{"id":6591,"date":"2020-03-05T13:16:26","date_gmt":"2020-03-05T17:16:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=6591"},"modified":"2020-03-05T13:16:26","modified_gmt":"2020-03-05T17:16:26","slug":"zwischen-karibik-und-pazifik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2020\/03\/05\/zwischen-karibik-und-pazifik\/","title":{"rendered":"Zwischen Karibik und Pazifik"},"content":{"rendered":"<p>Omotepe, Nicaragua, 26.2.2020<\/p>\n<p>Schwer zu toppen, dieses Yatama&#8230; zumal wir uns f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt wieder ins Get\u00fcmmel werfen m\u00fcssen. Die Busfahrt geht von Horqueta \u00fcber Gu\u00e1piles und Carriari durch endlose Bananenplantagen* bis La Pavona, da ist dann Ende Bus-Gel\u00e4nde, weil von dort nur der Wasserweg noch an die K\u00fcste f\u00fchrt. Ziel Tortuguera. Gl\u00fccklicherweise bekommen wir ein &#8222;normales&#8220; Boot, das auch ein paar Geh\u00f6fte von Einheimischen anl\u00e4uft und daher nicht vollends mit unseresgleichen (aka Tourist) besetzt ist. Wohl aber mit einer deutschen Familie, deren Sohn (4?) f\u00fcr Dauerbeschallung sorgt: &#8222;Mama! MAMAA! Das wackelt! Mamaaa, das kippt um!&#8220; Die Mutter nimmt ihn auf den Scho\u00df, muss aber zeitgleich die Hand der Tochter nehmen, die gottergeben und mit geschlossenen Augen der drohenden Katastrophe entgegengeht (der Vater hat eine weitere Tochter im Arm). Dann geht es los, teils wegen Ebbwasserstandes mit Gew\u00fchl (sehr tief w\u00e4ren wir nicht gesunken&#8230;), noch ein bisschen Entsetzensgequieke, dann aber hat Sherlock &#8211; au\u00dfer einem Pl\u00fcschtier ist das Kind mit Plastikfernglas und Lupe ger\u00fcstet &#8211; die Lage analysiert:&#8220;&#8230; so, Mama, Du kannst Dich wieder an Deinen Platz setzen!&#8220;. Die Angsttiraden werden aber nahtlos durch Live-Berichterstattung ersetzt:&#8220; &#8230; Mamaaa! Der Vogel! Das Krokodil [war ein Leguan].&#8220; Ob sich die G\u00e4ste im La Baula Resort, wo die Familie aussteigt, auch gefreut haben?<\/p>\n<p>In Tortuguero irren wir ein bisschen durchs Dorf, finden dann unser Hostel El Gecko am Ortsende, schaurig sch\u00f6n am Atlantik, der f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage mit seinem Gedonnere f\u00fcr eine ununterbrochene Ger\u00e4uschkulisse sorgt. Hier ist nun Tourismus &#8222;pur&#8220; angesagt, alles zwar eher einfach, obwohl ein paar luxuri\u00f6sere Resorts sich in den Palmenhainen au\u00dferhalb des Dorfes verbergen. Vorteil des G\u00e4stestromes: nettes Essen, Ingwer-Zitronengras-Limonade und richtig guter costarikanischer Kaffee im Buddha-Caf\u00e9. Es hat was, mal kein Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) vorgesetzt zu kriegen. Die Nachtwanderung hat auch was: zwei Europ\u00e4er in Vollzeug &#8211; lange Hose, Wanderschuhe, lang\u00e4rmeliges Hemd, so wie wir&#8217;s halt kennen, und wie es auch empfohlen wurde &#8211; dazu eine Gruppe von Uruguayanas, die sich das n\u00e4chtliche Abenteuer in kurzen Shorts und bauchfreien Tops geben, und beim Durchstreifen des Unterholzes nat\u00fcrlich kreischen und juchzen. Umpf&#8230; wenn es keinen Grund zum Kreischen gibt, wird gegackert. Was das Vergn\u00fcgen nicht allein tr\u00fcbt. Es sind zig Gruppen \u00e0 6-10 G\u00e4sten, die zu allem \u00dcbel auch noch ein recht kleines Gel\u00e4nde am Ortsrand durchpfl\u00fcgen; aus allen Richtungen blitzen die Taschenlampen. Lauschig. Immerhin&#8230; Baumfrosch, Kolibri im Nest, ein paar &#8211; iiieeeek! &#8211; Spinnen sind der Lohn, Saulo, dem es auch zu voll ist, f\u00fchrt uns noch ein St\u00fcck weiter nach Norden, wir erhalten einen kleinen Vortrag \u00fcber Meeresschildkr\u00f6ten, deren Eiablage er in der Saiason betreut und bewacht. Zwei sch\u00f6ne Schlangen kommen auf unsere Liste, eine namenslose, die man glatt f\u00fcr einen braunen Ast halten k\u00f6nnte, und die &#8211; wieder einmal &#8211; ohne die ge\u00fcbten Augen eines Guides unentdeckt geblieben w\u00e4re. Und eine gr\u00fcne Weinstockschlange sitzt hoch im Baum und verdaut. Schick. Kleine Leguane gibt es als Zubrot, aber die erhofften Faultiere verstecken sich gut und erfolgreich.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes &#8222;Muss&#8220; in Tortuguero ist eine morgendliche Ausfahrt mit dem Ruderboot oder Kanu. Wo an einem Urlaubsort erlebt man um 6 Uhr fr\u00fch einen solchen Auftrieb? Gl\u00fccklicherweise verteilt sich das gut, wir sitzen zu vielleicht 10 G\u00e4sten im Boot, aber die Ausfahrt ist dann doch zeitweise beschaulich und ruhig, wenn sich nicht gerade 10, 12 Boote vor einem springenden Klammerschwanzaffen versammeln und &#8222;oh! Ah!