Archiv für Februar 8th, 2008

Funkenmariechen

Karneval ist zwar vorbei, dennoch muss noch ein Wort zum Funkenmariechen fallen. Das ist so ein Mariechen hier an Bord – der geneigte Blogleser ahnt schon, dass dieser Beitrag in die Kategorie “The Confessional” geh?rt. Seelenstriptease vom Feinsten.
Auch wenn ich mein Berufsleben lang mit den Kollegen gefunkt habe – das mit dem Funken ist mir nicht ganz so in die Wiege gelegt. Zumindest nicht Eigenschaften wie sich tunlichst an Funkroutinen zu halten, sich der Fachtermina zu bedienen etc. Bei den Amateurfunkgespr?chen finde ich zum Beispiel h?ufig den Ausgang nicht – die Abschiedsarien dort sind lang und verschlungen und haben sich mir, die ich ja als Autodidaktin “on air” bin, noch nicht wirklich erschlossen. So gestern im Intermar-Netz. Mir
geht dann manchmal schlagartig die Sendeleistung aus oder ich falle in ein Funkloch ;) . Dabei w?re es so einfach zu sagen: “DL0IMA von DF4AA – vielen Dank f?r das freundliche QSO und die Wetterberatung. 73 und einen sch?nen Abend. DF4AA macht jetzt QRT” – und dann noch ein Weilchen zu warten und zu hoffen, dass einen niemand mehr anspricht, sonst geht die Arie von vorne los. Und nach einer kleinen Weile sagt man dann vielleicht noch “DF4AA macht jetzt Charlie Lima”. Und DANN erst darf der Knopf gedr?ckt
werden. Alles klar?! Bei mir ist es eher so, dass ich schon die Frage nach dem Rapport nicht wirklich beantworten, weil Empfangsleistungen mangels Erfahrung nur peripher beurteilen kann, also bin ich am Ende des Gespr?ches schon ganz rapp(ort)elig – und falle in das besagte Funkloch. Aber seit heute ?be ich das mit Caroline, abends auf 3760, obwohl Andreas behauptet, dass wir das auch von Reling zu Reling ?ben k?nnten; oder, wenn wir mal hinter Petite Fleur zur?ckgefallen sind, was beim herrschenden
Schwachwind schon mal passiert, unkt, dass ich das absichtlich mache, um das echte Funkamateurgef?hl zu erzeugen: Ein QSO mit jemandem der sich ausser Sicht befindet… Ignorant.

Dem Ganzen scheint aber eine Mikrophonphobie zugrunde zu liegen, denn auch mit dem marinen Funk hapert es zuweilen. Schon das stete “over” will einfach nicht ?ber meine Lippen. Und heute fr?h war es dann so weit. Kennt jemand noch die Geschichte von Obelix, der der sch?nen Falbala aus Lutetia seine Liebe gestehen will? Mein Funk-Waterloo heute fr?h hatte etwas von dieser Szene, mir fehlte lediglich das Blumenstr?u?chen in Hinkelsteinposition: “Ayse, Ayse, Ayse, this is sailing vessel AKKA!”. Der
Diensthabende antwortet, wir wechseln auf Kanal 14 und ich, die ich schlicht sagen will, dass wir in Position xy stehen und Kurs yz fahren und mit zwei Seglern auf seiner Kurslinie liegen, wei? pl?tzlich nicht mehr wie weit er weg ist, wo ich bin, suche verzweifelt auf dem Kartenplotter die Informationen, die nicht mehr da stehen, wo sie stehen sollten, weil pl?tzlich nur noch Radar zu sehen ist; und so sage ich ungef?hr das, was Obelix zu Falbala sagt: “…wwrgssztbjnt!” Der Eigner behauptet, es
sei auch noch ein “.. oh, Schei?e, Mann…” gefallen. Ich wei? von nichts. Funkloch. Der freundliche Mensch hat aber dann trotzdem seinen Kurs ge?ndert, er hatte ja auch 19 Meilen und ca. 48 Minuten Zeit, die verbliebenen kryptischen Informationen zu analysieren und das R?tsel zu l?sen. Urs wiederum behauptet im nachfolgenden Funkgespr?ch mit der Wanderer, er habe nichts geh?rt, er sei gerade auf dem Vorschiff gewesen. Guter Mann! Und so diskret! ?ndert nichts an der Tatsache, dass Funkenmariechens
Darbietungen eine meilenweite bis weltweite Verbreitung finden.

Ich klebe jetzt mein Funk-Logbuch it Post-Its voll. Da kritzele ich Funkroutinen drauf.

Erstellt am Freitag 8. Februar 2008
Unter: AKKA Online | Keine Kommentare »