Alles wie immer

Deltaville, 28.6.2021

…ach, ist das nicht schön? Vor genau einem Monat habe ich dieses Datum geschrieben, aber danach ist die Blogenergie erlahmt. Also, auf ein Neues:

Deltaville, 28.7.2021

Der Beitragstitel besagt es schon: alles wie immer. Außer vielleicht, dass wir sehr nett in der Fishing Bay Marina am Dock liegen, gute vier Wochen nun schon – wenn es nach mir geht, dann gern noch länger, denn es gibt den Pool, die Waschmaschine, gelegentlich einen Grillabend. Kein Staub vom Schotterplatz. Der Supermarkt ist in Radelnähe… aber es geht ja nicht nach mir, sondern nach Akka, und die hat Bedürfnisse. Oder der Eigner hat Haul-Out-Bedürfnisse. Kurz: so unendlich lange werden wir hier nicht mehr schaukeln, wir werden um die Ecke ziehen und uns im Stingray Point Boatworks an Land hieven lassen. Chesapeake Boatworks, unsere alte Heimat der letzten beiden Jahre, macht zum Jahresende zu und holt darum an diesem Ort niemand mehr an Land.

Alles wie immer –  auch die Fahrt von North Carolina herauf. Nach dem schon beschriebenen Cape Fear-Aufenthalt haben wir uns an Beaufort vorbeigeschlichen – die hohe Populationsdichte am engen Ankerplatz (Vairea, Flora, Easy und andere) wollten wir nicht noch verstärken. Besuch bei Hoover und Eisenhower, den wunderbaren, etwas zickigen Katern in der Oriental Marina. Premiere: Restaurantessen im „Toucan“, das war mal nett nach längerer Zeit, so richtig mit Vorspeise und Hauptgang. Auf Terrassen schrecken uns Mit-Esser nicht mehr so sehr. Wir gucken schon mal bei Deakon am Whitaker’s Point, ob Motorhilfe in Reichweite ist, den Eigner stören die Vibrationen im Propellerwellenbereich nachhaltig (die gefühllose Schipperin sagt dazu: „…geht doch!“). Die haben aber keine Zeit, die Saison beginnt, alle wollen ins Wasser… (und 14 Tage später sehen wir im Netz, dass Deakon gerade von der in der Chesapeake Bay weit verbreiteten Firma Zimmerman übernommen wurde. Vielleicht ja auch deshalb kein Platz für uns). Das Wetter sieht für die folgenden Tage eigentlich auch mehr nach „zügige Weiterreise“ aus, also tun wir das. Zwei wunderbar ruhige Nächte am Anker folgen, vor dem Pungo/Alligator-Kanal und nach dem Überqueren des Albemarle Sound. Pünktlich zu einem angekündigten Starkwind trudeln wir in Coinjock ein und binden uns für 2 Tage an. Die Marina nimmt wegen des Windes sogar das Corona-Outdoor-Dining-Zelt weg, was des Eigners Traum vom Primerib zerplatzen lässt – in traditionell konservativen Südstaaten-Kneipen mögen wir ungern eng mit Gästen zusammensitzen, bei denen Maskenverweigerung politisches Programm ist; als Outdoor Dining hätten wir’s gern genossen. Stattdessen gibt es Radausflüge in die nähere Umgebung – ehrfurchtsvoller Blick auf Kitty Hawk zum Beispiel, wo vor 120 Jahren die Brüder Wright ihre ersten Flugversuche unternommen haben. Nächster Stopp ist schon Great Bridge, ein freies Towndock direkt am neuen Great Bridge Battlefield Museum, das wir besuchen, und das auch den Bau des Intracoastal Waterway beleuchtet. Also, die Schipperin fand’s interessant… Abends sitzen wir mit der Petronella im angrenzenden Park am Tisch und leeren gemeinsam eine Flasche Wein. Französisches Schiff, amerikanischer Eigner mit brasilianischer Frau, die aber – worauf sie eigens hinweist – wenig brasilianisch, dafür ganz schön russisch aussieht. Total interessant, auch im Hinblick auf europäische Auswanderergeschichte. Die Nazizeit, der Irrweg ihrer Großeltern und Eltern durch Russland und Deutschland, anschließend als sprachunkundige Einwanderer nach Brasilien, mit erfolgreichen Kinder, die von ganzem Herzen Brasilianer sind (minus Bolsonaro) – diese Geschichts- und Politikstunde hat richtig Spaß gemacht.  Und schon sind wir in Norfolk, unser Anker fällt nun bereits traditionell vor dem größten Marinehospital der Welt, am „Hospital Point“. Wir suchen einen Kühlaggregatspezialisten – und finden einen, der uns davon abrät, in die Mobjack Bay einzubiegen „… vor dem Severn Yacht Club ist es soo flach!“. Lieber besucht er uns in Deltaville – und plötzlich haben wir es eilig, unsere Endstation zu erreichen. Natürlich ist Grottenflaute auf dem Weg – was bedeutet, dass wir lustige Vibrationsuntersuchungen bei verschiedenen Motordrehzahlen unternehmen können, bis wir am späten Nachmittag „daheim“ ankommen. Der Besuch von Dave mit seiner Vakuumpumpe gleich am nächsten Tag bringt das alte Kühlaggregat wieder auf die Beine, einigermaßen jedenfalls (ein bisschen Gas müssen wir gelegentlich noch nachfüllen). Und mit Dave ist gut schwatzen, über alte und neue, große und kleine Segelboote und weite Reisen und gelebte Träume. Netter Typ.

Zwischenzeitlich hatten wir bereits festgestellt, dass Leihautos in diesem Jahr unerschwinglich bzw. überhaupt nicht erhältlich sind. Corona, Corona. Was tun?  Schlau machen, wie das mit dem Autokauf hier geht, die Kassiopeia hatte es uns vorgemacht, die Naja auch. Der Eigner verbringt lange Stunden im Netz und vergleicht hübsche und weniger hübsche Autos. Es gibt eine Funktion, die CarFax heißt und die Service- und Schadensgeschichte des jeweiligen Autos darstellt – sehr informativ. Unser Eindruck ist, dass der Gebrauchtautomarkt selbst ziemlich abgegrast ist und sich steigender Preise erfreut. Zunächst bekommen wir von Gary, Segelyacht (Segel-?! …seit Jahren hoch und trocken) Independence, einen schicken Chevrolet Plymouth geliehen. Sonderausstattung: Loch im Schweller. „Könnt Ihr jederzeit nehmen, Schlüssel steckt – sagt nur Bescheid. Ach ja, die Bremsen sind schwach. Klima geht nicht – und der Motor überhitzt manchmal“. Ganz unser Standard! Die erste Tour geht fast in die Hose, weil das Auto nach einem ersten Gebrauchtautostopp fürchterlich zu stottern anfängt. Wir hatten von einem „Saturn“ gehört, das ist eine nicht mehr existierende Tochterfirma von GM, das Auto steht in Gloucester Point, und bis dorthin geht noch alles glatt. Nur der Saturn springt nicht an, wie enttäuschend. Und dann stottert der Plymouth – für eine Weile, aber es hört  wundersamerweise auf (ganz wenig Gas geben hilft…), wir beschließen doch noch über den York River nach Newport News zu rollen. Während den einen die Autowahl umtreibt, muss die andere ein weiteres Kapitel in Mobiltelefonie aufmachen – T-Mobile funktionierte weder in Oriental noch in Deltaville, und wo keine Telefon- oder Datenverbindung, da auch kein Auftoppen oder Planwiederbelebung (die Text-Nachrichten dazu sind sehr kryptisch „Plan suspended…“. Siehe Blogeintrag Canaveral – Faulheit siegt zwar, zahlt sich aber langfristig nicht aus). Alles wie ich es am liebsten habe. Wir legen bei MacDoof in Newport News an, trinken einen Kaffee, toppen das Telefon auf (was nur peripher hilft, der „plan“ lässt sich nicht reaktivieren), suchen die nächsten Gebrauchtwagenhändler und… der Plymouth, mittlerweile liebevoll „das Plumeau“ genannt, stottert wieder. Nein, damit fahren wir nicht weiter, lieber das gute Auto heil nach Hause bringen. Schneller Stopp im Walmart, ob ad hoc vielleicht unsere zweite Modernaimpfung verabreicht werden kann. Kann, aber da hätten wir warten müssen, the pharmacist is out for lunch. Zurück Richtung Heimat – das Internet (guckt mal: www.vaccines.gov – PLZ eingeben und sich die Impfstoffquellen anzeigen lassen; was für Qualen hatten wir aus Deutschland gehört!) hatte uns die Rite Aid-Apotheke in Gloucester als „Moderna in stock“ ausgewiesen. Wir winken dem schwarzen Saturn zu, der brav an der Straße steht, halten noch ein-, zweimal bei Gebrauchtwagenhändlern an (ich finde ja dieses ultimative Reklame „Vet-owned“ besonders attraktiv. Nein, nicht Vet wie Tierarzt, sondern wie „Veteran“. Da will man/frau unbedingt hin… owned by Grandma? Wer will denn sowas?). Die Versuche sind nicht von Erfolg gekrönt, entweder zu teuer oder nix vorrätig. In Gloucester ein super netter Apotheker, der uns vor den „adverse reactions“ bei der zweiten Spritze warnt, weil es seine Frau für 1 1/2 Tage von den Beinen gehauen hat. Und zack! 2. Impfung. Wunderbar. Auf dem Weg heimwärts rasch noch um einen Volvo herumgeschlichen, der prima aussieht (und von dem Jochen „Arcadia“ später sagt: „… mach das nicht – kriegst Du nie wieder los, die Ersatzteile sind so teuer!“. Egal, es war sowieso niemand greifbar). In der Nacht schleicht sich das „es-haut die Apothekersfrau-von-den-Beinen“-Syndrom auch bei uns an, das Frühstück sieht uns mit Fieberthermometern im Mund, und wir können gerade noch Leinen verdoppeln und Akka in Sturmposition bringen, ehe wir in die Kojen fallen – der tropische Wirbelsturm Elsa naht von Süden und will volle Kiste über uns hinwegziehen. Mittagsschlaf und danach Nachmittagsruhe, statt Abendessen gibt es Fiebermessen und dann… kommt Elsa, wahrscheinlich jedenfalls. Wir haben sie total verpennt. Im Tran merken wir, wie Akka wackelt und wie der Regen trommelt. Fazit: Impfreaktion ist gar nicht so schlecht beim Durchzug  tropischer Wirbelstürme – selten so gut geschlafen in einer Sturmnacht. Am Freitag klemmt unsere backbordsche Vorleine als Zeichen, wie sehr Akka dran gezerrt hat, aber ansonsten ist Elsa auf dem Weg nach New York und wir auf dem Wege der Besserung. 

