{"id":77,"date":"2007-09-15T20:19:08","date_gmt":"2007-09-15T18:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=77"},"modified":"2022-10-04T05:15:20","modified_gmt":"2022-10-04T09:15:20","slug":"iso-8859-1qdcberraschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2007\/09\/15\/iso-8859-1qdcberraschungen\/","title":{"rendered":"\u00dcberraschungen"},"content":{"rendered":"<p>Standort: Figueira da Foz<\/p>\n<p>Povoa hin oder her, es hilft nichts, in Lissabon wartet Post, irgendwann m\u00fcssen wir weiter. Kein Wind &#8211; also biegen wir nach nur ein paar Meilen nach Leixoes ab, dem Industriehafen von Porto und ankern f\u00fcr eine Nacht vor der Marina. Das hilft der Bordkasse. Obwohl Povoa nicht wirklich reingehauen hat &#8211; statt 12 Tagen haben wir einen ganzen Monat bezahlt, das kam billiger; mehr Ostsee- als Iberia-Niveau&#8230;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wieder wenig Wind. Wir motoren hinter einem im Dunst verborgenen AIS-Signal her, auch 5 Knoten, vielleicht 3 Meilen weg. Segler? Die MMSI-Nummer verr\u00e4t: Schweden! Wenn es ein Segler ist, dann kann es nur HokusPokus sein, Mats und Ulla, unsere Povoa-Nachbarn. Wir versuchen aufzuschlie\u00dfen, geben ein bisschen Gas &#8211; bis die Drehzahl pl\u00f6tzlich in die Knie geht. Motoralarm, Adrenalinschub an. Der Motor ist aus, Startversuch: negativ. Andreas taucht Richtung Motorraum ab, ich setze so geschwind es geht f\u00fcr den existierenden Windhauch den Gennaker. Der tut&#8217;s dann auch, mit 60 \u00b0 am Wind ein bisschen an der Grenze dessen, was er zu leisten vermag, aber wenigstens dr\u00fcckt uns der Strom nicht mehr so auf die K\u00fcste. Wie gut, dass es AIS gibt &#8211; wir funken auf blauen Dunst &#8222;HokusPokus, HokusPokus for SY AKKA&#8220;- und sie sind&#8217;s! Wir verabreden, dass wir in Funkkontakt bleiben, falls sich ein gr\u00f6\u00dferer Schaden und der Bedarf an Schlepphilfe herausstellen sollte; oder wir in der Nacht sp\u00e4t nach Figueira einlaufen und uns des Motors nicht ganz sicher sind. Derweilen steigt aus dem Salon Dieselduft auf, das sind Andreas&#8216; Trial+Error-Versuche. Der erste Gedanke war zur Schraube gegangen &#8211; hier in der Gegende ist es \u00fcblich, dass man wenigstens einmal in ein Fischernetz f\u00e4hrt, da sind wir ja schon aus der Karibik gebrannte Kinder!) &#8211; aber unsere Schraube ist frei. Sieht aus wie Kraftstoffmangel, das w\u00e4re eigentlich eine der leichteren \u00dcbungen, aber woher? Schlamm im Tank? Pumpe? Filter? \u00d6lverschmiert und v\u00f6llig verschwitzt taucht er ab und zu auf, der Motormechaniker des Tages. Startversuch. Nix. Plan B wird geschmiedet &#8211; vielleicht erreichen wir die M\u00fcndung der Ria de Aveiro unter Segel, bevor der Wind wieder ausgeht, dann lassen wir uns dort reinschleppen. Aber das wird dann doch nicht n\u00f6tig &#8211; nach Wechseln des Kraftstofffilters l\u00e4uft die Maschine wieder. Puuh! Entwarnung \u00fcber Funk bei Mats und Ulla, die auch ganz froh sind, sicher nicht nur, weil so Hilfsangebot ja auch die eigenen Pl\u00e4ne durchkreuzt, sondern weil es zeigt, wie verletzlich man mit all der Technik doch ist. Wir nehmen an, dass nicht mal der Filter zugesetzt war, sondern vielleicht nur ein bisschen Luft gezogen hat &#8211; der neue Filter sitzt viel fester&#8230; The learning curve, so hei\u00dft eine sch\u00f6ne Rubrik im &#8222;Yachting Monthly&#8220;. &#8230;die steigt bei uns auch an. Ich selbst fand das ja eher stressig, Andreas bucht das unter &#8222;&#8230; war doch eigentlich ganz interessant&#8220;.<br \/>\nImmerhin hat es mich in Sachen Einhand-Segelman\u00f6ver ein bisschen weitergebracht. Sehr gut.<\/p>\n<p>Mittlerweile haben wir aber dann doch so viel Zeit verloren, dass wir statt nach Figueira zu laufen gegen Abend nach Aveiro abbiegen. \u00dcberraschung: Die Baia de Sao Jacinto, unser geplanter Ankerplatz, ist voll. Nicht mit ankernden Yachten, sondern mit einem Ponton. Wir drehen eine Runde und werden schon rangewunken &#8211; wir d\u00fcrfen l\u00e4ngsseits gehen (was Landgang ohne Dinghy bedeutet!) und noch dazu sind wir zu Gast, so lange wir m\u00f6chten. Die Nordportugiesen wieder&#8230; Empfehlen uns gleich noch eine Fischkneipe im Dorf und den Wasserbus nach Aveiro f\u00fcr den Folgetag. In Sao Jacinto sind wir sind mittendrin im l\u00e4ndlich-maritimen Portugal. Fischfrauen preisen lautstark ihre Sardinen an, an der Ecke ein Obst- und Gem\u00fcsestand mit unschlagbaren Preisen, wie \u00fcberall gibt es einen B\u00e4cker, der auch leckerste Kuchen herstellt und uns nebenbei mit Schinken versorgt, in kleinen Bars sitzen die Leute und schl\u00fcrfen Kaffee, Hunderudel auf der Stra\u00dfe &#8211; alles ziemlich entspannt. Irgendwie gemahnt es uns an Griechenland &#8211; nur dass die Kaffeetrinker nicht ausschlielich M\u00e4nner sind.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Aveiro eine weitere \u00dcberraschung &#8211; die Stadt ist vielleicht keine Reise, aber jeden Ausflug wert. Kan\u00e4le durchziehen die Altstadt, kleine Gassen (mit einem Haufen estnischer Touristen von einem Kreuzfahrer!), aus einem \u00fcberm\u00e4\u00dfig verlockend sortierten Plattenladen t\u00f6nt es portugiesisch (ja, ja, ich habe was gekauft ), auf dem Fischmarkt sitzen unter Sonnenschirmen Portugiesen und verspeisen lecker duftende und verlockend aussehende Gerichte. Schade, dass wir uns am Abend vorher in Sao Jacinto ein bisschen \u00fcbernommen haben mit Camaroes grelhadas, dourada und robalinho&#8230; Der Hit ist allerdings, dass wir an 3 Kiosken Zeitungen kaufen k\u00f6nnen: jeweils einen aktuellen Spiegel, einen von der Vorwoche und eine FAZ &#8222;von gestern&#8220;. Morgengesichter hinter Zeitungen versteckt. Die n\u00e4chsten Fr\u00fchst\u00fccke sind<br \/>\ngerettet!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standort: Figueira da Foz Povoa hin oder her, es hilft nichts, in Lissabon wartet Post, irgendwann m\u00fcssen wir weiter. 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