{"id":70,"date":"2007-08-21T20:45:38","date_gmt":"2007-08-21T18:45:38","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=70"},"modified":"2022-10-02T07:09:15","modified_gmt":"2022-10-02T11:09:15","slug":"iso-8859-1q_und_noch_ein_spadf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2007\/08\/21\/iso-8859-1q_und_noch_ein_spadf\/","title":{"rendered":"Und noch so ein Spa\u00df&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt so Sachen, da sitzt man dann am n\u00e4chsten Tag beim Morgenkaffee, und pl\u00f6tzlich sagt man: &#8222;&#8230; Mensch, das war sch\u00f6n&#8230;&#8220; So heute, aber eins nach dem anderen&#8230;<\/p>\n<p>Irgendwie geht das &#8222;ewige Verabschieden&#8220; schon los. Da waren die Londoner Holl\u00e4nder oder holl\u00e4ndischen Londoner Carola und Leonhard mit der sch\u00f6nen Arearea, einer Breehorn, mit denen es sich \u00fcber Affenb\u00fccher und Martha Gellhorn und &#8222;Latin Music&#8220; reden lie\u00df, bei denen man abgucken und nicht zuletzt &#8222;Lila Downs&#8220;-Musik tauschen konnte. Abflug nach England. David &#8222;&#8230;do you have a weather machine&#8220; mit seiner Summerbird, der zum Wetter-und Wind-Gucken mal r\u00fcberkommt. Abreise nach La Rochelle&#8230; Dann wir. Beim Ablegen in Sada singen uns &#8211; unter Gackern &#8211; Ulrike und Klaus von der Einhorn ein &#8222;&#8230;muss i denn, muss i denn..:&#8220;, konsterniert betrachtet von (deutschen) G\u00e4sten auf dem Nachbarboot.<br \/>\nWir drehen noch eine Runde an der Hippo vorbei und lassen uns die schlechte Nachricht zurufen (&#8222;&#8230; Flexkupplung erst am Mittwoch&#8230;&#8220;) und die gute: &#8222;&#8230; in La Coruna vom Hafen geradeaus und nach rechts. Tapas Bars&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Wir kreuzen tapfer durch den angesagten West\/Nordwestwind und den Regen. Sch\u00f6n nass, gleiten wir &#8211; Hilmar, so isses. Nicht immer, aber immer \u00f6fter&#8230; &#8211; in der D\u00e1rsena Deportiva de La Coruna so bilderbuchm\u00e4\u00dfig wie elegant in die Mittelspring, dass Hafenmeister und die beiden Holl\u00e4nder rechts und links statt wilder<br \/>\nLeinenannahmeman\u00f6ver nur zuschauen und rasch ins Trockene verschwinden. F\u00fcr die Hafenman\u00f6verunkundigen hier mal das Grundmuster: es naht eine Yacht, und schon gucken die Erdm\u00e4nnchen von den Nachbarbooten aus ihren L\u00f6chern &#8211; um Schaden abzuwenden, um schadenfrohe Kommentare abzugeben. Oder, die nettere Variante, um einfach zu helfen. Hafenkino ist immer interessant, aber dieses Mal konnten wir leider nur mit einem Lehrfilm dazu beitragen (wir sollten es nicht beschreien &#8211; der n\u00e4chste Poller kommt bestimmt). Gleich darauf unser Auftritt als Helfer &#8211; Franzosen versuchen in mehrfachem Anlauf, ihre viel kleinere Elan in die Box gegen\u00fcber<br \/>\nzu bugsieren. Statt einer Mittelspring oder etwas anderem, was die Vorw\u00e4rtsfahrt stoppen k\u00f6nnte, kommt das, was wir die &#8222;St\u00fctzleine&#8220; nennen: Boot ungebremst auf den Steg zu, als erstes wird die Vorleine \u00fcbergeben &#8211; um Fahrt rauszunehmen, m\u00fcsste die ganz sch\u00f6n steif sein. Ist sie aber nicht. So h\u00e4ngen dann diverse Franzosen und Deutsche am Bugkorb und versuchen, den Aufprall zu mindern.