Konzerte gibt&#8230; Zum Strand hin rapt es ordentlich, das ist bestimmt bis zum Fahrwasser hinaus zu h\u00f6ren.<br \/>\nZur\u00fcck am M\u00e9morial ist noch niemand da, ein franz\u00f6sisches Essen braucht halt auch seine Zeit. Kleiner Umweg zur Marina Grand Large, in einem teilweise geschleiften, teilweise umgewidmeten, riesigen Werftgel?nde &#8211; wir stellen fest, dass wir unseren Liegeplatz auf der anderen Seite, im &#8222;more clubby YCMN&#8220;, dem Yacht Club du Mer du Nord, goldrichtig gew\u00e4hlt haben. Stadtnah und nett. Und nebenbei WLan satt und kostenfrei.<br \/>\nDritter Anlauf M\u00e9morial, und siehe da, die 5 Minuten sind um. Wir werden freundlich willkommen gehei\u00dfen, sprechen mit dem Museumsw\u00e4rter, der uns die Rundg\u00e4nge erkl\u00e4rt und Papiere in die Hand dr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Schon vor der ersten Tafel, Generalmobilmachung in Frankreich am 2.9.1939, \u00fcberlegen wir, ob wir vielleicht lieber vor den englischen \u00dcbersetzungen stehen bleiben sollen, wir f\u00fchlen uns von den holl\u00e4ndischen Besuchern beobachtet. Dann noch einmal der Museumsw\u00e4rter : &#8222;&#8230; vous \u00eates de quelle nationalit\u00e9?&#8220;. &#8222;Allemand.&#8220; Er strahlt! Die Ausstellung ist toll &#8211; aus unserer Sicht v\u00f6llig neutral; eher haben wir manchmal das Gef\u00fchl, dass die strategischen Bem\u00fchungen der Deutschen in zu positivem Licht stehen. Interessant der R\u00fcckblick auf die anf\u00e4ngliche Taktik des Grabenkrieges durch die Engl\u00e4nder &#8211; in direkter Ankn\u00fcpfung an 1918. Nur ein paar<br \/>\nKilometer weiter, als w\u00fcrde der erste Krieg einfach weitergef\u00fchrt. Aber es wird auch nichts ausgespart &#8211; die Stukaangriffe auf die Schiffe, die Bombardements auf die Stadt. Dem Verfasser unseres Channel-Pilot wird das alles nicht unbedingt gen\u00fcgen &#8211; \u00fcber den m\u00fcssen wir dauernd glucksen. Der gibt von der Geschichte eine eher britische Kurzfassung: &#8222;&#8230; in 1940, a sacrificial rearguard action by the Green Jackets kept the Panzers from outflanking  Dunkerque until the British Forces were evacuated&#8230;&#8220; Als notorischer Geschichts\u00e4ngstling in<br \/>\nSachen WW II &#8211; irgendwo zwischen Neugierde und Ber\u00fchrungsangst &#8211; bin ich doch ziemlich beeindruckt und mir f\u00e4llt auf, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt, jedenfalls habe ich eine solche Ausstellung noch nirgends gesehen, und das w\u00e4re wirklich lohnend. Im Hinausgehen schnacke ich noch ein Weilchen mit dem Museumsw\u00e4rter, der sich an unserem Interesse (und dem von &#8222;beaucoup des Allemands&#8220; in neuerer Zeit) sehr freut. Und mir zu verstehen gibt, dass nicht nur ich das Geschehen nicht so einfach begreifen kann. Zwar fehlt es mir f\u00fcr tiefsch\u00fcrfende Gespr\u00e4che ein bisschen an der \u00dcbung im Franz\u00f6sischen, aber wir verstehen uns gut. Die Message kommt r\u00fcber, in beiden Richtungen. Sch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Boulogne &#8211; weiter hat uns der Wind nicht getragen. 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