{"id":6345,"date":"2019-09-28T12:10:35","date_gmt":"2019-09-28T16:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=6345"},"modified":"2019-09-28T20:47:59","modified_gmt":"2019-09-29T00:47:59","slug":"ozean-am-rande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/","title":{"rendered":"Ozean? Am Rande!"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6347\" style=\"width: 970px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/kanada-autumn\/\" rel=\"attachment wp-att-6347\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6347\" data-attachment-id=\"6347\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/kanada-autumn\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?fit=960%2C720&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"960,720\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Kanada Autumn\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?fit=584%2C438&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-6347\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?w=960&amp;ssl=1 960w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Kanada-Autumn.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6347\" class=\"wp-caption-text\">Indian Summer!<\/p><\/div>\n<p>Montreal, 28.9.2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Update von den AKKAnauten, wer h\u00e4tte es gedacht?!<br \/>\nWir sind in Montreal, AKKA steht derweil brav auf Holzkl\u00f6tzen und, wie wir hoffen, nicht allzu tief im Matsch. Wenn es regnet in der Chesapeake Bay, dann t\u00fcchtig, zum Beispiel, wenn Hurrikan Dorian drau\u00dfen&nbsp; vorbeizieht. F\u00fcr uns ein wahrlich regnerischer Tag, der auch sein Sch\u00f6nes hatte: es rauscht mal wieder Wind in den Kiefernwipfeln, ein ganz ungewohntes Ger\u00e4usch mittlerweile. Spannendes gab es f\u00fcr uns vom anderenorts schrecklichen Dorian nicht &#8211; au\u00dfer einem beachtenswerten Hochwasserstand: wo wir kurz zuvor noch am Steg vor der Slipanlagegelegen hatten, guckten gerade noch die Enden der Dalben aus dem Wasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben lange herumgebastelt, Wintervorbereitungen getroffen zum Beispiel. Man wei\u00df nicht, wie sich das in der Chesapeake Bay macht &#8211; so richtig tief fallen die Temperaturen nicht, die Angaben sagen allerdings &#8222;h\u00f6chstens mal ein paar Tage unter Null&#8220;; das reicht aber, um alle Wasser f\u00fchrenden Leitungen entleeren zu m\u00fcssen oder mit Frostschutz zu versehen. (&#8222;Unter Null&#8220; klingt auf amerikanisch \u00fcbrigens furchtbar: &#8222;minus 50 \/ minus 60&#8220;. \u00b0 Fahrenheit).<br \/>\nErstmalig hatten wir auch mehr M\u00fche mit unsererm Coppercoat-Antifouling, denn die Chesapeake Bay ist ziemlich ber\u00fchmt f\u00fcr massiven Bewuchs, und so haben 14 Tage vor Anker gereicht, um AKKAs Rumpf mit vielen, kleinen Crustaceen-P\u00fcnktchen zu besiedeln. Eigentlich kein schreckliches Problem, wenn man denn nicht nach dem Druckstrahlen den Rumpf trocknen l\u00e4sst und &#8211; der Hitze wegen! &#8211; erst Tage sp\u00e4ter daran geht, die Fu\u00dfabdr\u00fccke der Seepocken abzukratzen, d\u00fcnn, aber oho, gut durchgeh\u00e4rtet&#8230; Die g\u00e4ngige Meinung der ortsans\u00e4ssigen Hardware- und Schiffszubeh\u00f6rshops f\u00fcr die Entfernung sieht meist Salzs\u00e4ure vor &#8211;&nbsp; nicht unser Ding. Also haben wir in 1-Gallon-Plastikflaschen (davon sind 3 zur Zeit an Bord unseres Autos, zweimal Wasser, einmal &#8222;Abwasser&#8220;, Ihr