{"id":7008,"date":"2021-07-29T20:29:26","date_gmt":"2021-07-30T00:29:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=7008"},"modified":"2021-07-30T09:40:01","modified_gmt":"2021-07-30T13:40:01","slug":"alles-wie-immer-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2021\/07\/29\/alles-wie-immer-2\/","title":{"rendered":"Alles wie immer"},"content":{"rendered":"<p>Deltaville, 28.6.2021<\/p>\n<p>&#8230;ach, ist das nicht sch\u00f6n? Vor genau einem Monat habe ich dieses Datum geschrieben, aber danach ist die Blogenergie erlahmt. Also, auf ein Neues:<\/p>\n<p><strong>Deltaville, 28.7.2021<\/strong><\/p>\n<p>Der Beitragstitel besagt es schon: alles wie immer. Au\u00dfer vielleicht, dass wir sehr nett in der Fishing Bay Marina am Dock liegen, gute vier Wochen nun schon &#8211; wenn es nach mir geht, dann gern noch l\u00e4nger, denn es gibt den Pool, die Waschmaschine, gelegentlich einen Grillabend. Kein Staub vom Schotterplatz. Der Supermarkt ist in Radeln\u00e4he&#8230; aber es geht ja nicht nach mir, sondern nach Akka, und die hat Bed\u00fcrfnisse. Oder der Eigner hat Haul-Out-Bed\u00fcrfnisse. Kurz: so unendlich lange werden wir hier nicht mehr schaukeln, wir werden um die Ecke ziehen und uns im Stingray Point Boatworks an Land hieven lassen. Chesapeake Boatworks, unsere alte Heimat der letzten beiden Jahre, macht zum Jahresende zu und holt darum an diesem Ort niemand mehr an Land.<\/p>\n<p>Alles wie immer &#8211;&nbsp; auch die Fahrt von North Carolina herauf. Nach dem schon beschriebenen Cape Fear-Aufenthalt haben wir uns an Beaufort vorbeigeschlichen &#8211; die hohe Populationsdichte am engen Ankerplatz (Vairea, Flora, Easy und andere) wollten wir nicht noch verst\u00e4rken. Besuch bei Hoover und Eisenhower, den wunderbaren, etwas zickigen Katern in der Oriental Marina. Premiere: Restaurantessen im &#8222;Toucan&#8220;, das war mal nett nach l\u00e4ngerer Zeit, so richtig mit Vorspeise und Hauptgang. Auf Terrassen schrecken uns Mit-Esser nicht mehr so sehr. Wir gucken schon mal bei Deakon am Whitaker&#8217;s Point, ob Motorhilfe in Reichweite ist, den Eigner st\u00f6ren die Vibrationen im Propellerwellenbereich nachhaltig (die gef\u00fchllose Schipperin sagt dazu: &#8222;&#8230;geht doch!&#8220;). Die haben aber keine Zeit, die Saison beginnt, alle wollen ins Wasser&#8230; (und 14 Tage sp\u00e4ter sehen wir im Netz, dass Deakon gerade von der in der Chesapeake Bay weit verbreiteten Firma Zimmerman \u00fcbernommen wurde. Vielleicht ja auch deshalb kein Platz f\u00fcr uns). Das Wetter sieht f\u00fcr die folgenden Tage eigentlich auch mehr nach &#8222;z\u00fcgige Weiterreise&#8220; aus, also tun wir das. Zwei wunderbar ruhige N\u00e4chte am Anker folgen, vor dem Pungo\/Alligator-Kanal und nach dem \u00dcberqueren des Albemarle Sound. P\u00fcnktlich zu einem angek\u00fcndigten Starkwind trudeln wir in Coinjock ein und binden uns f\u00fcr 2 Tage an. Die Marina nimmt wegen des Windes sogar das Corona-Outdoor-Dining-Zelt weg, was des Eigners Traum vom Primerib zerplatzen l\u00e4sst &#8211; in traditionell konservativen S\u00fcdstaaten-Kneipen m\u00f6gen wir ungern eng mit G\u00e4sten zusammensitzen, bei denen Maskenverweigerung politisches Programm ist; als Outdoor Dining h\u00e4tten wir&#8217;s gern genossen. Stattdessen gibt es Radausfl\u00fcge in die