{"id":878,"date":"2010-01-21T17:54:00","date_gmt":"2010-01-21T16:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2010\/01\/21\/secretos-del-mar\/"},"modified":"2010-01-21T17:54:00","modified_gmt":"2010-01-21T16:54:00","slug":"secretos-del-mar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2010\/01\/21\/secretos-del-mar\/","title":{"rendered":"Secretos del Mar"},"content":{"rendered":"<p>Isla Pinos, Kuna Yala\/Panama, 21.1.2010<\/p>\n<p>Secretos del Mar &#8211; das stand auf einem verfallenden, gro\u00dfen Fischerboot am Ufer der Insel Tintipan in den Islas San Bernardo, unserem letzten Ankerplatz in Kolumbien. So richtig viele &#8222;Geheimnisse des Meeres&#8220; haben wir dort nicht l\u00fcften k\u00f6nnen, obwohl sich eine ganze Reihe von Fragen stellten.  Unbewohnt hatte der Segelf\u00fchrer gesagt. Nun ja, zur Zeit zumindest. Man fragt sich aber, wem all die pr\u00e4chtigen nicht bewohnten H\u00e4user geh\u00f6ren, die sich nach skandinavischer Ferienhausmanier im dichten Palmen- und Mangrovenbewuchs verstecken, alle paar hundert Meter eines. Oder auch, wem die verfallenden Anwesen geh\u00f6rt haben m\u00f6gen, die sich dazwischen mogelten. Die Fischer der Umgegend kommen zwar offensichtlich zum Wasserholen her\u00fcber auf&#8217;s dicht bewachsene Tintipan, aber leben tun sie auf einem kahlen Felsen eine Meile vor der Insel. 40, 50 armselige Fischerh\u00fctten dr\u00e4ngen sich dort. Dagegen hat jedes Haus auf Tintipan einen eigenen Anleger, meist pr\u00e4chtig auf Stelzen ins Wasser gesetzt, und auf dem Stegkopf schwebt ein offener doppelst\u00f6ckiger &#8222;Empfangspavillon&#8220; &#8211; unter dessen Palmblattdach immer eine H\u00e4ngematte schaukelt, und darin der W\u00e4chter. Keine Chance zum Landgang f\u00fcr neugierige Segler&#8230; Der Betreiber der Tauchstation erz\u00e4hlt uns ein bisschen. &#8222;Reiche Leute aus dem Inland&#8230; Bogot\u00e1, Medell\u00edn&#8230;&#8220; Hmh. Feriendomizile f\u00fcr kolumbianische Farmer mit der einen, ganz speziellen Ernte?!  Der freundliche Fischer, dem das Benzin ausgeht, fragt jedenfalls nicht einen der &#8222;Hausmeister&#8220;, sondern kommt zu uns und bittet um ein Sch\u00e4lchen Sprit. Wir umrunden die Insel im Dinghy, tuckern durch die gro\u00dfe Lagune und suchen uns einen Alterswohnsitz aus. Wei\u00df-blau, ein bisschen griechisch-kubisch, das gef\u00e4llt uns am besten. Wenn nur diese vielleicht fragw\u00fcrdigen Nachbarn nicht w\u00e4ren, die es etwas protziger m\u00f6gen. Andererseits: es muss das ganze Jahr ziemlich ruhig sein, nur zu den Festtagen, da wird hier der Teufel los sein.  <\/p>\n<p>Und nun? Kontrastprogramm Panama! Nicht Panama = Kanal, sondern &#8222;Kuna Yala&#8220;, eine sehr autonome Provinz, fast g\u00e4nzlich unter Eigenverwaltung der indigenen Bev\u00f6lkerung. Wir sind bei den Kuna-Indianern gelandet, wo M\u00e4nner nach der Heirat ihre Machete nehmen und ins Geh\u00f6ft der Ehefrau ziehen, wo ein &#8222;congreso&#8220; t\u00e4gliche Ratssitzung h\u00e4lt, und, wenn es sein muss, auch zu Gericht sitzt. Strandgut aufzusammeln w\u00e4re ein Vergehen, selbst eine angeschwemmte Kokosnuss ist Gemeingut. Jede Einbaumfahrt vom Dorf zu den Feldern oder zu den Fischgr\u00fcnden wird notiert &#8211; und, im Erfolgsfall, besteuert, der &#8222;segretario&#8220; sitzt auf dem Dorfanleger. Ehen ausserhalb der Kunas? Bedeuten den Ausschluss aus der Gemeinschaft. Palmblattgedeckte H\u00fctten mit gestampftem Lehmboden, der erste Einbaum, der zu uns kam, hatte zwar einen Au\u00dfenborder &#8211; der &#8222;Gesandte&#8220; des Sahila, des Dorf\u00e4ltesten, der seinen Obulus von uns forderte (nat\u00fcrlich mit offizieller Quittung!) &#8211; aber die anderen Einb\u00e4ume werden gepaddelt, ordnungsgem\u00e4\u00df nach Kanadierart. AKKA liegt vor der Insel Pinos oder besser &#8222;Tupbak&#8220;, Walinsel, deren Spitze (150 m) wir gestern schon erklommen haben; im Dorf Mamimulu haben wir in indianische Geh\u00f6fte geblickt und erste vorsichtige Tuchf\u00fchlung aufgenommen . Das zivilisierte Ende dieses Ankerplatzes ist mal wieder die kleine Seglergemeinde; uff &#8211; 10 Boote, es ist unglaublich, als wir ankamen waren es noch 4&#8230; Dazu traf gestern traf noch eine amerikanische Ketsch ein, voller Rucksackreisender &#8211; Segeln ist die einzige Alternative f\u00fcr Backpacker, die aus Zentralamerika nach S\u00fcdamerika gelangen wollen, oder umgekehrt, wenn man denn nicht fliegen will. Dennoch ist es sch\u00f6n, und noch faszinierender als die kleine Insel Pinos ist f\u00fcr uns die gegen\u00fcberliegende Seite:  man kann stundenlang dort hin\u00fcber starren, dahin, wo sich graue Regenwolken und Dunstschleier \u00fcber H\u00fcgel- und Bergketten stauen.  Der Darien &#8211; das unwegsame Urwaldgel\u00e4nde, das Panama und Kolumbien verbindet, Heimat f\u00fcr die Kunas (und f\u00fcr die FARC-Guerilla, auf der kolumbianischen Seite!). Dies ist die Gegend, wo die ber\u00fchmte &#8222;Traumstra\u00dfe der Welt&#8220;, die Panamericana, eine kurze Unterbrechung erf\u00e4hrt. Noch ein &#8222;secreto del mar&#8220;, oder, sehr frei nach Janosch: SEHR geheimnisvolles Panama!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Isla Pinos, Kuna Yala\/Panama, 21.1.2010 Secretos del Mar &#8211; das stand auf einem verfallenden, gro\u00dfen Fischerboot am Ufer der Insel Tintipan in den Islas San Bernardo, unserem letzten Ankerplatz in Kolumbien. So richtig viele &#8222;Geheimnisse des Meeres&#8220; haben wir dort &hellip; <a href=\"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2010\/01\/21\/secretos-del-mar\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":"","jetpack_publicize_message":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9lYZL-ea","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/878"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/878\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}