{"id":858,"date":"2009-12-11T15:25:00","date_gmt":"2009-12-11T14:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/12\/11\/durchs-dicke-ende\/"},"modified":"2009-12-11T15:25:00","modified_gmt":"2009-12-11T14:25:00","slug":"durchs-dicke-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/12\/11\/durchs-dicke-ende\/","title":{"rendered":"&#8230; durch&#8217;s dicke Ende"},"content":{"rendered":"<p>Punta Hermosa \/ Kolumbien, 11.12.2009<\/p>\n<p>50 Meilen sind es noch bis Cartagena, wir liegen vor Anker in der &#8222;Bucht&#8220; von Punta Hermosa, die tats\u00e4chlich eine Bucht, aber auf keiner Seekarte so eingezeichnet ist; ich denke, es muss interessant sein, Google-Earth zu konsultieren, darum die Koordinaten: 10 Grad 56,9 Nord, 75 Grad, 02 West. Der Rio Magdalena schaufelt seine Sedimente hier herunter, und so \u00e4ndert sich der K\u00fcstenverlauf fortw\u00e4hrend, das &#8222;schlierige&#8220; Bild zeigt es. Spannende Einfahrt, vor allem, wenn man im Dunst  &#8222;das Haus auf dem roten Kliff&#8220; sucht (Haus?? Kliff?? &#8230;rot???), aber wir hatten uns bis zur Oberkante Unterkiefer mit Wegpunkten eingedeckt, die letzten aus dem Oktober diesen Jahres (danke, GERMANIA und KIRA!), und so schnell schaufelt auch der Rio Magdalena nicht.<br \/>\nDa sind wir also, in Kolumbien. Wie hatten Vreni und Hans-Ruedi gesagt?! &#8222;&#8230; und die Strecke nach Cartagena, naja, da muss man dann irgendwann durch&#8230;&#8220; So wollten wir es tun, so geschah&#8217;s. Es war eine leichte Reise, unter dem Strich (und eine ohne Vomex A-Bedarf, vielleicht sollte ich das immer hier ank\u00fcndigen?!). Einen kleinen Sch\u00f6nheitsfehler hatte die Entscheidung, nicht auf den Monjes zu stoppen: wir waren damit 15 Stunden vor unserem Plan, und alle interessanten Punkte, Punta Gallinas, Cabo de la Vela und vor allem alle Schlupfl\u00f6cher passierten wir bei Nacht, einzig Gaira\/Rodadero h\u00e4tten wir nachts ansteuern m\u00f6gen. Aber der Sch\u00f6nheitsfehler hatte auch sein Gutes: wir waren fr\u00fcher als geplant, und erst in der letzten Nacht, als wir uns querab von den Ancones befanden, kam das etwas dickere Ende. Ich hatte mich bei moderatem Wind um 1 Uhr hingelegt; zum Abend hatten wir der ge\u00e4nderten Windrichtung wegen von &#8222;Schmetterling&#8220; (= Gro\u00df mit ausgebaumter Fock) auf die klassische Passatbesegelung mit zwei Vorsegeln  umgebaut, als mich Andreas um 3:15 weckt: &#8222;&#8230; ich w\u00fcrde gern die Genua wegnehmen, komm&#8216; mal rauf!&#8220;. Mir fliegen die Ohren weg! AKKA saust mit 9, 10 Knoten durch die Nacht, eine ordentliche Welle l\u00e4uft hinter uns her. 30 Knoten bl\u00e4st es locker, also weg mit der Segelfl\u00e4che. So gondeln (!) wir leicht asymmetrisch getrimmt weiter, 2, 3 mal m\u00fcssen wir dem Windpiloten auf die Kurs-Spr\u00fcnge helfen (und arbeiten nun gedanklich an einer besser ausbalancierten Reffvariante). Ich kann danach nicht mehr einschlafen, obwohl die Bedingungen sich gut anf\u00fchlen &#8211; man wei\u00df einfach nicht, ob es noch mehr aufdreht, wenn auch die GribFiles nichts Entsprechendes verk\u00fcnden. So gibt es dann eine Premiere: Nach dem Wachwechsel um 4 legt sich Andreas auf die Ruderbank statt in die Koje, und wir k\u00f6nnen gemeinsam zwischen 6 und 7 einen bemerkenswerten Tagesanbruch beobachten. Es wird hell, aber mehr auch nicht. Komisch, wo bleibt die Sonne?! Die steckt hinter einer betonartigen Dunstwand, die gegen 7 Uhr kurz aufrei\u00dft und eine merkw\u00fcrdige Wolkenformation freimacht , seltsam scharf geschnitten. Und dann &#8222;&#8230; jetzt kommt sie!