Archiv für März, 2008

Bombale

Gambia River, 26.3.2008
…. tja, so ist das nun. Wenn schon in Banjul das Internet nicht ausreichte, um die Website upzudaten, dann ist es hier mitten auf dem Gambia River endg?ltig vorbei mit Bildern. Und die w?ren nun endg?ltig notwendig, denn heute haben wir einen Landausflug gemacht. Wir liegen n?rdlich von Elephant Island vor dem Dorf Bombale und lassen uns au?er von einigen gelegentlich wettstreitenden Moscheen sonst nur von V?geln und Wasserpl?tschern beschallen. Alle 6 Stunden drehen die drei Yachten sich um 180
? um die Ankerkette, wenn der Tidenstrom, der hier noch l?uft, kentert, aber das Wasser ist schon so brackig, dass wir unser Trinkwasser nur noch mit ganz geringem Druck machen, und demn?chst ist dann Schicht mit “Wassermachen”.
Vom Pirogenanleger – “… hello, what is your name?!” – spazieren wir ins Dorf. Zun?chst kommen uns drei freundliche junge M?nner entgegen, man tauscht die ?blichen H?flichkeitsformeln (”…where are you from” etc.) aus, Kabira stellt sich bald als der Hilfslehrer heraus. Und dann rollt die Lawine. Aus allen Ecken des Dorfes kommen sie, Mandinkakinder aller Altersklassen, und Caroline wird irgendwann fragen, ob ich vielleicht noch ein paar Finger f?r weitere klebrige, kleine Afrikanerh?nde frei h?tte,
aber meine zehn waren alle besetzt. Wir haben den Eindruck, dass jeder mal anfassen und testen will, ob wir abf?rben oder nicht, zumindest macht es richtig was her, wenn man so einen Finger erwischt hat und die anderen nicht, und je klebriger die Pfoten, umso anh?nglicher sind deren Besitzer. Wie ein Karnevalsumzug ziehen wir durch’s Dorf, ein Riesen-Gequackel und -Gelache, vorbei an der M?hlstation (Rotary International), der nur monatlich mal besetzten Krankenstation (UNICEF), am gruseligen Dorfbrunnen
(Gambia River pur, grrr…), unter einem Zelt hat ein Schmied ein Feuer entfacht, das ein Gehilfe mit einem Ziegenleder-Blasebalg in Gang h?lt und treibt das gl?hende Ende einer Grabaxt in den Axtstiel. Frauen stampfen Kassava und der “Headmaster” – heute ist keine Schule – liegt wie manch anderer Mann im Schatten und d?st. Nein, es ist keine Afrikaausstellung in einem Museum, und die bestaunten Zootiere sind wir. Das ist das ganz normale Leben in Bombale. Unter viel Geschrei wird fotografiert, haufenweise
Kinder, einzeln und gern auch gruppenweise, mit Faxenmachen oder ganz ernsthaft, und dann unter Gekicher und Gekreische das Ergebnis auf dem Display der Digitalkameras angeguckt – da muss man dann nat?rlich mit den Fingern (Zustand siehe oben) drauf tippen… Ah, je…
Nat?rlich gucken wir die Schule an, die Kinder schleifen uns durch die Gegend, jeder will uns einen Mangobaum, einen Silk-Cotton-Tree, einen Cashewbaum zeigen. Aus der bereits bekannten Gebraucht-T-Shirtsammlung – bei M?dchen sieht man das nicht so, weil sie meist ein Mini-Geschwister im Tuch auf dem R?cken tragen! – sind bei den Jungs die Fu?ballershirts besonders beliebt, es kommen auch zaghafte Wunsch?u?erungen nach vielleicht einem Fussball?!… Etoo gibt es gleich mehrfach und “Robinho” und
“Rooney” (was f?r ein zarter Rooney ;) ) schleppen mich vorab zum Schulgarten, wo ich schon mal ?ber den Zaun gucken kann, w?hrend der Rest der Seglerfamiiie sich noch in das Besucherbuch eintr?gt. Im Schulzimmer der “grade3″, ?u?erst bescheiden, h?ngt ein gro?er Gie?plan, morgens und abends wird reihum gegossen, und was gut gedeiht, geht in den Schulspeisungstopf bzw. wird im Dorf verkauft, so dass bare M?nze wieder Schulmaterial ergeben kann. Das erkl?rt uns Kabira, als er mit dem Schl?ssel – mehr
eine psychologische Sperre! – das Gartentor f?r uns aufschlie?t. Kassava, Zwiebeln, Tomaten, S??kartoffel, eine Kohlart in einer Abgrenzung ais Agaven – viel gibt es nicht, aber dass liebevoll gew?ssert wird, sieht man und es wird auch gleich noch vorgef?hrt. Das Wasser -nat?rlich aus dem Fluss – kommt aus einer Pumpe von Pumpen-Boese in Peine. Wir leeren lieber unsere mitgebrachte Flasche mit AKKA-Wasser und kriegen gleich einen Mandinka-Sprachkurs: Jio, Wasser! Sehr wichtig, f?r alle hier. F?r
uns besonders, die wir das hineingekippte Wasser gleich wieder durch die Poren nach drau?en schicken.
Auf dem R?ckweg wieder vorbei an den Tischen unter gro?en B?umen, wo Dorffrauen Tomaten, Zwiebeln und Erdn?sse aus eigener Produktion feilbieten. Die Zwiebeln sind mir hochwillkommen. Urs erwirbt noch ein gro?es B?ndel Blattgem?se – in Serakunda wurde uns das als “S??kartoffelbl?tter” beschrieben, und nach einer Probesuppe auf der Petite Fleur werden die Restbest?nde br?derlich auf den anderen Schiffen verteilt. Und da der Fischer, den Len uns nachmittags mit einem Grouper vorbeischicken will, unser
Schiff irgendwie verpasst, gibt es zum Abendbrot R?hrei mit S??kartoffelbl?ttern, mit Erdnuss, Chili, Zwiebeln und Knoblauch zubereitet – S??kartoffelspinat “Bombale”.