Samstag. Gary hat uns das Geheimnis des stotternden Motors verraten – ausmachen und wieder anmachen (und Zaubersprüche murmeln) – und er hat die Klimaanlage in Gang gesetzt. Wir fahren nach Norfolk zwecks Autokauf! Norfolk, wie Ihr wisst der Welt größte Navy Base, hat eine außerordentliche Fluktuation an Einwohnern, die alle naslang ihre alten Schrottkisten loswerden wollen, wenn die Soldaten versetzt werden. Unser Ding! Zwischendrin noch ein Stopp bei T-Mobile, damit wir wieder erreichbar sind und vor allem Daten wenigstens unterwegs saugen können. Funktioniert (ein grausamer Arbeitsplatz übrigens, laute Musik, Fernseher brüllen, die Kunden brüllen lauter. Mein japanischer Servicemann sieht schon ganz mitgenommen aus und bedauert, dass Covid ihn nicht nach Hause lässt). Wir probieren zwei Autohändler am North Military Highway, wo sonst …. Die ersten beiden Autos sind so richtig „Hinterhofverkauf“. Hm. Beim zweiten Händler sieht es schon besser aus, und es steht auch ein – etwas zu großer – Ford Explorer zur Verfügung, allerdings unter der Voraussetzung, am Montag die Reise noch einmal zu machen. Sehr umständlich – da gucken wir doch lieber noch bei Carland in Portsmouth vorbei. Bei der Vorauswahl im Netz hatten des Eigners Äuglein schon beim Anblick eines knallroten Mercury Mariner gestrahlt (auch der einen Ticken zu groß), der soll es sein. Was nicht (mehr) dort steht, ist der Mariner. Enttäuschung macht sich breit und ruft die Stimme der Vernunft ans Licht: „… was ist denn das für ein unscheinbares Auto da in der Ecke?“ Ein Subaru Forester von Anfang der 2000er. Sieht – abgesehen von der schlichten Karosse – gut aus, sauber, technisch… naja, wird schon in Ordnung sein, der Security Check ist ganz frisch, quasi ganz neuer TÜV. Klimaanlage geht nicht „… da fehlt der Keilriemen!“. Ficht uns alles nicht an. Kurz später ist die Schipperin Autobesitzerin und steuert den Forester, genannt „Förster“, zurück nach Deltaville – ganz schön anstrengend im wilden Norfolkverkehr.  Straßenverkehr in den USA fließt eigentlich meist ruhig vor sich hin, aber hier wirkt wohl das Navy-Testosteron, und die Schipperin ist vielleicht auch aus der Übung mit der Autofahrerei. Hinter dem Förster hängt das Plumeau. „Ich blinke Dich an, wenn was ist!“  Kurz hinter Williamsburg blinkt es. Was’n los? Wo fährst Du denn hin? Naja, dahin, wo die Navigationstrulla von GoogleMaps mich lockt!? Da wir beide ein Tablet auf dem Beifahrersitz stehen haben, wäre davon auszugehen, dass wir der gleichen Strecke folgen… so ist es aber nicht. Nun gut, kleiner Umweg über West Point, landschaftlich schön, gewundene Landstraßen durch Wein- und Obstbaugebiete und Wald. Und es ist sowieso ein schöner Tag, wir haben ein Auto, wir sind frisch geimpft und gut gelaunt… Das war der erste Teil dessen, was sich zur Slapsticknummer entwickeln wird.

Am Montag bereiten wir Papiere vor, ich versichere das Auto via Internet (super „smooth“), und am Dienstag machen wir uns auf den Weg, das Auto anzumelden, ein bisschen nervös, ob das alles so klappt. Jochen hatte uns geraten, sich nach Matthews zu wenden „… die haben da nix zu tun!“. Zunächst mal muss ein Termin vereinbart werden. Nach 15 Meilen kommt man in Mathews an, nur um zu erfahren, dass man mit einem „internationalen Führerschein“ zu einem Vollservice-DMV (Department of Motor Vehicles) muss, also nach Kilmarnock, 15 Meilen zurück, 12 Meilen weiter nach Norden. Wir stehen mindestens eine Stunde vor der Rapahannock-Brücke nach Kilmarnock, die wird gepönt, und mit dem berühmten „stop“ und „slow“-Schild wird die Autoschlange häppchenweise ans andere Ufer gelassen. Bis wir beim DMV sind, geht es auf 12. Eines muss man den Amerikanern lassen: „freundlich“ können sie! So werden wir freundlich beschieden, dass man extremely sorry sei, weil gerade Mittagszeit sei und nein, Termine mache man nicht hier. Wie bitte?  Nein, die macht man online! Sehr witzig, also quasi bei Akka im Cockpit, bei einem gemütliche Frühstückskaffee – aber so ein Autoausflug ist ja auch ganz schön. Im Front Porch Café in Kilmarnock klopfen wir den Anmeldetermin fest. Reichlich Alternativen hat es nicht – eine Woche später oder dann erst in weiteren 10 Tagen. Also den nächstbesten. Auf dem Weg nach Hause sagt der Eigner: ich bringe den Förster morgen zu John in die Dorfautoschmiede, der soll mal gucken, ob was dran zu machen ist. So geschieht’s. Es dauert nicht lang, bis Johns Adlatus eigens zu uns herausgefahren kommt, und er hat keine guten Nachrichten: am Förster ist allerlei marode, der Klimaanlage fehlt nicht nur der Keilriemen, sondern sie ist einfach tot, Fahrwerksteile sind falsch verbaut, irgendwo leckt’s… vor allem aber ist die Bescheinigung für den Security Check eindeutig ohne physische Kontrolle des Autos ausgestellt worden; er benutzt die Worte „fraud“ und schlimmer noch „death trap“. Slapsticknummer mit leicht unangenehmem Unterton. Der Eigner macht sich auf die Socken – John will bei Carland anrufen und den Leuten Dampf machen. Was ihm gelingt. Er droht mit der State Police, und schon ist die Sache geklärt – wir kriegen unser Geld zurück. Mein schöner Förster! Zurück auf Anfang… Die Nacht ist unruhig, irgendwie ist das Zutrauen zu dem Händler dahin, das macht einen paranoid. Was, wenn die uns jetzt das Geld nicht geben wollen oder herumfeilschen. Oder Schlimmeres (aus der Ecke „get off my lawn“ vielleicht). Zweite Fahrt mit zwei Autos nach Portsmouth, auch an einem Donnerstagmorgen kein Geschenk. Immerhin stelle ich fest, warum wir unterschiedliche Strecken angezeigt bekamen: mein Tablet auf „avoid toll road“ war auf eingestellt, und die Brücke über den York River – die 2 Dollar werden nur in Nordrichrung kassiert – ist nun einmal Mautstrecke. Aha. Slapstick für Seepomeranzen. Die Transaktion geht glatt vonstatten, wir sind beidseitig ein bisschen angestrengt, man verlangt uns die zuvor erlassene „processing fee“ ab, 299 Dollar. Das rechnen wir uns schön, entspricht der Leihwagengebühr für zwei, drei Tage. Ärgerlich, trotzdem verschmerzbar. Aber unsere Energie ist dahin. Lass uns heimfahren. Übern Tisch gezogen werden macht mürbe.

In Yorktown ist Kaffeepause mit Familienanschluss – eine junge Frau hört uns sprechen und freut sich: „… is that German? … in September we move to Kaiserslautern!“  Ich empfehle ihr gleich zum Abgleich von Kulturunterschieden eines meiner neuen Lieblingspodcasts – „Understanding Trainstation“, zu deutsch: „Bahnhof verstehen“. Witzig und informativ*.
So aufgemuntert rollen wir über die York River-Brücke, die Energie ist zurück; als wir am Saturn vorbeifahren, winken wir nicht nur, sondern biegen ein. Es ist eine schwarze Stufenhecklimousine, 4-türig, manuelle Schaltung (wovon der Verkäufer sagt, dass die jungen Leute hier das gar nicht mehr bedienen können). Nach unserer Erstbesichtigung hat das Fahrzeug neue Reifen bekommen und einen echten Security Check. Und er springt an, der Saturn – kleine Fehlbedienung unsererseits beim Erstbesuch, man muss die Kupplung zum Anlassen treten. Nach einer Probefahrt sind wir wild entschlossen- das ist unser Gefährt(e). Der Preis geht noch ein bisschen runter, das kann er gut, der Eigner und schon… habe ich 40 Jahre nach dem letzten zum zweiten Mal innerhalb von 10 Tagen ein Auto erworben. Funktionieren tut so etwas einfach: die persönlichen Daten werden in einen Besitzurkundenvordruck („title“) eingetragen, vorläufige Nummernschilder werden ausgedruckt und… fertig. Das Plumeau folgt dem Saturn nach Deltaville. Die Fahrt zur Zulassungsstelle in Kilmarnock – der Förstertermin besteht noch – erfolgt mit leichtem Unbehagen, weil deutsche Führerscheine außer ein paar „international verständlichen“ Pictogrammen (guckt mal drauf! Very international! Der rosa Lappen konnte das besser!) so gar nichts Internationales haben, und wir dazu Kompliziertes gehört hatten. Aber die Nummer F 103 wird aufgerufen, es wird eine „feste Adresse“ abgefragt – das ist die Marina – und was für Nummerschilder man möchte (natürlich Standard, billig, dafür steht „Virginia is for lovers“ drauf). Der Title wird offiziell ausgehändigt und… Ende der „übern Tisch gezogen“-Geschichte. Hurra.

Noch ein Slapstick gefällig? Das wäre dann der Versuch, irgendeiner Telefonfirma ein neues Mobiltelefon abzuluchsen. Online. Was im vorigen Jahr einfach war, ging dieses Jahr überhaupt nicht. Verizon wollte uns keines verkaufen, weil „Deltaville als Hauptnutzungsort liegt nicht im Bereich der Verizon-Abdeckung“. Interessant – dabei ist Verizon der einzige Anbieter, der hier unten wirklich zuverlässig funktioniert. AT&T tat es im vorigen Jahr meist auch, also zweite Wahl, AT&T. Aber nicht mit … dieser Hausnummer. Unsere Marinasekretärin Kylie verrät uns eine alternative. Klappt. Bestellbestätigung. Liefertermin 1: 2 Tage später, ein paar Zeilen drunter Liefertermin 2: im April. *kopfkratz*. Wer nicht wagt, kriegt auch kein Telefon – also haut frau auf den „order now“-Button. Ja, gern, vielen Dank, … aber nicht mit…  Ihrer Kreditkarte, Frau Fuchs. Vielleicht mit der vom Herrn Hänsch (im xten Anlauf)? Jaa – aber … dann sucht das dumme System die deutsche Postleitzahl in den USA. Das war jetzt die absolute Kurzversion – zusammengefasst: es war über Tage nervenaufreibend. Aber nun sind wir wieder erreichbar, auch telefonisch und mit einem lesbaren Telefon mit brillantem Display. Dank der äußerst rundlichen jungen Männer im AT&T Protel-Shop in Gloucester, die wir dann doch noch persönlich ansteuern. Die fallen bestimmt jedes Mal in Ohnmacht, wenn ich den Laden betrete. Aber wie ich schon sagte – eines können die Amerikaner: geduldig und freundlich. Ich dagegen habe zuerst ein Gedulds- und dann ein Freundlichkeitsdefizit. Auch an dieser Stelle alles wie immer. Wir arbeiten dran.

Bis demnächst! Gruß aus dem heißen Deltaville.
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*Feli, eine junge Münchenerin in Cincinnati und Josh, ein junger Amerikaner von ebendort, nun in München, berichten über Sprachliches, Kulturelles, über Unis und Schulen etc.
Klasse. Vielleicht ein bisschen lang manchmal (gut zu hören beim Kochen oder Nähen), teils mit interessanten Gästen. Die Folge mit Rachel Stewart, bekannt aus der YouTubeSerie der Deutschen Welle „Meet the Germans“ hat mir besonders gefallen, sehr interessant auch die mit Clemens Hufeld über das britische Schulsystem; es ist toll zu sehen, wie Amerikaner und andere Anglophone Deutsche sehen und umgekehrt, auch wenn meine Begeisterung für den „american way of life“ nicht ganz so ungestört ist. Alternativ ist der YouTube-Kanal von Feli „German Girl in America“ ganz kurzweilig und fordert die Geduld nicht heraus.

