{"id":6230,"date":"2019-05-03T16:51:34","date_gmt":"2019-05-03T20:51:34","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=6230"},"modified":"2019-05-03T16:59:00","modified_gmt":"2019-05-03T20:59:00","slug":"havanna-havanna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/","title":{"rendered":"Havanna, Havanna"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6232\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/capitolio\/\" rel=\"attachment wp-att-6232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6232\" data-attachment-id=\"6232\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/capitolio\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?fit=1024%2C768&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,768\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;4.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot SX620 HS&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1555407934&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;8.728&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;160&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.001&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Capitolio\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?fit=584%2C438&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-6232\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Capitolio.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6232\" class=\"wp-caption-text\">El Capitolio &#8211; der &#8222;amerikanische Traum&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isla del Rosario, 29.4.2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versprochen ist versprochen!&nbsp; Es ist 17 Uhr, AKKAs Anker liegt auf 2.5 m in einem Sandfleck, m\u00fchsam angesteuert inmitten eines Meeres von Seegras, hier &#8222;turtle grass&#8220; genannt, dickes Zeug, wo selbst unser B\u00fcgelanker nicht immer bei\u00dft&#8230; Sonst bei\u00dft auch nicht viel, weder Schildkr\u00f6ten noch Fische sind in Sicht, wie ich beim Kontrollschnorchelgang feststellen konnte.<br \/>\nWir sind auf dem Weg zum Westkap, dem Cabo de San Antonio, von dort geht es die Nordk\u00fcste entlang wieder ostw\u00e4rts, dorthin, wo wir schon waren: La Habana, Kubas Haupststadt; sch\u00f6n, scheu\u00dflich bauf\u00e4llig, fr\u00f6hlich und touristen\u00fcberflutet. Einfach spannend.<\/p>\n<p>F\u00fcr unseren Busausflug dorthin hatten wir AKKA in Cienfuegos ans Dock gelegt, schlie\u00dflich wollten wir l\u00e4nger als die omin\u00f6sen 3 Tage wegbleiben, und es ist auch ein angenehmeres Gef\u00fchl, denn als wir aus Trinidad zur\u00fcck kamen, knatscht unsere Ankerkettenentlastung: kaum l\u00e4sst man die alte Dame mal allein, f\u00e4ngt sie sich irgendwas am Grund ein und ruckt kurzstag an der Kette. Eine Premiere und eine eher unagenehme \u00dcberraschung, die allerdings schnell behoben war. Die Dockpl\u00e4tze werden nach dem &#8222;first come, first serve&#8220;-System verteilt, und ich hatte Gl\u00fcck, im rechten Moment am Marinab\u00fcro vorbeizukommen, was zum spontanen Entschluss f\u00fchrt, AKKA anzubinden und gleich am n\u00e4chsten Tag loszufahren. Rucks\u00e4ckchen gepackt und weg!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nehmen wieder den Viazul-Bus in Anspruch, in CUC zu zahlen und daher h\u00e4ufig von Touristen frequentiert &#8211;&nbsp; es gibt andere Bef\u00f6rderungsarten, von deren Benutzung Touristen ausgeschlossen sind oder nur nach Gutd\u00fcnken des Fahrers erlaubt, wie zum Beispiel die Pferdetaxen in Cienfuegos. Eigentlich macht man bei Viazul eine Reservierung (sogar online, aber das nur bis 14 Tage vor der Reise, nix f\u00fcr uns&#8230;), man bekommt einen Ausdruck, den man zur Abfahrt in ein Ticket tauscht (Schlangestehen ist einfach ein sch\u00f6nes Hobby hier, genannt &#8222;hacer la cola&#8220;), aber ohne Reservierung und 30 Minuten vor Abfahrt muss man dann schon mal ein bisschen frech sein und sich vorbeischl\u00e4ngeln.