Erstellt am Donnerstag 27. März 2008
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Ceesay say: you come…

oder: Afrikanischer Rhythmus.

Ist ja alles nicht immer so einfach von Bord aus. Das letzte St?ck Brot verschimmelt, es ist br?tend hei? und da will noch wer backen? Fleisch gab es aus eher hygienischen Gr?nden schon seit Tagen nicht mehr, und einkaufen, tja, es ist doch ziemlich hei?… Die Fische, die wollen trotz gleichm??iger Wassertemperatur zumindest bei uns nicht bei?en. PETITE FLEUR hat heute eine Languste gefangen, aufgespie?t mit einem normalen Grundhaken. Das h?tten wir auch gern, wir w?rden auch einen Grouper nehmen,
so einen wie Len ihn hat(te), wenn er denn bei uns vorbeik?me. Der Grouper, nicht Len. Eine Gasbuddel ist leer. Ein echtes Projekt – mit Adaptern und viel hin und her. Aber wir tragen es mit Fassung, denn es ist wie gesagt hei? und dagegen hilft nur reduzierte Geschwindigkeit, wir lernen jetzt afrikanischen Rhythmus. Das Lernprogramm beinhaltet zum Beispiel die Contenance zu bewahren , wenn das Gegen?ber manchmal gedanklich etwas abschweift und nur still vor sich hin schaut; es ist halt hei?, aber
da wiederhole ich mich wohl, und deshalb dauern Dinge einfach. So war ich mir mit Ceesay und der Gasflaschen-F?llaktion nicht ganz so sicher – wohl, DASS es klappen w?rde, aber WANN? Gambian time ist n?mlich irgendwann – gern auch als GMT bezeichnet, Gambian Maybe Time. Meine W?sche ist schlie?lich auch noch nicht zur?ck, das pr?gt die Erwartungen. Zur Intensit?t all der Geduldsspiele tr?gt bei, dass auch die Wege, die jeweils nach Rom f?hren, sich uns immer noch hektisch-pragmatisch agierenden Europ?ern
nicht immer selbst erkl?ren. Ich nehme also all meine Geduld und die Gasflaschen und bringe beides hin?ber zum Steg und palavere ein bisschen mit Ibrahim, wie das nun vor sich gehen soll. Ein paar leere Gedankenblasen beiderseits eingeschlossen, es ist schlie?lich hei?, und meine n?chste Flasche ist ja erst in 3 Monaten leer – Gelegenheit, sich mit Geduld zu wappnen. Na, dann. Einen ungef?hren Preis kann Ceesay nicht nennen, will auch keine Vorschusszahlung, nein, er tr?gt eine holl?ndische und eine
deutsche Flasche zur Bef?llstation, off the beaten track. Nach einer Weile kommt Len mit der ersten “Ceesay says”-Nachricht, dass 1100 Dalasi zu entrichten seien, f?r 2 Flaschen. Also fahre ich hin?ber, gebe Ibrahim das Geld und mache auf Afrikanischen Rhythmus – jetzt ist er wieder dran, zur?ck zum Bef?ller, zahlen, bef?llen. Und noch einmal das gleiche Spiel, Flaschen abholen … Es ist kompliziert, aber es ist eben auch hei?. Und die Hitze zeigt ?brigens nicht nur in Gambia ihre Wirkung – die
Dakar-Variante des Problems war: “I have 3 bottles and 2 arms only” – Urs’ Blick auf diese Reaktion werde ich nicht vergessen ;) .
Wie auch immer: gestern, noch am gleichen Nachmittag, kommt ein B?tchen vorbei, wir greifen schon zur Geldb?rse um Geld f?r einen sch?nen, frisch geangelten Fisch locker zu machen, den man uns gleich anbieten wird, da t?nt es: “Ceesay say: You come!” Ha, die Flaschen sind da? Das ging ja fixer als gedacht…

Und eben kommt Roy, der Langfahrer vom Nachbarkatamaran gefahren: ” Ceesay say…” Nein. Roy ist Brite. “Mr. Ceesay says he’s got something for you and asks you to come over…” Der Benzinkanister ist voll. Das geht ja Schlag auf Schlag. Man kann sich hier auf nichts verlassen – nicht einmal darauf, dass gut Ding Weile haben will. Afrikanischer Rhythmus. Es haut einen um.

