{"id":859,"date":"2009-12-16T16:57:20","date_gmt":"2009-12-16T15:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/?p=859"},"modified":"2009-12-20T07:54:22","modified_gmt":"2009-12-20T06:54:22","slug":"akka-aleman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/12\/16\/akka-aleman\/","title":{"rendered":"AKKA ALEMAN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Cartagena de Indias, 16.12.2009<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &#8222;AKKA ALEMAN&#8220;&#8230; Wir h\u00f6rten es schon von Weitem, als wir noch Meilen drau\u00dfen waren: Manfred, unser Agent, versuchte uns zu rufen, und wir kriegten eine Funkgespr\u00e4chsverwirrung mit, zu der wir mangels guter Verbindung t\u00fcchtig beitrugen. Wir hatten ja keine Ahnung: Andi (&#8222;Andrea&#8220;) und Rob und ihre AKKA aus den USA liegen in Cartagena, und die wieder haben vor ein paar Tagen die &#8222;Washington-AKKA&#8220; in die San Blas-Inseln verabschiedet. Wir waren kaum fest, als wir h\u00f6rten: &#8222;AKKA, AKKA for the other AKKA&#8220;. Das ist die Sprachregelung f\u00fcr 2 AKKAs im Funkbereich; wie das dann wird, wenn wir demn\u00e4chst zu dritt auf den Inseln zusammentreffen, scheint zumindest f\u00fcr uns geregelt, denn wir sind fortan &#8222;AKKA ALEMAN&#8220;. Unsere alte Dame tr\u00e4gt&#8217;s mit W\u00fcrde, und mit Andi l\u00e4sst sich trefflich \u00fcber Selma Lagerl\u00f6f schwadronieren. \u00dcberhaupt sind die beiden (&#8222;the true AKKA&#8220;, wie wir auch schon h\u00f6rten) nette Leute und das Loch, das sie schon morgen im (amerikanischen) Feld hinterlassen werden, k\u00f6nnen wir nicht stopfen. Wie das halt in US-lastigen Ankerfeldern so ist; alles ist organisiert, Mexican Train Dominoes, Bridge, X-Mas Ball. Potluck, Happy Hour, Flohmarkt. Chiva-Bus-Tour, New years Eve, Zahnarzttipps&#8230; Sie sind einfach anders, unsere amerikanischen Kollegen, und da die Liebe zu Hugo C (und umgekehrt) nicht sonderlich gro\u00df ist, knubbeln sie sich nun alle in Kolumbien. So richtig nerven tut es nur zur Funknetzzeit am Morgen, wenn Mrs. &#8222;Cabaret&#8220; ihr &#8222;Ca-haaa-aaaa-baaa-rrrr-eeeeei&#8220; losl\u00e4sst. Was f\u00fcr ein Trubel. Wenn man von See kommt und als erstes ein quietschiges &#8222;&#8230; there is a kite surfer in the field and HE IS CHECKING OUT THE BOAAATS!&#8220; h\u00f6rt &#8211; DAS ist Kulturschock. Die lustige Variante.<\/p>\n<p>Mehr Kultur, weniger Schock ist die Ann\u00e4herung an die Stadt Cartagena de Indias: Spanische Kolonialgeschichte in Kieferklemmen-Qualit\u00e4t. Schon mit der Anreise f\u00e4ngt es an: Man steuert einen Wegpunkt an, damit man die beiden (hoffentlich gerade mal dort liegenden) Einfahrtbojen sehen kann. Das tut not, denn w\u00e4hrend die gro\u00dfen P\u00f6tte sich zwischen Inselchen durch die Boca Chica quetschen, fahren die Segler in der so genannten &#8222;Boca Grande&#8220; \u00fcber eine Mauer, von den Spaniern zwischen zwei Inseln zur Abwehr fremder Schiffe errichtet; 17 m breit, mit einer ganz kleinen L\u00fccke f\u00fcr die Kleinschiffahrt. Navigatorische Sorgfalt tut not, im besten Fall hat man in der L\u00fccke 3 m Wassertiefe. THE ROAD hat es in der Nacht probiert und nicht ganz getroffen, Papagei Rubbish \u00fcbt jetzt das Ger\u00e4usch eines brechenden Ruderblattes, aber wir kamen gut durch&#8217;s Loch. Admiral Vernon war 1741 auch ziemlich erfolgreich, obwohl der durch die Boca Chica eindrang, vorbei an vielen kleinen Forts, ein echtes Kunstst\u00fcck, im zweiten Versuch mit 187 Schiffen, 30.000 Engl\u00e4ndern (drei\u00dfigtausend! Wo er die wohl aufgesammelt hat?!) und viel Artillerie. &#8222;Ziemlich&#8220; erfolgreich, bis auf die Tatsache, dass er sich nach 56 Tagen Belagerung des Forts San Felipe dann doch dessen Befaehlshaber geschlagen geben musste, einem Mann, den ich mir zu meinem pers\u00f6nlichen Cartagena-Helden erkoren habe. Blas de Lezo, der Mann mit der 18-Pf\u00fcnder-Kanone, und auch sonst nicht viel zu verlieren. Zu Beginn der Belagerung hatte er sowieso nur noch ein Auge. Und ein Bein. Naja, und einen Arm&#8230;<br \/>\nGestern waren wir zum zweiten Mal auf den Spuren der alten Kolonialzeiten unterwegs, womit wir hier noch viele Tage verbringen k\u00f6nnen. Bis an die letzte K\u00fcstenecke befestigt &#8211; so massiv wie wir es noch nie gesehen haben! &#8211; und bis an den letzten Zahn bewaffnet gab sich Cartagena zu den Hochzeiten der kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Engl\u00e4nder und Franzosen h\u00e4tten so gern teilgehabt am Reichtum der Spanier, die von hier aus die Sch\u00e4tze der Anden nach Hause verschifften, und England lie\u00df sich darum zun\u00e4chst mal den Trick mit der Piraterie einfallen: Sie nahmen, nachdem sie mit der Marine nicht erfolgreich waren, den Piraten um den sp\u00e4teren &#8222;Sir&#8220; Francis Drake in die Pflicht und\u00a0 legalisierten ihre Unternehmungen, aber auch die konnten nichts daran \u00e4ndern, dass Cartagena der gr\u00f6\u00dfte Hafen der spanischen Kolonien war und blieb; so massiv war die Befestigung, dass Admiral Vernon schlicht aufgab, nachdem seine Offiziere nach dem dritten Anlauf die Anlage besuchen und die Kampfbereitschaft der Spanier bewundern durften. Gegen die Spanier wandte sich das Blatt erst mit dem Herrn Bolivar, der hat es dann endg\u00fcltig geschafft, aber das ist eine andere Geschichte. Demn\u00e4chst zu h\u00f6ren von der &#8222;anderen&#8220; AKKA&#8230;\u00a0 AKKA ALEMAN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cartagena de Indias, 16.12.2009 Die &#8222;AKKA ALEMAN&#8220;&#8230; Wir h\u00f6rten es schon von Weitem, als wir noch Meilen drau\u00dfen waren: Manfred, unser Agent, versuchte uns zu rufen, und wir kriegten eine Funkgespr\u00e4chsverwirrung mit, zu der wir mangels guter Verbindung t\u00fcchtig beitrugen. &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2009\/12\/16\/akka-aleman\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-dR","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/859"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=859"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/859\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":862,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/859\/revisions\/862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}