&nbsp; &#8222;Ein Ticket? F\u00fcr wann?&#8220; fragt der freundliche Herr, der inmitten von alten Pl\u00fcschsesseln vor einem Flachbildschirm h\u00e4ngt (das Viazulb\u00fcro in Cienfuegos \u00e4hnelt eher einem 50er-Jahre-Wohnzimmer, solche M\u00f6bel haben wir zuletzt in Zambia am Bahnhof erlebt). Jetzt gleich! Sofort! Ahorita! Er verf\u00e4llt in Schweigen und h\u00e4mmert auf die Tastatur ein, sch\u00fcttelt den Kopf, starrt&#8230; Dann streckt er die Hand nach dem Geld (2&#215;20 CUC) aus und reicht mir zwei handgekrickelte Zettelchen: &#8222;System funktioniert nicht!&nbsp; Geht aber in Ordnung!&#8220;, und das stimmt, 4 Stunden sp\u00e4ter sind wir in Havanna. Richtig gut vorbereitet sind wir nicht. Ein Zimmer in Habana Vieja, der Altstadt, schwebt uns vor (es lebe OSMAnd, die offline-Karte f\u00fcr Kuba und den Rest der Welt!), also halten wir ein Taxi an (ein Lada und nicht, was Ihr denkt, Buick oder Oldsmobile&#8230;) und sagen so l\u00e4ssig wie ungef\u00e4hr: &#8222;Capitolio!&#8220;. Der Fahrer ist nett (wie die Kubaner im Allgemeinen), fragt ein bisschen, erz\u00e4hlt ein bisschen und setzt uns dann am Mini-Kapitol raus. Das Capitolio, nach dem Bild des Kapitol in Washington, ist eine Ikone der Amerikanerzeit, in den 20er Jahren erbaut, zun\u00e4chst vom sp\u00e4teren Diktator Gerardo Machado, dem &#8222;Schl\u00e4chter&#8220;, als Pr\u00e4sidentenpalast geplant, jedoch bis in die 60er Parlamentssitz (Hintergrund ist, dass das geplante Parlamentsgeb\u00e4ude in seiner Marmorpracht der damaligen Pr\u00e4sidentengattin so gefiel, dass sie den Gatten \u00fcberzeugen konnte, dort einzuziehen). Heute beherbergt das Capitolio das Wissenschaftsministerium o.\u00e4. &#8211; Fidel hatte, wie beim eigentlichen Pr\u00e4sidentenpalast, eine Aversion gegen alte Prachtbauten, denke ich. Drum beherbergt der jetzt auch das Revolutionsmuseum. Unbedingt anschauen!<\/p>\n<div id=\"attachment_6235\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/iberostar\/\" rel=\"attachment wp-att-6235\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6235\" data-attachment-id=\"6235\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/iberostar\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?fit=1024%2C1365&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,1365\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;4.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot SX620 HS&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1555350125&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;9.293&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;160&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Iberostar\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?fit=225%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?fit=584%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6235\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Iberostar.