Erstellt am Mittwoch 19. März 2008
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Mangos und lila Eier

Es ist Montag, heute geht der Alltag wieder richtig los – gestern bestand das Programm ausschlie?lich aus Grillen in der Fishing Lodge, gleich gegen?ber vom Anleger; fast ausschlie?lich – ich habe Till Sch?rmanns beinahe-Gesellenst?ck abgeschliffen, unseren Spruce-Bootshaken. Die UV-Strahlung tut ihre Wirkung auf dem Arnisser Bootslack. Aber von 2 bis 5 sa? der ganze Seglerhaufen beim BBQ, und es gab, au?er gegrillten H?hnerspie?chen, Frikadellen, Heilbutt und Grouper, auch all die gef?hrlichen
Sachen wie Krabben und Salate, Eiscreme und Obst. Lecker und v?llig folgenfrei – wir sind h?chstens mal wieder ein bisschen voller als sonst. Heute ist aber wieder Traffic Jam auf der Denton Bridge (nun ja, was man hier so traffic jam nennt ;) , vielleicht sind wir auch nur zu sp?t aufgestanden… ). Ich packe gleich den Sack mit der Schmutzw?sche und dr?cke sie dr?ben am Anleger Fatima in die Hand. Mir ist es mehr als recht, die W?sche wegzugeben: Wir sparen unser m?hsam erzeugtes Wasser, und ich
bin den Druck los, so gar kein Gesch?ft mit den beiden netten Schwestern zu machen. Jedes Mal, wenn wir am “Shop” entlanggehen, kommt die Einladung, doch zu schauen und zu kaufen. Interessiere ich mich f?r einen Batikstoff, kommt unweigerlich die Frage: “… how many do you want?”, nicht etwa ein Preisangebot f?r ein St?ck. Da habe ich es wirklich schwer mit meiner Kaufhemmung.
Ibrahima Ceesay kriegt morgen seinen Auftrag, er wird unsere Propangasflasche nachf?llen. Ceesay ist so etwas wie der “Hafenmeister” hier – wir wollten kaum glauben, dass er noch hier ist, wird er doch schon in der Reisebeschreibung von vor 18 Jahren erw?hnt, als ordnendes und wachendes Zentrum dieser kleinen Ansammlung von H?tten und Containern rund um den Pirogenanleger. Aber heute hat er seinen “freien Tag”. Verdienterma?en.

Tja, die Mangos – der Sonnabendausflug f?hrt uns mit Len und Janna nach Serrakunda, wir suchen unter anderem immer noch nach einem Supermarkt, in dem man sich f?r die Kapverden und dar?ber hinaus verproviantieren kann. Der Taxifahrer wirft uns mitten im Marktgew?hl raus. Es scheint ein bisschen geordneter zuzugehen als in Dakar, alles sehr gesch?ftig, und entweder ist es sauberer, oder wir nehmen das nun anders wahr… Je tiefer wir in den Markt eindringen, umso mehr ?berwiegt bei mir der Eindruck,
dass Mangob?ume hier wachsen wie Unkraut, und unser Guide, den wir nicht gerade ermutigen, der sich aber doch beharrlich und letztendlich erfolgreich anh?ngt, erkl?rt, dass wir bald f?r 10 Dalasi so viele Mangos kaufen k?nnen, wie wir gar nicht essen k?nnen, im Gegenteil, wenn wir erst einmal weiter oben auf dem Gambia sind, werden uns die Mangos geschenkt werden. Schon jetzt sieht man in den B?umen, die den ganzen Serrakunda-Markt ?berragen, (au?er Kuhrreihern) viele dicke, gr?ne Fr?chte h?ngen.
“Mango-Chutney” schie?t mir durch den Kopf und “Mango-Marmelade”, “Mango-Mus”, vielleicht zu S??kartoffel-Reibekuchen? Derzeit kaufen wir noch “teure” Fr?chte. 30-40 Dalasi das Kilo, Toubab-Preis. Das ist +/- ein Euro, f?r drei fr?hst?cksfertige Mangos – wir wollen nicht meckern. Wir meckern ?berhaupt nicht ?ber den Markt: ziemlich bunt, mit einem endlosen Gewirr kleiner, tief beschatteter St?nde, gerade so weit auseinander, dass sich zwei Leute aneinander vorbeischieben k?nnen. G?ngiges Transportmittel
ist die Schubkarre, und die wird reichlich durch die engen Wege geschoben, geh?uft mit ger?uchertem oder frischem Fisch, Gem?se, Broten oder gar Windeln – alles geht… Wir kaufen Pfefferschoten, die bekannten kleinen roten und gr?nen, und dann welche, vor denen gewarnt wird, geformt wie kleine, kugelige Paprikaschoten mit tiefen Einkerbungen. Unsere Premiere daf?r kommt noch, aber Caroline sagt dazu, dass die nicht essbar seien, und Janna berichtet, dass sie eine geschmort hat und den ganzen Abend
die Feuerwehr rufen wollte; sie hatte sich beim Kochen mit der Hand ?ber den Mund gewischt… Lebende H?hner sitzen in K?figen, sicher die hygienischste Methode frisches Fleisch zu erwerben, aber schlecht sieht das Fleisch von Rind, Schaf oder Ziege auch nicht aus, wir haben schon viel mehr Fliegen gesehen – ich bin nahe daran, einen Fleischwolf zu kaufen und einen kleinen Vorrat an Hackfleisch zu bereiten. Der Fisch macht auch keinen wirklich schlechten Eindruck, man m?sste halt hingucken, aber
im Creek sitzen wir ja an der Quelle. Trotzdem ist nicht alles “Deutschboot”-f?hig: Die vorgefertigte Erdnussso?e aus dem Plastiks?ckchen zum Beispiel. Gesch?pft wird sie aus einem mehr als obskuren Eimer, und das Produkt selbst hat eine ebenso merkw?rdige Farbe wie Konsistenz. Diarrh?e?? ;) Dann lieber zum Leckeren: gibt Kartoffeln, Yams, S??kartoffeln, Berge von Reis, gro?e Blechteller mit Couscous. Dicke B?ndel S??kartoffelbl?tter, die wie Gem?se geschmort werden – all das verr?t uns unser freundlicher
Guide. Wir kaufen Okras, die gibt es ganz oder k?chenfertig geschnippelt, Auberginen. Endlich wei? ich, warum letztere “eggplant” genannt werden: In der bei uns ?blichen Gr??e m?gen das merkw?rdige V?gel sein, die solche Eier legen – aber hier liegen ausser den bekannten l?nglichen – und echten Riesenbiestern – auch kleine, perfekt violett gef?rbte “Eier” auf den Tischen.
Was es nicht gibt, ist das, was wir die ganze Zeit erwarten – dass wir nun endlich zur Batikfabrikation, dem Schuh-, Stoff- oder Schmuckladen unseres F?hrers geschleust werden. Mitnichten. Stattdessen bietet er uns an, uns in seinem Auto nach Bakau zu fahren. F?r einen “good price”… – und der f?llt dann so aus, dass wir uns fragen, was das wohl f?r eine Karre sein wird. Kurze Zeit sp?ter steigen wir besch?mt in einen ?lteren, aber sehr gepflegten, silberfarbenen Mercedes 200. “In style” in die
Touristenenklave. Zum Einkaufen im Supermarkt (den wir dann doch nicht finden). Ostereinkauf dann demn?chst wieder in Serrakunda – Mangos und lila Eier…