n\u00e4here Umgebung &#8211; ehrfurchtsvoller Blick auf Kitty Hawk zum Beispiel, wo vor 120 Jahren die Br\u00fcder Wright ihre ersten Flugversuche unternommen haben. N\u00e4chster Stopp ist schon Great Bridge, ein freies Towndock direkt am neuen Great Bridge Battlefield Museum, das wir besuchen, und das auch den Bau des Intracoastal Waterway beleuchtet. Also, die Schipperin fand&#8217;s interessant&#8230; Abends sitzen wir mit der Petronella im angrenzenden Park am Tisch und leeren gemeinsam eine Flasche Wein. Franz\u00f6sisches Schiff, amerikanischer Eigner mit brasilianischer Frau, die aber &#8211; worauf sie eigens hinweist &#8211; wenig brasilianisch, daf\u00fcr ganz sch\u00f6n russisch aussieht. Total interessant, auch im Hinblick auf europ\u00e4ische Auswanderergeschichte. Die Nazizeit, der Irrweg ihrer Gro\u00dfeltern und Eltern durch Russland und Deutschland, anschlie\u00dfend als sprachunkundige Einwanderer nach Brasilien, mit erfolgreichen Kinder, die von ganzem Herzen Brasilianer sind (minus Bolsonaro) &#8211; diese Geschichts- und Politikstunde hat richtig Spa\u00df gemacht.&nbsp; Und schon sind wir in Norfolk, unser Anker f\u00e4llt nun bereits traditionell vor dem gr\u00f6\u00dften Marinehospital der Welt, am &#8222;Hospital Point&#8220;. Wir suchen einen K\u00fchlaggregatspezialisten &#8211; und finden einen, der uns davon abr\u00e4t, in die Mobjack Bay einzubiegen &#8222;&#8230; vor dem Severn Yacht Club ist es soo flach!&#8220;. Lieber besucht er uns in Deltaville &#8211; und pl\u00f6tzlich haben wir es eilig, unsere Endstation zu erreichen. Nat\u00fcrlich ist Grottenflaute auf dem Weg &#8211; was bedeutet, dass wir lustige Vibrationsuntersuchungen bei verschiedenen Motordrehzahlen unternehmen k\u00f6nnen, bis wir am sp\u00e4ten Nachmittag &#8222;daheim&#8220; ankommen. Der Besuch von Dave mit seiner Vakuumpumpe gleich am n\u00e4chsten Tag bringt das alte K\u00fchlaggregat wieder auf die Beine, einigerma\u00dfen jedenfalls (ein bisschen Gas m\u00fcssen wir gelegentlich noch nachf\u00fcllen). Und mit Dave ist gut schwatzen, \u00fcber alte und neue, gro\u00dfe und kleine Segelboote und weite Reisen und gelebte Tr\u00e4ume. Netter Typ.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich hatten wir bereits festgestellt, dass Leihautos in diesem Jahr unerschwinglich bzw. \u00fcberhaupt nicht erh\u00e4ltlich sind. Corona, Corona. Was tun?&nbsp; Schlau machen, wie das mit dem Autokauf hier geht, die Kassiopeia hatte es uns vorgemacht, die Naja auch. Der Eigner verbringt lange Stunden im Netz und vergleicht h\u00fcbsche und weniger h\u00fcbsche Autos. Es gibt eine Funktion, die CarFax hei\u00dft und die Service- und Schadensgeschichte des jeweiligen Autos darstellt &#8211; sehr informativ. Unser Eindruck ist, dass der Gebrauchtautomarkt selbst ziemlich abgegrast ist und sich steigender Preise erfreut. Zun\u00e4chst bekommen wir von Gary, Segelyacht (Segel-?! &#8230;seit Jahren hoch und trocken) Independence, einen schicken Chevrolet Plymouth geliehen. Sonderausstattung: Loch im Schweller. &#8222;K\u00f6nnt Ihr jederzeit nehmen, Schl\u00fcssel steckt &#8211; sagt nur Bescheid. Ach ja, die Bremsen sind schwach. Klima geht nicht &#8211; und der Motor \u00fcberhitzt manchmal&#8220;. Ganz unser Standard! Die erste Tour geht fast in die Hose, weil das Auto