{"id":808,"date":"2009-10-22T15:01:00","date_gmt":"2009-10-22T13:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/10\/22\/glueckliche-momente\/"},"modified":"2009-10-22T15:01:00","modified_gmt":"2009-10-22T13:01:00","slug":"glueckliche-momente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/10\/22\/glueckliche-momente\/","title":{"rendered":"Glueckliche Momente"},"content":{"rendered":"<p>El Gran Roque \/ Venezuela, 22.10.2009<\/p>\n<p>6 Uhr morgens. Tock-tock-tock &#8211; es klopft. Kein Grund panisch aus der Koje zu springen, denn das Klopfen kommt aus dem Cockpit &#8211; der Eigner gibt das Signal, dass das Fr\u00fchst\u00fcck fertig ist. Nun k\u00f6nnte man ja meinen, dass wir im Dauerurlaub sind und soo fr\u00fch nicht aufstehen m\u00fcssten, aber es herrscht das tropische &#8222;mit den Pelikanen ins Bett und mit ihnen auch wieder raus&#8220;-Prinzip. Jedenfalls scheint die Sonne, wir liegen vor dem friedlichen kleinen \u00d6rtchen El Gran Roque, ddie Pelikane platschen tats\u00e4chlich schon wieder im Sturzflug ins Wasser. \u00dcbrigens hat ein auftauchender Pelikan gern eine M\u00fctze auf dem Kopf. Eine M\u00f6wen- oder Seeschwalbenm\u00fctze. Ich stell&#8217;s mir so vor: ein Pelikan kann einfach den Riesenschnabel nicht voll genug kriegen, da verliert vogel beim Auftauchen gern was, und so kann ein ausreichend fauler kleiner Seevogel mit ziemlicher Sicherheit etwas abstauben&#8230; Immer einen Lacher wert!<\/p>\n<p>Als wir ankamen &#8211; nach der ersten durchwachten Nacht wie immer ein bisschen m\u00fcde &#8211; sah ich Folgendes: eine karge Insel inmitten einer in allen Blau- und Gr\u00fcnt\u00f6nen schillernden Wasserwelt, auf den Bergen ein paar Funkmasten , ein alter, imposanter Leuchtturm, viele offene Fischerboote am wei\u00dfen Strand, kleine, einst\u00f6ckige H\u00e4uschen unter Palmen, mit Dachterasse oder ohne, viel blau-wei\u00df, gr\u00fcn, wasserfarben eben, oder kleine Nutzbauten aus Beton. Ein bisschen wie Griechenland, dachte ich. Von der SOLEIL, mit der wir zusammen eingelaufen waren, kam aber bald die Frage, ob man vielleicht schnell gemeinsam einchecken k\u00f6nne &#8222;&#8230; so prickelnd finden wir das nicht hier! Wir k\u00f6nnten eigentlich gleich heute noch weiter&#8230;&#8220;. Hm, ja, wir sind wohl von 11 Tagen &#8222;Robinson&#8220; (naja &#8211; 5 Boote und Robinson?!) auf Blanquilla etwas verw\u00f6hnt &#8211; ich find&#8217;s aber doch auch ganz sch\u00f6n, mal eine venezolanische Fischersiedlung auf einer Hochseeinsel zu begucken, noch dazu eine, die mitten in einem marinen Nationalpark liegt. Gesagt, getan und eingecheckt. Und da wir 4 Stationen abzuklappern haben &#8211; Guarda Costa, Guardia Nacional, Inparques und Autoridad Unica Los Roques &#8211; zieht sie sich ein bisschen, die Expedition \u00fcber die sandigen Wege, vom West- ans Ostende des Dorfes; wir gucken in beschauliche Innenh\u00f6fe von Pensionen, passieren die Schule, wo vor der T\u00fcr Ball gespielt wird und plumpsen an der baumbestandenen Plaza f\u00fcr ein k\u00fchles Getr\u00e4nk auf die St\u00fchle einer Kneipe. Den von uns so geliebten Saft gibt es nicht, das hat seinen Grund: seit einigen Tagen ist das Versorgerboot \u00fcberf\u00e4llig, das mit dem Obst und den Gem\u00fcsen. Der Kneipenwirt preist seine Pizzen &#8222;&#8230; kreative K\u00fcche!&#8220;, mit dem halt, was noch \u00fcbrig ist. Der Supermarkt hat vorsichtshalber geschlossen. Wegen &#8222;no hay!&#8220; &#8211; gibt&#8217;s nicht. Aber morgen, morgen kommt das Boot bestimmt! Das alles tr\u00fcbt nicht den Eindruck vom Ortskern: wirklich h\u00fcbsch, sauber, farbenfroh. Die Soleils sind bes\u00e4nftigt &#8211; und bleiben.