wisst, &#8222;reuse, repurpose, recycle&#8230;&#8220;) investiert und reichlich K\u00fcchenessig gekauft, K\u00fcchenpapier darin getr\u00e4nkt und einwirken lassen. Mit ein bisschen Fluchen, denn manchmal f\u00e4llt einem so ein essignasses Tuch bei \u00dcberkopfarbeiten dann aufs Haupt&#8230; 3 Arbeitstage hat&#8217;s gedauert, ungef\u00e4hr. Die benachbarte &#8222;Treib(t) gut&#8220; mit ihrem dicken Bart auf Standardantifouling entschliesst sich daraufhin dann doch f\u00fcr die Salzs\u00e4urekur&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Ende der Bummelei gut, alles gut, noch schnell Dorian durchwinken, und ein paar Tage &#8222;&#8230;aber morgen fahren wir dann!&#8220;. Na gut &#8211; dann eben am Mittwoch. Der Donnerstag bricht an&#8230; Treib(t) Guts luden uns schon zum Michels Geburtstag ein &#8222;&#8230;falls Ihr dann immer noch&#8230;&#8220;. Aber nein, das ist der Anreiz, das NAJA_Auto mit Campingkisten und Gep\u00e4ck vollzuwerfen und aufzubrechen. Am sp\u00e4ten Nachmittag. Plan A: an der Kreuzung in der Ortsmitte gibt es ein Seven Eleven, da kann der ersch\u00f6pfte Tourist sein Nachtlager einrichten. Kilometer 1 w\u00e4re damit abgehakt. Aber nein, wir schaffen es noch bis Maryland&#8230; All die Wunschziele (Washington, New York) lassen wir nun rechts und links liegen, in der Ferne erzeugt die Skyline von Manhattan ein bisschen G\u00e4nsehaut, Verkehrswunder zwingen uns (bzw. der etwas ungeschickten Beifahrerin) allerdings doch eine Rundfahrt am Hudsonriver, durch Washington Heights und die n\u00f6rdliche Bronx auf. Man muss ja daf\u00fcr sorgen, sich wie zu Hause zu f\u00fchlen, also mitten rein in den freit\u00e4glichen Berufsverkehr, wenn man die Br\u00fcckenabfahrt an der Washington Bridge versemmelt (\u00fcbrigens etwas, was mir noch mehrmals passieren soll, die Autobahnf\u00fchrung ist verwirrend, und dann gibt es hier auch kein Rechtsfahrgebot, ts-ts-ts; die Navigatorin muss manchmal tief atmen). Next stop: New Hampshire, ein Lehrst\u00fcck in &#8222;billiges Motel=schlechte Betten&#8220;, das macht &#8222;R\u00fccken&#8220;, und so legen wir eine zweit\u00e4gige Pause in Boston ein. Tolle Stadt &#8211; und wir beginnen, die USA ein bisschen zu m\u00f6gen. Kolonialgeschichte, Revolutionsgeschichte. Rentnerbank-Dr\u00fccken am Hafen. Ein Food-Festival. Ein ziemlich doofer Tritt in eine Touristenfalle namens &#8222;Boston Tea Party Museum&#8220; &#8211; jaa, es war ganz lustig, ein Historien-Disney zum Mitmachen, wir waren die Br\u00fcder Pitts und durften Teekisten ins Wasser schmei\u00dfen (was nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn der Tee wurde aus den Kisten ins Wasser geschaufelt&#8230;). Etwas entnervt von der Show spazieren wir durch die Stadt, und so passiert uns eine sehr gute F\u00fchrung durch das Haus von Paul Revere. Das ist der Mann, der mit einem n\u00e4chtlichen Ritt 1774 das Umland vor einem Angriff der Briten gewarnt hat und im Endeffekt mit der Schlacht bei Lexington die Abl\u00f6sung der USA vom K\u00f6nigreich eingeleitet hat &#8211; es zeigt sich immer wieder, dass F\u00fchrungen eine Bereicherung sind. Da vergeben wir gleich 10 &#8222;Likes&#8220;. Der n\u00e4chste Tag ist kalt und tr\u00fcbe, wir eilen durch Maine, im letzten Woolworth vor der Grenze nach Kanada besorgen wir nicht nur Essen, sondern auch ein rot-schwarz kariertes Holzf\u00e4llerhemd f\u00fcr den Herrn (if you are in Canada, do like the <del>Romans<\/del> Canadians&nbsp; do) und ein Sixpack Socken (bei Woolworth gibt es