nach einem ersten Gebrauchtautostopp f\u00fcrchterlich zu stottern anf\u00e4ngt. Wir hatten von einem &#8222;Saturn&#8220; geh\u00f6rt, das ist eine nicht mehr existierende Tochterfirma von GM, das Auto steht in Gloucester Point, und bis dorthin geht noch alles glatt. Nur der Saturn springt nicht an, wie entt\u00e4uschend. Und dann stottert der Plymouth &#8211; f\u00fcr eine Weile, aber es h\u00f6rt&nbsp; wundersamerweise auf (ganz wenig Gas geben hilft&#8230;), wir beschlie\u00dfen doch noch \u00fcber den York River nach Newport News zu rollen. W\u00e4hrend den einen die Autowahl umtreibt, muss die andere ein weiteres Kapitel in Mobiltelefonie aufmachen &#8211; T-Mobile funktionierte weder in Oriental noch in Deltaville, und wo keine Telefon- oder Datenverbindung, da auch kein Auftoppen oder Planwiederbelebung (die Text-Nachrichten dazu sind sehr kryptisch &#8222;Plan suspended&#8230;&#8220;. Siehe Blogeintrag Canaveral &#8211; Faulheit siegt zwar, zahlt sich aber langfristig nicht aus). Alles wie ich es am liebsten habe. Wir legen bei MacDoof in Newport News an, trinken einen Kaffee, toppen das Telefon auf (was nur peripher hilft, der &#8222;plan&#8220; l\u00e4sst sich nicht reaktivieren), suchen die n\u00e4chsten Gebrauchtwagenh\u00e4ndler und&#8230; der Plymouth, mittlerweile liebevoll &#8222;das Plumeau&#8220; genannt, stottert wieder. Nein, damit fahren wir nicht weiter, lieber das gute Auto heil nach Hause bringen. Schneller Stopp im Walmart, ob ad hoc vielleicht unsere zweite Modernaimpfung verabreicht werden kann. Kann, aber da h\u00e4tten wir warten m\u00fcssen, the pharmacist is out for lunch. Zur\u00fcck Richtung Heimat &#8211; das Internet (guckt mal: www.vaccines.gov &#8211; PLZ eingeben und sich die Impfstoffquellen anzeigen lassen; was f\u00fcr Qualen hatten wir aus Deutschland geh\u00f6rt!) hatte uns die Rite Aid-Apotheke in Gloucester als &#8222;Moderna in stock&#8220; ausgewiesen. Wir winken dem schwarzen Saturn zu, der brav an der Stra\u00dfe steht, halten noch ein-, zweimal bei Gebrauchtwagenh\u00e4ndlern an (ich finde ja dieses ultimative Reklame &#8222;Vet-owned&#8220; besonders attraktiv. Nein, nicht Vet wie Tierarzt, sondern wie &#8222;Veteran&#8220;. Da will man\/frau unbedingt hin&#8230; owned by Grandma? Wer will denn sowas?). Die Versuche sind nicht von Erfolg gekr\u00f6nt, entweder zu teuer oder nix vorr\u00e4tig. In Gloucester ein super netter Apotheker, der uns vor den &#8222;adverse reactions&#8220; bei der zweiten Spritze warnt, weil es seine Frau f\u00fcr 1 1\/2 Tage von den Beinen gehauen hat. Und zack! 2. Impfung. Wunderbar. Auf dem Weg heimw\u00e4rts rasch noch um einen Volvo herumgeschlichen, der prima aussieht (und von dem Jochen &#8222;Arcadia&#8220; sp\u00e4ter sagt: &#8222;&#8230; mach das nicht &#8211; kriegst Du nie wieder los, die Ersatzteile sind so teuer!