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6235\" class=\"wp-caption-text\">Glitzer und Glamour<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir springen aus der Taxe, mischen uns unters reichlich vorhandene Volk, stehen Kurz-Schlange f\u00fcr ein Softeis (ein CUP-Eis zum CUC-Preis, was hei\u00dft, dass man 24 mal mehr bezahlt als ein Kubaner und sich dennoch nicht geschr\u00f6pft vorkommt). Staunen vor dem gro\u00dfen Buchladen, eine Ladenkategorie, die es in Cienfuegos fast gar nicht gibt &#8211; so viel Ch\u00e9! Leider darf ich mit dem Rucksack nicht hinein. Dann tauchen wir in die Altstadtstra\u00dfen ein und sehen schon, was Habana Vieja ausmacht: heruntergekommene Ladenpassagen, daneben glitzernde Hotels von Kempinski und Co., Renovierungsbem\u00fchungen (das Capitolio ist noch halb einger\u00fcstet, strahlt aber bereits in hellstem Alabasterglanz) \u00fcberragt von Mehrst\u00f6ckigem, aus dessen leeren Fensterh\u00f6hlen B\u00e4ume wachsen. Und dann die &#8222;Obispo&#8220;. Calle Obispo ist quasi die Touristen-Aorta der Altstadt, viel L\u00e4rm, viel Musik, viele Besucher, viele Shops, viele Restaurants. Und viele Ch\u00e9-T-Shirts&#8230; aber f\u00fcr die Ch\u00e9-Devotionalien haben wir keinen Blick, wir m\u00fcssen ja noch ein Zimmer finden &#8211; was sich als schwierig herausstellt, denn wir sind so aus der Welt bzw. aus dem Kalender gefallen, dass uns nicht bewusst ist, dass dies die Osterwoche ist. F\u00fcr Kubaner nicht so wichtig, selbst wenn Johannes Paul vor 20 Jahren die katholische Kirche reinstalliert hat &#8211; aber f\u00fcr europ\u00e4ische Touristen! Die ersten Versuche, ein Zimmer zu bekommen, gehen schief &#8211; unser Prinzip ist das von Versuch und Irrtum: Arendadora Divisa-Logo ansteuern, am Haus hochgucken (Bauf\u00e4lligkeitsstatus, L\u00e4rmpegel, hat&#8217;s Balkon?!) und klopfen: leider nein, oder nur f\u00fcr eine Nacht&#8230; Bei Hans auf der Chac\u00f3n sehen wir Licht, denn die klassische, kubanische Hilfsbereitschaft trifft uns in vollem Umfang. Auch Hans&#8216; Mutter hat keinen Platz, aber er l\u00e4uft mit uns los, von Freund zu Freundin, erz\u00e4hlt derweil ein bisschen \u00fcber die Gegend, \u00fcber alte Verbindungen zur DDR (siehe &#8222;Hans&#8220;, ob es da wohl Gegenst\u00fccke names Juanita o.\u00e4. in Berlin gab?!). Wir t\u00fcfteln schon am Plan B namens &#8222;Hotel&#8220; als Hans uns zur\u00fcck nach Hause leitet und telefonieren geht &#8211; und ein paar Minuten sp\u00e4ter landen wir bei zwei Damen auf der Calle Cuba, sehr nett. Wie viele der kubanischen Stadth\u00e4user ab den 20er Jahren ist auch dieses geteilt, ein Raum f\u00fcr eine Familie; nach der Revolution hat man noch mehr Menschen in diese Wohnungen gepresst. In unserem Fall bleibt die Teilung undurchsichtig: wir wohnen im Erdgeschoss. Man \u00f6ffnet die Haust\u00fcr und steht im Wohnzimmer, ein kleines Nebengelass schlie\u00dft sich an, weiter in die Tiefe des Hauses findet sich dann unser Raum, mit zwei gro\u00dfen Betten und einem veritablen Badezimmer. K\u00fcche und Abstellr\u00e4umchen nebenan kann man ahnen, die 79-j\u00e4hrige Mutter der Vermieterin lebt in einer weiteren &#8222;Abseite&#8220;, von der wir annehmen m\u00fcssen, dass sie kein Fenster hat. Das G\u00e4stezimmer ist eindeutig das gr\u00f6\u00dfte in dieser Wohnung. Die Betten sind gut, es gibt Ventilatoren, sogar eine Klimaanlage, Steckdosen f\u00fcr traveller&#8217;s delight, n\u00e4mlich das Laden von Kameras und Smartem&#8230; &#8211; nur werden wir vergattert, unbedingt sparsam mit dem Wasser zu sein, was uns als Bootlingen ja leicht f\u00e4llt. Prima! Erkundungsgang!<br \/>\nDie n\u00e4chsten 4 Tage verbringen wir im Wesentlichen in genau diesem Viertel, aber es ist definitiv auch besonders sehenswert. Zum Beispiel: hier beginnt der Malec\u00f3n, die endlos lange Uferpromenade &#8211;&nbsp; ich freue mich wirklich hier zu sein und habe sofort die Eingangsszene aus Buena Vista Social Club in Erinnerung &#8211;&nbsp; ein 50er-Jahre-Auto f\u00e4hrt durch die Gischt, die von der Ufermauer auf die Stra\u00dfe wuscht. Es schwappt dieser Tage nicht so gewaltig wie im Film, aber f\u00fcr Teen-Vergn\u00fcgen (nasse T-Shirts und Gekreisch) reicht es allemal.