{"id":5885,"date":"2018-09-26T09:25:08","date_gmt":"2018-09-26T13:25:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=5885"},"modified":"2018-09-26T09:25:08","modified_gmt":"2018-09-26T13:25:08","slug":"alles-was-spass-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/09\/26\/alles-was-spass-macht\/","title":{"rendered":"When Steel Talks&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Chaguaramas, 25.9.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">When steel talks, everybody listens!<br \/>\nDas Konzert am Sonnabend war ein H\u00f6llenspa\u00df. Die 5 gro\u00dfen Steelbands in Miniformationen, Mini hei\u00dft hier: um die 40 Musiker, inklusive Ratsche sowie des Eigners Lieblingsinstrument= Bremstrommel und der Cow Bell. Cow Bell kann man schlecht mit &#8222;Kuhglocke&#8220; \u00fcbersetzen, weil das klanglich in die falsche Richtung f\u00fchrt. Im zuletzt verlinkten Exodus-Link ist das Intro &#8222;Cow Bell&#8220;, mehr Klacken als L\u00e4uten. Ich sitze gern ganz vorn, zum Gucken und H\u00f6ren &#8211; Nachteil: weiche Watteohren. Gesamturteil: es war dieses Mal noch besser als im vergangenen Jahr, keine schiefen Gesangsacts, kein Nessun-Dorma-Gekn\u00f6del, daf\u00fcr 5 mal 1 Stunde (!) Pan &#8222;mit Geschmack&#8220;.<br \/>\nGeschmack 1: Phase Two Pan Groove mit ein bisschen Jazzigem. Sehr gut, aber f\u00fcr den einen oder anderen vielleicht anstrengend. #2: Die Desperadoes mit Klassik, und zwar in einer Weise, dass wir mit offenen Ohren und M\u00fcndern sitzen und staunen &#8211; wo man Steelbands sonst eher entfesselt sieht, ist dies eine Demonstration von h\u00f6chster Konzentration und toll arrangiert, weil ein wirklich virtuoser Oboist nicht \u00fcbert\u00f6nt wird. Sehr klasse. Dass das Publikum dann zu Jacques Offenbachs &#8222;CanCan&#8220; erstmals an diesem Abend durchdreht, mag man ihm verzeihen .\u00a0 Es wird zwar nicht bierzeltm\u00e4\u00dfig geschunkelt, aber gern gesungen, besser: mitgebr\u00fcllt, und irgendwann h\u00e4lt es auch nicht mehr alle auf den Pl\u00e4tzen. Vor allem \u00e4ltere, f\u00fcllige Damen lassen dann vor den B\u00fchnen die H\u00fcften kreisen (nein, ich nicht!). Nach dem Offenbach-Thrill dachte ich: das wird schwer f\u00fcr die nachfolgenden Orchester. No.3, Exodus, ist dann &#8211; bis auf den besagten Bassisten &#8211; auch nicht gar so doll, das Aroma &#8222;Big Band&#8220; zu viel Blech, zu wenig Pan. Finde ich. Kommt Nummer 4, die Trini All Stars &#8211; das hat dem Eigner gefallen: eine Rock-R\u00f6hre als Gesangs-Act. Pan mit Rock &#8217;n Roll-Geschmack und super Stimmung!<br \/>\nZum Schluss die Renegades &#8211; da geht einem dann auf, dass man eben nicht &#8222;Trini&#8220; ist. Schon der einleitende Rap ist so gut wie nicht zu verstehen, und dann&#8230; die Renegades laufen zur ganz gro\u00dfen Calypso-Form auf. Die Zuschauer &#8211; bis auf die 3 Handvoll doofe Yachties &#8211; singen, gestikulieren, es werden nicht nur die Refrains skandiert, sondern auch die teils langen, balladesken Strophen mitgesungen; ein Gesang, der allerdings im infernalischen L\u00e4rm der Orchester nur ein Hintergrundger\u00e4usch bildet. Wir tippen auf die Karnevals-Calypsos der letzten 30 Jahre. Kein &#8222;This is my island in the sun&#8220;-Belafonte-Zeug, sondern