&#8220;. Egal, es war sowieso niemand greifbar). In der Nacht schleicht sich das &#8222;es-haut die Apothekersfrau-von-den-Beinen&#8220;-Syndrom auch bei uns an, das Fr\u00fchst\u00fcck sieht uns mit Fieberthermometern im Mund, und wir k\u00f6nnen gerade noch Leinen verdoppeln und Akka in Sturmposition bringen, ehe wir in die Kojen fallen &#8211; der tropische Wirbelsturm Elsa naht von S\u00fcden und will volle Kiste \u00fcber uns hinwegziehen. Mittagsschlaf und danach Nachmittagsruhe, statt Abendessen gibt es Fiebermessen und dann&#8230; kommt Elsa, wahrscheinlich jedenfalls. Wir haben sie total verpennt. Im Tran merken wir, wie Akka wackelt und wie der Regen trommelt. Fazit: Impfreaktion ist gar nicht so schlecht beim Durchzug&nbsp; tropischer Wirbelst\u00fcrme &#8211; selten so gut geschlafen in einer Sturmnacht. Am Freitag klemmt unsere backbordsche Vorleine als Zeichen, wie sehr Akka dran gezerrt hat, aber ansonsten ist Elsa auf dem Weg nach New York und wir auf dem Wege der Besserung.&nbsp;<\/p>\n<p>Samstag. Gary hat uns das Geheimnis des stotternden Motors verraten &#8211; ausmachen und wieder anmachen (und Zauberspr\u00fcche murmeln) &#8211; und er hat die Klimaanlage in Gang gesetzt. Wir fahren nach Norfolk zwecks Autokauf! Norfolk, wie Ihr wisst der Welt gr\u00f6\u00dfte Navy Base, hat eine au\u00dferordentliche Fluktuation an Einwohnern, die alle naslang ihre alten Schrottkisten loswerden wollen, wenn die Soldaten versetzt werden. Unser Ding! Zwischendrin noch ein Stopp bei T-Mobile, damit wir wieder erreichbar sind und vor allem Daten wenigstens unterwegs saugen k\u00f6nnen. Funktioniert (ein grausamer Arbeitsplatz \u00fcbrigens, laute Musik, Fernseher br\u00fcllen, die Kunden br\u00fcllen lauter. Mein japanischer Servicemann sieht schon ganz mitgenommen aus und bedauert, dass Covid ihn nicht nach Hause l\u00e4sst). Wir probieren zwei Autoh\u00e4ndler am North Military Highway, wo sonst &#8230;. Die ersten beiden Autos sind so richtig &#8222;Hinterhofverkauf&#8220;. Hm. Beim zweiten H\u00e4ndler sieht es schon besser aus, und es steht auch ein &#8211; etwas zu gro\u00dfer &#8211; Ford Explorer zur Verf\u00fcgung, allerdings unter der Voraussetzung, am Montag die Reise noch einmal zu machen. Sehr umst\u00e4ndlich &#8211; da gucken wir doch lieber noch bei Carland in Portsmouth vorbei. Bei der Vorauswahl im Netz hatten des Eigners \u00c4uglein schon beim Anblick eines knallroten Mercury Mariner gestrahlt (auch der einen Ticken zu gro\u00df), der soll es sein. Was nicht (mehr) dort steht, ist der Mariner. Entt\u00e4uschung macht sich breit und ruft die Stimme der Vernunft ans Licht: &#8222;&#8230; was ist denn das f\u00fcr ein unscheinbares Auto da in der Ecke?&#8220; Ein Subaru Forester von Anfang der 2000er. Sieht &#8211; abgesehen von der schlichten Karosse &#8211; gut aus, sauber, technisch&#8230; naja, wird schon in Ordnung sein, der Security Check ist ganz frisch, quasi ganz neuer T\u00dcV. Klimaanlage geht nicht &#8222;&#8230; da fehlt der Keilriemen!&#8220;. Ficht uns alles nicht an. Kurz sp\u00e4ter ist die Schipperin Autobesitzerin und steuert den Forester, genannt &#8222;F\u00f6rster&#8220;, zur\u00fcck nach Deltaville &#8211; ganz sch\u00f6n anstrengend im wilden Norfolkverkehr.&nbsp; Stra\u00dfenverkehr in den USA flie\u00dft eigentlich meist ruhig vor sich hin, aber hier wirkt wohl das Navy-Testosteron, und die Schipperin ist vielleicht auch aus der \u00dcbung mit der Autofahrerei. Hinter dem F\u00f6rster h\u00e4ngt das Plumeau. &#8222;Ich blinke Dich an, wenn was ist!