Schönwettersegler

 

Cape Lookout, 12.6.2021

Das Canaveral-Highlight nach der Impfung ist … die Impfung. Der rechtsaußen-orientierte Dockmaster runzelt die Stirn, als er mich zum Clubdinner lädt, und wir ein bisschen zögerlich reagieren. Viele Menschen, enger Innenraum – und wie viele Ungeimpfte? Wir gehen auch folgerichtig nicht hin. Dafür klopft es am nächsten Tag – eine namenlose Frau mit einer blauen (Wein?-)Flasche in einem Cozzie. „Sin‘ Sie doitsh?“  Hat 30 Jahre in Lampertsheim gelebt und ist nun wieder Floridian. Weil ich mein Publix-Pflaster noch wie eine Trophäe trage, kommt die Sprache schnell auf die Impfung, und sie erzählt mir eins vom Pferd. Hm. Vom Virus. It’s just a flu. Du musst die richtigen Ärzte fragen. Nicht dem Mainstream glauben. Die Absicht dahinter sehen. Deep State! Die Impfung ist tödlich!  Krebs ist die eigentliche Pandemie (langsam wird es allzu irrational).  Bei „es sind nach der Impfung mehr Leute gestorben als vorher an der Viruserkrankung!“ wird es mir zu blöd, aber ich war ein Muster an Contenance. Abgang, nicht ohne dass ich noch ein zickiges „… aber Du musst Dir ja keine Gedanken machen, Du bist ja jetzt geschützt, hahahaha“ nachgeworfen kriege. Zug aus der (Wein-)Flasche. Mit Sicherheit Wein oder Schlimmeres und davon ein bis zwei Zug zu viel. Oder eine Überdosis aus dem evangelikalen Predigtnapf.
Dafür treffen wir am nächsten Morgen vor der Abfahrt noch den Eigner der bis dato unbemannten Nachbaryacht. „Slow Dancing“ hatte bei mir was klingeln lassen, nur dass ich die Richtung, aus der es klingelt, nicht orten konnte – bis Richard sagt: „Akka rings a bell!“. Und ob wir 2009 bei Peakes in Trinidad waren. Das ist schon eher eine Unterhaltung auf unserer Wellenlänge -wir sollten uns mehr mit Leuten unserer Alterklasse unterhalten, die dauernd ihre Pläne ändern oder verkaufen oder Hüften reparieren lassen und auf Trawler umsteigen. Das tröstet! Nette, kleine Welt.
Abfahrt.

Das war nicht so einfach mit der Strecke von Canaveral nach North Carolina..  Wir sind halt Schönwettersegler. Die Gewitterlage, sofern man darauf rechnen kann, zeigt uns ein „Loch“  am Montag, mit Updateverpflichtung der Vorhersagen von unterwegs. So richtig schick sieht es nach hinten, zur Ankunft in Beaufort, nicht aus. Weil der Ankerplatz dort recht eng und strömungsbeaufschlagt ist, und die Invia von unangenehmen Schwoisituationen in Gewittersqualls berichtet hatte, fragen wir schnell bei Homer Smith nach, ob er vielleicht einen Platz für uns hat, dann könnten wir in Ruhe einkaufen radeln, sein Courtesy Car nutzen, vielleicht Frau Turecek bei der Feuerwehr besuchen (jenau, ein Jahr um, wir müssen der Rentenversicherung nachweisen, dass wir noch leben…). Wäre nett! Matt lacht am Telefon:“Crazy times!“  …und „Wir sind voll für 14 Tage. Großes Marlin-Angelturnier“. Das Towndock setzt eins oben drauf:“…freie Plätze? In Oriental“. Na gut, wir werden ankern und nicht warten.

Die Ausfahrt ist blöd: für mich. Am Anfang 2 Stunden bolzen, bis wir auf Kurs gehen können, zieht die potenzielle Kotzgrenze vor, die ich bei ruhigem Wetter und vor dem Wind eher nach 8 Stunden erreiche, wenn überhaupt. So quält sich frau durch den Tag, auch als wir schon längst angenehm nach Norden rollen. Die Nachtwachen gehen mit „Sag mal, Du als Physiker..“ und „Spiegel Daily “ dahin, und zum Frühstück ist schon wieder alles in  Butter (und Rührei). Dass sich diese Episoden nicht vermeiden lassen!  Indes kündigt sich andere Episode an – Wetterwelt zeigt uns für den Donnerstag ein fieses Gewittergebiet für die Ankunftszeit. Baah! Gewitter auf See ist so, so… kacke, und aus  „mal schau’n“ wird  „Warum gehen wir nicht nach Charleston?“ Die Idee reift zum Sonnenuntergang (der breitengradbedingt täglich später kommt), gerade noch im rechten Moment, um nach Westen zu laufen. Zum Frühstück liegen wir vorm berühmten Fort Sumter/Fort Moultrie. Bürgerkriegsfantasien beschleichen einen. Hier ging es 1861 los, als Lincoln auf den Präsidentenstuhl gehoben wurde – so recht stabil scheint die Lage auch dieser Tage nicht, wenn man auf die verrückten Waffenfetischisten und die white supremes schaut, die die Wahlrechte einschränken wollen. Einziger Unterschied: dass damals die Republikaner die Fortschrittlichen waren und die Demokraten die Hartleibigen (Don Caron betrachtet in seiner „Battle Hymn of the Republic-Parodie“ aber beide Seiten. Hartleibig ist eine schöne, allseits gelebte Tradition hier. * ).

Wir überlegen, ob wir in Charleston bleiben sollen, die Wetteraussichten für die kommende Woche sind nicht reisegünstig, Strom gegenan, Wind gegenan oder gar Fehlanzeige. „Wir gucken uns das heute Nacht um 3 nochmal an“ sagen wir um 23 Uhr. Das ist ein kurzer Schlaf – als wir uns in der Annäherung an Beaufort gestern erinnern, stellen wir fest, dass wir uns gegenseitig gern hätten überreden lassen, den Anker in dieser mondlosen Nacht stecken zu lassen; es hat nicht viel gefehlt. Aber im Schein der Decksbeleuchtung heben wir das Ding und fahren den langen Fairway aus dem Hafen von Charleston hinaus. Nachtfahrten sind ja eigentlich ein einfaches Ding und schön dazu. Auf See. Wenn denn nicht Hunderte Lichter um einen blinken, blitzen, leuchten. Von hinten haut einem das Richtfeuer ins Genick, vorn gurkt ein Lotsenboot herum –  anstrengend. Ich steuere Akka über das – nicht wirklich enge –  Fahrwasser hinaus  „… da kommt uns was Dickes entgegen!“. BERLIN heißt die Dicke. So lang, dass das AIS-Signal noch immer voraus ist, als wir schon querab an ihr vorbeigleiten. Sehr angenehm als die seitliche Seawall endet, wir das Fahrwasser verlassen können und Kurs auf Beaufort nehmen – der Wetternavigator (aka „Eigner“) hat einen eleganten Gewittervermeidungszacken eingeplant. Es ist das Übliche: Schiebestrom kombiniert mit nicht ganz so viel Wind wie erwartet, das macht einige Stunden Motorsegeln, aber lieber Schönwetter als Unwetter! Und es wirkt. Die zweite Nacht bricht an, es wetterleuchtet  und grummelt an Backbord, es wetterleuchtet und grummelt voraus und dann an Steuerbord. Aber nicht direkt bei uns. Zu langsam wollen wir auch nicht sein, dann knallt es wieder voraus – so treffen wir leider den denkbar döfsten Zeitpunkt für die Einfahrt nach Beaufort: ablaufendes Wasser und maximaler Gegenstrom plus Wind gegenan, dazu die Vorstellung von durchgeknallten Marlinfischern, die ordentlich Welle schmeißen. Alles schon gesehen. Eklig. Augen zu und durch?  Nee – die Alternative heißt Ankerplatz am Cape Lookout. Guckt das Bild an – ist es nicht schön?!  Allerdings ein bisschen abgelegen von Eier- und Gemüsenachschub, wir werden uns lösen müssen.
Bis demnächst in diesem Theater!

Traumankerplatz. Zu dem Sailing Dinghy am Heck des Nachbarn gehört ein Terrier, der das Ding HASST!

* … sehr schön auch Don Carons The Devil went down to Georgia   . Eine Hommage an Stacey Abrams – und anwendbar auf viele Staaten, wo man auf Unterdrückung von Wahlrechten sinnt.

Drei Fliegen, eine Klappe

Unterwegs nach Port Canaveral. Es wird gewittrig…

Port Canaveral, 4.6.2021

Das ist jetzt mal eine Überraschung, oder? Aber nein, es gibt keine Blogeintragsflut, aber heute ist ein schicker Tag…

Am vergangenen Dienstag klarieren wir aus Lucaya auf Grand Bahama aus. „When do you leave?“  Abfahrt? … am Abend vielleicht? Ausklarieren ist eine neue Sitte in den Bahamas, also gibt es Beamte, die das lässig handhaben, und solche, die es genau wissen wollen – ich hab die strengere Version gewonnen. „Na, so um 20:00…“. Sprech’s und werfe die Leinen los, wir verschwinden. Knapp 30 Meilen sind es bis Westend, wo wir  vielleicht noch einmal das Wetter prüfen wollen, es fängt dieser Tage an, gewittrig zu werden, und das bestätigt sich: es gießt derartig, dass wir das Radar einschalten. Sicht=null. 3 Meilen vorher gibt es eine als eng beschriebene Einfahrt zu einem aufgelassenen Development, wo wir übernachten können (siehe oben, Abfahrt 20:00, muss ja keiner wissen). Entgegen den Beschreibungen ist die Einfahrt breit wie ein Scheunentor, nach links und rechts ziehen sich Kanäle, an denen schicke Häuser stehen sollten. Wir biegen rechts ab, es öffnet sich eine kleine Bucht. Anker runter. Der als sehr mittelmäßig bezeichnete Ankergrund erweist sich als gut haltend – natürlich gibt es eine Husche gerade zum Ankermanöver, aber zum Kaffee ist schon alles wieder fein. Ginn Sur Mer nennt sich die Anlage. Nüscht zu sehen außer

Ginn sur Mer. Unser Ankerplatz. Mit Gewitter…

angelegten Wegen, ein paar Elektrokästen und… Stopppschildern. Das Ding soll in dieser Form seit mehr als einem Jahrzehnt brachliegen. Mr. Bob Ginn (irgendwie erinnern Name und Projekt an einen Dschinn, den niemand mehr zurück in die Flasche lässt…) ging schon bald nach Baubeginn 2006 Pleite, aus einer Luxussiedlung mit Monte Carlo-style Casino,  Megayachtmarina mit 900 Plätzen und zwei Golfplätzen mit wer weiß wie vielen Löchern wurde nichts – wir genießen den ruhigen, geschützten Ankerplatz und die vielen Seeschwalben, die uns umfliegen.