keine Einzelpaare, und ein Sixpack ist das Minimum&#8230; wir erwerben auch keine Fleeceanz\u00fcge f\u00fcr Halloween, Fleece ist verst\u00e4ndlich in dieser Gegend, aber bitte nicht als Spiderman. Oder Kuh mit Euter). Wir haben uns ein Motel mit indischer Bewirtschaftung ausgesucht und siehe da &#8211; Montags K\u00fcchen-Ruhetag. Frech, dabei hatten wir uns auf Naan und Korma gefreut! Die freundliche Landlady, sehr jung, und m\u00f6glicherweise frisch nach Kanada verheiratet, klagt: &#8222;&#8230; ich hasse die K\u00e4lte!&#8220;, das Thema wird uns jetzt noch weiter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind so im Schwung, dass wir nun doch meinen alten Traum wahrmachen und zwar nicht nach Labrador reisen, aber immerhin doch zum &#8222;Lac Bras d&#8217;Or&#8220; auf der Insel Cape Breton in der Provinz Nova Scotia, von wo man die F\u00e4hre nach Neufundland nehmen k\u00f6nnte. K\u00f6nnte, aber nicht wollte. Das Wetter entscheidet sich f\u00fcr&nbsp; &#8222;herbstlich hold&#8220;, der Indian Summer beginnt bereits, aus dem Dunkelgr\u00fcn der Nadel- und dem helleren der Laubb\u00e4ume ragen vorwitzige knallrote Zweige hervor. Sehr h\u00fcbsch! Das Gef\u00fchl ist schon arktisch-frisch und recht skandinavisch &#8211; ich bin sicher, meiner Familie w\u00fcrde es hier gefallen! Der &#8222;Lac&#8220; ist ein Salz- und Brackwassersee, zwar rundum von Land eingeschlossen, aber \u00fcber Meerengen und Fjorde mit dem Atlantik verbunden. Ein Augenschmaus!<br \/>\nDie Funkerin der AKKA muss nat\u00fcrlich nach Sydney, Kohle- und Stahlproduktionsort im Norden der Insel und die Stelle, an der Marconi seine erste drahtlose Funkverbindung nach Europa hergestellt hat. Eine National Historic Site of Canada. Super?! Nix da! Au\u00dfer einem Schild &#8222;wird im Juli 2019&#8220; (!) wieder ge\u00f6ffnet und ein paar Fundamenten f\u00fcr die ehemaligen, riesigen Antennent\u00fcrme n\u00fcscht gewesen &#8211; aber man kann sehr weit nach Irland hin\u00fcberblicken; nun ja, nicht ganz. Daf\u00fcr hat Cape Breton noch eine Touristenbelustigungsentsch\u00e4digung bereit: Louisbourg, das der Eigner gern besuchen m\u00f6chte &#8211; h\u00e4tten wir nur gewusst, dass Herr Marconi verschwunden ist, w\u00e4re mehr Zeit gewesen. Louisbourg ist ein Fort aus der Franzosenzeit, das nicht nur als Garnison am Eingang zum St. Lorenzstrom diente, sondern auch einen wirklich reichen Handelsst\u00fctzpunkt sch\u00fctzte. Zu den mehreren Tausend Soldaten und Kaufleuten kamen sommers noch einmal mehrere Tausend Fischer aus Frankreich, Spanien und Portugal hinzu, die vor der Stadt lagerten. Noch heute eine erfrischend anzusehende Mischung aus Milit\u00e4r- und Zivilsiedlung: wir sehen, wie die Schafherde abends ins Gatter getrieben wird (gar nicht wahr, die wussten, wo die Leckerlis liegen und k\u00f6ttelten ihren Weg freiwillig durchs Museumsgel\u00e4nde&#8230;). Eine rundliche Bauersfrau, wie alle hier im Originalkost\u00fcm, tr\u00e4gt ihren Korb mit Lauch und Zwiebeln heim, klaut den H\u00fchnern noch ein paar Eier (Protestgeschrei!) und spricht den beiden Ziegen gut zu: Divina ist, wie sie sagt, eher teuflisch veranlagt, ihre Lieblingsziege ist Antoinette, die sich auch von uns zwischen den H\u00f6rnern kraulen l\u00e4sst. Eine &#8222;Hausmagd&#8220; sortiert M\u00f6hrenkraut zum F\u00e4rben &#8222;f\u00fcr den n\u00e4chsten Sommer&#8220;, beim B\u00e4cker kaufen wir Soldatenbrot, so gutes, dass wir beim R\u00fcckweg ganz entt\u00e4uscht sind, dass wir keinen