{"id":61,"date":"2007-08-03T09:12:56","date_gmt":"2007-08-03T07:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=61"},"modified":"2022-10-02T02:36:37","modified_gmt":"2022-10-02T06:36:37","slug":"cherbourg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2007\/08\/03\/cherbourg\/","title":{"rendered":"Cherbourg"},"content":{"rendered":"<p>Die Tage in Cherbourg haben wir vor allem mit allgemeinem Gebastel verbracht &#8211; die N\u00e4hmaschine wurde herausgeholt, die alten lang\u00e4rmeligen B\u00fcroklamotten auf &#8222;Kurzarmhemd&#8220; umgearbeitet etc. Und: f\u00fcr 3 volle Tage sah es endlich mal wieder nach Winter aus. Winter hei\u00dft: Bodenbretter hoch, Vorschiffskojen abgebaut, und endlich kann der Eigner mal wieder f\u00fcr viele sch\u00f6ne Stunden in die Elektrik abtauchen. Umbau der<br \/>\nAbsicherung f\u00fcr Ankerwinde und Bugstrahlruder ist angesagt, das war von Anfang an ein bisschen unterdimensioniert, und die Schwierigkeit ist nicht, einfach mal ein Kabel zu ziehen, sondern das 24V-Bugstrahlruder und 12V-Ankerwinde automatisch umschaltend zu kombinieren. Ach, wie haben wir das vermisst! Unn\u00f6tig zu sagen, dass der einzig verbleibende N\u00e4hplatz im Cockpit ist. Der Salontisch ist vollfl\u00e4chig bedeckt mit Kabelschuhen, Werkzeugen und Zeichnungen. Irgendwie k\u00e4mpfe ich mir den Naviplatz frei, damit ich Versuche starten kann, dass Pactormodem, Amateurfunkger\u00e4t und Rechner sich endlich unterhalten.<br \/>\nDie Verschnaufpausen verbringen wir mit Steg-Gekakel. Es hat sich rund um uns eine Hallberg-Rassy-Show gebildet, mit jeweils wechselnden Darstellern. Engl\u00e4nder mit franz\u00f6sischer Frau, HR 37. Finnisches Ehepaar (Rallyefahrer!), HR 43, pfuschneu&#8230; Engl\u00e4nder mit einer 36er. Und \u00fcberall gibt es was zu gucken. Abzugucken.<br \/>\nOder scheinbar gute Ideen abzuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Am Montag eine Landpartie im Leihauto auf dem Cotentin. Wohin wohl? Nat\u00fcrlich, D-Day gucken. Und das ist nun &#8211; nach der tollen Ausstellung in Dunkerque &#8211; ein zweischneidiges Schwert. In St.e M\u00e8re L\u00c9glise h\u00e4ngt ein Fallschirm samt Fallschirmj\u00e4ger am Kirchturm, viel geknipst, viel bestaunt. Voller Parkplatz, Touristengew\u00fchle. Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns die Batterie von Crisbecq an &#8211; eine riesige Verteidigungsanlage der Deutschen. Es l\u00e4sst uns ziemlich schaudern, diese gigantischen Bem\u00fchungen, dieser wahnwitzige Aufwand an Material und Arbeitskr\u00e4ften. Zwangsarbeiter. Kriegsgefangene. M\u00f6rderische Verteidigungsbem\u00fchungen.\u00a0 Und dann liegen in der Krankenstation viele, viele Kleinigkeiten aus, die ich nur allzu gut aus meiner Kindheit kenne und was mich sehr anr\u00fchrt.<br \/>\nWeiter zum Utah Beach. An der Stelle seiner Landung in den D\u00fcnen ein gro\u00dfes Denkmal f\u00fcr General Leclerq, umwuselt von Surfern und Strandbesuchern, die ihren Kindern die Eimerchen und Sch\u00e4ufelchen hinterhertragen. Eine merkw\u00fcrdige Mischung. Ein paar Kilometer weiter ein amerika-lastiges Museum direkt am Strand.