&#8220; rufen, ansonsten paddelt man recht still durch die Mangroven. Es gibt reichlich Reiher und Jacanas, Tukane, Flederm\u00e4use im Tagversteck, Kormorane und nat\u00fcrlich die leider bedrohten gr\u00fcnen Soldatenaras. Sch\u00f6n! Sollte man mitmachen, wenn man hier ist! Im Nachhinein betrachtet h\u00e4tten wir lieber ein Kajak genommen, mit dem man sich leichter absetzen kann. Wir unternehmen noch zwei ausgedehnte Spazierg\u00e4nge allein, einen davon im fast unvermeidlichen Regen &#8211; die Regenmengen sind unglaublich.&nbsp; Leider ohne Jaguarsichtung, obwohl doch k\u00fcrzlich erst einer in der Nacht ins Dorf gekommen war, um sich einen der zahlreichen Hunde zu holen. Aber damit ist unser Karibikausflug auch erledigt &#8211; den Nationalpark Cahuita lassen wir aus.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach San Jos\u00e9. Aida im Hostal Trianon freut unser Wiederholungsbesuch. Der Eigner schwankt zwischen dem Erwerb neuer Wanderschuhe und Reparaturversuch an den Sohlen &#8211; also eher einfache Aufgaben &#8211; dann Abreise nun doch noch in den Nebelwald. Bus nach Puntarenas am Pazifik, ein bisschen an der Bushaltestelle abh\u00e4ngen und aus der pazifischen Hitze hinauf in die Berge des Monteverde &#8211; dass es sich um Nebelwald handeln muss, hatte man schon vom Strand sehen k\u00f6nnen, denn die Wolkenwalze, der wir uns n\u00e4hern, ist gewaltig. Nicht auf dem Schirm hatten wir allerdings die geradezu gewaltt\u00e4tigen Winde, die den feinen Nebelregen waagerecht durch die Luft treibt: von Ost kommt der Passat, der auch die feuchten Wolken die H\u00e4nge hinauf treibt. Eine Passagierin im Lokalbus antwortet sp\u00e4ter auf die Frage, ob das immer so sei, knapp: si, m\u00e1s o menos. Mehr oder weniger. Gespenstisch &#8211; gleichzeitig ist Santa Helena aber ein viel netterer Ort als La Fortuna, trotz des Touristenaufkommens: es ist bergig und verwinkelt, also verteilen sich Bebauung wie auch Leute in der Landschaft. Wir buchen einen gef\u00fchrten Gang im kleinen Reservat Curi Cancha, gekr\u00f6nt von einer Quetzalsichtung (eigentlich ein leichtes Thema, weil Quetzals gern in Avocadob\u00e4umen sitzen, wenn die Fr\u00fcchte tragen), und am n\u00e4chsten Tag marschieren wir frei durch den Nebelwald. Was f\u00fcr Wassermassen! Manchmal peitscht einem der Wind den Nebel ins Gesicht, an der Stelle, an der man Atlantik und Pazifil gleichzeitig sehen kann, h\u00fcllt uns die Wolke vollends ein &#8211; es ist eben kein &#8222;ruhiger Tag&#8220;; dennoch gibt es ganz windstille Taschen im Wald. Und eine H\u00e4ngebr\u00fccke in H\u00f6he der Baumwipfel &#8211; das h\u00e4tten wir&nbsp; damit auch abgehakt. Manchen Besuchern geht es um so viele Br\u00fccken wie m\u00f6glich, was auch ziemliche Kraxelei bedeutet; es gibt Nebelwaldtouren mit 6, 8, 15 Br\u00fccken. Eine reicht, der Weg ist beschwerlich. Und sehr lohnend.<\/p>\n<p>Nach 3 N\u00e4chten geht es wieder auf, runter an die K\u00fcste Richtung Liberia, von wo es nicht mehr weit zur nicaraguanische Grenze ist, und wo der Schuster das Gesch\u00e4ft des Jahres macht &#8211; endlich werden die o.a. schon erw\u00e4hnten Sohlen &#8222;professionell&#8220; geklebt. Klingeling, 14 Dollar &#8211; diese Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen. TICA-Bus bucht freundlicherweise unsere bestehenden Tickets von San Jos\u00e9 nach Managua um &#8211; so viel Gemecker um die Firma, aber wir hatten nur Servicegl\u00fcck, vor allem mit deren Chatverfahren. Perfekt. Auf nach Nicaragua!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Jetzt muss der Eigner wieder einmal den Rechner f\u00fcr Bilder freigeben, dennoch: raus damit, wir hinken maximal hinter dem Zeitplan her, immerhin sind wir schon vier L\u00e4nder weiter&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p>* Bananen kommen mittlerweile auf meine Liste der zu vermeidenden Nahrungsmittel, sofern sie nicht zertifiziert organisch sind. So viel Plastikm\u00fcll (blaue S\u00e4cke gegen Insekten- u ndFledermausfra\u00df. Und so viel Pestizide, dass an der K\u00fcste die Koralleriffe durch den Pestizideintrag von den Feldern gesch\u00e4digt werden. Costa Rica, das \u00d6kotourismusland&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Omotepe, Nicaragua, 26.2.2020 Schwer zu toppen, dieses Yatama&#8230; zumal wir uns f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt wieder ins Get\u00fcmmel werfen m\u00fcssen. 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