Erstellt am Montag 17. März 2008
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Bolonfahrt

Nein, kein Tippfehler…
“Bolon” nennen sich hier die Seitenarme der Fl?sse in den Mangroven. Und da man in Half Die die Schiffe nicht “without constant anxiety”, wie der Segelf?hrer sagt, allein h?tte liegen lassen k?nnen, und wir doch noch ein paar Besorgungen in Banjul machen wollen, haben wir uns nach Oyster Creek verlegt. Wir liegen in einem mangrovenumgebenen Ententeich und drehen mit einigen gro?en Pirogen Pirouetten im Tidenstrom. Ein britischer Langfahrt-Katamaran ist noch da und drei, vier ortsans?ssige Yachten.
In der Ferne rauscht ein bisschen Verkehr ?ber die Denton Bridge nach Banjul hinein und unter der Br?cke, hinter der Sandbank, die Atlantikbrandung. Sehr friedlich.
Die Nacht nach dem Einklarieren vor Half Die verbrachte die halbe Crew selig schlummernd unter dem Mosktionetz und die andere H?lfte… Naja, die funkte ein bisschen rum, schrieb Blogbeitr?ge, verrammelte den Niedergang mit dem Luftschott und die Decksluken von innen… Gl?cklicherweise gab es auch auf der PETITE FLEUR eine Phase der Aufr?stung, ich war also nicht allein. Dennoch – eigentlich habe ich bis 5 Uhr morgens auf “Besuch” gewartet, hie? es doch, dass “…boats have been robbed while the
owners were asleep on board…” Den Eigner k?mmerte das gar nicht, w?hrend ich Pfefferspray, Presslufthupe und Funkger?t bereithielt ;) . Half Die, Half sleep…
Am Morgen ein etwas verkatert klingender Urs an der Funke, die Heiserkeit wohl weniger einem Alkoholgenuss geschuldet als dem schlechten Schlaf und der senegalesischen Yachtiepest, die mittlerweile dort angekommen ist. Im Gegensatz zur PRESENT (Janna), WANDERER (Reinhard), AKKA (ich) und PANTHERA (Holger) leisten sich aber die Bl?mchen beide eine kleine Infektion. Dennoch: eine weitere Nacht wollten wir hier nicht bleiben, und es geht los, zum Turnbull Bolon, der nicht einmal in den elektronischen
Seekarten verzeichnet ist. Taktisch machen wir aus, dass die AKKA mit dem gr??eren Tiefgang hinter der kleinen PETITE FLEUR herf?hrt, und diese uns kritische Wasserst?nde her?berfunkt. Wir fummeln uns bis zur Einfahrt des Chitabong-Bolons vor – schon mal nicht so einfach, die L?cke auszumachen. Ich schaue angestrengt auf die Horizontlinie des Mangroveng?rtels, bis ich in der Wasserlinie die Einkerbung entdecke. In der Einfahrt soll es dann “tricky” sein, weil die S?nde sich verschieben. Vor uns schl?gt
die Petite Fleur merkw?rdige Haken – wir haben Springzeit und sind mit auflaufendem Wasser und 3 Stunden zum Hochwasser losgefahren, das sollte doch eigentlich passen. Passt auch – kurz nachdem wir ein “… nur noch 1,80 m…” h?ren, saugt sich die AKKA schon im Mud fest. W?hrend wir noch ?berlegen, dr?cken uns Strom und Wind wieder raus, und ein freundlicher Engl?nder, der mit einem Speedb?tchen aus dem Bolon kommt, bedeutet uns, dass wir noch dichter an der Mangrovenkante entlang fahren sollen.
Kurzer Bedenkzeitkringel, Ruder mitschiffs, ein bisschen Gas und … durch. Vieleicht waren 3 Stunden zum Hochwasser doch noch ein bisschen fr?h, denn knapp war es, auch im zweiten Anlauf. Danach tasten wir uns nach Anleitung von Herrn Jones aus dem Jahre 1996 und mit Funkansage von Caroline durch die Mangroven. Touristenboote kommen uns aus Oyster Creek entgegen, einer winkt ab, dass wir da nicht durch k?nnen, aber wir sind sicher: steigendes Wasser – es muss; so tief gehen wir ja nun doch nicht!
Ein Auge auf dem Tiefenmesser festgenagelt, das andere starrt auf die Wasseroberfl?che: nach einer Weile gew?hnt man sich ans Schielen, wir schl?ngeln uns voran. Nicht gerade Rekordzeit, als wir nach 1 Stunde und 45 Minuten in Oyster Creek den Anker fallen lassen – Herr Jones braust hier in einer dreiviertel Stunde durch, aber Spa? gemacht hat es schon.
Jetzt ist erst einmal aufr?umen, AKKA s?ubern (unglaublich! Sahara allenthalben!), Brotbacken angesagt. Und Auskurieren auf Petite Fleur, nat?rlich. Und so ganz lange werden wir nicht allein bleiben – PRESENT und WANDERER machen sich morgen auf den Weg. Tipps f?r die Bolonfahrt sind schon gemailt… Und dann warten erst richtig viele Bolons auf uns, flussauf Richtung Mother Africa.