Nachschlag mehr besorgen k\u00f6nnen. Es ist merkw\u00fcrdig: die Leute sind so gut geschult, dass man ihnen das Leben in diesem Fort ohne Weiteres abnimmt. Die Magd erkl\u00e4rt uns, warum die franz\u00f6sischen Fl\u00fcgel-Fenster hier keine gute Idee waren, sie sind noch heute undicht (im Gegensatz zu den amerikanischen vertikalen Schiebefenstern. Und auch zur norddeutschen Technik der nach au\u00dfen \u00f6ffnenden Fensterfl\u00fcgel, m\u00f6chte ich anmerken).. Ein Soldat, der auf der Bastion Wache schiebt, kann uns zum Schluss Milit\u00e4risches erz\u00e4hlen, auch zum Nachteil, den die Franzosen hatten: die Briten waren einfach besser organisiert, sie waren besser ausgebildet, konnten besser zielen und bildeten eine disziplinarische Einheit. w\u00e4hrend den Franzosen in Kriegszeiten pl\u00f6tzlich hochrangige, aber der Situation unkundige Offiziere aus \u00dcbersee vorgesetzt wurden. Schlecht, und so kam es das Louisbourg zweimal den Besitzer wechselte. Sch\u00f6ner Tag, trotz Marconi-Pleite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommt der Freitag der weltweiten Klimastreiks. Haben wir mit unserer Reise mit dem NAJA-Auto unseren CO2-Fu\u00dfabdruck ohnehin deutlich vergr\u00f6\u00dfert, schaffen wir es leider nicht, das Ende der Demonstration in Halifax zu erreichen &#8211; nach 2\/3 des Weges erreicht uns der Anruf unseres Campingplatzes, dass da einer von uns seinen Rucksack hat stehen lassen. Mit Rechner und Pass und all dem. Macht fast eine ganze Tankf\u00fcllung, ausgerechnet heute. Ein Treppenwitz&#8230;<br \/>\nAber auch Halifax ist eine nette Stadt. Die Unterkunft bei einem chinesischen Ehepaar ist ein &#8222;self check&#8217;in&#8220;, da die beiden im Ferienhaus sind &#8211; also teilen wir das Stadthaus mit einer weiteren Mieterin, sehr erfreulich. Viel Gelaufe, ein tolles Auswanderermuseum, quasi das Gegenst\u00fcck zu Bremerhaven, und viel Einblick in ein wirkliches Einwandererland. Wer 5 Jahre bleibt und arbeitet, hat ein Anrecht auf Einb\u00fcrgerung, und die allermeisten richten sich tats\u00e4chlich mit dem langen Winter ein und bleiben. Nach langen Jahren der rassistisch orientierten Einwanderungspolitik ist heute auch in dieser Hinsicht vieles leichter geworden. Wir finden: die Toleranz untereinander ist gro\u00df (wenn das ein durchreisender Mensch beurteilen kann).<br \/>\nNoch einmal Geschichte an der Zitadelle, und noch mehr im Maritime Museum. Nat\u00fcrlich Schiffstechnik, aber auch das schauderhafte Explosionsungl\u00fcck vom Dezember 1917, als ein brennendes Munitionsschiff die halbe Stadt in Schutt und Asche legte &#8211; die gr\u00f6\u00dfte menschengemachte Explosion bis zu den Atombomben&#8230; Die Titanic-Abteilung &#8211; von bzw. nach Halifax liefen Rettungsma\u00dfnahmen mit der Carinthia und die Bergung von Opfern. Interessante Statistiken \u00fcber die Opferzahlen: &#8222;Frauen und Kinder zuerst&#8220; hat gewirkt. Die meisten Opfer waren M\u00e4nner, die meisten davon wiederum in der 2. Klasse. F\u00fcr die 3. Klasse und die Besatzung ging es ganz schlecht aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Weg nach Quebec regnet es unabl\u00e4ssig, tr\u00fcbe, tr\u00fcbe, aber in der Stadt selbst erwischen wir einen kalten Tag ohne Niederschlag, daf\u00fcr mit einer wirklich tollen Stadtf\u00fchrung, zu Fu\u00df. Marie (nenne ich sie), die Frau, die uns durch die Stadt und durchs kanadische Leben leitet, macht das wunderbar, eine Historikerin mit einerm Hang zur Beschreibung des t\u00e4glichen Lebens &#8211; Politik, Mieten, L\u00f6hne, Gesundheitssystem, dazu Churchill und Roosevelt im Chateau Frontenac; das ist ein Hotel der kanadischen Eisenbahngesellschaft, das so neo-romantisch\/gotisch\/was auch immer ist, wie es aussieht, n\u00e4mlich ab 1890 bis 1920 errichtet, Projektmotto: &#8222;let&#8217;s make Quebec look older than it is!