…. das war vielleicht ein Schreck. Unser erster, selbst gefangener Fisch! Andreas hat ihn mir eben zum Filettieren auf den Cockpittisch gelegt. Und dabei hatten wir gerade zum Fr?hst?ck, w?hrend wir La Graziosa entgegenschaukelten, erst davon gesprochen, dass wir jetzt endlich mal die Angel raushalten m?ssten. Auf dem n?chsten Trip, nach Rubicon oder Gran Canaria eben, aber nun…
Ich hatte in der Nacht, als ich mich zum Schlafen legen wollte, die Assoziation, dass es sicher bald losgeht mit diesen Tieren, die lebendig schon nach totem Fisch riechen. Fliegende Fische. Der Gedanke kam wohl nicht von ungef?hr – ein Exemplar hat den Weg an Bord gefunden, und ein kleines bisschen seiner Ausd?nstungen muss den Weg in den Salon gefunden haben; als Andreas ihn eben unter den Fendern fand, war er allerdings leider nicht mehr zu reanimieren. Ein Stockfisch quasi, Abschiedsgru? aus
Portugal. Ich ?bergebe ihn mit geb?hrender Andacht den Elementen und wende mich unserem Salat zu, letzteres hier in der Bahia del Salado nat?rlich ein Muss
. “Guck mal, unser Fisch! Da fliegt er…” Mein Eigner, der Komiker. Er flog wirklich, der Fisch: heute gro?es Stockfischessen in der M?wenkolonie!
Erstellt am Samstag 3. November 2007
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Es ist 2 Uhr, der Eigner pennt. Um meinen Hals h?ngt die 20-Minuten-Rundumblick-Stoppuhr, wenn’s klingelt krauche ich aus meinem Kuchenbudenhaus und halte die Nase mal in alle Richtungen. Nachtwache – Nachtsegeln. Ein bisschen unheimlich ist es ja, wenn so ‘ne AKKA mit 7,5 kn durch’s Finstere rennt, und sch?n ist es auch. Lanzarote ist noch 60 Meilen entfernt, der Himmel ist bedeckt, aber manchmal rei?t es auf und der eine oder andere Stern guckt durch die Wolkenl?cher, eben ist der Mond aufgegangen,
aber auch der h?lt sich heute etwas bedeckt. Bis vor 3 Stunden war die Nachtsegelei ein v?llig unbelastetes Vergn?gen. Dann kam Katrina – ha, die erste Begegnung seit 2 Tagen. Wir sind doch nicht ganz allein in diesem Universum, wer h?tte das gedacht!? Ein Frachter – passiert auf seinem Weg nach Antwerpen unser Kielwasser in 4 Meilen Abstand. Ist das wunderbar mit diesem AIS – wie lang, wie breit, wie schnell, alles schwarz auf wei? auf dem Bildschirm. … Hoffentlich verlernen wir nicht demn?chst,
wie man ein Fernglas zur Hand nimmt und Entfernungen sch?tzt, vor lauter Kartenplotter-Gestarre, denke ich noch. Na, und kaum ist Katrina durch, scheinen sie nun alle ums Eck bei den Kanaren zu kommen. Und so hat man doch mitten in der Nacht das zweifelhafte Vergn?gen, dann doch noch mit dem Fernglas im Cockpit rumzuh?pfen und zu versuchen, so eine n?chtliche Begegnung zu umgehen. Es ist ja nett, dass das AIS einem sagt, WANN es kracht, aber so richtig hilft einem dann doch nur, irgendwann die Notbremse
zu ziehen, die Kurshalterpflicht Kurshalterflicht sein zu lassen und mal zackig abzufallen. Keinen Deut hat der Kerl, der nicht mal seinen Namen im AIS verzeichnet hat, seinen Kurs ge?ndert. Als wir ihn schon am Heck passiert haben, da tritt wohl der vertr?umte Steuermann vor die Br?ckent?r und f?ngt an, mit dem Scheinwerfer rumzuleuchten, wer denn da so ein dickes Radarecho macht. Die AKKA, Du Penner! Hallberg-Rassy 42, Baujahr 1986, unter Vollzeug: gro?e Genua, Gro? und Besan. Bitte, sch?n, der
Herr! Und jetzt hau ab, ich will wieder auf Kurs. So war das vorhin…
Also, NachtWACHE macht eben doch Sinn! Darum ?bernimmt hier an Bord jetzt der Eigner. Ich wollte ihn ja noch schlafen lassen, aber nun kommt er schon raus aus der Koje. Fein. Dann kann ich ja gleich ins Vorgew?rmte kriechen! Mache ich glatt – denn was ist sch?ner als Nachtwache? N?chtliche Freiwache!
Erstellt am Samstag 3. November 2007
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