Erstellt am Mittwoch 12. März 2008
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The Gambia

…. the Smiling Coast!
10. M?rz, Banjul
Wie oft haben wir das heute geh?rt? Besonders von denen, die sich mit uns gern anfreunden wollten. Immigrationbeamte, die gern mal nach Deutschland m?chten. Der Port Authority-Mitarbeiter im Schweizer Post-Hemd. Oder auch der schlichte Passant, der sich mal schnell als Customs Agent ein paar Dalasi verdienen will… Welcome to Gambia, the Smiling Coast. Schade, dass wir nicht “fussball” sprechen – das scheint hier immer ein Thema zu sein.
Wir sind also ein Land weiter. Auch ein ganz sch?n schwarzes St?ck Afrika. Soll ich loslegen? Alle Vorurteile belegen, die man so haben kann? Aber so isses nun mal:
Die Seaport Immigration. Kleines K?mmerchen in einer Lagerhalle. Dunkelwei?e W?nde mit braunem Absatz in Hand- bzw. Specknackenh?he. Zwei Schreibtische, 3 St?hle, auf denen (auch auf den Tischen) sitzen 4 Immigration-Beamte. Und eine Lady in einer anderen Uniform. Die kriegt gerade von einem der Beamten eine Fu?massage verabreicht. Ich bin begeistert – das will ich auch, und es wird mir auch versprochen: “… my mother cried last sunday when the effect of the massage set in…” Gel?chter. Wir kriegen
unsere Stempel und die Immigrationleute 15 ? pro Nase. Daf?r machen sie nun eine schicke Tour zu den Yachten – 3 Mann hoch, abgeholt von meinem Schipper, der wie Caroline an Bord geblieben war. Schlie?lich liegen wir vor “Half Die”, einem der schlimmsten Viertel von Banjul, wie der Segelf?hrer zu berichten wei?. Half Die hei?t ?brigens nicht wegen halbtot geschlagener Yachties so, sondern weil bei einer Choleraepidemie die H?lfte der Bev?lkerung…
W?hrend sich – wir h?ren es sp?ter – die Immigration jeweils an Bord ein paar vergn?gliche Minuten bei k?hlen Getr?nken macht, warten Urs und ich an der Mole geduldig auf unserer Dinghy-Umsteigestation, einem Schwimmbagger, und sch?kern mit dem verbliebenen Beamten und der Besatzung. Siehe oben – Fu?ball und Smiling Coast. Es geht gegen Mittag, als Andreas die Fuhre zur?ck an Land bringt (eine verd?chtige schwarze Plastikt?te wird wohl die Restposten an k?hlen Getr?nken enthalten ?!). Auf zum Zoll.
10 Minuten Fu?marsch durch Half Die, nicht ohne vorher einmal missgeleitet beim Port Captain gelandet zu sein (kompliziertes Einchecken beim Pf?rtner inklusive), aber dann ein echt afrikanischer Zoll. Gibt es eigentlich auch Alt-M?bel-Sammlungen f?r Afrika? Nicht nur scheint ein Gro?teil der Bev?lkerung meine abgelegten T-Shirts zu tragen (besonders sexy: der knackige Schlepperfahrer im schwarzen, durchbrochenen H?kelhemdchen!), nein, man sitzt auch auf einer wilden Mischung von Hockern und Wohnzimmersesseln
und 4- bis 5-rolligen B?rost?hlen. Die eine oder andere Beamtin hat sich schon der Wirkung der Mittagshitze hingegeben und schl?ft mitten im Gew?hle ein Mittagsschl?fchen. Kopf nach hinten auf der Lehne, Kopf nach vorn auf dem Schreibtisch – gerade so, wie die Gebrauchtm?belsammlung es erlaubt. Wir geraten via Chefb?ro an einen jungen, sehr strengen Z?llner, der vom Chef mit einem “pleeeeaaase” ?berhaupt erst dazu gedr?ngt werden muss, uns abzufertigen. Nat?rlich mit Inspektion. Wie, schon wieder?