&#8220;&nbsp; Kurz hinter Williamsburg blinkt es. Was&#8217;n los? Wo f\u00e4hrst Du denn hin? Naja, dahin, wo die Navigationstrulla von GoogleMaps mich lockt!? Da wir beide ein Tablet auf dem Beifahrersitz stehen haben, w\u00e4re davon auszugehen, dass wir der gleichen Strecke folgen&#8230; so ist es aber nicht. Nun gut, kleiner Umweg \u00fcber West Point, landschaftlich sch\u00f6n, gewundene Landstra\u00dfen durch Wein- und Obstbaugebiete und Wald. Und es ist sowieso ein sch\u00f6ner Tag, wir haben ein Auto, wir sind frisch geimpft und gut gelaunt&#8230; Das war der erste Teil dessen, was sich zur Slapsticknummer entwickeln wird.<\/p>\n<p>Am Montag bereiten wir Papiere vor, ich versichere das Auto via Internet (super &#8222;smooth&#8220;), und am Dienstag machen wir uns auf den Weg, das Auto anzumelden, ein bisschen nerv\u00f6s, ob das alles so klappt. Jochen hatte uns geraten, sich nach Matthews zu wenden &#8222;&#8230; die haben da nix zu tun!&#8220;. Zun\u00e4chst mal muss ein Termin vereinbart werden. Nach 15 Meilen kommt man in Mathews an, nur um zu erfahren, dass man mit einem &#8222;internationalen F\u00fchrerschein&#8220; zu einem Vollservice-DMV (Department of Motor Vehicles) muss, also nach Kilmarnock, 15 Meilen zur\u00fcck, 12 Meilen weiter nach Norden. Wir stehen mindestens eine Stunde vor der Rapahannock-Br\u00fccke nach Kilmarnock, die wird gep\u00f6nt, und mit dem ber\u00fchmten &#8222;stop&#8220; und &#8222;slow&#8220;-Schild wird die Autoschlange h\u00e4ppchenweise ans andere Ufer gelassen. Bis wir beim DMV sind, geht es auf 12. Eines muss man den Amerikanern lassen: &#8222;freundlich&#8220; k\u00f6nnen sie! So werden wir freundlich beschieden, dass man extremely sorry sei, weil gerade Mittagszeit sei und nein, Termine mache man nicht hier. Wie bitte?&nbsp; Nein, die macht man online! Sehr witzig, also quasi bei Akka im Cockpit, bei einem gem\u00fctliche Fr\u00fchst\u00fcckskaffee &#8211; aber so ein Autoausflug ist ja auch ganz sch\u00f6n. Im Front Porch Caf\u00e9 in Kilmarnock klopfen wir den Anmeldetermin fest. Reichlich Alternativen hat es nicht &#8211; eine Woche sp\u00e4ter oder dann erst in weiteren 10 Tagen. Also den n\u00e4chstbesten. Auf dem Weg nach Hause sagt der Eigner: ich bringe den F\u00f6rster morgen zu John in die Dorfautoschmiede, der soll mal gucken, ob was dran zu machen ist. So geschieht&#8217;s. Es dauert nicht lang, bis Johns Adlatus eigens zu uns herausgefahren kommt, und er hat keine guten Nachrichten: am F\u00f6rster ist allerlei marode, der Klimaanlage fehlt nicht nur der Keilriemen, sondern sie ist einfach tot, Fahrwerksteile sind falsch verbaut, irgendwo leckt&#8217;s&#8230; vor allem aber ist die Bescheinigung f\u00fcr den Security Check eindeutig ohne physische Kontrolle des Autos ausgestellt worden; er benutzt die Worte &#8222;fraud&#8220; und schlimmer noch &#8222;death trap&#8220;. Slapsticknummer mit leicht unangenehmem Unterton. Der Eigner macht sich auf die Socken &#8211; John will bei Carland anrufen und den Leuten Dampf machen. Was ihm gelingt. Er droht mit der State Police, und schon ist die Sache gekl\u00e4rt &#8211; wir kriegen unser Geld zur\u00fcck. Mein sch\u00f6ner F\u00f6rster! Zur\u00fcck auf Anfang&#8230; Die Nacht ist unruhig, irgendwie ist das Zutrauen zu dem H\u00e4ndler dahin, das macht einen paranoid. Was, wenn die uns jetzt das Geld nicht geben wollen oder herumfeilschen. Oder Schlimmeres (aus der Ecke &#8222;get off my lawn&#8220; vielleicht). Zweite Fahrt mit zwei Autos nach Portsmouth, auch an einem Donnerstagmorgen