{"id":5962,"date":"2018-12-17T09:57:26","date_gmt":"2018-12-17T13:57:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=5962"},"modified":"2018-12-23T11:29:28","modified_gmt":"2018-12-23T15:29:28","slug":"tintenfleck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2018\/12\/17\/tintenfleck\/","title":{"rendered":"Tintenfleck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">.. und andere sch\u00f6ne Geschichten.<\/p>\n<p>Prickley Bay\/Grenada, 17.12.2018<br \/>\nJawoll &#8211; AKKA hat sich bewegt, wer h\u00e4tte es gedacht. Und das war gar nicht so einfach! Dass der erste Splashtermin ins Wasser gefallen war &#8211; bzw. eben nicht &#8211; ist ja bekannt. Am Montag, dem Ersatztermin, verschwindet der Eigner am sp\u00e4ten Vormittag, um noch letzte Verabredungen zu treffen oder einen der Handwerker zu bezahlen &#8211; und kommt nicht wieder. W\u00e4hrenddessen macht die Schipperin die Leinen f\u00fcr das Zuwasserman\u00f6ver fertig, die Fender vorbereiten, also Dinge, die man nicht wirklich braucht, aber sicher ist besser. Ich stehe an der Mittelklampe und fummele den Tampen zurecht, da kommt Freund Ian vorbeigetrabt, gute Gelegenheit noch schnell &#8222;tsch\u00fcss&#8220; zu rufen, und &#8222;we are going to splash now!&#8220;. Nee, sagt der trocken, das glaube ich nicht. Morgen. Vielleicht. Was ist los? &#8222;Och&#8220; [Ian ist S\u00fcadfrikaner!] &#8222;Susies boat&#8230;&#8220; Susie und ihre Spirited Lady sorgen f\u00fcr einen Verkehrsstau am Travellift. Der Eigner hatte sich das Drama angeschaut, das darin resultiert, dass Michael die H\u00e4nde entnervt in die Luft wirft: &#8222;&#8230; can we splash you tomorrow?!&#8220; Klaro, wir haben ja ZEIT. So war es dann auch, alles easy. Spannende Fahrt, es liegt ein Mast im Weg und auch sonst muss so ein Michael an diversen Engstellen vorbeikurven, ich stehe auf dem Vorschiff und mag gar nicht hingucken. Es geht um Zentimeter &#8211; in den Wochen zuvor hatte man unsere Nachbarboote teils mit dem Hubwagen aus den engen Parkl\u00fccken holen m\u00fcssen. Hohe Travelliftkunst, zumal ja auch noch ein scharfer Zacken ums B\u00fcrohaus zu schlagen ist. Coole Socke, der Mann. Und dann: splash! Motor l\u00e4uft, alle Ventile dicht, wir verholen uns an eine der Moorings. Es ist so sch\u00f6n, wieder zu schaukeln &#8211; die L\u00e4rmkulisse \u00e4ndert sich auch radikal: vorher tags\u00fcber Stra\u00dfenl\u00e4rm, bis die Papageien zum Sonnenuntergang den Feierabend einkreischen, danach &#8211; ziemliche &#8211; Stille. Jetzt Dauergewummer von der \u00d6lversorgerpier, wenn eines der Gro\u00dfschiffe dort liegt, aber trotzdem um ein Vielfaches netter. Wenn man mal von Dieselpf\u00fctzen absieht, eine immer wiederkehrende Sauerei, auch wenn man schon dankbar ist, dass nicht, wie im Vorjahr, das Roh\u00f6l schwappt. Wir planen das Wochenende f\u00fcr die Abreise, denn am Sonntag laufen die Visa aus, am 16&#8230;<br \/>\nEinkaufstour und Kleinkram stehen noch an, zum Beispiel haben ich bei der Deckreinigung die St\u00fctze vom Klofenster gebrochen, das soll noch repariert werden &#8211; der Eigner schw\u00e4rmt aus. Und