Die R?ckfrage f?hrt zu einer ansatzweise angestrengten Diskussion, aber ich habe mittlerweile gelernt, wo die Grenze zwischen “klein beigeben” und “Sachverhalt kl?ren” verl?uft. Den Grund f?r den Unmut erfahren wir auch gleich: Mittagspause und Gebetszeit… Das wird KOSTEN!! Also zur?ck zur Mole, dem jungen Mann ist nicht recht wohl, dass es nun eine Seereise gibt, noch dazu in unserem wackeligen Dinghy. “That’s too far!” Das wird erst recht kosten!!! Egal, wir ziehen das jetzt durch. Nach ein bisschen
Geplauder und mal kurz durch’s Schiff gucken – ich pr?sentiere unser achteres Klo als unsere “Scheune”, das muntert auf! – wechselt viel zu viel Geld den Besitzer, aber irgendwie m?ssen wir ja weiterkommen. Und gemessen an den 50 US-Dollar, die neulich Heather und Marc hier gelassen haben sind wir mit umgerechnet 25 ? noch gut dabei. Aber: nix zu machen bei den Schweizern. Ganz steinhart wird sich Urs kurze Zeit sp?ter nicht erweisen, aber da gibt es einfach nicht mehr als 5 Euro. Geht doch – wieder
was gelernt…
Landpartie, die dritte. Letzte Station “Port Authority”, da wo wir vorhin schon mal waren (Einchecken beim Pf?rtner, Passvorlage, Abmalen der Namen…). Mittlerweile r?ckt die Uhr auf 14, und mit ihr r?ckt die Weiterreise nach Oyster Creek an den Rand des Unwahrscheinlichen und wird auf morgen verschoben. Auch hier wieder ein bisschen hin und her, Urs muss mit einem sehr netten Mitarbeiter raus auf den Schwarzmarkt (Auschecken/Einchecken…), Dalasi eintauschen. Wir haben keine Euro dabei, und CFA
nimmt man nicht. Ich warte derweilen, lese die Wochenschrift Foroyaa (Die Freiheit). Regierungskritisch, ?berraschenderweise. Im Regierungsb?ro. Wo die Journalisten wohl sitzen? Die Zeitung verzeichnet n?mlich einen Aufruf, eine seit einem Jahr inhaftierte kritische Journalistin freizulassen.
Dann geht alles ganz fix – wir kriegen unser Permit, den Gambia aufw?rts zu fahren bis Jan Jan Bureh, dem alten Georgetown, und werden mit einem Handzettel, dass wir bei der Vorbeifahrt an Baboon Island die Schimpansen nicht ?rgern sollen, entlassen – die regen sich n?mlich auf ?ber gestikulierende und schreiende Gaffer und springen dann vor Wut ins Wasser. Ohne Affen-Schwimmweste ganz schlecht. Wir werden jedenfalls keinen Chimp zum Ersaufen bringen, dazu freuen wir uns zu sehr auf den oberen Gambia.
Es soll ja nicht nur die K?ste l?cheln – die Schimpansen am Flussufer auch.

Erstellt am Dienstag 11. März 2008
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Saly und anderes aus Schwarzafrika

Frisch in Gambia angekommen noch schnell ein R?ckblick auf die Woche in Saly: Wir haben es genossen!
Schwimmen ohne Choleragefahr, tauchen um den Rumpf (und schrubben). Jus de Bissap in der Strandbar des Hotels Espadon. Nicht mal die Jetskifahrer haben uns wirklich gest?rt – wenn es gar zu doll kam, schwamm Janna eben nicht das “magische Dreieck” zwischen Petite Fleur, Present und AKKA, sondern verlegte sich aufs Aquajogging. Ich auch.

Ansonsten: Gem?tliche Abende mit Len und Janna, mit Caroline und Urs, Internet (zeitweise) von Bord. Und beim letzten Sundowner im Strandrestaurant dann ein Prototyp f?r mich: Caroline, die T?ftler- und Bastlerin hat mir eine Decksdusche gebaut! Genial… Aus einer Wasserflasche mit zwei Schraubverschl?ssen – einer davon vielfach durchstochen, ein Brausedeckel. Ein Liter S??wasser reicht! Danke, Caroline! Bild folgt.