Die Gewitterwolken am Morgen lassen wir noch durchziehen, danach ist eine Kurzpassage nach Canaveral angesagt. Die ist so anstrengend wie jedes „overnightie“ im 3-Stunden-Wachwechsel. Erst kann frau nicht schlafen, da zu früh, dann laufen Frachter am östlichen Rand des Golfstroms hinter uns her oder kommen entgegen, je näher wir der Floridaküste rücken, umso größer ist die Gefahr, über Angler zu rennen, die eher auf Fische als auf Querverkehr achten. Ist halt so. Die fetten Squallwolken allerdings sparen uns freundlicherweise aus. Ankunft in Canaveral nach 22 Stunden. Und nun… eine Slapsticknummer! Während Elon Musk zu unserem Empfang mal wieder einen fliegen lässt – wir hören ein unnatürlich gedehntes Donnergrollen (nächsten Freitag die nächste Show… alles für Euch, Ihr lieben Telefonierer und GPS-Nutzer!) – versuche ich, Kontakt zum CBP (=Customs and Border Protection) aufzubauen, verantwortlich für Zoll und Einreise. Ich hatte, da AT&T vor genau einer Woche die US-Telefon-SIM für ungültig erklärt hatte, eigens für das Bahamesische Telefon 1 Woche US-Roaming mit Telefonieren und 1 GB Datenvolumen gekauft. Super. Der Anruf klappt auch: CBP Canaveral sagt, man möge sich über die ROAM-App anmelden. Das bedeutet, dass sie nur noch ein Videogespräch mit den Einreisewilligen führen. Das sollte ja funktionieren, mit 1 GB Datenvolumen. Sollte… leider meldet sich BTC, dass man bereits mehr als 30 Dollar in Daten verbraucht habe, abzurechnen in 0,15 Cent pro MB. Nach Adam R. wären das 20 GB. Wann und wo habe ich die verbraucht? Auf See? Habe ich nicht, aber die Bahamas sind weit, ohne Daten oder Guthaben kann frau nicht telefonieren, weder lokal noch sonstwo hin. Luft holen. Wat nu? Mittlerweile ist es fast 16 Uhr, noch eine Stunde bis Büroschluss. Die ROAM-App hatte ich kürzlich vom Tablet geschmissen, da schon 2019 nicht funktionstüchtig. Per Marina-Hotspot neuer Versuch. Erfolgreich – aber das schlaue Teil erkennt mich wieder, nur weiß ich weder Passwort noch den Eingangscode, ich habe da wirklich rückstandslos gelöscht. Neues Passwort anfragen? Klaro. Dazu braucht es aber einen Securitycode über eine Authentifikationssoftware, die ich auch nicht mehr habe. Es geht mehrfach hin und her, Passwort neu, bitte identifizieren Sie sich mit dem Eingangscode. Haben Sie nicht? Dann löschen Sie das alte Passwort und beantragen ein neues. Bitte identifizieren Sie sich mit dem Eingangscode! Haben Sie nicht. Dann löschen Sie Ihr Pass… ein wahrlich einbruchssicheres System. Ich habe einen Schweißausbruch. Der Eigner macht kalten Kaffee. Neuer Anlauf: Konto löschen. Einfach – kann man machen, wird 24 Stunden nach der Beantragung ausgeführt. Auch nicht zielführend, wenn man noch 45 Minuten Zeit hat. Nächster Schweißausbruch, mittlerweile schon mit hilflosem Gelächter untermalt. Vollkommen neues Konto beantragen. Tick-tick sagt die Uhr. Glücklicherweise finde ich auf Nebenwegen die – „not recommended“, mit Ausrufezeichen! – Methode, sich Verifikationscodes per SMS schicken zu lassen, und das Alttelefon mit der T-Online-SIM ist, hurra, a. geladen und empfängt b. SMS. Es geht voran, mit ein paar Kinken (wir haben Ihnen einen Secure Code geschickt. Nicht erhalten? Fordern Sie einen neuen…), aber es geht. Dateneingabe. Abschicken. Und nun? Das Bahama-Telefon hat kein Guthaben, kann also im Roamingbetrieb nicht angerufen werden, dito das deutsche. Wie wollen die ein Videogespräch mit uns führen? Sie wollen! Sie schicken auf die App eine Nachricht, dass wir „conditional“ berechtigt sind, die USA zu betreten (das ist 300% besser als 2019, als uns die Einreise per App-Nachricht in knappen Worten untersagt wurde). Man möchte ein Videogespräch führen. Na, denn man tau. Wir warten – aber der Bildschirm bleibt leer. O.k. … ich skype mit CBP Canaveral und gebe den Status durch. „… dann rufen sie bitte die 0800… an und melden sich telefonisch, morgen sehen wir uns dann hier im Büro“. Gut! Nur dass Skypeanrufe bei der Servicenummer nicht angenommen werden… Ayy! Gute Nacht, mehr konnten wir nicht tun. Slapstick Ende.

Am Morgen schälen wir uns aus den Kojen – wieso macht einen eine solche Pipi-Passage so müde? – kramen die Räder raus und los geht’s. Ich bin von einer Nachricht von Dorothee  eingestimmt „… wie war das Einklarieren? Wir haben gehört, dass CBP in Florida unfreundlich zu NonUS-Einreisenden ist!“ Können wir zwar aus Marathon nicht bestätigen, aber es erhöht die Spannung, insbesondere meine – ich bin so eine Behördenschisserin. Officer Halliday lächelt freundlich (das muss zum Training gehören: freundlich, distanziert, wachsam. Immer!) nimmt unsere Papiere und Pässe und verschwindet in den Tiefen der sehr ruhigen Büros. Es dauert – wir rekapitulieren den Vorgang in Marathon. Da war’s genauso, ruhig und von langer Dauer – wer weiß, durch welche elektronischen Mühlen unsere Daten geschickt werden. Gelegenheit über amerikanische Freiheitsfantasien zu spekulieren und den neuen Homeland Security-Minister Mayorkas zu betrachten. Kein Biden, aber auch kein Donald. Gut! Und dann Halliday: „… your ROAM application did work!“ Tatsächlich, das Hickhack hat funktioniert, bis auf die face-to-face-Sache per Video. Ausreise: 3. Dezember. Hurra!  „Welcome back to the USA“ sagt er noch, freundlich und distanziert, aber mit einem Ticken weniger Wachsamkeit. Nett!

Jetzt geht es an des Eigners Geduld, eine lange Radtour zum AT&T  in Cocoa Beach. Die Telefonsache muss geregelt werden. Nicht meine bevorzugte, doch meine häufigste Aufregerdisziplin: Mobiltelefonie. Er –  das muss gesagt werden – hasst es, und weil mir schwant, dass die Fahrt nach Cocoa Beach wirklich lang ist, schlage ich vor, mal bei TMobile anzuhalten, gleich neben unserem Publix-Supermarkt. Der Eigner lässt sich breitschlagen, mit in den Laden zu gehen – und heute haben wir mal Glück. Jayse Diaz versteht Anliegen (viel Daten, ein wenig Telefonie), Gerätekonfiguration (europäische Tablets und Telefone gemischt mit US-Geräten) und finanzielle Limits (viel Hotspot für wenig Geld) auf Anhieb, kurz, die Sache mit den neuen SIM-Karten ist innerhalb einer halben Stunde erledigt. Hm. Funktioniert schlecht an der Westküste? Das können wir verschmerzen. 

Impfung to-go

Next stop: Publix. Die Bahamas sind nicht schlecht versorgt, aber in so einem Supermarkt gehen einem die Augen über. Es erschlägt einen. Wir sammeln „das Nötigste“ ein, steuern auf die Kasse zu, da stellt sich uns am Apothekentresen etwas in den Weg: walk-ins welcome for the Covid-19 vaccine. „You wanna shot?“ fragt der Apotheker. Ja klar wollen  wir eine Impfung, aber wir sind keine Floridians. Macht nix – also… wollen Sie? We have Moderna. Aber sicher doch! Dokumente ausgefüllt, ID geprüft… eine Viertelstunde später sitzen wir Moderna-geimpft und warten die Reaktionskarenz ab (praktisch: frau kann derweil noch Zahnbürsten und Kaffee shoppen). Das war… Spitze, wie der schreckliche, alte Herr Rosenthal zu hüpfen pflegte. Sämtliche Fliegen des Tages, Zoll, Telefon, Einkaufen, mit einer Fahrradtour erschlagen, und die Impfung gab es als Überraschungsei dazu. Zweitimpfung in 4 Wochen – bei Walmart…

Impfung bei Publix Supermarket

Moderna-Zeiten!

Mai

Tschüss, Bahamas!

Grand Bahama, 28.5.2021

Da ist er, der Mai! Fast vorüber, und vorüber auch die schöne Zeit in den Bahamas. Um mir die Einträge zu erleichtern, hatte ich begonnen, mir Notizen gleich in einem neuen Beitragsentwurf zu machen – Motto: einfach mal notieren, was schön war. Hat prima geklappt! Für drei Tage…

Am letzten Tag des April verlassen wir Georgetown, das übrigens „smack bang“ auf dem Wendekreis des Krebses liegt, also haarscharf in den Tropen. Gut warm hatten wir es trotz dieser Grenzlage – da war, schnatter, schnatter, Nuku’alofa schon deutlich kühler, dort unten kurz oberhalb vom  Steinbock. Tonga fehlt es wohl ein bisschen an Landmasse in der Nähe. 

Erstes Ziel auf dem Weg nach Norden ist der Galion Cut –  Cuts sind die Meerengen zwischen den Inseln. In der Regel ist es auf der Westseite der Exumas flach, zu flach für Akka an manchen Stellen, also müssen wir für ein paar Meilen in den tiefen Exuma Sound ausweichen. Und so eine Cutdurchfahrt will berechnet sein, möglichst um Stillwasser herum will man dort hindurch – wer dann, wie wir in diesem Fall, ein bisschen zu bescheiden ist mit der vorhergesehenen Geschwindigkeit, ist zu früh dran und trifft auf ein mittelmäßiges Gegurgel und Gewelle. Ungefähr treffen wir den Zeitpunkt schon, aber „still“ ist es noch nicht. Vor Monaten lagen wir mit einer amerikanischen Familie zusammen, die hatten sich überhaupt nicht um einen Zeitpunkt gekümmert – und ihr letztes Stündlein gekommen gewähnt; das geht dann so: die Strömung zieht und zerrt das Boot hin und her, mna blickt zur Seite und macht keinen Meter vorwärts gut, im Gegenteil, rückwärts kann auch sein. Da heißt es dann „Vollgas“. Hebel auf den Tisch… Für uns aber alles gut – hinter dem Cut fällt der Anker in den Sand, in großem Abstand liegt noch eine kleine Sloop, sonst ist Ruhe. Wunderbar.
Tags drauf geht es gleich weiter nach Little Farmer’s Cay – kein Cut, aber nicht weniger spannend, weil es innen übers Flache geht. Wir sehen von Ferne 3 größere Motorboote auf unseren Ankerplatz über die Flachs zirkeln, bisschen vor und zurück und Abgleich über Funk inklusive – das ist nicht unsere Absicht. Wir fahren einen ordentlichen Achtungs-Zacken, mit der Schipperin als Spionin auf dem Vorschiff, und es geht auch alles gut. An der Mooring am „Little Farmer’s Cay Yacht Club“ geht’s uns prächtig und Little Farmer’s Cay stellt sich als Juwel heraus. Leider hat – es ist der 1. Mai, Grabesstille im Ort! – die Küche des Ocean Cabin-Restaurants schon geschlossen – 17:00 „… kind of late!“ meint Terry, der Besitzer. Wir lachen uns eins – und kriegen aus den Tiefen der Kühltruhe ein Kalik Lite gefischt. Man merke… Kalik „Lite“-Bier hat 5 Vol.% Alkohol, viel mehr vertragen Akkanauten gar nicht, und es bedurfte eines netten Abends mit 2 solchen Bieren und einer Portion Überraschung über die Wirkung, um zu erkennen, dass dieses Bier nur relativ „lite“ ist: die Gold-Version dreht mit 7 Vol.%…
Immerhin hat die Akkaküche noch geöffnet, wir beschließen einen sehr stillen und sehr güldenen 1.Mai im Cockpit und erfreuen uns an dem starken Strom, der hier zwischen Great Guana und Little Farmer’s setzt. Hartes Brot, hier zu schwimmen. Den vorbeischaukelnden Schildkröten macht das allerdings nix.
Little Farmer’s wurde von den Briten der Familie einer freigelassenen Sklavin aus den US-Südstaaten zur Verfügung gestellt, unter der Maßgabe, Landwirtschaft zu betreiben. Es ist ein eher karges Inselchen, das benachbarte Great Guana gibt da mehr her, aber man war es wohl zufrieden, und so hat sich diese kleine Gemeinschaft von super freundlichen Menschen entwickelt.
Sehr viel belebter wird es auch am nächsten Tag nicht, aber doch sehr lustig: wir alarmieren den „Yacht Club“, dass wir gern in ein Abendessen investieren würden. Das macht wirklich Spaß, weil der Besitzer Roosevelt (mit Nachnamen, wie so viele Familien hier, Roosevelt Nixon!) uns einen wunderbaren Vortrag über die Inselgeschichte hält, über Kinder, die nach Nassau (phonetisch übrigens Nässo) abwandern und solche, die noch weiter nach Kanada oder die USA gehen – nun freuen sich Roosevelt und Shirley, die uns lecker bekocht, auf den Muttertag, wenn die ganze Blase aufs Inselchen zurückkehrt.  Außer uns ist noch ein deutsch-spanischer Kat an der Mooring, und wir verquatschen den Abend. Und gleichen unterschiedliche Blicke auf die Pandemie ab. Interessant…
Der Ort ist so nett, dass wir noch einen Tag dranhängen. Spaziergang (die Insel umrundet man leicht zu Fuß) und Lunch bei Ty’s, damit hätten wir dann alle Lokale frequentiert. Nochmal extrem freundlich und zugänglich mit vielfacher Entschuldigung, als wir lange auf unseren Fisch warten müssen. Ty’s Restaurant liegt am Ende der Landebahn, quasi im Zentrum allen Geschehens. Wenn denn etwas passiert. So lange wir da waren, passierte allerdings nichts. So ist es auf den „out islands“. Schön.