ziemlich freche Sachen; Calypso hat seine Wurzeln im\u00a0 Politisch-Kritischen, das Wort ist angeblich eine Verballhornung eines Yoruba-Wortes, Kaiso, aus Sklavereizeiten also. Die ganze Steelbandbewegung hat diesen widerborstigen Hintergrund &#8211; nicht umsonst war afrikanische Trommelmusik w\u00e4hrend der Kolonialzeiten verboten, und wo Trommeln verboten sind, sinnt man auf Ersatz&#8220;instrumente&#8220;. Doch auch als die alten \u00d6lf\u00e4ssen schon l\u00e4ngst und immer vielf\u00e4ltiger gestimmt werden, ist Steelbandmusik noch lange als &#8222;asozial&#8220; verp\u00f6nt. Ein Schelm&#8230; Der Rap am Anfang des Renegade-Auftrittes ist daher nicht ganz untypisch &#8211; irgendwas war mit dem Premierminister, und das Publikum johlt&#8230; Fast h\u00e4tte ich mir ein &#8222;Pat Bishop&#8220;-Hemd gekauft, wie man das so als begeisterte Konzertbesucherin macht. Pat Bishop &#8211;\u00a0 nicht Patrick, sondern Patricia &#8211; war eine Arrangeurin, Pan-Lehrerin, Orchestercoach, Dirigentin, vielf\u00e4ltig und hoch begabt; alles nicht so selbstverst\u00e4ndlich, denn &#8222;Woman on de Bass&#8220;, heute in jedem Orchester weit verbreitet, war Anfang der 70er noch eine Ausnahme. F\u00fcr Frauen geh\u00f6rte es sich einfach nicht, sich in solch einer Subkultur zu bet\u00e4tigen &#8211;\u00a0 das \u00e4nderte sich erst als die Steelbandmusik in den 80ern hoff\u00e4hig wurde. Eine junge Inderin machte 1974 den Anfang am Bass und kriegte prompt einen Calypso gewidmet: &#8222;&#8230;we want de woman on de bass!&#8220; Un&#8216; nu&#8216;? Gehen schicke Yachties dorthin und lassen sich einen Abend lang die Ohren bet\u00e4uben. Sehr klasse!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch sonst haben wir Spa\u00df &#8211; ich konstruiere noch an den Matratzenbez\u00fcgen und schleppe daher die schweren Matratzen einmal t\u00e4glich aus der Kammer in den Salon. Das nimmt der Eigner zum Anlass, die Ruderanlage &#8211; unter den Kojen\u00a0 &#8211; zu revidieren &#8211; logische Frage am Abend: &#8222;&#8230; wo m\u00f6chtest Du heute schlafen?&#8220; Klar, auf dem Salontisch, Matratze liegt ja schon. Dass er allerdings bei kniffeligen Anpassungsarbeiten f\u00fcr den Rei\u00dfverschluss kommt und scheinheilig fragt, ob wir die Wegerung an den Kojen schon mal abgenommen haben, jetzt, wo doch gerade die Matratzen&#8230; &#8222;Nicht JETZT!&#8220;. Projekt 1027 ist geboren.<br \/>\nDer letzte Spa\u00df ist aber dieser: ein schon Wochen altes Projekt\u00a0 ist noch immer nicht fertig. Wir erwarten ein Paket aus Deutschland &#8211; Ersatzteile f\u00fcr die Windsteueranlage, ein freundlicher Mensch hat uns einen gebrauchten AP-Navigator spendiert, ein paar Kleinteile&#8230; Seit dem 30. August stand das Tracking auf &#8222;wird ins Zielland transportiert&#8220;. Dass wir schon nach 3 Wochen ungeduldig wurden, goutierte weder die TriniPost (&#8222;&#8230; es WIRD transportiert WERDEN!\u00a0 Nicht im System hei\u00dft: nicht in Trinidad!&#8220;) noch die Deutsche Post: &#8222;&#8230; ist nat\u00fcrlich l\u00e4ngst abgegangen, stellen sie nach 4 Wochen einen Nachforschungsantrag!