So schlimm wie erwartet war es in Saly mit dem Tourismus nicht – es gab in der Tat das eine oder andere schwarz-wei?e P?rchen, aber augenf?llig war das nicht, ebensowenig die Bemerkung, dass Afrika verjagt worden sei. Die Hotelanlagen waren so afrikanisch oder europ?isch wie das Interconti in Nairobi oder anderswo, klar. Afrika lag zwar nicht direkt am Strand, da grillten die Franzosen und Belgier, und nicht einmal das in Massen, aber gleich dahinter begann es, ein fast normales Afrika-Dorf mit Fischerbehausungen,
Pirogen am Strand, mit Hochzeitstamtam und muridischen Gottesdiensten. Die Gem?sefrauen freuen sich, wenn man t?glich wiederkommt, Brot gibt es in der gro?en Krimskramsbude gegen?ber. Zugegeben, dass wir die W?sche in einer franz?sisch geleiteten W?scherei abgeben und gegen kleines Geld waschen lassen konnten, ist sicher dem Tourismus und den vielen Hotels geschuldet. Selbst mein voll gestopfter Seesack wirkte zierlich neben den riesigen Palmblattk?rben mit der Hotelw?sche, aber die Gelegenheit
war g?nstig. Finanziell und topografisch.
Die W?scherin hatte angedeutet, dass es au?er dem Supermarch? Oasis Midi, downtown Saly, auch in Mbour Superm?rkte gebe. Das k?nnte man ja mal probieren, dachten wir und arrangierten schnell einen Sammelausflug. Taxiverhandlung “on the go”, das kennt der geneigte Leser ja nun schon. Wir n?hern uns Mbour, zweitgr??ter Fischerhafen des Landes. Auff?llig viele Pferdekarren – Caroline tippt auf Araberpferdchen, ich finde, sie sehen ganz sch?n “maulig” aus, aber es fehlen die langen Eselsohren.
Und dann trifft uns der schwarzafrikanische Schlag: Riesengew?hle auf dem Markt am Fischerhafen. Im Wasser Pirogen jedweder Gr??e, Pferde ziehen ihre Karren m?hselig bis an die Bordw?nde und lassen sie beladen. Sehr tapfer, die kleinen… Es stinkt streckenweise bestialisch, und so habe ich keine rechte Lust, mir auch noch die Fischr?ucherei zeigen zu lassen. Wir dr?ngen uns zur?ck durch die Massen – Menschenmassen, Abfallmassen, Warenmassen. Gem?se wird in Qualit?ten verkauft, die ich unbesehen
dem Kompost ?berantworten w?rde. H?fthoch liegt der M?ll auf einem Haufen, die ortsans?ssigen Ziegen suchen sich noch die sch?nsten Leckerbissen heraus. Frauen waschen Salat in undefinierbarer brauner Br?he. In den Seitengassen wird es dank der nahenden Siesta etwas ruhiger, zumal auch das Freitagsgebet die Stra?en fegt. Wir horchen eine Weile an einer katholischen Kirche einem Gottesdienst – die ehemals animistischen S?r?re dieser Gegend sind christianisiert, im Gegensatz zu den anderen Volksgruppen,
die fast ausschlie?lich islamisch sind. In den staubigen Gassen sitzen nur noch wenige H?ndlerinnen, wir begucken selbst gebundene Palmstrohbesen, probieren Baobabfr?chte, begucken mysteri?s ausschauendes gr?nes “Couscous” und kaufen einen kleinen Bissap-Vorrat. Und sind froh, als wir dann durch die Bullenhitze wieder zu unseren Schiffen gekarrt werden. Home sweet home, oder besser: boat sweet boat…

Erstellt am Montag 10. März 2008
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Viecher, Viecher