&#8220;. Poutine, der schreckliche K\u00e4se-Kartoffelschlabber (den wir noch nicht probiert haben, es sieht einfach nicht gut aus). Pr\u00e4sident Taft, der wegen eines &#8222;Hilfe, ich stecke in der Badewanne fest!&#8220;-Unfalles nicht ins Frontenac ziehen wollte, kommt vorbei, und nat\u00fcrlich Wolfe und Montcalm, die gegnerischen Gener\u00e4le, die man auf einem gemeinsamen Obelisk ehrt; sie haben beide die entscheidende Schlacht 1759 an den Plains of Abraham nicht \u00fcberlebt &#8211; eine Schlacht die nach wochenlanger Belagerung in nur&nbsp; 20 Minuten zur britischen \u00dcbernahme der Stadt f\u00fchrte, man hatte einfach immer an der falschen Stelle versucht&#8230; Fortan f\u00fcrchteten sich die Quebecois eher vor den Amerikanern als vor den Briten. Die Story, warum die Franco-Kanadier sich 1775 nicht den USA angeschlossen haben?! Die Amerikaner hatten als Argument geliefert, dass man so nicht nur die Briten, sondern auch den Papst loswerde &#8211; das geht ja gar nicht in einem katholischen Land: Quebec blieb unter dem (gnadenlosen?!) Einfluss der katholischen Kirche, und so ist die Provinz Qu\u00e9bec bis heute franz\u00f6sisch, s\u00e4kularisiert zwar, aber die franz\u00f6sische Kultur wird, seit der Einfluss der Kirche (&#8222;&#8230;furchtbar!&#8220;, sagt Marie, die Klostersch\u00fclerin&#8230;) in den 60er Jahren eingebrochen ist, durch Gesetze der Provinz gesch\u00fctzt. Franz\u00f6sisch ist die erste Sprache, und wenn die Queen zu Besuch kommt, registrieren die Quebecois das, wenn \u00fcberhaupt, &#8222;mit mildem Interesse&#8220;. Wir h\u00e4tten noch Stunden zuh\u00f6ren und gucken m\u00f6gen. &#8222;Tours Voir Qu\u00e9bec&#8220;, Quebec City Walking Tour. Total empfehlenswert.<br \/>\nKleiner Nachschlag am n\u00e4chsten Tag, hier wissen wir sogar den Namen der jungen F\u00fchrerin: Sarah zeigt uns das Fort von Quebec (das noch immer eine Milit\u00e4rbasis ist und daher nur mit F\u00fchrung zu besichtigen ist). Hier sitzt heute die vortreffliche Julie Payette als Generalgouverneurin, mit einem tollen Blick \u00fcber den Strom und die Stadt &#8211; muss ja, man musste ja sehen gegen wen man sich verteidigt. Na gut, an diesem Tag ist die Sicht gem\u00e4\u00dfigt&#8230; das benachbarte Chateau Frontenac steht im Nebel, und an uns l\u00e4uft der Prasselregen nur so herunter (ein Hoch auf meinen australischen Lederhut&#8230; der Eignerhut, s\u00fcdafrikanisch und aus Stoff, h\u00e4lt dem nur kurz stand), aber egal, wir sind dennoch gebannt.&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6348\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/arbre\/\" rel=\"attachment wp-att-6348\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6348\" data-attachment-id=\"6348\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/arbre\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?fit=960%2C692&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"960,692\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Picasa&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Arbre\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?fit=300%2C216&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?fit=584%2C421&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6348\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre-300x216.jpg?resize=300%2C216\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?resize=300%2C216&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?resize=768%2C554&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?resize=416%2C300&amp;ssl=1 416w, https:\/\/i0.