Next stop: Waschmaschine.  Raus durch den Cut in den Exuma Sound, entlang von Great Guana Cay und wieder hinein. Am nördlichen Ende von Great Guana wartet die Wäscherei in Black Point – es wird Zeit. Gleichzeitig kann man schauen, was Mrs. Wong vor dem Besuch des Versorgerschiffes (noch) zu bieten hat (nicht so viel, immerhin gibt es kostenlos einen Korb mit Sapodillas (zu deutsch: Breiapfel). Leckeres Zeug, ein bisschen karamellig im Geschmack und für einen Pfannkuchen allemal gut. Lilliana’s Restaurant sorgt für eine schöne Fischmahlzeit – wir genießen es, auf Terrassen zu sitzen und uns wenig Gedanken um Covid zu machen; wir vertrauen einfach darauf, dass die Bahamians reagieren, und sie tun’s: Cat Island, Eleuthera, die Abacos, alle machen mal ein bisschen auf und wieder zu oder verlangen zumindest negative Test bei Reisen zwischen den Inseln. Aber Maske, frische Luft und möglichst viel Abstand zu breitbeinig auftretenden Touristen aus Staniel Cay sind 80% der Corona-Miete. Hoffentlich.

Noch ein Schritt weiter nach Norden: O’Brien’s Cay, von dem aus wir das herrlich anzuschauende „Sea Aquarium“ mit dem Dinghy besuchen. Selbst der wasserscheue Eigner freut sich: „… so wie wir es kennen!“ Leider hat am Tag unseres Besuches der Wind etwas dagegen, dass wir ein abgegluckertes Flugzeug, das quasi am Wegesrand liegt, betrachten können. Betrachten hätten wir es schon können, aber da wir in dem Gewelle von oben nichts sahen, haben wir uns die Gelegenheit entgehen lassen – wer aber schöne Bilder sehen will, den verweise ich gern auf Wiebke und Ralfs Flora-Blog und ihren Eintrag „Aquarium“ (über den hinaus der Blog allgemein sehr lesens- und anschauenswert ist!)

Noch ein Favorit: eine kleine Wanderung auf Little Bell’s Cay, eigentlich nur zum Dünengipfelstürmen – aber der bietet ein Tropikvogelschauspiel, allerfeinst und erinnerungswürdig. Bis Shroud Cay (revisited) bleiben uns die Tropikvögel noch erhalten, danach ist Schluss. Der Rest? Highbourne Cay zum Einkaufen, Nassau West Bay zum Verschnaufen, ein Übernachtungsstopp am Soldier Cay in den Berries, sehr schön, sehr abgelegen – ein neugieriger Ammenhai beobachtet unser Ankermanöver genauestens, so genau, dass er sich – etwas unwirsch, wie ich mir vorstelle – unter unserer auslaufenden Ankerkette herauswinden muss. Dumme Bootsleute das! Dumme Schipperin auch, die diese letzte Gelegenheit zum Schwimmen in den Bahamas ungenutzt verstreichen lässt – nicht nur die eher harmlosen Ammenhaie sind neugierig, hier füttern wohl die heroischen Sportangler gern die Reef- und Lemonsharkwelt, und plötzlich scheint mir der Platz doch nicht mehr so einladend. 

Bye-bye, Bahamas also! Wir sind schon auf Absprungposition auf Grand Bahama. Und rätseln noch al Ziel : längerer Schlag nach North Carolina oder? Mal schau’n.

Nice!

Tiny’s Hurricane Hole. Netter Platz!

Thompson Bay, 18.4.2021

.. wie die Zeit vergeht. Immer wenn die Monatsuhr 20 zu schlagen droht, überkommt mich das schlechte Gewissen.

Brennerrohr mit Verstellschelle. Vom lokalen Gasmann ausgebaut. Das war’s nicht.

Also, was gab’s in diesen 4 Wochen? Nüscht, oder wenig. Mehrheitlich Dinge aus dem Alltagsbereich. Der Backofen… bäckt seit 2010, aber nu‘ – nicht mehr. Bei Brot Nummer 200 (sehr grobe Schätzung) kommt er nicht mehr auf Temperatur, das ist doof. Da taucht die Schipperin dann mit einem Zahnstocher in die Tiefen und stochert völlig sinnbefreit die Austrittslöcher am Gasbrennerrohr frei. Noch freier, als sie ohnehin schon waren. Der eigentliche Tipp deutet mehr auf „verschmutzte Gasaustrittsdüse“. Und schon geht es los: wer doof fragt, kriegt klasse Antworten. „Deine Gasflaschen sind verrostet, da ist Rost in der Leitung“.  Ich hoffe nicht, dass unsere Aluminiumflaschen sich von innen auflösen… Bukh Bremen empfiehlt, dass wir uns an den „lokalen Gasmann“ wenden, weil es auch die „Verstellschelle am Brennerrohr“ sein könne. Den Job hat sich unser lokaler Gasmann auf die ToDo-Liste geschrieben. Derweil wird Brot auf dem Herd gebacken, im brasilianischen Backtopf, mit dem Wok als (guss)eisernem Helfer, der speichert ordentlich Hitze (zu ordentlich, wie die Unterseite des Brotes zeigt. Die Nase sagt das auch…)

Nächste Überraschung auf dem Weg nach Long Island: die große Genua klemmt, 15 cm können wir rausziehen, dann federt sie nur noch lustig. Da, wo man gut drankommt – am unteren Ende der Rollanlage – liegt der Fehler nicht. Neuer Punkt auf der ToDo-Liste: Mastfahrt. Und ein paar Hirngespinste à la „hoffentlich müssen wir nicht die Rollanlage legen“. Das würde voraussetzen, dass man das Segel abschlägt. Wie schlägt man es ab, wenn man es nicht auswickeln kann? Richtig. Von Hand ums Vorstag. Die große Genua, was für ein Spaß. Da wir am Anker aber nicht segeln, surfen wir lieber ein paar Tage im Internet, procrastination at its best. Stimmungsaufheller willkommen, und damit Dank an Lille Venn, die uns einen Abend zum Drink einladen –  „…und wenn ich jetzt ein Risotto koche, würdet Ihr dann bleiben?“  Wir blieben… sehr lecker, sehr nett; vielen lieben Dank, das hat uns sehr gefallen. Das macht dann auch Mut für die Mastfahrt, und das Problem ist schnell gelöst, im wahrsten Sinne des Wortes, ein paar mutige Schläge auf den Wirbel, bisschen ölen, und schon rollt es wieder.

Alltag zum Dritten: der Wassermacher. Dröppelt schon seit ein paar Monaten vor sich hin, vielleicht 1 Esslöffel pro Sitzung, und vielleicht täte er das nicht, wenn wir anno 18 die Generalüberholung der Hochdruckpumpe hätten vornehmen lassen, die damals vom Hersteller in Trinidad noch als  „nicht unbedingt notwendig“ beurteilt wurde. Ein paar Dichtungen wollen ersetzt werden, kein Drama, nur eben nicht hier. Aber… ein Kavitationsgeräusch ist auffällig, es verstärkt sich während des Wassermachens. Kavitation ist einer meiner Lieblingsausdrücke aus den alten Motorsportzeiten, eine Chef-Goldstein-Spezialität. Ich behaupte einfach, dass es Kavitation ist, in der Flüssigkeit bilden sich unter Druck Gasbläschen, die dann implodieren – klingt halt so und erinnert mich an: „Blasenfrei zapfen!“. Das ist aber nicht alles –  auch die Drehzahl der Pumpe geht „irgendwie“ in die Knie – eine rein akustische Feststellung, wobei das eher ein Ratespiel ist. Wirklich, war das vor 4 Tagen auch so, oder spinnen wir? Hier ist der Chief gefragt, der eine unzulässige Abnutzung der Kohlebürsten feststellt. Das bedeutet: frau muss tief in die Schapps im Vorschiff tauchen und die Wassermacherersatzteile hervorholen, und, Überraschung, es gibt frische Kohlen; Erleichterung macht sich breit – wir neigen in letzter Zeit zu oben schon erwähnten Hirngespinsten, hier: „..wie lässt man Ersatzteile in die Bahamas fliegen.?“. Punkt abgehakt, Pumpe läuft wieder wie neu, das Kavitieren bleibt allerdings. Auffällig ist dabei, dass auch der Druck beim Rohwassereintritt verdächtig niedrig ist: er tendiert

Akka und Flora in der blauen Suppe

gegen Null. Wo sind wir hier? In Long Island, und in der Geografie/Geologie liegt der Hund begraben: wir schwimmen in einer sehr hübschen, blauen, aber doch milchigen Suppe, der Ankergrund ist (beängstigend!) flach, der Sand ist kalkig weiß, die Strömung sorgt für Wassertrübung (und niedliche, weiße Wölkchen aufwirbelnde Schildkröten beteiligen sich) –  die Vorfilter setzen sich schlicht mit Sediment zu. Das zu „reparieren“ braucht nicht mal den Chief – Vorfilter ausbauen, auswaschen, das war’s.

Noch mehr Alltag? Hm. Wir sind ja – zack sind 10 Tage um! – schon wieder auf Great Exuma, und trauern zwei Dingen hinterher, die wir in Long Island lassen mussten: eine Saugscheibe von meinem Glassauger, mit dem ich mich beim Schrubben am Rumpf festhalte, habe ich verloren, und aus 16 m Höhe wirft der Eigner einen unserer treuesten Schraubendreher zielsicher ins Wasser. Hätte kein Problem sein sollen, das Zeug aus 2.50 m hochzuholen. Wenn es nicht so milchig gewesen wäre…

Sonnenuntergang – der Vulkan in St. Vincent schickt Grüße

Sonst ist alles fein auf der Akka. Fein langsam, man kann auch sagen: etwas antriebsarm. Mir steckt die Aufgabe des Jahreszieles „Antillen“ doch mehr in den Knochen, als ich gedacht hatte. Dennoch freuen wir uns jetzt auf die USA, auch wenn wir noch nicht wissen, was dort geschehen wird. Impfung steht obenan – die Crew der Luna Mare hat sich im Vorbeifahren (mit dem Auto) auf dem Indianapolis Speedway impfen lassen, das klingt vielversprechend. Virginia muckelt noch an den vorerkrankten 70ern rum, Maryland dagegen impft alles, was sich bewegt und willig ist (ungeachtet des „immigration status“). Insgesamt sollte das Unterfangen klappen. Die letzten Tage inmitten von hochmotivierten (und -talentierten!) Seglern haben mich etwas nachdenklich gemacht: hochmotiviert war ich auch, talentiert noch nie. Ich glaube, man merkt, dass wir uns der Endphase einer sehr langen Reiseperiode nähern, und wenn wir denn – was ja selten vorkommt – „in froher Runde“ sitzen, treten die Unterschiede besonders zutage. Viel frische Energie, viel Gucken, viel Segeln, häufig gepaart mit stringenten Zeitplänen, die auch viel Strecke bedeuten, wenn auch zur Zeit etwas durch Corona eingeschränkt. Wetter? Ist doch kein Problem, da muss man durch. Hm.
Viel gucken tun wir allerdings auch – sehr häufig in die alten Bilder, wo einem dann auffällt, dass unser Segeln Transportstrecke ist, von einer Sensation zur anderen. Die wirklich herzerwärmenden Erlebnisse waren die an Land – nicht nur auf den großen Side-Trips à la Südafrika, Australien oder Südamerika, sondern auch, wenn wir nur länger an einem Ort lagen. Jacaré fällt mir ein, wo wir schon fast zum Dorfinventar gehörten. Opua (da liegt mein Herz noch herum…). Panama City (schönes zentralamerikanisches Chaos, gibt es auch in der indonesischen Variante namens Jakarta). Pangkor (Obst vom Gartenverkaufsstand an der Straße. Die Bananen so „nature“, dass sie kleine Maden beherbergen. Die feuerwehrpflichtigen Biryani-Restaurants nicht zu vergessen).  Die Bahamas haben es da schwer mit uns. Es ist schön, rein optisch und die Menschen sind freundlich, aber mir fehlt ein Kick. Vielleicht wäre das anders, wenn ich eine Seaglass-Sammlerin wäre oder täglich zum Spearfischen ausrückte. Trotzdem: Nice! Dennoch wäre ich jetzt gern unterwegs in die Antillen, wo sich so viele, unterschiedliche Inseln, auch Kulturen, reihen. Oder in Guatemala oder Mexiko. Heute schickt Facebook uns eine ganze Liste von „Erinnerungen“ an frühere Reisen. Gambia. Gleich zweimal Landreise in Australien – das lässt das Herz hüpfen. Und motiviert zu neuen Taten.
Drum: auf nach Norden! Nice!