&nbsp; \u00e0 propos Buena Vista Social Club &#8211; ich h\u00e4tte nicht erwartet, dass man dessen \u00fcberdr\u00fcssig werden kann, aber wenn man das 50. Cover d von &#8222;El cuarto de Tula&#8220; geh\u00f6rt hat, freut man sich dann doch \u00fcber andere St\u00fccke. Der Spa\u00df am Rhythmus bleibt aber.<\/p>\n<div id=\"attachment_6233\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/floridita\/\" rel=\"attachment wp-att-6233\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6233\" data-attachment-id=\"6233\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/floridita\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?fit=1024%2C683&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,683\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;4.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot SX620 HS&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1555407630&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;8.456&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;125&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0015625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Floridita\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?fit=300%2C200&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?fit=584%2C390&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6233\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita-300x200.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Floridita.jpg?resize=450%2C300&amp;ssl=1 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6233\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Die Wiege des Daiquiri&#8220; und Bauf\u00e4lliges&#8230; La Floridita (Hemingway l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die alten Befestigungsanlagen sind beeindruckend, die werden wir in den n\u00e4chsten Tagen mehrfach unsicher machen, ebenso den alten Palast der Kapit\u00e4ne an der Plaza de Armas, der jetzt ein Stadtmuseum beheimatet. Aber nat\u00fcrlich gucken wir nicht weg (der Eigner schon gar nicht!), wenn einer der vielen, alten Stra\u00dfenkreuzer vorbeif\u00e4hrt oder besser noch, wenn einer geparkt zu besichtigen ist. Von diesen Oldtimern gibt es zwei Kategorien: solche, die als veritable Taxen arbeiten (uns schon bekannt aus Cienfuegos), h\u00e4ufig erkennbar am klapprigen Zustand und dem matten Lack und der vollen Beladung,&nbsp; und daneben hier in Havanna unglaublich viele, die in pink und gelb und gr\u00fcn aufgeh\u00fcbscht sind (von Nahem erschlie\u00dft sich dem Sachkundigen allerdings so mancher Spachtel-Wahn!); eine ganze Flotte, die f\u00fcr eine Firma namens &#8222;Gran Car &#8211; Rent a Fantasy&#8220; Touristen durch die Gegend f\u00e4hrt. Letztere sind nicht gerade zimperlich im Vortrag ihrer Angebote, aber auch dadurch &#8211; und unsere freundliche, aber bestimmte Ablehnung &#8211; ergeben sich nette Gespr\u00e4che.<\/p>\n<div id=\"attachment_6234\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/rent-a-fantasy\/\" rel=\"attachment wp-att-6234\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6234\" data-attachment-id=\"6234\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/rent-a-fantasy\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?fit=1024%2C768&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,768\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot SX620 HS&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1555409054&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;7.222&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;160&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Rent a fantasy\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?fit=584%2C438&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6234\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy-300x225.