<br \/>\nEs ist schon ber\u00fchrend und informativ, aber insgesamt doch zu sehr auf Show und zu wenig auf Geschichte ausgelegt, und eben sehr auf die Leistung der Amerikaner zugeschnitten. Hoffentlich kommen die anderen Beteiligten in den anderen Gegenden der Invasion besser weg. Es scheinen sich alle Orte rund um den D-Day ihren Teil sichern zu wollen, und so gibt es diverse Schaupl\u00e4tze &#8211; Mus\u00e9e de la Lib\u00e9ration in Cherbourg, Utah<br \/>\nBeach, Airborne Museum etc. etc. Wir kaufen jedenfalls keine Camouflage-T-Shirts, keine Landungsbootbaus?tze, keine Videos. Daf\u00fcr nehmen wir mit Erstaunen zur Kenntnis, dass S&amp;S, Sparkman and Stevens, Koryph\u00e4en des gehobenen Bootsbaus, auch ein<br \/>\nExponat beisteuert. Ein Amphibienfahrzeug.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck am Boot fragt der Nachbar: &#8222;&#8230; where have you been?&#8220; und so bildet ein unangemessen beil\u00e4ufiges Gespr\u00e4ch von Reling zu Reling den Abschluss dieses &#8222;historisch wertvollen&#8220; Tages. \u00dcber die Deutschen, die Europ\u00e4er und ihre Geschichte, WW1 und 2. Mit David. Und seiner franz\u00f6sischen Frau. Aus dem Elsass. Urrgs. Schwierig.<br \/>\nSprachlich und inhaltlich.<br \/>\nDer Folgetag geht dann noch einmal mit den Restarbeiten an der Elektrik dahin (das Aufr\u00e4umen nicht zu vergessen!) und Andreas steht ein bisschen der Angstschwei\u00df auf der Stirn, als wir die Sicherungen einschalten, denn diese Anordnung war nur mit einer eher komplizierten Zeichnung herzustellen. Anruf bei Michael, unserem Berater in<br \/>\nBootselektrikangelegenheiten in Hannover. &#8222;..es funktioniert!&#8220; Vollzugsmeldung per Roaming und Freude auf allen Seiten.<br \/>\nDienstag, 22 Uhr. Wir unterbrechen unsere frisch angekommenen belgischen Nachbarn, die sich zu uns ins P\u00e4ckchen gelegt hatten, beim Dessert. &#8222;On va d\u00e9marrer!&#8220; W\u00e4hrend wir uns r\u00fcckw\u00e4rts rausziehen, f\u00e4hrt ein Belgier vorbei. &#8222;Vouz allez ou?&#8220; &#8222;&#8230; Brest!&#8220; &#8222;&#8230; la Belgique&#8230;&#8220; Wir gucken uns an. Das ist ja nun tidenm\u00e4\u00dfig diametral entgegengesetzt &#8211; sollten wir uns verrechnet haben? Aber nach ein paar Stunden Vollmondsegeln wissen wir: Perfekt! Um 3 Uhr zieht uns ein gigantischer Strom &#8211; schlie\u00dflich Springzeit! &#8211; an Alderney vorbei. Eigentlich kenne ich diese Gegend ja wie aus meiner Westentasche &#8211; von all den \u00dcbungs- und Pr\u00fcfungsaufgaben f\u00fcr den Sporthochseeschifferschein. Wir winken den Alderney Races, die ich so gern in natura gesehen h\u00e4tte, zu und den Kanalinseln &#8211; wir kommen auf der R\u00fcckfahrt f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Stopp. In ein paar Jahren. Man muss sich ja auch noch ein paar Highlights aufsparen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tage in Cherbourg haben wir vor allem mit allgemeinem Gebastel verbracht &#8211; die N\u00e4hmaschine wurde herausgeholt, die alten lang\u00e4rmeligen B\u00fcroklamotten auf &#8222;Kurzarmhemd&#8220; umgearbeitet etc. Und: f\u00fcr 3 volle Tage sah es endlich mal wieder nach Winter aus. 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