… dann stell doch einfach…

… das Bloggen ein.

Georgetown/Exumas, 21.3.2021

Verlockender Gedanke!  Aber ich tu’s nicht, ich tu’s nicht! Schließlich hält mich das bei der Erinnerungsstange, und das sollte mir ein bisschen Mühe wert sein. Stattdessen stelle ich einfach etwas anderes ein: ein paar Bilder.

Schön, nach dem Einkauf nach Hause zu tuckern! Stocking Island

Viel passiert ist nicht in den letzten Wochen, die wir hier vor dem Monument von Stocking Island am Haken hängen. Einmal umgeankert, mal zu Nachbarn gekrault, um sie um ein bisschen mehr Schwoiraum zu bitten, denn es sollte Starkwind kommen. Alle zwei Tage mindestens ein Erkundungsgang auf Stocking Island – hinüber auf die Exumasoundseite, wenn der Wind schönen Seegang verspricht.

Aufwärts!

Hinauf zum Monument – mit Seil-steighilfe die steile Düne hinauf. Auf der Dünenkante balancieren, fluchend durch’s Unterholz krauchen, Poison Wood* meiden, auf vertrockneten Palmblättern ausrutschen, dünenaufwärts krabbeln im einen-Schritt-vor, (mindestens)-einen-halben-zurück-Modus.

Versteinernde Düne!

Geologisch sehr interessant: direkt vor unseren Augen gibt es eine Düne, wo sich der angewehte Sand – äolisches Sediment genannt – in

Sandstein wandelt. Eine gute Gelegenheit, Stücke herauszubrechen und seinen Bootsnamen auf die Düne zu legen (ohne uns, Mutter Erde macht sich da viel Mühe, das Sediment überhaupt zusammenzuhalten). Insgesamt: alles sehr nett, sehr unspektakulär. Verdammt aushaltbar.

Schaumgebadet…

Sonntags wird am „Chat & Chill“-Strand ein Schwein zergrillt, anders kann man es nicht nennen, auch wenn alle jubelnd hinrennen (ja, wir auch!) –  was dabei herauskommt, ist eine mittelmäßig schmackhafte Art „pulled pork“, dazu gibt es „Peas & Rice“, Bahamaian für Reis mit Bohnen. Kuba lässt grüßen (gleich um die Ecke), und die Kubaner können frijoles con arroz besser. Das i-Tüpfelchen auf diesem „jeden Sonntag um 13:00“-Event ist die Fülle an Yachties und anderen Touristen – wir kommen uns ganz merkwürdig vor in unserem Sonntagsstaat, das sind Shorts und Hemd und NM-Bedeckung natürlich: die meisten sind in jeder Hinsicht wenig bedeckt. Ich glaube, dass die Leute sich hier relativ sicher fühlen, weil man zur Einreise ja mal einen Test gemacht hat „…und die anderen auch“. Und die Inseln selbst haben auch vergleichsweise wenige Infektionsfälle, also lebt es sich recht ungeniert. Der Zustrom an US-Amerikanern steigt zur Zeit des Spring Breaks, also halten wir die Luft an, was ja auch infektionstechnisch so schlecht nicht ist, und wir halten Distanz. Fällt uns nicht schwer.

.. auch das gibt es.

Weitere Highlights sind: Ankerplatz nicht unweit der Fahrrinne nach Georgetown. Vor dem Starkwind häufen sich hier die Yachten und ankern gern auch im Fahrwasser, neben dem folgerichtig der Versorger steckenbleibt, der versucht, sich an den Ankerern vorbeizudrücken. Sehr spannend, denn der Wind drückt die „Cape Mail“ weiter aufs Flach, sie wühlt über Stunden mit Propellern und Bugstrahlrudern Sand auf. Schöne Lektion in „doofe Yachties“.

Cape Mail knapp neben dem Fahrwasser

Der Steuermann ist relativ cool. Wir sind, nachdem einige Kollegen verscheucht wurden, nach einer Weile „erste Reihe“. Auf meine Frage, ob er auch unseren Platz noch für mögliche Leinenhilfe braucht, kommt: „…no, you are fine for now, but some of you are really close to the line…“. Wohl wahr. Wir werden fortan unserem Image als Ankerplatzbürgermeister und -polizei gerecht und sprechen jemanden an, der wieder da draußen den Haken fallen lässt. Aber der ist natürlich „hundreds of feet away“ vom Fahrwasser.  Muss wohl andere Seekarten haben oder ist grundsätzlich merkbefreit. Ihr seht, der deutsche Rentner, der aus dem Fenster lehnt und Parksünder notiert, hat es auch bis zu den Bahamas geschafft.

Einkauf vor der Sturm. Wir sind nicht die einzigen!

Im Dorf – zu erreichen nur mit Regenkutte, 1,5 Meilen schwipp-schwapp-Fahrt – gibt es allerlei. Einen recht gut sortierten Supermarkt mit frischem Obst und Gemüse (sofern der Versorger es bis an den Anleger schafft, siehe oben) und viel anderem. Zum Beispiel gibt es Vollkornmehl, das wir auf der holperigen Rückfahrt im Dinghy zu verteilen wissen (was für eine Mehlkleisterschweinerei!). Hier ist  so ziemlich alles, was das Herz begehrt. U.a. w7eder

Waschtag

Werthers Echte!  Die Firma Storck muss hier ein transatlantisches Stronghold haben –  nur „Storck Riesen, Frau Lange“ gibt es nicht, dafür sind die „Echten“ nicht alle ganz echt, weil – außer in Café-, Caramel oder Apfelarome und mit oder ohne Zucker… – auch in der weichen Storck-Riesen-Form erhältlich. Sehr lecker. Wolltet Ihr nicht wissen? Egal…. Eine Wäscherei, bisschen chaotisch, aber funktionierend. Schon mal Wäsche aus dem Trockner geholt, an der man sich noch nach Minuten die Finger verbrennt? Nein?  Dann kommt her, Georgetown, Corner Laundry. Mit Sicherheit desinfiziert bei dieser Temperatur. Hinterher gibt es einen Salat im „Driftwood Café“. Wir haben es gut, auch in dieser Hinsicht – das schöne, trockene Wetter erlaubt es, gelegentlich ein Restaurant zu frequentieren, denn man sitzt im Freien. Kommt auch in Europa wieder, seid geduldig!

Was noch?  Nichts Bedeutendes. Wir wälzen „wie weiter?“-Gedanken. Gestern haben die französischen Antilleninseln auch für die eigenen Landleute die Grenzen dicht gemacht. Das betoniert unsere Entscheidung, die Antillenreise aufzugeben, endgültig – schon die Windbedingungen in den letzten Wochen hatten unsere Reiselust geschwächt. Viel Ost, viel Südost und nicht zu knapp. Wollen wir das? Nö. Wir peilen für Juni die Rückreise in die USA an. Was sagt Ihr nun?

———
* auf vielfachen Wunsch einer einzelnen, aufmerksamen Leserin…
Poisonwood. Metopium toxiferum. Ist eine kontaktgiftige Pflanze aus der Familie der Sumachgewächse (wie auch das Giftefeu oder der eher freundliche Cashewbaum). Die Baumrinde ist bei älteren Pflanzen auffällig gefleckt, rot und braun, häufig mit schwarzen Flecken – dann ist schon Saft ausgetreten und oxidiert. Die Blätter sind 3-, meist aber 7-teilig, oval und glänzend (ein bisschen wie ein Ficus benjamini-Blatt). Der Saft ruft allergische Reaktionen hervor. Alle Pflanzenteile sind davon betroffen, selbst abgestorbene noch relativ lang (bis zu einem Jahr, heißt es). Der Saft haftet leider gut und sollte zügig entfernt werden, weil das Urushiol schnell in die Haut eindringt. Es macht zunächst Juckreiz und danach Bläschen, die tage- bis wochenlang bleiben. Lokaler Rat ist zu versuchen, die Stellen mit warmem Wasser (oder auch Öl) und grüner Seife abzuwaschen. Auch Franzbranntwein wird empfohlen (das  könnte man/frau sogar im Wandergepäck mitführen), Und danach… Corticoidsalbe.  Im Exumapark sah ich ein Infoschild, das den Saft einer anderen Pflanze als Gegenmittel pries – danach muss ich nochmal forschen.

Fest verwurzelt: Akka vor dem Monument Beach

 


Noch mehr Blau

Black Point/Exumas, 23.2.2021

Alles blau hier. Meistens jedenfalls – nur Samstag/Sonntag/Montag nicht so ganz, 35+ Knoten Wind am Anker brachten auch ein paar Wolken mit sich, aber wenn Akka vorsorglich in einer tief eingeschnittenen Bucht liegt, die nach Nordost geschützt ist… dann muss man sich eben ein Fleecejäckchen anziehen und abwarten. Und ab und zu mal gucken, ob die spät angereisten (Charter)Yachten keine merkwürdigen Bewegungen in unsere Richtung machen. Taten sie nicht. Gegen das Geheule hilft, sich auf das Ohr zu legen, das noch was hört. Super Trick.

Schutzgebiet. Sehr lohnend.

Ein paar Tage zurück: nach Highbourne Cay kam der Exuma Land&Sea Park. Zunächst Shroud Cay, blau und besuchenswert. Bisschen kitschig blau, teilweise, als Ausgleich gibt es wassergefüllte Karstlöcher (Warnschild: No soap, no laundry washing“. Dass sowas eigens angeschrieben sein muss. Segler können wirklich merkbefreit sein!) . Am „Driftwood Camp“ sinnieren wir darüber, was wohl für ein Segler hier oben auf der Klippe über dem Meer eine Hütte aus Treibholz gebaut haben mag. Die Hütte existert nicht mehr, aber sie hatte bis zu ihrem Ende noch interessante Nachnutzer: Agenten der DEA, der Drug Enforcement Agency der Amerikaner, haben von hier den Flugverkehr zur Insel „Norman Cay“ beobachtet – und Norman Cay gehörte Carlos Lehder, einem Adlatus von Pablo Escobar, und war in den 70ern und 80ern Umschlagepunkt für das Medellinkartell. Und weil man solche Ausflugsziele ganz aktuell auf Facebook kommentiert, gibt es auch gleich Literaturempfehlungen dazu…*

Warderick Wells ist das Hauptquartier des Schutzgebietes und entpuppt sich als besonders schöner Spot. Blau, wie sonst, mit ausreichend Besuch von Rochen und Haien und ein bisschen Auslauf für Seglerbeine.