<\/p>\n<p>Obwohl wir noch nichts Versorgerbootm\u00e4\u00dfiges gesehen haben, machen wir am Folgetag einen neuerlichen Ausflug in die &#8222;Stadt&#8220;. Da kommen \u00fcbrigens auf 900 feste Einwohner 60 &#8222;Posadas&#8220;, Pensionen oder Kleinhotels, und w\u00e4hrend am Tag &#8222;Venezuela&#8220; vorherrscht, sieht man ab dem sp\u00e4ten Nachmittag entsprechend viele vorwiegend europ\u00e4isch ausschauende Touristen von Tauchbooten und Ausflugskatamaranen springen, diemden Tag in der umgebenden Inselwelt verbracht haben. Am Abend entfaltet sich dann ein sehr dezentes Touristengesch\u00e4ft in ein paar kleinen Strandrestaurants und Bars, ohne allerdings allzu sehr zu l\u00e4rmen, und gegen 8 werden die sandigen B\u00fcrgersteige auch schon wieder hochgeklappt. Wenn an den Wochenenden die Leute aus Caracas einfallen, wird das wohl ein bisschen anders, lauter, venezolanischer, das kennen wir ja aus Porlamar und anderswo&#8230;<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Dorfspaziergang &#8211; nat\u00fcrlich, kein Obst, kein Gem\u00fcse. Wir sind ja mit 5 M\u00f6hren, 2 Gurken, einer Handvoll gr\u00fcner Mangos sowie den verbliebenen 1 1\/2 Kohlk\u00f6pfen noch vergleichsweise gl\u00fccklich dran, aber SOLEIL richtet sich auf ein paar Wochen Dosenfutter ein. Sauerkraut, Tomatensalat aus der Dose und so; daf\u00fcr gibt es von den Fischern f\u00fcr &#8211; ja, eben keinen Appel! &#8211; und ein Ei einen riesigen Red Snapper. Insgesamt herrscht Zufriedenheit, mehr noch: Heidi strahlt! &#8222;Nix erwartet von der Insel, und so viel entdeckt! Das macht mich immer ganz gl\u00fccklich!&#8220; Uns auch. Andreas und ich gucken in die offenen Schult\u00fcren, viele selbstgemachte Poster, von &#8222;Geburtstag des Monats&#8220; bis &#8222;Simon Bolivar&#8220;, volle B\u00fccherregale an den W\u00e4nden, und alle Klassen sind mit mehr oder weniger alten Computern best\u00fcckt. Kaum werden die Sch\u00fcler unserer ansichtig, bricht der Faxenmacher-Tumult los. Nicht f\u00fcr lange &#8211; auf ein unh\u00f6rbares Kommando legen pl\u00f6tzlich alle die K\u00f6pfe auf die Tische, und es herrscht RUHE! Nur ein M\u00e4dchen linst mich ein\u00e4ugig durch ihr Geodreieck an und lacht. Gymnasialklassen scheint es auch zu geben &#8211; und gleich daneben?! Informacion steht \u00fcber der offenen T\u00fcr, bestimmt ein ehemaliger Pausenraum. An der Wand reihen sich feinste Laptops; das Schul-Internetcaf\u00e9. Die diensthabende Lehrerin l\u00e4dt uns zu einer Runde Surfen ein, wir lassen uns nicht lange bitten, denn unsere Mails haben wir zuletzt vor mehr als 2 Wochen gecheckt (wie soll das blo\u00df werden, wenn wir erst im Pazifik sind?!). Der Postkasten ist voll! Und so viel sch\u00f6ne Post! Rike, Iris, Hellmut. Dem kleinen Piet geht es gut, toll, und die Bilder sind zum Knuddeln, Ihr M\u00fcllers! Die Klimas, &#8222;on the Kim&#8220;, Unisono, 2 mal Post aus der &#8222;Vergangenheit&#8220; &#8211; und der Hammer ist Beate; eine Mail auf die Roques, nach 40 Jahren&#8230; Wir freuen uns ein Bein ab und lesen und lesen. Danke, liebe Absender &#8211; wir melden uns aus Bonaire, sobald wir wieder online sind. Und danke nat\u00fcrlich an den Spender des Internetcaf\u00e9s, der uns auch noch kostenfrei surfen lie\u00df. Na, wer wohl. H\u00e4ngt an der Wand und guckt zufrieden und stolz auf uns gl\u00fcckliche Touristen hinab. El Commandante, el senor Presidente. Hugo, nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Der allerdings hat uns heute auch die Guarda Costa geschickt, die ein paar Bootsl\u00e4ngen hinter uns liegt, und die doch einem on-dit zufolge gar keine Boote hat, um Kontrollen zu fahren. Zu dumm &#8211; wir sind, im Gegensatz zur SOLEIL, im Transit nach Bonaire hier, und unsere 48 Stunden laufen am Nachmittag ab. Wir m\u00fcssen weiter, und eigentlich wollten wir noch ein bisschen genie\u00dfen und durchs t\u00fcrkisfarbene Inselparadies bummeln. Es kann halt nicht immer nur gl\u00fcckliche Momente geben &#8211; spannende geh\u00f6ren auch dazu Mal gucken, wie es weitergeht, ob und wo wir uns verstecken k\u00f6nnen. Die Positionsreporte werden es Euch berichten. Oder der n\u00e4chste Blogeintrag. Bis dann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El Gran Roque \/ Venezuela, 22.10.2009 6 Uhr morgens. Tock-tock-tock &#8211; es klopft. 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