2011 !

Maorizunge

Opua, 1.1.2011

Diese Zunge, Ihr Lieben ist gut gegen böse Geister, überhaupt gegen jedweden Feind. Wenn andere böllern, schauen wir uns Maori-Schnitzereien an – und hängen Euch ein geisterabschreckendes Bild für ein gutes Jahr 2011 an.

Wir finden übrigens, dass Maorikultur ein bisschen mehr Eingang in den neuseeländischen Alltag gefunden hat, es gibt sogar ein Wort dafür: Maoritanga.  Kia Ora und Haere Mai – guten Tag und Willkommen – sind in aller Munde (und Mail), und man sieht viel mehr  Tätowierungen, verglichen mit 1990 als wir das letzte Mal hier waren. Natürlich  – vielleicht war das ja auch der Auslöser?! – gibt es auch DAS HIER oder auch DEN HIER…  Schuhuu, und demnächst ist sogar Rugby World Cup, da gibt es sicher Haka vom Feinsten.  Sogar die sonst so friedlich dreinschauenden  Plüschschäfchen in den Souvenirregalen gucken besonders selbstzufrieden aus der Wolle, denn man hat ihnen einen Rugbyball in den Arm gedrückt. Das MUSS ja was werden. Obschon es gleichzeitig auch eine durchaus ernst gemeinte Diskussion gibt, ob denn die Pakeha-Mitglieder des Rugbyteams, das sind die nicht-Maoris, überhaupt einen Haka tanzen dürfen und ob es politically correct ist, einen Tanz aufzuführen, der derartig martialisch und mit Halsabschneidergesten daherkommt. Übrigens, die Franzosen, die ohne das „h“, vermuten hinter AKKA gerne mal einen (H)aka… aber wir sind nach wie vor sehr friedliebend.

Ein Kriegs-Waka, 80 Ruderer plus 150 wilde Krieger...

Ein Kriegs-Waka, 80 Ruderer plus 150 wilde Krieger...

Wenn man sich vorstellt, dass dieses Kanu 230 tätowierte Leute mit rausgestreckten Zungen transportierte, mag man nachfühlen, dass der Feind sich ein bisschen klein vorkam…

Gestern haben wir uns den Waitangi Treaty Ground näher angeschaut – es war nicht so voll wie gedacht, entweder interessiert den neuseeländischen Touristen die Geschichte nicht sonderlich, oder der Hangover von Silvester tat noch seine Wirkung – oder es sind in der Bay of Islands einfach nicht so viele Touristen wie befürchtet; wahrscheinlich sind die Sommerfrischler alle auf der Coromandel Halbinsel.

So hatten wir Gelegenheit, uns Neuseelands politische Anfänge in Ruhe zu Gemüte zu führen, zu bemerken, dass der Baumeister des Vertrages wohl weniger der dafür gerühmte Herr Hobson war als James Busby, der bis kurz vor Vertragsabschluss der Vertreter der Krone war. Und dass vielleicht Hobson mit seiner kompromisslosen Art gleichzeitig der Urheber für die nachfolgenden Maorikriege war. Im sehenswerten Parkgelände steht das alte Wohnhaus der Busbys, vor dem der Vertrag geschlossen wurde (50 Häuptlinge hätten da auch nicht reingepasst…) und ein schönes Maoriversammlungshaus mit den oben gezeigten Schnitzereien.  Ringsum gibt es Meer und Segelschiffe, Kaffee und Kuchen, Tuis und Millionen von Zikaden, die aus dem urwaldartigen Gehölz schallen.

Tui - alberner Kehlpüschel und lustiger Gesang

Tui - alberner Kehlpüschel und lustiger Gesang

Ein bisschen durchsetzt ist der Wald noch von alten Parkbäumen, Busbys alten Magnolien zum Beispiel, aber im Unterholz, da leben sie, die Kiwis. Der braune, nördliche Kiwi ist hier zu Hause, und so soll es auch bleiben, wie man an den Straßenschildern sieht.

Kein Platz für Hunde

Kein Platz für Hunde

und was man mit Hunden macht, die dennoch auf Kiwisuche gehen, darüber wird der Besucher nicht im Zweifel gelassen…

... Hunde werden eingefangen oder zerstört. Na, na...

... Hunde werden eingefangen oder vernichtet. Na, na...

Schöne Grüße aus dem gerade mal sonnigen Neuseeland und allen freundlichen Lesern ein gutes Neues Jahr! Es geht auch ohne Zunge!

Happy New Year!

Happy New Year!