Ein Loch in der Inselmitte

Der netteste Auslauf heißt „Booboo Hill Track“. Wir haben das „boo-boo“ darin nicht getestet: man soll in finsteren Neumondnächten das Wehklagen der Crew eines vor Warderick Wells untergegangenen Frachtschoners hören. Lohn der (geringen) Mühe – die Bahamas sind grundsätzlich nicht sehr bergig – ist der Ausblick auf eine Akka im Trawlerpaket. Man sieht hier deutlich die navigatorischen Schwierigkeiten, die die Bahamas häufig bieten: so richtig viel

Akka im Trawlersandwich… tief ist es nur im Blauen

Wassertiefe kommt nirgendwo zustande. Man könnte meinen, dass Akka schon an der Sandbank kratzt. Die ebenfallls angebotenen Ankerplätze jedenfalls hätten wir mit unseren knapp 1.90 m Tiefgang nicht erreicht –  wir befleißigen uns daher eines (verbesserungswürdigen) Mooringmanövers; 3 Anläufe hatten wir schon länger nicht mehr. Der Verbesserung bedarf vor allem die Kommunikation: „Aufstoppen“ reicht als Manövervorschlag nicht,

Bitte hier entlang

wenn die Frau am Bootshaken nicht begriffen hat, dass es nicht der Motor ist, der uns zügig an der Mooring vorbeitreibt, sondern der Tidenstrom. Seitdem beschäftigt mich übrigens die Frage, ob es in einem Naturschutzgebiet erlaubt ist, trotz absoluten Fischverbotes nach dem verloren gegangenen Bootshaken zu fischen… – ich habe es einfach getan. Hat geklappt, und die Parkverwaltung hat nichts gesehen.  Da wir nicht die einzigen mit derlei Problemen in diesem schmalen Kanal sind, blicken wir später von Boo Boo Hill auf die friedlich schwoiende Akka und freuen uns, dass wir ungleich den anderen weder auf Grund gelaufen sind, noch mit dem Dinghy peinlich hinter dem Bootshaken herfahren mussten. Und der Blick ist unbezahlbar. Die vielen Inselchen im Hintergrund erinnern mich ein kleines bisschen an die Bay of Islands.

… etwas deutlicher

Akka, 1. Versuch

Boo Boo Hill bietet noch eine weitere Attraktion, es istnämlich Seglertradition, Strandgut – nur das, keinen Bordmüll! – bergauf zu schleppen, mit dem Namen zu versehen und dem Wind zu überlassen. Hübsch ist es ja nicht, aber eben Tradition. Wir gehen sogar zweimal, um dem Erstversuch des Schnitzwerkes etwas Farbe zu verleihen.
Wir halten es in Warderick Wells Cay deutlich länger aus als die „normalen“ Gäste, aber schon die Rochen- und Haiparade zum Sonnenuntergang abzunehmen ist ein Spaß.

Der nächste Spaß wartet aber schon. In oder bei Staniel Cay. Von Staniel Cay schreibt jemand, es sei „das Nassau der Exumas“. Also der ganz große Touristenauflauf… nicht sonderlich verlockend, aber es gibt zwei kleine Läden mit den gängigen Lebensmitteln, das kann man sich nicht entgehen lassen, wenn die Ei- und Gemüsevorräte zur Neige gehen. Die Wahrheit im Corona-Jahr 2: alles halb so wild. Wir liegen vor Big Major Cay in einer riesigen Bucht. Gewiss, es sind einige Yachten da. 30? Mehr? Auch ein paar dicke Dinger. Von der „Touristenflut“ und der „nicht abreißenden Kette von Highspeed-Booten“ ist nichts zu merken. Wir nehmen allerdings auch erst einmal Abstand, die berühmten schwimmenden Schweine aufzusuchen, wir hören es nur manchmal vom Strand her quieken. Die Besucher, nicht die Schweine. Die quieken, wenn man es allzu gut mit den Schweinen meint (oh, how cute!), und sie einen vor Begeisterung in den Hintern beißen. Aber irgendwann erliegen wir dem Sog doch, und… sie sind nett. Es sind ja nicht unsere ersten schwimmenden Schweine – unsere in Tonga waren nur nicht so berühmt.

Der pinkfarbene Laden

Mit dem Dinghy knallen wir über die nicht unbeträchtlichen Wellen (mehr sag ich nicht… außer vielleicht, dass es regencapepflichtig ist) hinüber nach Staniel Cay, das auch nicht so ganz das hält, was „Nassau der Exumas“ auszusagen scheint. Ein bescheidenes Dorf mit einem kleinen Touch „Griechenland“, wie wir finden, nur ohne Kafeneions. Ein bisschen staubig, ein bisschen rumpelig. Am Yacht Club versammeln sich die Gäste der großen Motoryachten, das sei ihnen gegönnt, und uns, dass wir vor den Yachten stehen und „oh“ und „ah“ machen (die richtig großen liegen hier nicht, die lassen sich vom Wasserflugzeug aus versorgen). Aber es gibt zwei kleine Läden, „The Blue one“ und „The Pink One“. Pink ist netter, und so reisen wir mit einer frischen Kerrygold-Butterladung weiter.

Next Stop: Black Point. Da fahren auch alle hin, weil es hier einen berühmten Laundromat gibt. Und bei Liliana kann man gut Fisch essen. Hier herrscht garantiert Ruhe und man kann, wie wir erfahren, starke Winde gut abwettern. Siehe oben. Dass wir die Winde mit 35 Knoten plus auch beziffern konnten, ist einer Kooperation des Akka-Teams zu verdanken: eine Reise ins Masttopp wegen „Windanzeige geht nicht mehr“. Ob die abgebrochen ist? Nein, der Blick durchs Fernglas zeigt ein vorhandenes Windrädchen. Verbogen? Auch das nicht. Gut wenn der Mastfahrer einen reichlichen Vorrat an WD40 dabei hat – damit kann er die Salzkrusten wegpusten. In 17 m Höhe. Irgendwie war der letzte „Blow“ dann wohl doch etwas Besonderes.

 

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* Spannendes Buch: Turning the Tide. One Man Against The Medellin Cartel  von Sidney Kirkpatrick. Eine Art Doku-Thrillergeschichte über Norman Cay, Carlos Lehder und einen etwas merkwürdigen Literaturprofessor und Taucher namens Richard Novak, der es mit den Drogenhändlern aufnimmt. 2/3 wahrer Hintergrund, 1/3 schön erzählt.

Bahama-Kitsch am Camp Driftwood

Satphone.me und andere Scherze

Big Major Cay/Exumas, 12.2.2021

… das hatte natürlich nicht geklappt mit der Übertragung des Blogeintrages über Satellitenrouter. Drum hier: Kommunikationsgemecker!  Vielleicht interessiert es den einen oder anderen, der sich mit Satellitentelefonie-Providern beschäftigt.

Unser Router ist ein Iridium Go!, und an dem gibt es nichts zu meckern, wie es auch am vorherigen Provider namens AST nichts zu meckern gab, über Jahre. Durch die Coronapause ist die SIM-Karte erloschen. eine neue muss her. Aus der meckerfreien Zeit schließt die etwas schlichte Schipperin, dass es eigentlich keinen Unterschied macht, welchen Provider man benutzt, Hauptsache, der Agent verkauft einem das gewünschte Volumen an „Airtime“ – in unserem Fall einen Jahresvorrat von 1.000 Minuten Datenverkehr oder 500 Minuten Sprechverkehr, und damit können wir die Mailanhänge der Wetterwelt empfangen. Weil wir im November ohnehin in den  USA sind, und es zu diesem Zeitpunkt brexitet, wählen wir einen US-Provider über Satphonestore, so weit so gut und so identisch mit AST. Einziger Unterschied: der Domainanteil der Mailadresse ändert sich von @onsatmail.com auf @satphone.me . Prima.

Nun erweist sich schon im November beim Installieren der zugehörigen Software namens XGate die Sache als „holperig“ – man muss bei Satphonestore anrufen, auf Lücken in der Gebrauchsanweisung auf der Webseite hinweisen… „… ach so, ja, da müssen Sie dann xyz…“ – „Ist das selbsterkärend?“ – „Nein!“  Mei. Geduld ist nicht meine Stärke, und die Story zieht sich ein paar Tage hin, bis es so einigermaßen klappt. Kleiner Scherz am Rande: bei den ersten Versuchen werden die Start-Icons gelöscht, man muss sich XGate dann aus den Program Files heraussuchen und starten, aber da das wie von Wunderhand geschieht, nehme ich auch die irgendwann folgende Selbstheilung für ein Wunder; auf den Service der Firma hoffe ich schon nicht mehr, die sind eher „Hilfe! Wir wollen doch nur verkaufen…“

Danach ist nur wenig Notwendigkeit, das IridiumGO! zu benutzen, bis auf zwei Wetterabfragen auf der Reise die Ostküste hinunter gibt es immer Internetverbindung. Aber hier, in den Bahamas, muss es sein! Wie es der Teufel will: im Hintergrund läuft Malwarebytes, und beim Start des XGate-Programmes macht es „pling“! „Im Programmordner für xyz wurde Ransomware gefunden und in die Quarantäne verschoben. Von XGate geht keine Gefahr mehr aus“. Als ich das dem Büro schildere, erhalte ich vor ein paar Tagen ein „I am afraid I don’t understand!“ und nach einer wortreichen Erläuterung mit Bildbelegen dann abrupt „… wir haben Ihr Ticket geschlossen, wenn Sie noch Fragen haben sollten, zögern Sie nicht, uns wieder anzusprechen!“. Habe ich gemacht und bin dabei eher in Anbrüll-Stimmung (gut, wenn man so etwas schriftlich macht). Auftritt des „Technikers“, der mir, die ich an einem entlegenen Ankerplatz in den Exumas dümpele, rät, schnell einen IT-Techniker aufzusuchen, es sei mit meinem Rechner was nicht in Ordnung. Mag wohl sein, aber IT-Techniker sind hier rar gesät, wir haben es eher mit Haien und Rochen zu tun.

Heute nun ein kleines Sahnehäubchen auf meine Liebe zum Satphonestore: der Versuch, einen Blogbeitrag per Satphone zu versenden, ist gescheitert. Warum bloß?  Forschungsarbeiten in den tiefen von WordPress und seinen Plugins setzen ein…  Es dauert, bis ich verstehe: die Domain der Mailadresse lautet nicht wirklich „@satphone.me“ , sondern @gnm-usa.com. Nicht dass das erwähnenswert gewesen wäre.

Es bleibt die Frage: muss ich das als User alles selbst erfahren/erleiden? Oder: handhabt Satphonestore seine Verkäufe schlampig ? Ich tendiere zu Letzterem. Und könnte mich täglich neu beißen, dass ich von AST und UUPlus / Onsatmail weggegangen bin.

Das Wort zum Freitag. Jetzt gibt es Kaffee am Ankerplatz auf himmelblauem Wasser und selbst gebackene Kekse.