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Rent-a-fantasy.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6234\" class=\"wp-caption-text\">Rentar una fantasia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir das dritte Mal nahe dem Castillo de la Real Fuerza auftauchen, haben wir schon Wiedererkennungswert, aber &#8211; bis auf die Oldsmobile-Taxenfahrt zur\u00fcck zum Busbahnhof, Kategorie normal-klapprig &#8211; sind wir standhaft geblieben und haben nur geguckt und uns gefreut; mir w\u00e4re es auch irgendwie peinlich gewesen, Cruiselinergast-m\u00e4\u00dfig in Bonbonrosa durch die Stadt kutschiert zu werden. Sonnenbrille, Strohhut, Bl\u00fcmchenkleid, Zigarre und viel Frohsinn; wahrscheinlich auch das eine oder andere Glas &#8222;Habana Club&#8220; intus&#8230; Rent a fantasy &#8211;&nbsp; ein nachvollziehbarer Slogan. Ich sagte ja schon, dass diese Vehikel ein zweischneidiges Schwert sind: mit der Revolution ging im Endeffekt ab 59\/60 die gesamte Oberschicht ins Exil &#8211; sp\u00e4ter auch die Mittelschicht &#8211; und lie\u00df alles zur\u00fcck, inklusive der zuvor massenweise importierten Buicks und Oldsmobiles, Chevrolets, Ford&#8230; In den 50ern hatten sich ja viele Prominente Stimmen zu und gegen die amerikanische Kultur in Kuba ge\u00e4u\u00dfert (Hemingway, selbst dem Alkohol nicht abhold: &#8222;Die gro\u00dfe Hure&#8220;, Einstein: &#8222;absto\u00dfende Ungleichheit besonders die Schwarzen betreffend&#8220;), die Autos waren eines der \u00e4u\u00dferen Zeichen f\u00fcr den &#8211; \u00fcberbordenden &#8211; Tourismus aus den USA; Prostitution, Alkohol, Casinos, was das vergn\u00fcgungss\u00fcchtige Herz begeht, und alles im \u00dcberma\u00df.&nbsp; Da mit der Revolution bzw. den Enteignungen sofort die Wirtschaftssanktionen der Amerikaner einsetzten, blieb die Automobiltechnik am Ende der 50er Jahre stehen: bis auf Sowjetprodukte keine Neuimporte mehr, keine Ersatzteillieferungen. Sieht nett aus, hat Charme, und es ist auch ein technisches Wunder, die Dinger so lange am Laufen zu halten, aber f\u00fcr die Kubaner ist es ein Kreuz. Es gibt Schauergeschichten insbesondere \u00fcber die echten Taxen; eine meiner liebsten ist eine Fahrt von Havanna nach Trinidad, auf der alle x Kilometer frischer Sprit aus den im Kofferraum hin- und herrutschenden und -schwappenden Kanistern angesaugt werden musste &#8222;&#8230; der Tank ist schon seit vielen Jahren defekt!&#8220;. In der Geschichte hei\u00dft es auch, dass die T\u00fcren nicht schlossen, die Fensterkurbeln fehlten, und dass die Bremsen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00dfen, spielte bei der erzielten Geschwindigkeit eine geringere Rolle (der Fahrer hatte auch keinen F\u00fchrerschein&#8230;). Aber es geht eben doch vieles, was in anderen L\u00e4ndern unter &#8222;unm\u00f6glich&#8220; laufen w\u00fcrde. In solche Taxen passen gew\u00f6hnlicherweise 6-7 Fahrg\u00e4ste: 4 hinten, mindestens, mindestens 2 auf der Vorderbank (+ Fahrer). Ich bewundere die Kubaner f\u00fcr ihren Erfindungsreichtum und ihre Widerstandskraft.