{"id":6887,"date":"2021-02-12T15:42:09","date_gmt":"2021-02-12T19:42:09","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=6887"},"modified":"2021-02-12T15:48:00","modified_gmt":"2021-02-12T19:48:00","slug":"live-from-the-field","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2021\/02\/12\/live-from-the-field\/","title":{"rendered":"Banana Quits und Werthers Echte"},"content":{"rendered":"<p>Shroud Cay, 4.2.2021<br \/>\nSpannung! Erster Blogeintrag \u00fcber die neue Satphoneadresse&#8230; ob das wohl klappt? Wir sind gerade in Shroud Cay eingetrudelt. Sonnenschein, milder Wind aus Ost, und es ist so gut wie niemand hier, im sch\u00f6nen Exumas Marine Park. Wir haben uns eine Mooring genommen &#8211; man soll ja die lokale Wirtschaft unterst\u00fctzen, und im Fall von Nationalparks sind wir ganz vorn dabei, zumal jeder geworfene Anker auch immer einen Einfluss auf den Seeboden hat.<br \/>\nSo sch\u00f6n es auch w\u00e4re, Bilder von dieser Umgebung zu zeigen, ohne Internet wird das nix. Ohne Internet hei\u00dft \u00fcbrigens, dass meine 575 Tage ununterbrochener Spanischlektionen heute zu Ende gehen, was f\u00fcr ein Absturz. Gelegenheit, unregelm\u00e4\u00dfige Verben zu inhalieren. Den Blow vom Montag\/Dienstag\/Mittwoch bringen wir fein hinter uns, f\u00fcr Akka stricken wir ein Netzpull\u00f6verchen aus Festmacherleinen, inklusive Ausschwimmen zweier Achterleinen an etwas entfernte Poller. Den Hai, der in der Nachbarschaft herumlungert, sehe ich erst, als ich vom Duschen zur\u00fcckkomme, aber es war ohnehin nur ein Ammenhai. Das sind die mit dem kleinen Maul&#8230; nicht dass die nicht Schaden anrichten k\u00f6nnten: WENN sie etwas erfassen, verfallen sie bei gr\u00f6\u00dferen Happen ins Sch\u00fctteln. Kommt bei Schwimmern auch nicht so gut. Aber die zus\u00e4tzliche Leine ist es wert, gut gesichert ist halbgut geschlafen. &#8211; am Anker ware das definitiv eine schlaflose Nacht gewesen, das Geheule ist schon bemerkenswert. Um 3 Uhr 30 wache ich von einem unbekannten metallischen Ger\u00e4usch auf. Hm?! Ich kann mir keinen Reim drauf machen. Nach einer Weile macht es &#8222;klack&#8220; und durchs Luk kann ich die Oberkante des backbordschen Solarpanels ersp\u00e4hen &#8211; wir haben glatt vers\u00e4umt, nach dem Auslegen der Leinen die Sicherungsdr\u00e4hte der Panelst\u00fctzen aufzustecken. Ein n\u00e4chtlicher Deckspaziergang bei w\u00fctendem Wind ist spa\u00dfig, aber gleichzeitig dient er auch der Vergewisserung, dass sonst alles in Butter ist. Es dauert bis Dienstagabend, bis der Wind einigerma\u00dfen abklingt. Doch, doch, es war nicht schlecht, die Marina zu frequentieren. Unsere Abenteuerlust l\u00e4sst eindeutig nach.<br \/>\nVon unseren Nachbarn zur Rechten &#8211; Origina-Franzosen mit kanadischem Pass &#8211; gibt es zum Trost ein St\u00fcck selbst gebackenen Apfelkuchen, wie wir auch schon zuvor mal ein Probierst\u00fcck Wei\u00dfbrot bekommen hatten und &#8211; klopf, klopf zur Abendbrotzeit &#8211; eine Portion frische Crepes. Es fragt sich, ob wir einen so ausgehungerten Eindruck machen oder es sich um einen Fall von Hellseherei handelt, was der Schipperin Kochk\u00fcnste betrifft. Ich habe mich mit einem St\u00fcck unsere Wei\u00dfbrotes revanchiert, aber Crepes&#8230; nicht meine Nummer; bei uns hei\u00dft das Pannekoken und ist nicht so fein. Ob unser Sauerteigbrot gemundet h\u00e4tte, haben wir nicht getestet, das war n\u00e4mlich gem\u00e4\u00df dem Motto &#8222;bread happens&#8220; nur Landb\u00e4ckerqualit\u00e4tsstufe B &#8211; eigentlich lecker, weil relativ feucht, aber nur mittelm\u00e4\u00dfiger &#8222;oven spring&#8220;. Stufe A wird gerade angepeilt, m\u00f6ge das Sauerteigbrot gelingen!<br \/>\nSonst ist es aber auch spa\u00dfig in Highbourne Cay &#8211; wir bekommen t\u00e4glich Besuch und t\u00e4glich zudringlicher: ein Banana Quit sucht nach Kr\u00fcmeln, wundersch\u00f6n anzuschauen mit seiner nektarfreundlichen langen Zunge. Wir lernen das Kerlchen &#8211; Mann oder Frau wissen wir nicht, die Geschlechter sehen gleich aus! &#8211; zu sch\u00e4tzen, denn abgesehen von zahlreichen Rundfl\u00fcgen durch den Salon (mit Gru\u00df auf dem Kopfkissen!) taucht es begeistert ins Cockpitgr\u00e4ting ein um Leftovers zu angeln. So leicht kommt man zu einerm Reinemachevogel! Ansonsten bekommt man in Highbourne Cay eine Lektion in &#8222;wieviel Luxus kann ich mir erlauben?&#8220;. Eier, 12 St\u00fcck f\u00fcr 8 Dollar &#8211; kein Luxus. Milch, 1,8 Liter \u00e0 knapp 9 Dollar? Schon eher. Der halbe Liter Sahne f\u00fcr ebenso 9 Dollar? Autsch. Wir denken an andere entfernte Orte mit Importwaren: Herrenh\u00e4user Pilsener in Iquitos zum Beispiel. Hier ist das Highlight die T\u00fcte &#8222;Werthers Echte&#8220;. Als wir eben aus Highbourne Cay auslaufen, naht der Versorger aus Nassau &#8211; das will a alles auch bezahlt werden, und der Eigner sieht das h\u00e4ssliche Schiff und fantasiert: &#8222;&#8230; guck mal! Der Versorger! Der l\u00e4sst jetzt seine Laderampe runter, und das ganze Schiff ist voller Werthers Echte!&#8220; Bonbons? Kein Luxus, die laufen unter &#8222;notwendiger Proviant&#8220;.<\/p>\n<p>&#8212;- This e-mail was delivered via satellite phone using Global Marine Networks, LLC&#8217;s XGate software. Please be kind and keep your replies short.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shroud Cay, 4.2.2021 Spannung! Erster Blogeintrag \u00fcber die neue Satphoneadresse&#8230; ob das wohl klappt? Wir sind gerade in Shroud Cay eingetrudelt. Sonnenschein, milder Wind aus Ost, und es ist so gut wie niemand hier, im sch\u00f6nen Exumas Marine Park. 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