 

Banana Quits und Werthers Echte

Shroud Cay, 4.2.2021
Spannung! Erster Blogeintrag über die neue Satphoneadresse… ob das wohl klappt? Wir sind gerade in Shroud Cay eingetrudelt. Sonnenschein, milder Wind aus Ost, und es ist so gut wie niemand hier, im schönen Exumas Marine Park. Wir haben uns eine Mooring genommen – man soll ja die lokale Wirtschaft unterstützen, und im Fall von Nationalparks sind wir ganz vorn dabei, zumal jeder geworfene Anker auch immer einen Einfluss auf den Seeboden hat.
So schön es auch wäre, Bilder von dieser Umgebung zu zeigen, ohne Internet wird das nix. Ohne Internet heißt übrigens, dass meine 575 Tage ununterbrochener Spanischlektionen heute zu Ende gehen, was für ein Absturz. Gelegenheit, unregelmäßige Verben zu inhalieren. Den Blow vom Montag/Dienstag/Mittwoch bringen wir fein hinter uns, für Akka stricken wir ein Netzpullöverchen aus Festmacherleinen, inklusive Ausschwimmen zweier Achterleinen an etwas entfernte Poller. Den Hai, der in der Nachbarschaft herumlungert, sehe ich erst, als ich vom Duschen zurückkomme, aber es war ohnehin nur ein Ammenhai. Das sind die mit dem kleinen Maul… nicht dass die nicht Schaden anrichten könnten: WENN sie etwas erfassen, verfallen sie bei größeren Happen ins Schütteln. Kommt bei Schwimmern auch nicht so gut. Aber die zusätzliche Leine ist es wert, gut gesichert ist halbgut geschlafen. – am Anker ware das definitiv eine schlaflose Nacht gewesen, das Geheule ist schon bemerkenswert. Um 3 Uhr 30 wache ich von einem unbekannten metallischen Geräusch auf. Hm?! Ich kann mir keinen Reim drauf machen. Nach einer Weile macht es „klack“ und durchs Luk kann ich die Oberkante des backbordschen Solarpanels erspähen – wir haben glatt versäumt, nach dem Auslegen der Leinen die Sicherungsdrähte der Panelstützen aufzustecken. Ein nächtlicher Deckspaziergang bei wütendem Wind ist spaßig, aber gleichzeitig dient er auch der Vergewisserung, dass sonst alles in Butter ist. Es dauert bis Dienstagabend, bis der Wind einigermaßen abklingt. Doch, doch, es war nicht schlecht, die Marina zu frequentieren. Unsere Abenteuerlust lässt eindeutig nach.
Von unseren Nachbarn zur Rechten – Origina-Franzosen mit kanadischem Pass – gibt es zum Trost ein Stück selbst gebackenen Apfelkuchen, wie wir auch schon zuvor mal ein Probierstück Weißbrot bekommen hatten und – klopf, klopf zur Abendbrotzeit – eine Portion frische Crepes. Es fragt sich, ob wir einen so ausgehungerten Eindruck machen oder es sich um einen Fall von Hellseherei handelt, was der Schipperin Kochkünste betrifft. Ich habe mich mit einem Stück unsere Weißbrotes revanchiert, aber Crepes… nicht meine Nummer; bei uns heißt das Pannekoken und ist nicht so fein. Ob unser Sauerteigbrot gemundet hätte, haben wir nicht getestet, das war nämlich gemäß dem Motto „bread happens“ nur Landbäckerqualitätsstufe B – eigentlich lecker, weil relativ feucht, aber nur mittelmäßiger „oven spring“. Stufe A wird gerade angepeilt, möge das Sauerteigbrot gelingen!
Sonst ist es aber auch spaßig in Highbourne Cay – wir bekommen täglich Besuch und täglich zudringlicher: ein Banana Quit sucht nach Krümeln, wunderschön anzuschauen mit seiner nektarfreundlichen langen Zunge. Wir lernen das Kerlchen – Mann oder Frau wissen wir nicht, die Geschlechter sehen gleich aus! – zu schätzen, denn abgesehen von zahlreichen Rundflügen durch den Salon (mit Gruß auf dem Kopfkissen!) taucht es begeistert ins Cockpitgräting ein um Leftovers zu angeln. So leicht kommt man zu einerm Reinemachevogel! Ansonsten bekommt man in Highbourne Cay eine Lektion in „wieviel Luxus kann ich mir erlauben?“. Eier, 12 Stück für 8 Dollar – kein Luxus. Milch, 1,8 Liter à knapp 9 Dollar? Schon eher. Der halbe Liter Sahne für ebenso 9 Dollar? Autsch. Wir denken an andere entfernte Orte mit Importwaren: Herrenhäuser Pilsener in Iquitos zum Beispiel. Hier ist das Highlight die Tüte „Werthers Echte“. Als wir eben aus Highbourne Cay auslaufen, naht der Versorger aus Nassau – das will a alles auch bezahlt werden, und der Eigner sieht das hässliche Schiff und fantasiert: „… guck mal! Der Versorger! Der lässt jetzt seine Laderampe runter, und das ganze Schiff ist voller Werthers Echte!“ Bonbons? Kein Luxus, die laufen unter „notwendiger Proviant“.

—- This e-mail was delivered via satellite phone using Global Marine Networks, LLC’s XGate software. Please be kind and keep your replies short.

Bugkorbschnorcheln

Bahama-Kitsch

Highborne Cay/Exumas, 23.1.2021

… das war vielleicht ein toller Tag gestern –  das muss auch in Coronazeiten mal so gesagt werden. Die dicke Schipperin sitzt im Bugkorb (auf einem Fender, sehr bequem) und beobachtet die Wassertiefen. Und so richtig tief ist es hier nicht. Nirgendwo eigentlich, aber wenn wie gestern kein Windchen weht und das Wasser spiegelglatt und kristallklar ist… einfach schön.

Am letzten Sonntag in der recht grauen Frühe lösen wir endlich die Landleinen und machen uns auf die Socken nach Süden. Mit uns noch zwei, drei andere Yachten, die meisten haben hier nur den Covid-5-Tagestest absolviert und eiern gleich weiter. Der Tag ist grau und wenig windig, die Maschine schiebt mit. Für die 65 Meilen reicht die Tageslänge gerade so aus – Tagesziel: „Little Stirrup Cay“, von dem der Segelführer sagt, man solle fernbleiben, wenn Kreuzfahrer anwesend sind, und natürlich kreuzt einer davon unsere Kurslinie; naja, eine Nacht werden wir das aushalten. Warum man wegbleiben soll, erschließt sich, als um halb 5 der Anker fällt: vor dem Strand einer Spielplatzinsel, mit Klettergarten und 3-stöckiger Riesenrutsche. Der Kreuzfahrer allerdings, der sich anzuschleichen droht, fährt irgendwo hin, denn der ist coronagemäß leer und legt sich, wie diverse andere in der Gegend, auf Reede. Außer uns ist noch eine Yacht da, und da wir nicht rutschen wollen, sondern nur ausruhen (und ein bisschen schwimmen) ist alles prima. Nächstentags eilen wir 20 Meilen weiter, nach White Cay. Für diesjährige Verhältnisse mit 12 Yachten ganz schön voll, aber es verteilt sich. Als Abstandspolizei fungieren die zahlreichen – schnaufff! –  Schildkröten, da geht einem das Herz auf. Wir machen Strandpicknick

Die andere Sorte Blau: Blue Hole

und besuchen das Blue Hole auf dem nördlich gelegenen Cay –  hier ist es bahamesich karstig, überall hat das Wasser Löcher in den Korallengrund gefressen, es gibt Höhlen und eben diese tiefen Löcher, zur Abwechslung zum den Türkisvariationen mal ein dunkles Grünblau.

Mittlerweile haben wir uns entschieden, den weiteren Weg über die Exumas zu nehmen und hopsen – daysailing ist unser Liebstes –  nicht zur größten Insel des Archipels, wohl aber zur Hauptinsel, das ist New Providence, die im Wesentlichen aus der Stadt Nassau besteht. Kleiner Covid-Sidekick: wer sich länger als 24 in Nassau aufhält und auf weitere Inseln reist, muss sich einem neuen Rapid Antigentest unterziehen. Wir legen uns für eine Nacht in die West Bay. Da wir nicht an Land gehen wollen, könnte man sicher eine zweite Nacht dort zubringen – der Wetterbericht hatte ein bisschen danach ausgesehen, aber als es Mittag wird, beschließen wir, schon mal ein paar Meilen entlang der korallenblockgespickten Südwestseite abzuspulen. Prima Idee, weil man um diese Tageszeit auch gute Sicht auf etwaige Untiefen hat. Doofe Idee, weil die Frau im Bugkorb sich einen ordentlichen Muskelkater im Arxx holt (vom Zusammenkneifen der Backen).

Akka malt Herzchen mit der Ankerkette

Und eine sehr gute Idee, weil wir so um die 5-6 Meilen südlich der Küste dann den Anker auf feinstem Sandboden fallen lassen, mitten im offenen Wasser, das nach Wetterbericht so still bleiben soll wie es auf der Fahrt schon war. Putziges Gefühl! Kaum Verkehr, in 2 oder 3 Meilen Abstand scheint ein Katamaran auf die gleiche Idee gekommen zu sein, sonst ist Ruhe. Akka wird es langweilig und legt in der Nacht die Ankerkette in herzförmige Schleifchen, das gefällt uns – zumal man es von Bord aus trefflich sehen kann, 5 m tief. Zauberhafter Ankerplatz!
Und weil wir schon ein bisschen vom Weg in die Exumas geschafft haben, genehmigen wir uns vor dem Aufbruch ein ruhiges Frühstück. „Mer du Jour“ mit ihrem wild bellenden Terrier überholt uns –  wir haben es gut, denn die Amerikaner ackern schon seit Sonnenaufgang…

Unglaublich klar…

Es folgt die eingangs beschriebene Fahrt über glasklares Wasser, die Schipperin sitzt vorn und genießt: es gibt keine Bommies mehr, sie zählt Seesterne am Grund und ist vollends beseligt, als sich plötzlich ein Delfin direkt unter ihren Füßen vor den Akka-Bug setzt und ein Weilchen mitschwimmt. Zum Greifen nah, aber zum Fotografieren kommt es dann nicht mehr, fotoscheues Gesindel…
So trudeln wir in Highborne Cay ein, unserem ersten Exuma-Stopp. Eine Handvoll Superyachten haben ihre Wasserrutsche ausgebracht oder lassen (wenige) Jetskis flitzen, alles in weitem Abstand und moderat; ich glaube, hier macht Sportfischerei einen Großteil des (fragwüdigen) Yachtspaßes aus, gestern belauschten wir einen stolzen Schiffsbesitzer, der 5 große Wahoos an einem Nachmittag meldete. Mich jammert es immer, wenn ich das höre.

… wir wollen nur baden!

Weil man seit gestern sieht, dass am Donnerstag ein „blow“ * auf uns zukommt, hat sich das Ankerfeld heute deutlich gelichtet, also ist es noch netter hier – es gibt sogar einen mit allem notwendigen ausgestatteten Laden, Frischgemüse, Obst, Gefrorenes.
Und es gibt die Ureinwohner – die lungern abends am Steg herum und lauern auf Fütterung.

Nachtrag am 29.1.

Geklauter Strandpavillon

Den Blow haben wir gut überstanden, wir sind nämlich in die – aua! Kostenpflichtig! – Marina umgezogen. Zunächst fühlt man sich ein bisschen wie ein Feigling, mittlerweile aber als Gast, und wir genießen angenehmes Marinaleben. Fahrräder stehen zur Verfügung, wir halten Picknick in einem der Strandpavillons (vermutlich unter Umgehung von „Mietkosten“), bestaunen das aufziehende Unwetter aus einem Schaukelsitz auf der Inselkante, ziehen mit der nachmittäglichen Kaffeekanne an den Strand… und beschließen, den Aufenthalt zu verlängern, denn dieser „Blow“ ist nur ein Übungsblow – ein richtiger kommt morgen auf uns zu. Kurz: so geht es uns gut. Aber dann, aber dann… geht es (irgendwann) weiter.

Der Wettermann auf der Schaukelbank

 

 

 

 


Es bläst!

* …das muss man sich mal auf einer Atlantikkarte angucken – ein gewaltiges Tiefdruckgebiet, von dessen Rückseite wir hier etwas abkriegen! Betrifft auch die Vendée Globe-Segler, die noch unterwegs sind. Gruselig!