Wieso blo? habe ich die “Birds of East Africa” nicht an Bord? Und alle die anderen Bestimmungsb?cher??
Als wir uns n?mlich von Dakar kommend der K?ste wieder ann?herten, hatten wir die ersten Besucher. Eine Wegwespe, Schmetterlinge, Fliegen… Meine Begeisterung nahm zwar schlagartig ab, als sich auch eine Schabe an Deck einfand, aber im Endeffekt freut es mich ja doch. Was mich nicht so freut, ist, dass ich eigentlich jegliche Art von Artenkenntnis in allertiefsten Schubladen vergraben habe. Wenn ich fr?her froh war, mal eine Insekten-oder Pflanzenfamilie zu erkennen, muss ich mich heute schon mit Ordnungen begn?gen ;) … So sa? ich dann wie der letzte Tourist auf dem Pick-Up, der unsere Seglergemeinde vorgestern in ein kleines Reservat karrte, 15 km von hier. “Visit Bandia” hiei? es, und wir nutzten den Ausflug als Appetizer f?r die afrikanische Wildnis. Len meinte, sicher noch unter Dakar-Eindruck stehend, dass er “now understands that people fall in love with Africa…” ;) . Nicht wirklich umwerfend, dieses kleine St?ck Savanne, aber doch sch?n anzuschauen. Leider hatte das dort wirkende Nashornpaar gerade seinen freien Tag – es hatte uns zwar ein paar dufte Kugeln auf dem Weg hinterlassen, aber auch l?ngeres Umherrumpeln zwischen den B?umen konnte sie nicht hervorlocken. Andere Kollegen waren aber “on duty”: Kap-Elands, Pferdeantilopen, Impalas, alles Gastarbeiter aus S?dafrika, wie einiges andere, das sich hier unter Hunderte von gro?en, kleinen und einigen riesigen Affenbrotb?umen versammelt. Giraffen fummelten mit spitzen Lippen die Akazienbl?ttchen zwischen den Dornen heraus. Riesenschildkr?ten hatten sich schattensuchend in L?cher verkrochen. Krokodile plierten auf die Touristen am anderen Ufer – ob da nicht doch ein appetitlicher Brocken zum Lunch dabei w?re? Vielleicht eine hirnlose ex-Biologin, die sich angesichts der Vogelwelt gerade mal der Hornbills entsann, der kurz- und langschw?nzigen Glanzstare und nach minutenlanger Bedenkzeit beim Afrikanischen Perlhuhn auf “Guinea Fowl” kam… Zum Insektengucken konnte es gl?cklicherweise nicht kommen, weil wir ja auf dem Pickup eingesperrt waren. Sehr gut, es h?tte mich nur weiter desillusioniert.
Aber sch?n war es doch, mal wieder Viecher in halbwegs freier Wildbahn anzuschauen, und nun werde ich in Banjul mal zu “TimBookToo” gehen. Soll ein guter Buchladen sein. Hoffentlich hat er Bestimmungsb?cher vorr?tig.

Erstellt am Freitag 7. März 2008
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So ist das Leben

…. hier im Senegal: Sonntagmorgen, 10 Uhr. Es geht los. Am Strand wehen Segel auf kleinen Hobie-Kats, die bald ?ber unsere Ankerkette stolpern werden, und die ersten Jetskifahrer sind auch schon aus den Betten gefallen – wahrscheinlich haben sie ein franz?sisches Fr?hst?ck hinuntergeschlungen und dann ungeduldig gewartet, endlich wieder durch die Wellen knallen zu k?nnen. Muss das sch?n sein! Wendemarke: Das Seglerdreigestirn – AKKA, PRESENT, PETITE FLEUR. Abends gibt es dann wahrscheinlich eine
Portion Ibuprofen oder Diclo zum Diner…
Dakar, das sich zum Schluss schon ganz heimatlich anf?hlte, liegt hinter uns. Wir sind in Saly. Der Reisef?hrer sagt: “Afrika scheint abwesend zu sein, man hat es verjagt. …k?nstliche D?rfer, antiseptisch…” An Land waren wir noch nicht, das wird bestimmt der n?chste Kulturschock nach dem Moloch: in der Ger?uschkulisse ?berwiegen bis 10 Uhr abends noch die nahegelegenen Moscheen (extrem weit scheint Afrika also nicht gejagt worden zu sein?!), dann ?bernehmen f?r eine (?berraschend kurze) Weile
die Hotels mit Diskogedudel. Aber da wir sehr weit drau?en liegen, st?rt uns das weniger als das gelegentliche Geschaukel im Schwell vor der offenen K?ste. Und nun sind wir mal gespannt, wie sich das touristische Umfeld pr?sentiert, denn der Reisef?hrer schreibt auch eindr?cklich von alternden Orientalen und Westler(inne)n, die sich dem Charme der jungen Senegales(inn)en hingeben. Das Zentrum des Sextourismus im Senegal, voil?. Und unser Zwischenstopp auf dem Weg nach Gambia. Daf?r konnten wir am
Abend nach einem halben Tag Motoren und Wassermachen ein paar Mitbringsel aus Dakar vom Rumpf ernten: eine Handvoll Entenmuscheln. Man kann n?mlich schwimmen! Wenn das kein Grund ist hier zu ankern.
Schwimmen konnten wir gestern auch unterwegs. IN der AKKA… Naja, jedenfalls beinahe. Die automatische Bilgepumpe hat ihren Test bestanden. Entsprechend ?berrascht waren wir: 30 cm hoch stand das Wasser, in der K?hlbox. Man k?nnte sagen: so ein Quark, denn der hat’s gemacht. Mittags gab es einen Abschiedsgru? aus Dakar, Obst mit frischem, k?hlem, teurem Quark aus dem CASINO-Supermarkt; dass ich den leeren Becher auf den Sp?lenabfluss gestellt hatte, fiel uns erst auf, als es zu sp?t war. Peu ? peu
hatte der Salzwasserabfluss vom Wassermacher erst das Becherchen gef?llt ( und das ?berlaufende Becherchen h?bsch fest auf den Abfluss gedr?ckt), das Becken gef?llt, und dann die Arbeitsfl?che, von wo es fr?hlich in K?hlkiste und Bilge gluckerte. So eine Ferkelei…
Jetzt ist Sonntag angesagt. Sahara entfernen, ehe sie wieder angeflogen kommt. Und das tut sie. Unsere gestern in Salzwasser gesp?lte Moskito-Festung f?r das Cockpit nimmt schon wieder leicht br?unliche F?rbung an. So ist das Leben…

Erstellt am Sonntag 2. März 2008
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