<br \/>\nWir fahren mit dem Hotelbus durch die Stadt &#8211; das kostet 10 CUC pro Nase und man darf daf\u00fcr den ganzen Tag &#8222;hop-on\/hop-off&#8220; genie\u00dfen. Wir hopsen insbesondere am Cemeterio Col\u00f3n runter und genie\u00dfen einen riesigen Stadtfriedhof. Ibrahim Ferrer haben wir leider nicht gefunden, aber daf\u00fcr sch\u00f6ne Geschichten geh\u00f6rt, zu begrabenen Feuerwehrleuten oder anr\u00fchrende Mutter\/Kind-Stories. Eine Ehesache ist besonders nett: schwierige Anbahnung einer nicht standesgem\u00e4\u00dfen Ehe. Die Frau stirbt recht jung. Da das h\u00f6chste Grabmal des Friedhofs den o.a. Feuerwehrleuten als den Opfern eines Explosionsungl\u00fcckes vorbehalten ist, muss sich der trauernde Ehemann etwas ausdenken und ersinnt ein gigantisches Mausoleum aus Marmor und Granit, vor das er &#8211; ganz unschuldig &#8211; zwei kleine K\u00f6nigspalmen setzen l\u00e4sst. Wer die Grabstellen sucht, muss nur nach dem hohen Marmorengel und den beiden noch h\u00f6heren K\u00f6nigsplamen Ausschau halten&#8230; Unter dem Engel werden heute noch die Hanaveser Feuerwehrleute begraben, und&nbsp; Helden der Revolution gibt es nat\u00fcrlich auch reichlich.<br \/>\nDas Ganze ist der Recoleta in Buenos Aires nicht un\u00e4hnlich. Nur ohne Evita.<br \/>\nIm Umfeld des Friedhofs das ganz normale Havanna &#8211; das sich durch &#8222;gibt&#8217;s nicht&#8220; auszeichnet. Nicht mal eine Kaffeestation. Ah! Doch! Ein Laden in einem Treppenhaus! Serviert uns schnell noch einen Kaffee um dann schnell &#8211; es sit 13 Uhr! &#8211; zu schlie\u00dfen. Soll erf\u00fcllt, wahrscheinlich.<\/p>\n<p>Nach der zweiten Nacht er\u00f6ffnet uns unsere Vermieterin, dass sie uns leider nicht weiter beherbergen kann &#8211; die Mutter ist krank, sie brauchen jeden Tropfen Wasser f\u00fcr sich selbst, denn der Wasserwagen ist am Vortag nicht gekommen und die Zisterne, die sie mit anderen Hausbewohnern teilen, fast leer &#8211; in gro\u00dfen Teilen der Altstadt gibt es keine zentrale Wasserversorgung Es ist uns wirklich unangenehm, dass wir ihre Hilfsbereitschaft \u00fcberhaupt in Anspruch genommen haben, dabei ist diese noch nicht zu Ende, denn nat\u00fcrlich hat sie uns schon an eine Freundin weitergereicht. Die neue Landlady ist eine Kinder\u00e4ztin im Ruhestand, bietet uns ein sch\u00f6nes Zimmer mit einem noch pr\u00e4chtigeren, pfuschneuen Bad. Kleiner Willkommenskaffee inklusive. Beim prachtvollen Bad stellt sich die Frage, woher die Technik kommt: ein Regenwasserduschkopf. Was&nbsp; zu neuem Gr\u00fcbeln \u00fcber die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse f\u00fchrt: die \u00c4rztin mit dem Luxusduschkopf (Lohnniveau &#8222;Standard&#8220; = &lt; 50 CUC) treffen wir auf der Stra\u00dfe wieder, sie sucht ausdauernd nach Kartoffeln; zugegebenerma\u00dfen sind Kartoffeln &#8222;Luxus&#8220;, da Fr\u00fchlingsgem\u00fcse und absolute Saisonware, trotzdem kann man sich schwer vorstellen, dass z.B. der Hannoveraner im Mai\/Juni auf Wanderschaft gehen muss, um wenigstens ein bisschen Spargel zu ergattern&#8230; Anderes Obst und Gem\u00fcse wird allerdings am Stra\u00dfenrand reichlich verkauft, von kleinen Handkarren aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_6236\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/strassenverkauf\/\" rel=\"attachment wp-att-6236\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6236\" data-attachment-id=\"6236\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/strassenverkauf\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?fit=1024%2C683&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1024,683\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon PowerShot SX620 HS&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1555503973&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.5&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;160&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Stra\u00dfenverkauf\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?fit=300%2C200&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?fit=584%2C390&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6236\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf-300x200.