&#8220;. Da der Versender in Urlaub ist, haben wir das etwas fr\u00fcher getan. Die Post hat auch eine Facebookseite, und ein hilfsbereiter Geist stellte eine &#8211; ansonsten nirgends vermerkte &#8211; Bonner Rufnummer zur Verf\u00fcgung, an die man sich wenden k\u00f6nne. Die \u00fcbliche Hotline-Leier. (&#8222;&#8230;wenn Sie uns loben wollen, dr\u00fccken Sie die 9&#8220; &#8211; passierte wohl eher selten, wenn es kein Scherz von mir w\u00e4re). Ich verstehe, dass die Hotlines dieser Welt den Unmut aller Menschen auf sich versammeln, aber dass die Trulla zu mir sagt: &#8222;&#8230; dar\u00fcber kann ich mit Ihnen nicht sprechen, sie sind nicht unser Rechtspartner!&#8220; verschlug mir den Atem. Rechtspartner ist n\u00e4mlich der Absender und ich nur die bl\u00f6de Paketveranlasserin und -empf\u00e4ngerin. Auch der Hinweis, dass der Absender verreist sei, weicht die Abwehrhaltung nicht auf, dabei wollte ich nur wissen, ob man irgendwo sehen kann, wann und wo das Paket verflogen wurde, und was &#8222;wird gesendet&#8220; hei\u00dft &#8211; wenn es Futur sei, dann wann? Kurz: Gru\u00df aus der Deutschen B\u00fcrokratischen Republik. Zwei Tage sp\u00e4ter ein neuer Versuch, ganz cool und in der Hoffnung, einen anderen Gesp\u00e4chspartner zu finden. Klappt. Es ist Donnerstagabend. Mit der Aussage, das Paket sei definitiv\u00a0 (&#8222;&#8230; soweit ich sehen kann&#8230;&#8220;, sehr spa\u00dfig) aus Deutschland abgeflogen, gehen wir ins Wochenende; die TriniPost wei\u00df noch immer von n\u00fcscht, aber hier ist durchaus manches bisweilen etwas&#8230; verz\u00f6gert. Die deutsche Statusmeldung steht beharrlich auf &#8222;wird f\u00fcr die Sendung vorbereitet&#8220; und &#8222;Next step: wird ins Zielland transportiert&#8220;. Am Montag ist in Trinidad Nationalfeiertag Nummer 3, nach Emancipation Day und Independence Day nun der Republic Day. Congratulations! Wir machen einen Tag Nachforschungspause. Gestern Abend fiel es mir wieder ein. Na, Deutsche Post? Any news? Ja, sicher! Neues Datum! 21.9., nur 23 Tage nach der letzten Meldung:<br \/>\n07:25 &#8222;&#8211;&#8220;\u00a0\u00a0 Hm. 2 Gedankenstriche. Was das wohl hei\u00dft? Wir machen uns Gedanken zu Ihrem Paket? Sendung gefunden und neu aufgenommen? Oder nur das Tracking ge\u00e4ndert? Dann:<br \/>\n08:45 &#8222;&#8230; wird ins Zielland versendet&#8220; und &#8222;Next step: Erreicht das Zielland&#8220;. Geheime Frage: falls ja, wann?<br \/>\nEs bleibt spannend. Und spa\u00dfig. When the postman talks, everybody listens. Lasst uns Positives h\u00f6ren, liebe Post!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chaguaramas, 25.9.2016 When steel talks, everybody listens! Das Konzert am Sonnabend war ein H\u00f6llenspa\u00df. Die 5 gro\u00dfen Steelbands in Miniformationen, Mini hei\u00dft hier: um die 40 Musiker, inklusive Ratsche sowie des Eigners Lieblingsinstrument= Bremstrommel und der Cow Bell. Cow Bell &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/09\/26\/alles-was-spass-macht\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-1wV","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5885"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5885"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5885\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5887,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5885\/revisions\/5887"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}