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Arbre.jpg?w=960&amp;ssl=1 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6348\" class=\"wp-caption-text\">Eins meiner liebsten &#8222;Plakate&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schon sind wir ein St\u00e4dtchen weiter, und marschieren mit 315.000 (sagt die Polizei) bis 500.000 Menschen (sagen die Veranstalter) f\u00fcrs Klima durch Montreal. Die Stadt hat den Tag zum Kulturtag erkl\u00e4rt, Autoverkehr in der Innenstadt ist abgew\u00fcrgt, daf\u00fcr d\u00fcrfen wir von Longeuil mit dem Zug kostenlos anreisen, die Menge ist faszinierend bunt, auch faszinierend jung (wir sind mit Abstand die \u00c4ltesten!), und die<\/p>\n<div id=\"attachment_6349\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/greta\/\" rel=\"attachment wp-att-6349\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6349\" data-attachment-id=\"6349\" data-permalink=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/greta\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?fit=960%2C720&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"960,720\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Greta\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?fit=300%2C225&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?fit=584%2C438&amp;ssl=1\" class=\"size-medium wp-image-6349\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta-300x225.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i1.wp.com\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-content\/Greta.jpg?w=960&amp;ssl=1 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6349\" class=\"wp-caption-text\">&#8230; oder doch das hier?!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reden der ortsans\u00e4ssigen Aktivisten, z. B. die der &#8222;first Nations&#8220;, sind ausreichend mitrei\u00dfend (es hapert ein bisschen an der Akustik, dadurch wird Franz\u00f6sisch anstrengend&#8230;). Zum Abschluss die ber\u00fchmte Greta. Wir w\u00fcnschen uns unabh\u00e4ngig von Personen, dass die Bewegung ihren Schwung erh\u00e4lt, und dass wir alle gute Ideen zur Abwendung der drohenden Katastrophen entwickeln. Mitmachen!<\/p>\n<p>Und nun? Weiter am Rande des Ozeans wieder nach S\u00fcden. Irgendwie. Kanada h\u00e4ttte mehr verdient als nur eine Stippvisite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montreal, 28.9.2019 Ein Update von den AKKAnauten, wer h\u00e4tte es gedacht?! Wir sind in Montreal, AKKA steht derweil brav auf Holzkl\u00f6tzen und, wie wir hoffen, nicht allzu tief im Matsch. Wenn es regnet in der Chesapeake Bay, dann t\u00fcchtig, zum &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2019\/09\/28\/ozean-am-rande\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-1El","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6345"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6345"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6357,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6345\/revisions\/6357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}