{"id":990,"date":"2010-07-31T22:24:00","date_gmt":"2010-07-31T22:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2010\/07\/31\/poe-ite-ite\/"},"modified":"2010-07-31T22:24:00","modified_gmt":"2010-07-31T22:24:00","slug":"poe-ite-ite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-akka.de\/wordpress\/2010\/07\/31\/poe-ite-ite\/","title":{"rendered":"Poe Ite Ite &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Fakarava, 30.7.2010<\/p>\n<p>Tetamanu, das ist das Inselchen am S\u00fcdpass von Fakarava und der fr\u00fchere Hauptort des Atolls, das \u00fcbrigens mal &#8222;Wittgenstein&#8220; hie\u00df, der baltische Entdecker Fabian von Bellingshausen wollte es so.  Mittlerweile sind im Dorf nur noch 2 bewohnte H\u00e4user zu sehen, an gras\u00fcberwachsenen breiten Wegen aus alten Zeiten; eine Kirche und der Friedhof, ein paar Steinhausruinen, alles verstreut unter Kokospalmen. Als es auf der Insel zu eng wurde, zog die ganze Bev\u00f6lkerung 30 Meilen nach Norden, nach Rotoava am anderen Atollende, und hier kehrte die Ruhe ein, die wir jetzt genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wir waren &#8222;Drift-Schnorcheln&#8220;, zum wiederholten Mal, das Dinghy an der langen Leine und haben uns mit der Flut an der Riffkante entlang zur\u00fcck ins Atoll tragen lassen, angefangen im Tiefblauen, wo man unter sich die Ammenhaie auf dem Grund schlummern sieht, ab und zu zieht auch ein grauer Riffhai dort unten vorbei. Wo es heller und gr\u00fcner wird, steht ein freundlicher Riese, der gro\u00dfe Napoleon, der uns mit seinen dicken Lippen (drum ist es ja auch ein Lippfisch!) anl\u00e4chelt; t\u00e4glich neu eine Sensation. Trompetenfische &#8211; eher unscheinbar oder knallig gelb. K\u00f6nigsblaue Schw\u00e4rme von kleinen Riffbarschen. Eine Putzstation von Putzerlippfischen. Und \u00fcberall Langnasen-Doktorfische, mit &#8222;Nasen&#8220; in allen vorstellbaren L\u00e4ngen &#8211; die Alten kann man gut erkennen, dann werden H\u00f6cker auf dem Oberkopf so lang, dass das Abweiden von Algenrasen leider nicht mehr m\u00f6glich ist; ein Di\u00e4twechsel muss sein: wir stellen um auf Plankton! Eine gro\u00dfe Mur\u00e4ne, f\u00fcr die ich mir eigens nochmal die Kamera hatte reichen lassen, wird nicht abgelichtet. Ich gestehe, so gro\u00df, so ein zahnbewehrtes Maul in Greifdistanz und dieser unverwandte Blick  &#8211; ich mochte einfach die Hand mit der Kamera nicht ausstrecken. Feigling!<\/p>\n<p>Zum Schluss binden wir das Dinghy am Steg von TETAMANU Diving an. Glasklares, kn\u00f6cheltiefes Wasser &#8211; so klar, dass es mir scheint, als fl\u00f6ge ein kleiner, knallig blauer Papageienfisch \u00fcber trockenen Sand; da wo es wadentief ist, dreht ein Schwarzspitzenhai seine Runden &#8211; ich bin gerade an ihm vorbeigeschwommen, ein bisschen neugierig ist der Kerl, aber freundlich. Ein Bohlensteg, unter dem die Flut ins Atoll hereindr\u00fcckt, f\u00fchrt zum Restaurant- und Kochhaus, das auf Stelzen im Wasser steht.<br \/>\nJemand schl\u00e4gt eine kleine Schiffsglocke an &#8211; Zeit f\u00fcr&#8217;s Mittagessen f\u00fcr die Taucher, und da heute nur ein Gast da ist &#8211; die anderen sind vor ein paar Stunden zum Flughafen abgereist &#8211; d\u00fcrfen wir uns als Mitesser an den langen Tisch der Tauchbasis setzen, unter&#8217;s Palmblatt-Dach. Aus einem Lautsprecher dudelt S\u00fcdseemusik; die gibt es abends sicher auch life, denn auf einem der Sofas lehnen drei Ukulelen. An die Dachst\u00fctzen ist eine besondere Art der Pflanzendeko gebunden, Palmsch\u00f6sslinge &#8222;natur&#8220;, direkt aus der Kokosnuss, die man schlicht auf die Bodenbretter gelegt hat, und zwischen den Bohlen blitzt die blaue Tiefe herauf, mit all den blauen und violetten und cremefarbenen Korallen und dem ganzen bunten Fischreichtum, inklusive Schwarzspitzenhaien und anderen, die sich schon auf Fischgr\u00e4ten vom Mittagstisch freuen.<br \/>\nDass Annabelle heute selbst kochen w\u00fcrde, hatte sie uns schon verraten. Hausmannskost &#8211; sind ja keine G\u00e4ste da, nur die Handvoll Mitarbeiter der Station. &#8222;Pure motu&#8220;, sagt sie, die wie ihr Mann Sane von einer der Nachbarinseln im Atoll kommt, &#8222;&#8230; vom n\u00e4chsten Motu&#8230; &#8220; wie sie sagt, und rattert los in ihrem schnellen, polynesisch gef\u00e4rbten Franz\u00f6sisch. Kokoswasser, Kokosmilch von der gr\u00fcnen Kokosnuss, Fisch &#8211; &#8222;&#8230; Kokosraspel und ein bisschen Mehl, etwas Zucker. Du formst B\u00e4llchen und kochst es in Kokosmilch &#8211; et voil\u00e0&#8230;  Zu den Kl\u00f6sschen etwas ged\u00fcnsteten Fisch, und jetzt nimmst Du etwas Salz, gie\u00dft etwas von der warmen Kokossuppe dr\u00fcber und dann&#8230;&#8220; &#8211; sie f\u00fchrt die Finger zum Mund und schl\u00fcrft. &#8222;Muss man genau so probieren, mit den Fingern &#8211; das ist poe ite ite! Pure motu&#8230;&#8220;  Verschwiegen habe ich, dass es dazu eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel &#8222;poisson cru&#8220; gibt. Roher Fisch in Zitrone und Kokosmilch eingelegt. Unser Segelf\u00fchrer sagt, dass zu viel Kokosmilch abf\u00fchrende Wirkung hat (und dass man als Antidot vielleicht eine ordentliche Portion Guaven essen soll, das stopft dagegen&#8230;)  Wir k\u00f6nnen das so nicht best\u00e4tigen &#8211; vielleicht sind wir schon dran gew\u00f6hnt. Hausmannskost \u00e0 la motu.<br \/>\nHinterher sitzt man auf den Brettern und l\u00e4sst die Beine \u00fcber diesem unbeschreiblich klaren Wasser baumeln. Unten Aquarium, am Horizont t\u00fcrkis und gr\u00fcn schillernde Untiefen, Sonne von oben. Und poe ite ite&#8230; Mehr von all dem!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakarava, 30.7.2010 Tetamanu, das ist das Inselchen am S\u00fcdpass von Fakarava und der fr\u00fchere Hauptort des Atolls, das \u00fcbrigens mal &#8222;Wittgenstein&#8220; hie\u00df, der baltische Entdecker Fabian von Bellingshausen wollte es so. 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