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Stra\u00dfenverkauf.jpg?resize=450%2C300&amp;ssl=1 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6236\" class=\"wp-caption-text\">Gem\u00fcse &#8211; aus dem Osten oder auch aus st\u00e4dtischen G\u00e4rten!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben Mangozeit, Ananas und Guaven gibt es wohl rund ums Jahr. M\u00f6hren sind ein bisschen mickrig, aber erh\u00e4ltlich, Zwiebeln und Knoblauch gibt es immer, auch von mit Zwiebel-\/Knoblauchzopf beh\u00e4ngten Stra\u00dfenh\u00e4ndlern. Schwierig ist die Lage bei normalen Haushaltsdingen &#8211; Landlady 1 war am Wochenende bevor wir kamen 150 km weit mit dem Bus nach Varadero gefahren, um Speise\u00f6l und Klopapier zu suchen; da hilft dann auch die &#8222;libreta&#8220; nichts, was es nicht gibt kann auch nicht rationiert werden. &#8222;Butter&#8220; und &#8222;Kaffee&#8220; aus der Bodega, die die Rationen verteilt, sind Mischprodukte, und nur was nach dem Verteilen der Rationen an die Nachbarschaft \u00fcbrig ist, steht zum freien Verkauf; das System sichert wirklich nur das Allern\u00f6tigste (und ob Reis mit Bohnen auf die Dauer gesund sind?). Was L\u00f6hne angeht: ein zug\u00e4nglicher Kellner kl\u00e4rt uns \u00fcber die Restaurant-Schlepper, die an allen Ecken lauern, auf: er lebt wie diese ausschlie\u00dflich vom Trinkgeld, in den Paladares verdient man gew\u00f6hnlich kein Grundgehalt. Seine Mutter ist aktive \u00c4rztin (Gehalt siehe oben!), und er macht in der Woche ein Mehrfaches von ihrem Verdienst. Eine Schieflage, wie wir finden, und besonders schlimm in Touristengegenden.<br \/>\nWir wandern durch die Stadt, erleben mehrfach &#8222;no hay&#8220;, vornehmlich in den staatlichen Restaurants, wo es dann kein Trinkwasser gibt (und auf dem Klo wird auch gespart&#8230;), ganz zu schweigen von Angeboten von der Speisenkarte &#8211; ein Eis zum Kaffee? No hay helado &#8211; das ist dann im ehemals beste Hotel. Dabei ist es auf der Terrasse des Gran Hotel Inglaterra lustig (wenn auch nicht &#8222;h\u00fcbsch&#8220;), eine etwas \u00e4ltere Sonero-Gruppe macht Musik, die Passanten gehen h\u00fcftschwenkend vorbei, zwei kleine deutsche Kindergartenm\u00e4dchen tanzen zur Musik. Der Kaffee l\u00e4uft unter &#8222;geht so&#8220; . Wir sagen zu solchen Etablissements schon nach Kurzem &#8222;Gaviota, oder?&#8220; Gaviota ist die staatliche Tourismusagentur, deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Ra\u00fal dem Milit\u00e4r \u00fcberantwortet hat, die haben ja Erfahrung in schlichter Ern\u00e4hrung und strikter Regulation. Der privatwirtschaftliche Witz ist, dass wir gleich ums Eck von unserem Zimmer auf der Calle Aguiar in einem der bauf\u00e4lligen H\u00e4user das &#8222;Helad&#8217;Oro&#8220; finden, ein Eisladen mit so gutem Eis wie schon lange nicht mehr gegessen. Dieses Erdbeereis! Was fragt sich der aufmerksame Gast?