kein Geschenk. Immerhin stelle ich fest, warum wir unterschiedliche Strecken angezeigt bekamen: mein Tablet auf &#8222;avoid toll road&#8220; war auf eingestellt, und die Br\u00fccke \u00fcber den York River &#8211; die 2 Dollar werden nur in Nordrichrung kassiert &#8211; ist nun einmal Mautstrecke. Aha. Slapstick f\u00fcr Seepomeranzen. Die Transaktion geht glatt vonstatten, wir sind beidseitig ein bisschen angestrengt, man verlangt uns die zuvor erlassene &#8222;processing fee&#8220; ab, 299 Dollar. Das rechnen wir uns sch\u00f6n, entspricht der Leihwagengeb\u00fchr f\u00fcr zwei, drei Tage. \u00c4rgerlich, trotzdem verschmerzbar. Aber unsere Energie ist dahin. Lass uns heimfahren. \u00dcbern Tisch gezogen werden macht m\u00fcrbe.<\/p>\n<p>In Yorktown ist Kaffeepause mit Familienanschluss &#8211; eine junge Frau h\u00f6rt uns sprechen und freut sich: &#8222;&#8230; is that German? &#8230; in September we move to Kaiserslautern!&#8220;&nbsp; Ich empfehle ihr gleich zum Abgleich von Kulturunterschieden eines meiner neuen Lieblingspodcasts &#8211; &#8222;Understanding Trainstation&#8220;, zu deutsch: &#8222;Bahnhof verstehen&#8220;. Witzig und informativ*.<br \/>\nSo aufgemuntert rollen wir \u00fcber die York River-Br\u00fccke, die Energie ist zur\u00fcck; als wir am Saturn vorbeifahren, winken wir nicht nur, sondern biegen ein. Es ist eine schwarze Stufenhecklimousine, 4-t\u00fcrig, manuelle Schaltung (wovon der Verk\u00e4ufer sagt, dass die jungen Leute hier das gar nicht mehr bedienen k\u00f6nnen). Nach unserer Erstbesichtigung hat das Fahrzeug neue Reifen bekommen und einen <em>echten<\/em> Security Check. Und er springt an, der Saturn &#8211; kleine Fehlbedienung unsererseits beim Erstbesuch, man muss die Kupplung zum Anlassen treten. Nach einer Probefahrt sind wir wild entschlossen- das ist unser Gef\u00e4hrt(e). Der Preis geht noch ein bisschen runter, das kann er gut, der Eigner und schon&#8230; habe ich 40 Jahre nach dem letzten zum zweiten Mal innerhalb von 10 Tagen ein Auto erworben. Funktionieren tut so etwas einfach: die pers\u00f6nlichen Daten werden in einen Besitzurkundenvordruck (&#8222;title&#8220;) eingetragen, vorl\u00e4ufige Nummernschilder werden ausgedruckt und&#8230; fertig. Das Plumeau folgt dem Saturn nach Deltaville. Die Fahrt zur Zulassungsstelle in Kilmarnock &#8211; der F\u00f6rstertermin besteht noch &#8211; erfolgt mit leichtem Unbehagen, weil deutsche F\u00fchrerscheine au\u00dfer ein paar &#8222;international verst\u00e4ndlichen&#8220; Pictogrammen (guckt mal drauf! Very international! Der rosa Lappen konnte das besser!) so gar nichts Internationales haben, und wir dazu Kompliziertes geh\u00f6rt hatten. Aber die Nummer F 103 wird aufgerufen, es wird eine &#8222;feste Adresse&#8220; abgefragt &#8211; das ist die Marina &#8211; und was f\u00fcr Nummerschilder man m\u00f6chte (nat\u00fcrlich Standard, billig, daf\u00fcr steht &#8222;Virginia is for lovers&#8220; drauf). Der Title wird offiziell ausgeh\u00e4ndigt und&#8230; Ende der &#8222;\u00fcbern Tisch gezogen&#8220;-Geschichte. Hurra.