schw\u00e4rmt und schw\u00e4rmt, hin und zur\u00fcck, denn die Reparatur schreitet nur Trini-m\u00e4\u00dfig voran. So kommt der Freitag &#8211; ach, was, wir fahren los. Immigration. Es ist das Ankunftsdatum auszuf\u00fcllen &#8211; schnell im Pass nachschauen. Es ist der 15. Juni, und das wiederum, ups, hei\u00dft, dass das Visum nicht am 16., sondern am 14. Dezember ausl\u00e4uft. Heute. Wir haben versehentlich eine Punktlandung hingelegt, und bei Overstaying verstehen die Trinis wenig Spa\u00df. Beim Zoll muss nun gemogelt werden, Abreise um 15:00 wird definitiv nicht stattfinden, rein wetter- und navigationstaktisch (will sagen: die Kurve um die finsteren alten Gasfelder), all das spricht mehr f\u00fcr den Folgetag, und wir wollen ja auch noch den Fensteraufsteller zur\u00fcck haben. Was nicht klappen soll. Daf\u00fcr bereiten wir uns eine erste richtige Premiere: bei gutem ablandigem Wind stellen wir fest, dass wir keinen Ersatzsprit im Dinghy haben, und der Tank vom Minimotor ist&#8230; leer. Die vielen vergeblichen Fahrten zum Dreher haben wir gar nicht gez\u00e4hlt. Gl\u00fccklicherweise pickt uns ein Fischer auf, der uns einen langen Landgang zur Tankstelle erspart (er vertankt die 20 TT, die er daf\u00fcr einheimst, gleich, so sind die Eigentumsverh\u00e4ltnisse!) \u000bDer Rest ist einfach: Abreise am Samstag um 12 Uhr, 5 Stunden mit dem Motor voll gegenan bolzen, dann auf Kurs und sehr hoch am Wind motorsegeln, was der Schipperin nicht so gef\u00e4llt. Bremsen, beschleunigen, krach, bumm. \u00d6rrgs!&nbsp; Im Schiff ist angesichts des raschen Aufbruchs auch noch nicht alles auf &#8222;rappelfest&#8220;. Die Piraterieparanoia, die wir gern f\u00fcr uns ablehnen, bekommt Futter, weil in der Dunkelheit ein Fischer (?!) auf Minimalabstand an uns vorbeiflitzt, was die angeschlagene Schipperin gl\u00fccklicherweise verschl\u00e4ft &#8211; immerhin blitzt der &#8222;b\u00f6se Bube&#8220; rot und blau, und wer blitzt wird nicht wirklich b\u00f6se gewesen sein, aber es gibt einem zu denken.<br \/>\nIm Morgengrauen, wir sehen schon die Lichter von Grenada, haben wir doch noch Besuch. Im Cockpit. Es war ein bisschen ruppig und warum ein Tintenfisch auf H\u00f6henflug unbedingt bei uns einsteigen wollte, ist uns nicht eing\u00e4ngig &#8211; ihm selbst wohl auch nicht. Als wir ihn entdecken, ist hinterm Steuerrad alles sepiabraun, aber in unserem trockenen Cockpit kann Oktopus seinen Jetvortrieb einsetzen und Tinte verspritzen, wie er will, es geht einfach nicht voran. Ist ihm auch nicht gut bekommen &#8211; mal wieder eine Seebestattung. und ein Tintenfleck im Cockpit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ja! Hurra! Wir liegen vor Anker im Badewasser. Und haben kein Internet &#8211; darum vorweihnachtliche Gr\u00fc\u00dfe via Satellit. Aus Grenada. Ich geh&#8216; mal Tinte schrubben. &#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>.. und andere sch\u00f6ne Geschichten. Prickley Bay\/Grenada, 17.12.2018 Jawoll &#8211; AKKA hat sich bewegt, wer h\u00e4tte es gedacht. Und das war gar nicht so einfach! 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