&nbsp; Wo kommen blo\u00df die Erdbeeren her?! (Und die Sahne und all die anderen Ingredienzien). Die Bude ist dementsprechend dauernd voll, vornehmlich mit Kubanern, bei denen die CUC etwas reichlicher flie\u00dfen. Ein wirklich sch\u00f6nes Eis &#8211; f\u00fcr die allermeisten aus der Nachbarschaft allerdings eines: unerschwinglich. Wer sich etwas leisten kann, braucht Nebeneinnahmen, und neben privaten Nebenjobs (siehe Zimmervermietung) kommen viele davon als \u00dcberweisung von Auslandskubanern. Dazu gibt es einen Scherz: man braucht &#8222;f\u00e9&#8220;. Den Glauben? Das vielleicht auch, aber im Wesentlichen &#8222;Familia Extranjera&#8220; &#8211; Familie im Ausland.<br \/>\nJe weiter man in der Altsadt nach S\u00fcden vordringt, umso augenf\u00e4lliger wird die Diskrepanz zwischen Luxusl\u00e4den (hehe! Montblanc-F\u00fcller gef\u00e4llig?) und einer Bausubstanz, die man schon gar nicht mehr als solche bezeichnen kann. Es ist mir geradezu peinlich, als ich die Kamera auf einen Fenstersims richte, unter dem der Farn hervorwuchert &#8211; und im selben Moment ein Bewohner herausschaut. Ich w\u00fcrde diesen neugierigen Touristen was&#8230; Einen Abend sitzen wir einem kleinen Restaurant auf&nbsp; dem Balkon, bekommen leckeres Essen serviert und schweben \u00fcber den Massen, die sich auf eines&nbsp; bzw. <em>das<\/em> Saufloch von Hemingway zubewegen &#8211; und auf dem gegen\u00fcberliegenden Balkon sitzt eine Bewohnerin, die sich niemals einen Besuch in der (\u00fcberteuerten) &#8222;Bodega del Medio&#8220; leisten kann, und die auch nicht den Blick von unseren Maissuppentassen wenden kann. Fisch mit Bohnen und Reis (ja, klaro, al cubano nicht wirklich &#8222;fancy&#8220;). Zum Nachtisch K\u00e4se mit Guavenmarmelade und Espresso. Lecker war&#8217;s &#8211; aber die Zuschauerin f\u00fchrt uns unseren unversch\u00e4mten Reichtum vor Augen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was zu dem d\u00e4mlichen Embargo f\u00fchrt. Es ist nicht alles &#8222;Gold&#8220; in Kuba, f\u00fcrwahr. Menschenrechte werden missachtet, Pressefreiheit existiert nicht, Dissidenten werden verfolgt. Haben wir aber auch in anderen L\u00e4ndern, oder? Uns besch\u00e4ftigt das Thema jetzt seit Wochen, denn das Handelsembargo, das da seit 60 Jahren aufrecht erhalten wird, tr\u00e4gt wesentlich zur Verschlechterung der Lage bei. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln oder Diagnoseger\u00e4ten wird planm\u00e4\u00dfig behindert oder unterbunden, andere Importe ebenso. Fast die gesamte UN ist f\u00fcr die Aufhebung des Embargos, nur ein Mitglied nicht, im Gegenteil, Erleichterungen werden wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, f\u00fcr &#8222;mehr Demokratie&#8220;. Ziemlich undemokratisch. Gnadenlos.<br \/>\nDrum fahren wir nochmal hin, nach Havanna. Vielleicht lernen wir noch mehr.<\/p>\n<p>Gru\u00df vom Cabo de San Antonio, 250 Meilen nach der letzten Internetstation (immerhin!)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Isla del Rosario, 29.4.2019 Versprochen ist versprochen!&nbsp; Es ist 17 Uhr, AKKAs Anker liegt auf 2.5 m in einem Sandfleck, m\u00fchsam angesteuert inmitten eines Meeres von Seegras, hier &#8222;turtle grass&#8220; genannt, dickes Zeug, wo selbst unser B\u00fcgelanker nicht immer bei\u00dft&#8230; &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/05\/03\/havanna-havanna\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-1Cu","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6230"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6230"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6230\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6241,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6230\/revisions\/6241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}