<\/p>\n<p>Noch ein Slapstick gef\u00e4llig? Das w\u00e4re dann der Versuch, irgendeiner Telefonfirma ein neues Mobiltelefon abzuluchsen. Online. Was im vorigen Jahr einfach war, ging dieses Jahr \u00fcberhaupt nicht. Verizon wollte uns keines verkaufen, weil &#8222;Deltaville als Hauptnutzungsort liegt nicht im Bereich der Verizon-Abdeckung&#8220;. Interessant &#8211; dabei ist Verizon der einzige Anbieter, der hier unten wirklich zuverl\u00e4ssig funktioniert. AT&amp;T tat es im vorigen Jahr meist auch, also zweite Wahl, AT&amp;T. Aber nicht mit &#8230; dieser Hausnummer. Unsere Marinasekret\u00e4rin Kylie verr\u00e4t uns eine alternative. Klappt. Bestellbest\u00e4tigung. Liefertermin 1: 2 Tage sp\u00e4ter, ein paar Zeilen drunter Liefertermin 2: im April. *kopfkratz*. Wer nicht wagt, kriegt auch kein Telefon &#8211; also haut frau auf den &#8222;order now&#8220;-Button. Ja, gern, vielen Dank, &#8230; aber nicht mit&#8230;&nbsp; Ihrer Kreditkarte, Frau Fuchs. Vielleicht mit der vom Herrn H\u00e4nsch (im xten Anlauf)? Jaa &#8211; aber &#8230; dann sucht das dumme System die deutsche Postleitzahl in den USA. Das war jetzt die absolute Kurzversion &#8211; zusammengefasst: es war \u00fcber Tage nervenaufreibend. Aber nun sind wir wieder erreichbar, auch telefonisch und mit einem lesbaren Telefon mit brillantem Display. Dank der \u00e4u\u00dferst rundlichen jungen M\u00e4nner im AT&amp;T Protel-Shop in Gloucester, die wir dann doch noch pers\u00f6nlich ansteuern. Die fallen bestimmt jedes Mal in Ohnmacht, wenn ich den Laden betrete. Aber wie ich schon sagte &#8211; eines k\u00f6nnen die Amerikaner: geduldig und freundlich. Ich dagegen habe zuerst ein Gedulds- und dann ein Freundlichkeitsdefizit. Auch an dieser Stelle alles wie immer. Wir arbeiten dran.<\/p>\n<p>Bis demn\u00e4chst! Gru\u00df aus dem hei\u00dfen Deltaville.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n*Feli, eine junge M\u00fcnchenerin in Cincinnati und Josh, ein junger Amerikaner von ebendort, nun in M\u00fcnchen, berichten \u00fcber Sprachliches, Kulturelles, \u00fcber Unis und Schulen etc.<br \/>\nKlasse. Vielleicht ein bisschen lang manchmal (gut zu h\u00f6ren beim Kochen oder N\u00e4hen), teils mit interessanten G\u00e4sten. Die Folge mit Rachel Stewart, bekannt aus der YouTubeSerie der Deutschen Welle &#8222;Meet the Germans&#8220; hat mir besonders gefallen, sehr interessant auch die mit Clemens Hufeld \u00fcber das britische Schulsystem; es ist toll zu sehen, wie Amerikaner und andere Anglophone Deutsche sehen und umgekehrt, auch wenn meine Begeisterung f\u00fcr den &#8222;american way of life&#8220; nicht ganz so ungest\u00f6rt ist. Alternativ ist der YouTube-Kanal von Feli &#8222;German Girl in America&#8220; ganz kurzweilig und fordert die Geduld nicht heraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deltaville, 28.6.2021 &#8230;ach, ist das nicht sch\u00f6n? Vor genau einem Monat habe ich dieses Datum geschrieben, aber danach ist die Blogenergie erlahmt. Also, auf ein Neues: Deltaville, 28.7.2021 Der Beitragstitel besagt es schon: alles wie immer. Au\u00dfer vielleicht, dass wir &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2021\/07\/29\/alles-wie-immer-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-1P2","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7008"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7008"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7015,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7008\/revisions\/7015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}