<\/p>\n<p>Zum Abend folgen wir den Hippo-Anweisungen, aber da wir am anderen Ende des Hafens damit beginnen, laufen wir zun\u00e4chst mal durch die Altstadt, vorbei an romanischen Kirchengeb\u00e4uden, an platanen\u00fcberdachten Pl\u00e4tzen. Sehr sch\u00f6n. Auf der Plaza Maria Pita ist Volkstanz &#8211; nicht unbedingt unser Lieblingsvergn\u00fcgen, aber wir verweilen ein bisschen. Irgendwas vom Balkan &#8211; wir tippen mal auf Bulgarien?!-, wildes Trommeln und Tanzen aus dem Senegal, La Malagena in verschiedenen Varianten aus Murcia, dann Argentinien. Beim ukrainischen Beitrag tr\u00f6deln wir dann weiter und nehmen ein paar Copas Wei\u00dfwein und einige &#8222;raciones&#8220; in einem der Stra\u00dfenrestaurants. Kleine Bude, kleine Tische, noch kleinere Hocker, und alles voller Spanier und spanischer<br \/>\nVokabelr\u00e4tsel. Queso con membrillos, ich tippe auf K\u00e4se mit Quitten (richtig! sagt das W\u00f6rterbuch). Muscheln, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Aber je weiter man von zuhause fort ist, umso ungehemmter haut man die Esser am Nachbartisch an und st\u00f6\u00dft ein &#8222;&#8230;que es?&#8220; oder &#8222;&#8230; como se llama?&#8220; hervor. Mit immer freundlicher Antwort und gern gefolgt von Anweisungen, wie die Speise zu essen sei&#8230;<\/p>\n<p>Und der Spa\u00df? Der, der uns heute fr\u00fch beim Kaffee wieder durch den Sinn ging? Das war &#8222;Argentinien&#8220; auf der Plaza Maria Pita. Die \u00fcbliche s\u00fcdamerikanische Folklorebesetzung im Hintergrund, steigen vielleicht 25, 30 T\u00e4nzer auf die B\u00fchne. Die T\u00e4nzer schreiten, gegenseitig an die Schulter gelehnt, die K\u00f6pfe gesenkt. Runde Buckel, Indiobekleidung, schwarze H\u00fcte, dunkle T\u00fccher. Ein bisschen traurig sieht das aus. F\u00fcr die ersten Minuten &#8211; dann entfaltet sich auf der B\u00fchne L\u00e4rm und Farbe von durcheinanderwirbelnden, aber immer halbgeduckten Menschen, es bilden sich lange, bunte Ketten von T\u00e4nzern, dann wieder ein gro\u00dfen T\u00e4nzerhaufen, T\u00e4nzerkolonnen, T\u00e4nzerkreise. T\u00e4nzerchaos. In extremer K\u00f6rperhaltung. Nach vorn gebeugt, nach hinten, scheinbar gleichf\u00f6rmig, im gleichen Takt, geordnet &#8211; und doch chaotisch&#8230; Das Publikum ist hingerissen, und pl\u00f6tzlich stehen die T\u00e4nzer im Publikum und ziehen f\u00fcr eine Weile lange Ketten von Zuschauern hinter sich her. Im Hintergrund fl\u00f6ten und trommeln die Musiker sich in Ekstase, bis das Ballett dann &#8211; wieder allein auf der B\u00fchne &#8211; ausgewirbelt hat. Keine Folklore. Das war mehr Folk-Ballett, ganz modern. Und mitrei\u00dfend. Die armen Ukrainer danach&#8230;<\/p>\n<p>Und das ergibt zum Fr\u00fchst\u00fcckskaffee dann: &#8222;&#8230; sch\u00f6ne Kneipe und leckeres Essen gestern&#8230; Und dann die Argentinier! Mensch, das war wirklich sch\u00f6n &#8230;&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt so Sachen, da sitzt man dann am n\u00e4chsten Tag beim Morgenkaffee, und pl\u00f6tzlich sagt man: &#8222;&#8230; Mensch, das war sch\u00f6n&#8230;&#8220; So heute, aber eins nach dem anderen&#8230; Irgendwie geht das &#8222;ewige Verabschieden&#8220; schon los. 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