&#8220; Ein scharfer orangefarbiger Rand \u00fcber den &#8222;Wolken&#8220; &#8211; &#8222;betonartig&#8220; war nur nahe dran, das ist STEIN! Wir sehen durch ein Wolkenfenster einen sensationellen Sonnenaufgang \u00fcber der Sierra Nevada de Santa Marta. Der Blick auf den Pico Cristobal Colon entgeht uns zwar, aber wissen wir zumindest, was uns in den Ancones  entgangen ist: ein Fast-6000er mit &#8222;Schneem\u00fctze&#8220; in den Tropen, zu bewundern aus Fjorden mit norwegischer Anmutung. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben, und dieser Sonnenaufgang war schon Geschenk genug. Kurz danach verschwindet alles wieder im Dunst. M\u00fchsam klappen wir die Unterkiefer wieder hoch&#8230;<br \/>\nUm 10 Uhr morgens n\u00e4hern wir uns der M\u00fcndung des Rio Magdalena, ein echter Schweinefluss, wir sind vor einer hohen (ham wir doch schon!) steilen Welle gewarnt waren, erdbraunes Wasser, Baumst\u00e4mme, Schiffsverkehr hinein und heraus&#8230; Noch ist &#8211; bis auf den Verkehr &#8211; nichts zu merken, Andreas m\u00f6chte Segel umbauen, ich meine, wir verschieben das lieber auf sp\u00e4ter. Hm, das Wasser wird br\u00e4unlich, die Welle nimmt ab, dass KEINE Baumst\u00e4mme umher schwimmen sieht man sehr gut; wir sind 5 Meilen drau\u00dfen, hier schiebt der Fluss den Seegang eher glatt! Sehr nett, und schon bald sind wir durch. Den Ausbaumer an der Fock abgebaut, Schoten eingestellt, ein bisschen Gro\u00dfsegel dazu, und raumschots Richtung Punta Hermosa. <\/p>\n<p>Das war&#8217;s! Der Sch\u00f6nheitsfehler in unserer Planung  war ein g\u00fcnstiger &#8211; in jedem Fall h\u00e4tten wir l\u00e4nger von Wind und Welle gehabt, wenn wir die ganzen Sehenw\u00fcrdigkeiten abgepasst h\u00e4tten. Quatsch &#8211; dann s\u00e4\u00dfen wir wohl jetzt ziemlich aus der Puste in einer der &#8222;Five Bays&#8220;, den sch\u00f6nen Ancones. Und warteten: Heute fr\u00fch sagt Chris Parker auf seinem Karibik-Wetternetz Winde in Sturmst\u00e4rke voraus, bis Mitte n\u00e4chster Woche. Das ist hier nicht un\u00fcblich, und nun wissen wir, was der Satz bedeutet, den wir seit Monaten aus den Vorhersagen kennen: &#8222;&#8230; 10-15 knots, EXCEPT THE COAST OF COLOMBIA&#8230;&#8220;  Wohl wahr, hier bl\u00e4st es ganz au\u00dferordentlich. Jetzt auch &#8211; aber wir h\u00e4tten ein deutlich dickeres Ende erwischen k\u00f6nnen. Morgen mogeln wir uns an der K\u00fcste entlang nach Cartagena. Soll sch\u00f6n sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Punta Hermosa \/ Kolumbien, 11.12.2009 50 Meilen sind es noch bis Cartagena, wir liegen vor Anker in der &#8222;Bucht&#8220; von Punta Hermosa, die tats\u00e4chlich eine Bucht, aber auf keiner Seekarte so eingezeichnet ist; ich denke, es muss interessant sein, Google-Earth &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/12\/11\/durchs-dicke-ende\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-dQ","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/858"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=858"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/858\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}